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Autor Thema: Minerale aus Johanngeorgenstadt  (Gelesen 22333 mal)

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Online geomueller

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Re: Minerale aus Johanngeorgenstadt
« Antwort #30 am: 12 Nov 11, 17:03 »
Hallo alle,
Analysen gibt es zwar noch keine aber nachdem ich einem ehemaligen Kollegen (Mineraloge) und zwei einheimischen Sammlern das Johannstädter Material gezeigt habe lege ich mich nun für zwei der Minerale fest.
Das Mineral der Bilder 1 und 2 ist Phosphuranylit:

« Letzte Änderung: 12 Nov 11, 17:16 von geomueller »

Online geomueller

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Re: Minerale aus Johanngeorgenstadt
« Antwort #31 am: 12 Nov 11, 17:05 »
Das Mineral der Bilder 3 und 4 ist Zeunerit:


Offline uwe

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Re: Minerale aus Johanngeorgenstadt
« Antwort #32 am: 12 Nov 11, 22:20 »
Hallo Jürgen, weißt Du, ob Phosphuranylit fuoresziert?

Uwe

Offline Emil Box

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Re: Minerale aus Johanngeorgenstadt
« Antwort #33 am: 12 Nov 11, 23:15 »

Offline smoeller

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Re: Minerale aus Johanngeorgenstadt
« Antwort #34 am: 13 Nov 11, 09:22 »
Hallo,

Der Zeunerit sollte klar sein (könnte höchstens noch ein MK mit Torbernit sein). Beim Phosphuranylit gebe ich zu bedenken, dass alle Glieder der Gruppe sehr ähnliche Charakteristika haben, könnte gut auch Bergenit sein. Fluoreszieren tun die meines Wissens alle nicht.

Glück Auf!
Smoeller

Offline uwe

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Re: Minerale aus Johanngeorgenstadt
« Antwort #35 am: 13 Nov 11, 11:20 »
Danke Emil für den interessanten link. Ich weis natürlich, daß Fluoreszenz kein eindeutiger Bestimmungsnachweis ist, jedoch ist diese oft sehr hilfreich.

Uwe

Online geomueller

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Re: Minerale aus Johanngeorgenstadt
« Antwort #36 am: 17 Nov 11, 20:38 »
Hallo alle,
seit heute habe ich endlich eine eigene umschaltbare UV-Lampe mit UV 380 nm und UV 254 nm und muss nicht mehr auf kurzzeitig geborgtes Material zurückgreifen. Nun kann ich mir das Johannstädter Material endlich genauer und auch unterm Bino ansehen, und schon tun sich neue Fragen auf.

Also an drei Mineralen besteht für mich nun kein Zweifel mehr, das sind Uranocircit, Zeunerit und Phosphuranylit.

Bei dem Mineral auf dem folgenden Bild ist zu beobachten das der dunkler grüne klare Kern nicht fluoresziert und der äußere über Eck angeordnete hellgrüne durchscheinende Bereich bei 380 nm intensiv gelbgrün und bei 254 nm schwächer gelbgrün fluoresziert. Im zweiten Bild habe ich mal so eine solche strukturierte Kopffläche dargestellt.

Mal unabhängig von den unterschiedlichen Mineralen, wie spricht man so etwas an, eine Verschachtelung zweier Kristalle, eine orientierte Verwachsung, eine Perimorphose oder oder oder.

Und was sind das für zwei Minerale, Kern Zeunerit und Hülle Autunit??

Fragen über Fragen, wer kann helfen?

An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank an Bodo für dieses hochinteressante Material ;) :D

Gruß Jürgen

Offline zinnwald

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Re: Minerale aus Johanngeorgenstadt
« Antwort #37 am: 17 Nov 11, 21:56 »
Hallo Forscher !

Dickes Danke für die Aneliese der Eigenfunde, und recht viele Kopfschmerztabletten als Vorrat für die kommenden Diskussionsrunden. Also, bei Unklarheiten,  nennt das Kind einfach: BODOIT !!

Gruß

Offline smoeller

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Re: Minerale aus Johanngeorgenstadt
« Antwort #38 am: 18 Nov 11, 09:30 »
Hallo,

Ja, es gibt orientierte Verwachsungen bzw. Epitaxien mehrerer Glieder der Uranglimmer-Gruppe. Mir sind z.B. Autunit auf Torbernit oder Heinrichit/Novacekit auf Zeunerit bekannt. Hier dürfte der Kern Zeunerit bzw. ein Mischkristall Zeunerit/Torbernit sein. Was der Rand ist, dazu müsste man eine Analyse machen. Autunit, Uranocircit, Heinrichit, Uranospinit, alles möglich.

