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Autor Thema: Stabilität Auripigment  (Gelesen 5322 mal)

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Offline Hg

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Stabilität Auripigment
« am: 30 Oct 11, 23:14 »
Hallo,
nachdem es doch recht widersprüchliche Angaben gibt, möchte ich die Frage der Stabilität von Auripigment hier einmal zur Diskussion stellen. In der Literatur wird diese Frage leider auch nicht klar beantwortet.
Ist Auripigment nun lichtstabil, oder nicht?
Im Lexikon ist eine Lichtempfindlichkeit vermerkt, in dem Buch "Handbuch und Führer für Sammler" von Duda, Rejl und Slivka jedoch nichts. Ich kann mir gut vorstellen, dass ein gemeinsames Vorkommen von Auripigment und Realgar durchaus den Eindruck erwecken kann, dass die gesamte Stufe lichtempfindlich ist, aber gilt das auch für eine "reine" Auripigment-Stufe?
Gekauft habe ich mir eine Stufe von diesem Fundort:
Quiruvilca Mine
Bild folgt noch
Hat jemand schlechte Erfahrungen gemacht?
Gruß,
Andreas

Offline Jochen1Knochen

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Re: Stabilität Auripigment
« Antwort #1 am: 31 Oct 11, 05:30 »
Hallo!
Realgar zerfällt unter Lichteinwirkung.Auripigment normalerweise nicht.Da aber der Auripigment in der Natur  ständig mit dem Realgar in Paragenese vorkommt erweckt das manchmal den Eindruck,daß der Auripigment nicht stabil ist.Dabei sind das allerdings wohl kleinste Beimischungen von Realgar auf der Stufe welche dann zerfallen.Rein optisch wird das kaum zu sehen sein,ob da der Auripigment wirklich frei von Realgar ist.
Gruß Jens

Offline Klinoklas

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Re: Stabilität Auripigment
« Antwort #2 am: 01 Nov 11, 10:11 »
Hallo Andreas,

wahrscheinlich verliere ich den Verstand, ich bilde mir ein, dass mein Auripigment aus der Quiruvilca Mine
viel dunkler geworden ist. Da er aber in einem Döschen in einer Schublade war möchte ich Lichteinfluss
ausschliessen. Letzten Endes spinne ich aber doch nur.

Die Farbe war mal leuchtend gelb, jetzt eher orangebraun.
Auf dem Stüfchen ist noch Hutchinsonit und Pikropharmacolith mit drauf.

Ein derber Auripigment aus der Getchell Mine in Nevada hat sich dagegen überhaupt nicht verändert.
Dort ist definitiv etwas roter Realgar mit bei.

Gruß
René

Offline ZEO

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Re: Stabilität Auripigment
« Antwort #3 am: 01 Nov 11, 14:24 »
Hallo,

R. Duthaler und S. Weiß in ihrem Buch aus dem Weise-Verlag (1999), S.103, führen Auripigment unter den lichtempfindlichen Mineralien auf.
Dass sich das Mineral auch im Dunklen verändern kann, finde ich nicht ganz überraschend. Physikalisch-chemisch gesehen ist so ein Sulfid bei Einwirkung von Luftsauerstoff (und Feuchte, und Wärme) nicht wirklich als stabil zu bezeichnen. Die Frage ist nur, wie lange dauert es, bis sichtbare Auswirkungen auftreten. Auripigment von der Getchell Mine hat sich auch in meiner Sammlung viele Jahre lang gut gehalten. Ich vermute, das kann mit dem kompakten Aufbau, ohne viele Risse, und daher kleiner Oberfläche zu tun haben.

Gruß
Jürgen

Offline Hg

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Re: Stabilität Auripigment
« Antwort #4 am: 01 Nov 11, 20:01 »
Hallo,
würde mich wirklich interessieren, wie andere Erfahrungen mit dem Mineral aussehen. Ich versuche gerade die möglichen chemischen Prozesse nachzuvollziehen, die durchlaufen werden könnten. Nachdem das Mineral im Altertum als Farbe verwendet wurde, sollte es doch eigentlich "farbstabil" sein.

