Hallo Achim,
auch erst seit 3 Jahren dabei, kenne ich dieses Problem. Wobei ich denke, dass es sich auf das Fundstellenthema begrenzt, denn der Austausch über alles andere ist doch weitgehend frei von Geheimniskrämerei.
Die Gründe hierfür wurden ja bereits genannt. Und ehrlich gesagt, die, die da in ihrem eigenen Saft schmoren, können es von mir aus gerne tun.
Für mich ist das "Suchen" eigentlich der zentrale Aspekt meines Hobbies - nur gelegentlich kaufe ich mal etwas hinzu. Tja, und damit stehe ich vor dem gleichen Problem.
Was mir hilft, sind Geduld und Bescheidenheit. Das ist sicherlich einfacher gesagt als getan. Aber: Die geballte Herrlichkeit an Stufen, die man so im Internet und Börsen zu Gesicht bekommt, ist auch das Ergebnis der geballten Aktivität zig-Tausender, teilweise auch mit Möglichkeiten, die uns nie zur Verfügung stehen würden. Davon sollte man sich nicht blenden lassen.
Letztlich kann man diesbezüglich nur sein eigener Massstab sein, damit fängt es schon mal an. Ich habe mir das lange Zeit auch deutlich einfacher vorgestellt, aber mit der Zeit und Erfahrung bekommt man doch mit, dass das Wenigste nur darauf wartet, von jemanden mitgenommen zu werden.
Ich habe mich bzgl. der Fundstellen erst einmal hier im Mineralienatlas kundig gemacht und auf Halden gibt es eigentlich immer etwas zu finden (wenn sie nicht schon seit etlichen Jahren zugewachsen oder renaturiert sind) - das hängt dann primär von den eigenen Ansprüchen ab. Und insbesondere wenn es in die Alpen geht, dann orientieren sich die Touren sicherlich auch an Fundstellen, aber es ist schon mal die Tour selbst, die mir Spass macht. Und wenn es mal eine Tour im Lande ist, dann sehe mir meistens mehrere (potentielle) Fundstellen an und packe eine in die Route, von der ich mit grosser Wahrscheinlichkeit etwas mitnehme. Wobei ich mich auch immer noch über eine kleine Fluoritstufe von der Halde 139 (Lauta) freuen kann (auch wenn ich sie vielleicht bei der nächsten Durchmusterung in die Tonne kicke). Und wenn nun doch mal etwas interessanteres dabei ist, dann freut es mich umso mehr.
Was ich nun selbst nicht finden konnte, aber nun unbedingt haben will, kann ich letztlich immer noch kaufen.
Ich habe inzwischen hier und da Kontakte, bin auch in einem kleinen Mineralienverein, aber die brandheissen Tipps habe ich auch noch nicht bekommen. Ich denke, von denen gibt es auch gar nicht so viele. Wo sollen die denn auch her kommen? Wir leben ja nicht mehr auf einer terra incognita, auf der grosse Entdeckungen an der Tagesordnung sind. Also wird sich das meistens auf temporäre Aufschlüsse in Steinbrüchen und bei Bauarbeiten beschränken. Temporär bedeutet für mich: bis ich Gelegenheit habe, dort hin zu kommen, ist das ohnehin schon wieder Schnee von gestern.
Es ist bei mir nun allerdings auch so, dass ich relativ wenig Zeit habe, diesem Hobby nachzugehen. Insofern genügt mir auch das, was ich dann im Winter an Funden aufzuarbeiten habe. Und mein "Wunschzettel", was ich noch gerne machen möchte, schrumpft damit auch nicht sonderlich schnell. Denn auch wenn das Finden das Highlight ist, hat die Beschäftigung mit diesem Thema drumherum ja auch ihren Wert.
In den 3 Jahren hat sich meine Erwartungshaltung (vermutlich) auf ein realistisches Mass eingebremst (ich habe mir das Anfangs alles etwas einfacher vorgestellt - z.B. Berg hoch, Adlerauge über das Anstehende streifen lassen, Hammer raus, Kluft öffnen, usw.

), aber auch mit der kann ich gut leben.
Das ist jedenfalls meine Art, mit dem Thema umzugehen. Das wird sicherlich jeder anders tun (Geschiebesammler haben (zumindest in Norddeutschland) zum Beispiel wesentlich weniger Probleme mit der Fundstellenthematik). Aber vielleicht sind ja auch ein paar Gedankenansätze für dich dabei.
Viele Grüsse
Andreas