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Autor Thema: Frage: Reinigen von Quarzstufen aus dem Gehn (Raum Osnabrück)?  (Gelesen 12302 mal)

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Offline Grubenkumpel

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Hallo.

Ich habe hier im Forum schon viele allgemeine Themen über das Reinigen von Mineralien gelesen, aber ich bin mir noch nicht ganz sicher, welche der vielen Methoden ich verwenden sollte.
 
Ich war vor einiger Zeit im Raum Osnabrück unterwegs und habe einige Stufen mit Quarzkristallen in den alten Steinbrüchen im Gehn bei Ueffeln gefunden.
Hier im Lexikon steht bei dieser Fundstelle lediglich, dass die Kristalle einer Säurebehandlung unterzugen wurden, um die Eisenoxidschicht zu entfernen.

Meine Frage ist nun speziell an die Sammler dieser Region gerichtet: Wie reinigt Ihr Eure Funde?


Da ich erst Sammlerneuling in dieser Region bin, wäre ich auch über weitere Tipps zum Sammeln in dieser Region (z.B. Grubenbetreiber, detailierter Zutrittsbeschränkungen und Kontaktdaten für das Beantragen einer Betretungserlaubnis) interessiert.

Viele Grüße



EDIT:

Nach der Bergung sind die Stufen teilweise noch mit einer Ton-/Lehmschicht bedeckt. Wenn ich erst später mit der Reinigung beginnen kann, wie müsste ich die Funde dann solange aufbewahren?

Vom Gefühl her würde ich dazu neigen, die Stücke entweder komplett in Wasser einzulegen, oder zumindest (in Tüten verpackt) feucht halten.
Ich kann mir gut vorstellen, dass der Ton/Lehm beim Trocknen zusammenschrumpft und die  darin sitzenden Kristalle zerbricht.
« Letzte Änderung: 24 Oct 11, 16:59 von Grubenkumpel »

Offline Krizu

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Re: Reinigen von Quarzstufen aus dem Gehn (Raum Osnabrück)
« Antwort #1 am: 24 Oct 11, 11:44 »
Hallo,

wenn ich mich recht erinnere, sitzen die Quarz-Kristalle oftmals auf Calcit.
Dann ist Säure tödlich für die Stufe. Sind es einzelne Kristalle hast du chemisch die grössere Auswahl.

EDIT:
Sorry - war im falschen Bruch  8) Aussage gilt trotzdem, nur ist die Matrix vielleicht doch Quarzit.

MfG

Frank

Offline cmd.powell

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Hi

Wie Frank schon geschrieben hat, solltest Du vor jedlicher Reinigungsaktion abchecken, welche Minerale auf der Stufe vorhanden sind, das schließt die Matrix mit ein. Sind Calcit oder Carbonate anwesend, solltest Du Säuren unbedingt meiden. Bei - nicht allzu dicken - Eisenoxidkrusten könntest Du dann mit Natriumdithionit arbeiten. Sind definitiv keine Carbonate/Calcit vorhanden, könntest Du auch mit Oxalsäure arbeiten. Allerdings können auch andere Minerale wie z.B. Gips von Oxalsäure angeätzt werden. Ich kenne die Paragenese dort nicht, also erstmal gründlich absuchen und Minerale checken.
Zunächst solltest Du die Stücke grob reinigen, d.h. mit Wasser, etwas Spülmittel und dann weiche Bürste, Munddusche oder, falls vorhanden, Ultraschallbad. Danach kann man sehen, ob eine chemische Reinigung überhaupt noch nötig ist oder nicht. Auch weitere Minerale lassen sich dann besser erkennen.
Die Ton/Lehmschicht sollte den Kristallen ansich nichts tun, auch wenn sie eintrocknet. Das Zeug ist so weich, das bricht sicher keinen Quarz ab. Sowas habe ich noch nie erlebt. Ganz im Gegenteil: Durch das Trocknen und Schrumpfen bröselt das Zeug bei Wässern besonders leicht aus den Hohlräumen und lässt sich so leicht entfernen.

Grüße

Markus

Offline Stonebrother

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Hi Grubenkumpel

Man muß nicht immer gleich zu der chemischen Keule greifen.
Zum entfernen von losem Schmutz bei "stabilen" Stufen benutze ich nur reines Wasser ohne Zusätze.
Sprühpistole mit Wasser füllen, an den Kompressor anschliesen und los gehts. Die Pistole sprüht mit einem Luft/Wassergemisch und ist auch vom Druck her nicht so stark.
Natürlich müssen die Stufen vorher lange genug gewässert werden damit der Schmutz schön weich ist. Mit dieser Methode bekomme ich auch ohne Probleme den hartnäckigsten Lehmdreck aus Vertiefungen raus.
Danach ist das Stück blitze blank und ich seh aus wie Sau.  ;D
Aber egal: das Ergebniss zählt. 

Vorsicht bei empfindlichen und bröseligem Mineralien. Die können sich bei dieser Methode in wohlgefallen auflösen.