@René
was verstehst Du unter "viel dunkler"? Wie Du auf dem Bild sehen kannst, ist meine Stufe deutlich orange bis dunkelorange.

Gruß,
Andreas

Hier nun das bereits versprochene Bild

Peru/La Libertad, Region/Santiago de Chuco, Provinz/Quiruvilca District/Quiruvilca Mine (La Libertad Mine)
Stabilität Auripigment

Offline Manfred Früchtl

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Re: Stabilität Auripigment
« Antwort #5 am: 01 Nov 11, 20:28 »
Hallo
Meine Auripigmente von der Getchell-Mine sind alle mit Realgar vergesellschaftet und sind in Schubladen untergebracht.
Ich kann keine Veränerung feststellen. Ich habe diese Stufen 1993 gefunden.
Die Kristalle sind blockig und orangefarben, im Bruch intensiv gelb.
USA/Nevada/Humboldt County/Golconda District/Getchell Mine
Stabilität Auripigment

Gruß
Manfred Früchtl

Offline Manfred Früchtl

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Re: Stabilität Auripigment
« Antwort #6 am: 01 Nov 11, 21:11 »
Hallo
Habe gerade noch ein Foto gemacht.
Auch ein Auripigment von der Getchell-Mine.
USA/Nevada/Humboldt County/Golconda District/Getchell Mine
Stabilität Auripigment

Gruß
Manfred

Offline Klinoklas

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Re: Stabilität Auripigment
« Antwort #7 am: 01 Nov 11, 22:30 »
Schönes Bild Manfred  :D

@ Andreas

Naja nachgedunkelt würde ich sagen.
Sicher kann Auripigment auch in allen Abstufungen dunkler sein.
Es ist nur so, dass ich jetzt leider kein Foto habe, wie es vorher aussah.
Ich denke man könnte den Farbunterschied gut sehen.

Beim Saubermachen ist es mir letztens aufgefallen, habe das Stüfchen
zunächst nicht erkannt.

Gruß
René


Offline openpit

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Re: Stabilität Auripigment
« Antwort #8 am: 01 Nov 11, 22:52 »
Hallo,

ich habe noch keine Veränderungen an Auripigmenten festgestellt. Ich hatte vor einiger Zeit historische Stufen vom Lengenbach in den Händen, welche unter anderem auch Auripigment und Realgar trugen. Einige der Realgare waren dabei schon deutlich zu Pararealgar umgewandelt, die Auripigmente wirkten jedoch noch frisch. Die Stufen waren teilweise älter als 150 Jahre.
Ich kenne auch nur relativ dunkle Aurigmente von Quiruvilca, gerade wenn diese mit Hutchinsonit vergesellschaftet sind.
Auch beim "Sb-Auripigment", Wakabayashilith, kenne ich keine nennenswerten Veränderungen, wobei ich hiervon nur vergleichsweise junge Stufen in der Sammlung habe.

Glück Auf!
openpit

Offline cmd.powell

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Re: Stabilität Auripigment
« Antwort #9 am: 02 Nov 11, 05:45 »
Hi

Also ich konnte bisher noch keinerlei bemerkenswerte Veränderung an meinen Auripigmentstufen feststellen. Ich habe Auripigment von verschiedenen Fundorten und einige stehen jetzt schon seit fast 10 Jahren in meiner Vitrine im prallen (Sonnen)Licht...

Grüße

Markus

Offline Emil Box

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Re: Stabilität Auripigment
« Antwort #10 am: 03 Nov 11, 00:26 »
Nach Doelter (1926) : Durch Bestrahlung mit Radium wird das Auripigment nach 14 Tagen mehr reingelb von 5q-r zu 6t-7 r; ultraviolette Strahlen wirken umgekehrt, sie färben schon nach 20 Stunden mehr orange.

Milo