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Autor Thema: Chem. Behandlung von Kupfer  (Gelesen 9406 mal)

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Offline Kluftknacker

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Chem. Behandlung von Kupfer
« am: 31 Dec 11, 12:36 »
Hallo,
nach Absäuern einiger Stufen mit bäumchenartig angeordneten Malachitkügelchen in Essigessenz kamen die angenommenen (und erhofften) Kupferbäumchen, teilweise auch Cuprit-xx, zum Vorschein. Der Malachit ist wie gewollt futsch.
Nur: Jetzt habe ich ganz frisches, glänzendes ged. Kupfer. Das sieht nicht so prall, eher künstlich aus.

Mit welcher Methode (Haushaltschemikalie, Kohlensäurehlatiges Getränk, Backofen?) erreiche ich in kurzer Zeit eine schnelle Oxidation, und zwar so, dass ich eine matte, typisch rotbraune Oberfläche bekomme? Bei meinen Regenrinnen/-fallrohren am Haus ging das automatisch, dauerte "nur" ca. 3 Monate - ich suche was "Schnelleres". Wir gibt Rat?

Danke und guten Rutsch

Offline Krizu

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Re: Chem. Behandlung von Kupfer
« Antwort #1 am: 31 Dec 11, 12:39 »
Hallo,

Schwefelleber:
http://de.wikipedia.org/wiki/Schwefelleber
färbt schwarz

MfG

Frank

Offline jkstar

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Re: Chem. Behandlung von Kupfer
« Antwort #2 am: 31 Dec 11, 12:53 »
Hallo Peter,

heißt das, wenn ich eine Stufe mit Kupfer in Essigessenz (Haushaltsessig) lege, bekomme ich sie hochglänzend und die Oxidation verschwindet ? Und wenn, wie lange dauert das in etwa ?

Viele Grüße
Julian

Offline Kluftknacker

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Re: Chem. Behandlung von Kupfer
« Antwort #3 am: 31 Dec 11, 13:04 »
Julian,
ich denke nicht. Essigessenz löst Kalk bzw. Carbonate. Ob man damit ne reine Oxidschicht wegbekommt, wage ich zu bezweifeln. Dann müssten ja nicht viele Hausfrauen/-männer stundenlang das Kupferzeug putzen, wenn es so einfach wäre.

Kluftknacker

Offline jkstar

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  • Wulfenit Tsumeb
Re: Chem. Behandlung von Kupfer
« Antwort #4 am: 31 Dec 11, 13:46 »
..ich möchte es bei einem unansehlichen Stück aus Tsumeb mal versuchen..ich denke ich hole mal aus dem Laden ein chemisches Kupferreinigungsmittel (ähnlich Silberputz) und versuche es mal , indem ich das Stück ein paar Tage einlege....wenn keiner eine bessere Idee hat.

Viele Grüße
Julian

Offline Krizu

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Re: Chem. Behandlung von Kupfer
« Antwort #5 am: 31 Dec 11, 13:49 »
Hallo,

wenn ich es richtig lese, soll der Weg anders herum sein:
Jetzt: Glänzend
Soll: Matt

MfG

Frank

Offline Kluftknacker

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Re: Chem. Behandlung von Kupfer
« Antwort #6 am: 31 Dec 11, 13:51 »
soll der Weg anders herum sein:
Jetzt: Glänzend
Soll: Matt

Jau!

Offline jkstar

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  • Wulfenit Tsumeb
Re: Chem. Behandlung von Kupfer
« Antwort #7 am: 31 Dec 11, 13:53 »
..ja..sorry..ich werde extra mal einen Thread machen oder im Forum stöbern, wenn es akut wird, von glänzend in Matt habe ich keine Idee.

Gruß
Julian

Offline Kupperdroll

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Re: Chem. Behandlung von Kupfer
« Antwort #8 am: 31 Dec 11, 14:52 »
Hallo,Peter!

Als Erstes würde ich es mal mit verdünnter Schwefelsäure probieren.Vielleicht auch langsam den Säuregehalt steigern.Aber mit 10%iger müßte es schon gehen.

Guten Rutsch und Viel Erfolg!

Melde mal Er- oder Mißerfolg.

MfG

Offline Ataris

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Re: Chem. Behandlung von Kupfer
« Antwort #9 am: 31 Dec 11, 16:23 »
Mit Schwefelsäure musst du aufpassen, dass sich evtl. kein Kupfersulfat bildet (wäre ja blau). Wenn du nen blauen schimmer drin haben willst wäre Schwefelsäure das richtige.
Cu + H2SO4 -> CuSO4 + H2

Edit : Beim Umgang mit Schwefelsäure bitte besondere Vorsicht walten lassen ! Es ist nur verdünnte, also kannst du sie problemlos mit wasser wegwischen aber auch hier gilt : hinterher Finger waschen ;)

Ich würde empfehlen, entweder oxidieren durch erwärmen, dadurch erhöst du die Reaktionsgeschwindigkeit von Kupfer mit Sauerstoff (die Reaktion würde ja sowieso ablaufen, nur sehr langsam, so ist sie etwas schneller).
Da ist aber die frage, ob es so sinnig ist, nicht, dass dir dein Kupferbelag schmilzt und davonläuft. (wäre nicht so gut)

Andere möglichkeit wäre durch Wasserstoffperoxid, das ist ein starkes Oxidationsmittel :
Cu + H2O2 -> CuO + H2O
5% tiges gibt es glaube ich auch in der Apotheke zu kaufen, alles mit >5% ist aufjedenfall recht gefährlich. In Plastikflasche lagern und Hände waschen. Handschuhe muss im prinzip nicht sein, gerade bei 5% nicht nötig, einfach nur hinterher waschen.