LG Stefan
« Letzte Änderung: 25 Oct 11, 08:51 von Stonebrother »

Offline Grubenkumpel

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Vielen Dank für die bisherigen Tipps.

Die Stufen lassen sich durch einfaches Wässern bisher nur grob vorreinigen. Die Kristalle sind recht dünn und lang (ca. 1 bis 2 mm im Durchmesser und bis zu 3 cm lang) und sind demzufolge nicht mehr mit der Zahnbürste zu reinigen. "Härtere" Wasserstrahlen vertragen die dünnen Kristalle auch nicht.

Ein Ultraschallbad steht mir erst am Wochenende zu Versuchszwecken an kleineren Stücken zur Verfügung.

Ich werde heute mal das Reinigen an kleinen Versuchsstücken mit Wasserstoffperoxid-Lösung und mit einer Methode versuchen, die in einem der letzten Lapis-Zeitschriften beschrieben wurde. Der Titel lautete irgendwas mit "Reinigen nadliger Minerale nach dem Prinzip der Brausetablette" und befasste sich mit einer Kombination aus Backpulver und Zitronensäure.

Hat von Euch schon jemand diese Methode ausprobiert?


Einen Erfahrungsbericht und Bilder kann ich später gerne mal nachliefern.

Offline Krizu

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Hallo,

wenn Calcit da ist, ist Zitronensäure tabu.

MfG

Frank

Offline Grubenkumpel

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Vielleicht kann mir ja noch ein ortsansässiger Sammler oder einer, der sich mit dieser Fundstelle auskennt sagen, mit welchen Mineralien (außer den Quarzkristallen) ich dort noch häufiger zu rechnen habe?

Meine Fundstücke sind teils so stark mit Ton bedeckt, dass ich außer den Quarznadeln nichts anderes erkenne.

Offline Krizu

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Hallo,

nicht mit Sicherheit, aber Bissendorf war oft mit Calcit, sitzt aber auch nicht so dicht am Bramscher Pluton.
Daher warte doch bis zum US.

MfG

Frank

Offline kraukl

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Hi und Glückauf Grubenkumpel,

witzig ist, dass weder im Atlas noch bei mindat die Fundstelle bzw. der
Steinbruch und der alte Aufschluss im Wald (jetzt wohl ein Grillplatz)
zu finden ist.
"Wir" haben damals so Anfang der 80er Jahre schöne Quarzstufen dort
gefunden.
Meistens waren diese, wie von dir beschrieben, leicht braun angelaufen.
Calcit war damals eigentlich kaum vorhanden und wir haben die Stufen
erfolgreich mit Salzsäure
(Vorsicht! nur draussen oder in gut belüfteten Räumlichkeiten benutzen)
gesäubert. Ich habe noch ein paar Stufen, wenn ich Zeit habe, stelle ich mal
ein Foto hier ein....


Glückauf
Klaus


Offline Jochen1Knochen

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Hi und Glückauf Grubenkumpel,

witzig ist, dass weder im Atlas noch bei mindat die Fundstelle bzw. der
Steinbruch und der alte Aufschluss im Wald (jetzt wohl ein Grillplatz)
zu finden ist.
"....


Glückauf
Klaus

Hallo!
Deshalb ist das ja hier ein Wiki-Projekt!Du darfst also gerne auch etwas im Atlas dazu einfügen!
Nur im Hintergrund zu bleiben macht doch keinen Sinn.Wenn du eine Fundstelle einfügst und andere können ihre Mineralien von dort einfügen hast du zudem einen Vergleich zu deinen eigenen Stücken.
Gruß Jens



Offline loismin

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Hallo.

Also Quarz xx halten einen Wasserstrahl leicht aus, wenn sie nicht schon angebrochen sind auch wenn sie noch so dünn sind !
Ich reinige solche Sachen immer mit einer speziellen ( kurzen ) Pistole für den Hochdruckreiniger.
Das geht extrem gut und schnell.
Vorher einweichen ist natürlichwichtig !


Loismin

Offline Grubenkumpel

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Oh super, das sind gute Tipps, die werde ich mal ausprobieren.

@Klaus: kannst du mir vielleicht noch sagen, in welcher Konzentration ihr die Salzsäure verwendet habt? War sie 30%ig oder stärker verdünnt?



Also die Fundstelle, an der ich war, habe ich hier aus dem Mineralienatlas. Ich dachte erst, dass ich (nach der alten Skizze aus der aufgeführten Literatur) im Bruch Nummer 1 gewesen wäre, nach nochmaligem Besuch stellte ich jedoch fest, dass es Bruch 2 gewesen ist.
Die Situation im Bruch 2 sah wie folgt aus: Es lagen einige Brocken mit Gangstücken frei herum, darauf einige Kristalle, von denen aber die meisten abgebrochen waren. An einer Wand des Bruches war ein Quarzgang aufgeschlossen mit einer größeren "Rasen"Fläche von kleinen Quarzkristallen. Jedoch lagen die meisten Kristalle wohl eher flach auf der Matrix. In der Nähe war ein mit Moos bewachsener Haufen, an dem relativ frische Grabspuren anderer Sammler zu sehen waren....an den freien Stellen dieses Haufens lagen viele klare Einzelkristalle herum. Hier fand ich auch die kleinen Stücke mit den etwas größeren Kristallen.


