Wie unter der Rubrik "Heute unterwegs in Sachsen" bekanntgegeben, bietet Bobo "Zinnwald" Mineralproben aus Johanngeorgenstadt zu sehr günstigen Bedingungen an. Ich habe zugeschlagen und bin auf eine äußerst interessante Mineralparagenese gestoßen.
Zuerst nimmt man an, daß grüne und gelbe Kristalle einer Uranlagerstätte auch Uranminerale sein müssen. Nun aber habe ich festgestellt, daß diese grünen und gelben Minerale, welche nebeneinander auf Mikroklüften auftreten keinerlei Fluoreszenz aufweisen (kurzwelliges UV). Bei grünen Uranmineralen kann das schon orkommen - Zeunerit, Torbernit, Johannit. Aber ein gelbes Kupfermineral fällt mir jetzt nicht ein. Gelbe Uranminerale müßten also alle fluoreszieren, oder?
Der Farbgeber wird also möglicherweise kein Uran sein. Johanngeorgenstadt ist nun die Typlokalität einiger sehr seltener Nickeloxyde, welche gemeinsam vorkommen: Xanthiosit, Bunsenit und Aerugit. Dunkelpistaziengrüne Bunsenitkristalle sind auf meinen Stücken nicht erkennbar. Dafür aber grasgrüne Kristalle, welche der Beschreibung von Aerugit entsprechen (hexagonal, fine-grained crystalls),
Die gelben Kristalle könnten Xanthiosit sein (monoclinic, microcristallin, golden yellow).
Auf Zonen ohne diese gelben und grünen Kristalle tritt eine grüne Fluoreszenz auf. Das könnte Uranophan sein, welches aber in sehr, sehr winzigen Nädelchen vorliegen muß, denn ich erkenne auch bei 60-facher Vergrößerung nichts.
Ich unterstelle mal daß es hier keine lange Diskussion geben wird. Kieselsteine regen eher dazu an, wie ich bereits festgestellt habe. Auch scheint niemand so recht Interesse an seltenen Erzgebirgischen Mienralen zu haben, denn "Zinnwald" hat immer noch Bestände.
Ich werde mal sehen, wie die angekündigte Rentenerhöhung ausfällt. Dann werde ich nächstes Jahr mal 'ne Analyse machen lassen. Lohnt sich bestimmt.
Gruß
Uwe