Glück Auf!
Smoeller

Offline sapphire

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Re: Minerale aus Johanngeorgenstadt
« Antwort #39 am: 18 Nov 11, 17:05 »
Hallo,

ich werfe mal weiteres in die Runde:

Die abgebildeten Kristalle fluoreszieren ebenfalls kräftg grün bei 265 und 366 nm. Es macht mir dabei den Anschein, dass diese nicht gleichmässig ist, sich aber nicht an den erkennbaren Kristallen orientiert, eher also ob die etwas hellere Fluoreszenz von einem Belag stammt.

Sowohl die helleren, wie auch die dunkleren, abgebildeten Kristalle verhalten sich da in gleicher Weise. Die Aufnahmen stammen alle von der gleichen Stufe, die Bildbreiten liegen zwischen 5-8 mm, wobei ich damit auch leider an der Grenze meiner technischen Möglichkeiten bin.

Viele Grüsse
Andreas

Offline sapphire

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Re: Minerale aus Johanngeorgenstadt
« Antwort #40 am: 18 Nov 11, 17:11 »
Hier nochmal eine Aufnahme von einer anderen Stufe: die grünen, teilweise ins Braun gehenden Beläge fluoreszieren in gleiche Weise wie auch die weisslichen Beläge am oberen Bildrand.

Offline uwe

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Re: Minerale aus Johanngeorgenstadt
« Antwort #41 am: 20 Nov 11, 09:24 »
Es läuft eine Analyse der verschiedenen Minerale der Proben. Als erstes wurden die  Uranglimmer mit grüner Fluoreszenz analysiert (EDX). Neben der Uranylgruppe dominieren Ca und P, was für Autunit spricht. Daneben kommen auch wesentliche Bestandteile von  Ba und As vor. Es kann also sein, daß es sich um arsenhaltigen Autunit der Mischungsreihe Autunit/Uranospinit handelt, welcher mit Uranocircit verwachsen ist, was lt. Literatur häufig vorkommt. Kann natürlich auch sein, daß der Autunit mit einem arsenhaltigen Uranocircit aus der Mischungsreihe Uranocircit/Heinrichit verwachsen ist. Nun liegt es an Euch, was Ihr auf das Etikett schreibt. Bei mir steht dort Autunit. Ein Foto meiner entsprechenden Probe hänge ich an.

Uwe

Online geomueller

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Re: Minerale aus Johanngeorgenstadt
« Antwort #42 am: 20 Nov 11, 15:38 »
Ich werde mal sehen, wie die angekündigte Rentenerhöhung ausfällt. Dann werde ich nächstes Jahr mal 'ne Analyse machen lassen.

Hallo Uwe,

die angekündigte Rentenerhöhung scheint ja kräftig auszufallen und sicher zu sein, wenn du dieses Jahr das Geld schon ausgibst was du noch gar nicht hast ;D ;D ;D ;)

Auf jeden Fall vielen Dank für die ersten Infos, scheint also doch ein Glied einer Mischreihe zwischen, meiner Meinung nach, Autunit/Heinrichit zu sein, damit wäre sowohl die Uranylgruppe als auch Ca, P, Ba und As enthalten und die grüne Fluoreszenz stimmt auch.

Auf jeden Fall scheint ja Fe, Mg, Ni und Cu nicht enthalten zu sein, so das folgende Minerale  nur für die Mischreihenbildung übrig bleiben:

Autunit   Ca(UO2)2(PO4)2·10-12H2O
Heinrichit   Ba(UO2)2(AsO4)2·10-12H2O
Uranocircit   Ba(UO2)2(PO4)2·12H2O
Uranospinit   Ca(UO2)2(AsO4)2·10 H2O
 Uranospinit aber eher unwahrscheinlich da tetragonal.

Soweit meine Gedanken dazu, Gruß Jürgen

Offline sulzbacher

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Re: Minerale aus Johanngeorgenstadt
« Antwort #43 am: 20 Nov 11, 16:09 »
Hallo Sammlerkollegen...

bei meinem Material sind auch tolle gelbe quaderförmige xx mit dabei....

Ich hätte einfach mal so Billietit in die Runde geworfen, auch wenn es verdammt selten wäre....

Was haltet Ihr davon

Glückauf
Hans-Jürgen

Offline openpit

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Re: Minerale aus Johanngeorgenstadt
« Antwort #44 am: 20 Nov 11, 23:11 »
Hallo,

zwischen den Reihen Autunit/Uranospinit und Uranocircit/Heinrichit besteht keine Mischbarkeit, sondern nur die von Uwe erwähnten Verwachsungen.

Glück Auf!
openpit

 

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