Sieht einer von euch die Möglichkeit, wie man in den großen aktiven Steinbruch hinein kommt? Die Betreiberfirma vergibt keine Betretungserlaubnis. Auf eine Anfrage, ob man an Wochenenden so rein kann, wurde mir nicht geantwortet. Als ich aber bei dem älteren Steinbruch war, erzählten mir neugierige Spaziergänger, dass zahlreiche Sammler im großen aktiven Bruch zu gange seien und eine Person einen daumengroßen Kristall geborgen hat. In wie weit da Übertreibung mit im Spiel war, kann ich jedoch nicht sagen, aber vielleicht ist der glückliche Finder auch hier im Forum aktiv?

Offline kraukl

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Hi,

gestern, in der Kürze der Zeit, hatte ich wohl nicht richtig geguckt, denn die
Stellen die ich meine, sind doch im Atlas:
http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Deutschland/Niedersachsen/Osnabr%FCcker%20Bergland/Ueffeln/Steinbr%FCche%20im%20Gehn

@Jens:
Danke für den gut gemeinten Hinweis aber ich weiß schon was das hier ist !

@Grubenkumpel:
Ja, so in etwa war die Konzentration. Eher weniger als mehr.

Glückauf
Klaus

Offline Grubenkumpel

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Ich habe heute mal die Methode zum Reinigen nadliger Kristalle, wie sie im letzten Lapis beschrieben wurde, ausprobiert.

Mit der Kombination aus Natronlauge und Citronensäure lässt sich Ton besser aus den Kristallzwischenräumen lösen, als es mit einfachem Wässern oder abspühlen (Kein Hochdruck) der Fall ist. Allerdings konnte ich mit dem angegebenem Mischungsverhältnis kein starkes Sprudeln erzielen. Viel mehr steigen nur winzige wenige Blasen auf und der gesamte Prozess dauert sehr lange. Auch konnte ich nicht alle Zwischenräume Rückstandsfrei reinigen. Eventuell muss ich den ganzen Vorgang noch mehrmals wiederholen.

Mein Fazit lautet wie folgt:

-die beschriebene Reinigungsmethode funktioniert (wenn auch nicht in dem Maße, wie man es sich vielleicht erhofft)
-als alleinige Reinigungsmethode stark verdreckter Stufen (lehmverkrustet) wird sie wahrscheinlich nicht ausreichen, jedoch kann sie gut als kostenkünstige Vorstufe zum Reinigen mit Wasserstoffperoxid verwendet werden

Offline Axinit

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Servus,


Ich habe heute mal die Methode zum Reinigen nadliger Kristalle, wie sie im letzten Lapis beschrieben wurde, ausprobiert.

Mit der Kombination aus Natronlauge und Citronensäure lässt sich Ton besser aus den Kristallzwischenräumen lösen, als es mit einfachem Wässern oder abspühlen (Kein Hochdruck) der Fall ist. Allerdings konnte ich mit dem angegebenem Mischungsverhältnis kein starkes Sprudeln erzielen. Viel mehr steigen nur winzige wenige Blasen auf und der gesamte Prozess dauert sehr lange. Auch konnte ich nicht alle Zwischenräume Rückstandsfrei reinigen. Eventuell muss ich den ganzen Vorgang noch mehrmals wiederholen.


Ist dies ein Schreibfehler oder hast Du hier etwas Entscheidendes nicht verstanden  ;) :o ?

Eine Kombination aus den von Dir genannten und offensichtlich benutzten Chemikalien resultiert (korrektes, stoechiometrisches Mischungsverhaeltnis vorausgesetzt) in der Bildung von (Tri)natriumcitrat. Dies ist als Reinigungsmittel in Deinem Fall nicht geeignet und erklaert auch das Ausbleiben des erwarteten "Sprudelns".

Die in Lapis beschriebene Methode beruht auf der Bildung von Kohlendioxid-Gasblasen durch Reaktion von Zitronensaeure mit Natrium- oder auch Ammoniumhydrogencarbonat in waessriger Loesung. Eine sehr aehnliche Reaktion tritt beim Aufloesen von Brausepulver in Wasser auf. Der Reinigungseffekt kommt durch die Gasblasen zustande und wird auch anderweitig genutzt (z.B. Corega-Tabs u. aehnliches).

Probiere es doch einmal mit Backpulver (oder frage in der Drogerie nach Natriumbicarbonat = Natriumhydrogencarbonat) und Zitronensaeure (es gibt Zitronensaeure zum Entkalken). Falls Du keine Zitronensaeure bekommen kannst, versuch' es einfach einmal mit Haushaltsessig als Saeure.

Weiterhin viel Spass beim Reinigen

Harald
« Letzte Änderung: 24 Mar 13, 18:45 von oliverOliver »

 

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