Das würde ich mit einer pipette oder evtl. mit einem wolltuch / Stofftuch leicht auf die stellen aufbringen.
Problematisch kann sein, dass du das Kupfer zu schnell oxidierst und es danach Schwarz ist.

Offline Hg

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Re: Chem. Behandlung von Kupfer
« Antwort #10 am: 31 Dec 11, 16:30 »
mal ne andere Idee....könnte analog zum Aluminium eine oberflächliche Oxidation nach dem Eloxalverfahren (Oxalsäure) funktionieren?
Gruß,
Andreas

Offline Ataris

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Re: Chem. Behandlung von Kupfer
« Antwort #11 am: 31 Dec 11, 16:50 »
sollte genauso funktionieren.
Alle Oxidierenden Säuren müssten ähnlich wie das Wasserstoffperoxid reagieren. Nur bei Schwefelsäure ist das Anion das problem, da sich Kupfersulfat bildet. Mit Oxalsäure sollte auch nur CuO entstehen.

Problematisch wird hier nur, da man im richtigen industriellen Eloxalverfahren glaube ich mit Anode und Kathode arbeitet, ich weiß nicht genau, ob das notwendig ist, damit die Reaktion abläuft, evtl. geht es auch ohne. Sonst wirds kompliziert.

Sollte aber funktionieren, sodass sich Kupfer zu CuO passiviert.
Musste nur schauen, dass das hinterher nicht komplett schwarz ist, sondern nur matt (wenns komplett schwarz sein soll, pass nicht auf und oxidier das einfach :D)

Offline Axinit

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Re: Chem. Behandlung von Kupfer
« Antwort #12 am: 01 Jan 12, 16:13 »
Servus Peter,

Jetzt habe ich ganz frisches, glänzendes ged. Kupfer. Das sieht nicht so prall, eher künstlich aus.

Mit welcher Methode (Haushaltschemikalie, Kohlensäurehlatiges Getränk, Backofen?) erreiche ich in kurzer Zeit eine schnelle Oxidation, und zwar so, dass ich eine matte, typisch rotbraune Oberfläche bekomme? Bei meinen Regenrinnen/-fallrohren am Haus ging das automatisch, dauerte "nur" ca. 3 Monate - ich suche was "Schnelleres". Wir gibt Rat?

Nach all diesen mehr oder weniger hilfreichen Beitraegen, nun ein konkreter Ratschlag:

++ vorsichtiges Erhitzen der Stufe an Luft auf eine 125 Grad Celsius ,< T < 200 Grad Celsius - z. B. im Backofen ++

WARUM:
Die stoerende, glaenzende Oberflaeche ist typisch fuer metallisches Cu, die gewuenschte, matte "kupferrote" Oberflaeche wird durch die Bildung von Kupfer(I)oxid (Cu2O) verursacht. Cu2O entsteht typischerweise bei der Oxydation von Kupfer in Luft bei nicht allzu hohen Temperaturen. Schwarzes Kupfer(II)oxid (CuO) bildet sich erst bei Temperaturen > 250 Grad Celsius; bei hoeheren T (fuer Deine Fragestellung irrelevant) zerfaellt dieses wiederum zu Cu2O.

Die Behandlung von Kupfer mit Schwefelleber fuehrt zur Bildung von schwarzem Kupfersulfid.

Weitere Hinweise findest Du hier:
http://www.kupferinstitut.de/front_frame/frameset.php3?idcat=371&client=1&idside=344&idcatside=995&lang=1&parent=1

Ein wenig Probieren wird sicher noetig sein - vielleicht machst Du einen Vorversuch mit einem Stueck blanken Kupferdrahts oder -blechs.

Viel Erfolg

Harald
« Letzte Änderung: 01 Jan 12, 18:06 von Hg »

Offline cmd.powell

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Re: Chem. Behandlung von Kupfer
« Antwort #13 am: 03 Jan 12, 04:13 »
..ja..sorry..ich werde extra mal einen Thread machen oder im Forum stöbern, wenn es akut wird, von glänzend in Matt habe ich keine Idee.

Gruß
Julian

probier mal DAS HIER.

Offline jkstar

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  • Wulfenit Tsumeb
Re: Chem. Behandlung von Kupfer
« Antwort #14 am: 03 Jan 12, 10:17 »
Ja an so was habe ich gedacht, dass sieht ganz gut aus weil es keine Creme oder Paste ist..

Viele Grüße
Julian