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Autor Thema: Was könnte es sonst noch sein?  (Gelesen 3290 mal)

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Offline uwe

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Was könnte es sonst noch sein?
« am: 24 Nov 11, 19:12 »
Seit einiger Zeit liegen bei mir einige Proben von der Halde 139/Lauta. Nachdem ich im Buch:" Kristallwelten Marienberg" von Walter Hajek folgenden Beitrag (leider ohne Bild) gelesen habe wurde ich stutzig. Er schreibt:"  ... Lavendulan bildet kleine hellblaue Kügelchen bis 0,5 mm Durchmesser und krustige Beläge. Hell türkisblaue ... Krusten ... auf einem Lautitgängchen im Stinkspat.  Bei beiden Funden handelt es sich ... um einen Na-freien Lavendulan."

Bis auf den Lautit stimmt bei meinen Proben alles. Der tief violette Fluorit geht teilweise in gelb über und ist reichlich mit eingewachsenen Bismuthinit versehen. Ich habe natürlich auch Parasymplesit, Pharmakolith und Pikropharmakolith von dieser Fundstelle in der Sammlung. Diese haben aber von dort einen völlig anderen Charakter.

Hat jemand breits ein ähnliches Mineral wie auf dem angehängten Bild von der 139 analysiert bzw. winw Idee, was es sonst noch sein könnte?

Gruß
Uwe

Offline cmd.powell

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Re: Was könnte es sonst noch sein?
« Antwort #1 am: 25 Nov 11, 02:31 »
Hi Uwe

Ohne jetzt den Fundort und die Mineralparagenes dort zu kennen, käme mir bei der der Ausbildung und Farbe Rosasit, Aurichalcit oder ein farbentgleister Malachit in den Sinn. Als Karbonate sollten die sich leicht mit der Säureprobe nachweisen/ausschließen lassen.

Offline smoeller

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Re: Was könnte es sonst noch sein?
« Antwort #2 am: 25 Nov 11, 09:31 »
Hallo,

Lavendulan ist da mein erster Gedanke. Ein Karbonat könnte natürlich auch sein, aber Zinkmineralien sind in der BiCoNi-Formation doch eine eher seltene Bildung. Wenn ich auch z.B. in Lauta Sphalerit gefunden habe und Zink (als Zn2+) eine recht hohe Mobilität aufweisen.

Von Wittichen habe ich einiges an Lavendulan in dieser Ausbildung, dort ist Kupferwismuterz (Emplektit oder Wittichenit) oder Kupferkies die Quelle für das Kupfer, oft findet sich auch Bismuthinit in der Nähe. Das einzige Mineral dort, das noch in dieser Ausbildung auftreten Könnte, wäre der Richelsdorfit, der allerdings oft (wenn aucg nicht immer) etwas dunkler ist. Eine Unterscheidung Lavendulan/Richelsdorfit gelingt nur analytisch, dazu sind sich die Minerale zu ähnlich.

Glück Auf!
Smoeller

Offline uwe

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Re: Was könnte es sonst noch sein?
« Antwort #3 am: 25 Nov 11, 11:29 »
Danke Markus und Sebastian,

also Carbonat ist es definitiv nicht, denn auch bei sehr kleinen Kristallen hätte man unterm Mikro bei Salzsäurezusatz wenigstens eine Blase sehen müssen. Die Kügelchen verschwanden jedoch sofort wie ausgschaltet. Deshalb auch meine vorherige Frage zu Lavendulan.

Die übrigen vorgeschlagenen Minerale sind von Marienberg nicht bzw. noch nicht bekannt. Für mich recht erfreulich, wieder mal etwas neues in die Sammlung aufzunehmen.

Gruß
Uwe

Offline raritätenjäger

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Re: Was könnte es sonst noch sein?
« Antwort #4 am: 25 Nov 11, 11:46 »
Hallo,

vom ersten Eindruck her würde ich das auch für Lavendulan halten. Einige Vergleichsstücke in meiner Sammlung kommen dem sehr nahe.

Gruß
Andreas

Offline cmd.powell

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Re: Was könnte es sonst noch sein?
« Antwort #5 am: 26 Nov 11, 15:53 »
Hi Uwe

Naja, bei sehr kleinen Proben habe ich schon einige Male den Effekt gehabt, das sie mit Salzsäure keine Bläßchen bebildet haben, obwohl es eindeutig Karbonate waren (Malachit bzw. Aurichalcit). Ich weiß auch nicht, wieso es bei kleinen Proben nicht immer zu Bläßchenbildung kommt, ggf. kann sich das CO2 doch noch ausreichend in der Flüssigkeit lösen, trotz der hohen Säurestärke von HCl. Ehrlich gesagt - keine Ahnung.
Aber natürlich kann es auch schlicht und ergreifend Lavendulan sein, was letztlich immer wahrscheinlicher wird.

Offline Bergbaumaulwurf

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Re: Was könnte es sonst noch sein?
« Antwort #6 am: 26 Nov 11, 21:09 »
Glück Auf Uwe!
Dein Bild kommt mir auch ein wenig bekannt vor! Ich habe so ca. 10 Kisten Abraham mit reichlich Kupfersenkundär dabei! Werde alles mal so im Laufe des Winters Bestimmen und Beschriften.
Melde mich bei Dir!
Bergbaumaulwurf

 

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