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Autor Thema: Analyse Gestein  (Gelesen 8963 mal)

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MAlles

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Analyse Gestein
« am: 28 Mar 13, 23:11 »
Hallo,

ich habe ein Probe von magmatischem Gestein und würde gerne die Zusammensetzung davon kennen (chemisch bzw. welche Mineralien sind enthalten). Gibt es hierfür einen Dienstleister, der dies zu einem bezahlbaren Preis anbietet? Bin für jeden Tipp dankbar.

Besten Dank!

Offline Wegschmeißit

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Re: Analyse Gestein
« Antwort #1 am: 29 Mar 13, 00:16 »
Wie stellst du dir das vor? Ein Magmatisches Gestein kann aus vielen einzelnen
Mineralien bestehen (Quarz, Glimmer, Feldspat usw.) d.h. jede einzelne Komponente
muß einzeln analysiert werden.

Frage: Was möchtest du damit? Zeig mal ein Foto des entsprechenden Stückes
mit Fundort und du wirst bestimmt viele hilfreiche Dinge erfahren.

Gruß Dirk

Offline smoeller

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Re: Analyse Gestein
« Antwort #2 am: 29 Mar 13, 10:36 »
Hallo,

Zuerst würde ich eine RFA (Röntgenfluoreszenzanalyse) machen lassen Das geht im Prinzip an vielen Universitäten (mineralogische oder geologische Abteilungen oder Institute), die über eine entsprechende Gerätschaft verfügen. Damit kann man die chemische Zusammensetzung des Gesamtgesteins bestimmen. Hängt auch davon ab, was du bestimmen willst. Je geringer der Gehalt, desto größer der Aufwand. Bei magmatischen Gesteinen ist es erstmal v.a. nötig, die Hauptelemente (Silicium, Aluminium, Eisen, Kalium, Calcium, Natrium, Magnesium, Phosphor) sowie Titan zu messen, daraus lässt sich schon der Gesteinstyp (TAS-Diagramm) und einige Informationen zur Geochemie ablesen. Für weitere Aufgaben, etwa Differenzierungstrends oder Magmenquelle oder Alter sind Spurenelementmessungen nötig. Da brauchst du zusätzlich ein weiteres, massenspektrometrisches Verfahren (z.B. ICP-MS), da niedrige Gehalte mit der RFA evtl. nahe der Nachweisgrenze liegen und dann der Messfehler recht groß wird. Das wäre dann aber schon eine wissenschaftliche Arbeit.

Für den Mineralbestand würde ich einen Dünnschliff empfehlen, den man ebenfalls an vielen Unis machen lassen kann. Bei der Anfrage nach der RFA gleich mit fragen. Unter dem Polarisationsmikroskop ist es möglich, die einzelnen Minerale und tw. auch ihre Zusammensetzung (grob) zu bestimmen. Für die Mineralgehalte nimmt man entweder ein geeignetes Mikrofoto (oder mehrere) und legt ein engmaschiges Netz (Millimeterpapier o.ä.) darüber und zählt die Ecken der Quadrate des Millimeterpapieres, die auf den Körnern eines Minerals zu liegen kommen. Eine zeitraubende Methode. Es gibt auch Normierungsverfahren, mit denen man aus den RFA-Analysen (modale) Mineralbestände errechnen kann. Es sind dies aber nicht unbedingt die tatsächlich im Gestein vorhandenen (ausgebildeten) Minerale, sondern die nach der Gesteinschemie zu erwartenden. Letzteres wird bei sehr feinkörnigen oder glasartigen (Obsidian) Gesteinen angewandt, wo eine Bestimmung des Mineralbestandes im Dünnschliff und erst Recht eine Auszählung kaum oder gar nicht möglich ist.

Glück Auf!
Sebastian


Offline Krizu

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Re: Analyse Gestein
« Antwort #3 am: 29 Mar 13, 12:09 »
Hallo,

warum für den Mineralbestand keine XRD?

MfG

Frank

Offline smoeller

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Re: Analyse Gestein
« Antwort #4 am: 29 Mar 13, 15:48 »
Hallo,

@Frank (Krizu): Kommt auf die Genauigkeit an, mit der man die Ergebnisse haben will. Grundsätzlich ist natürlich auch eine XRD zur Bestimmung des Mineralbestandes möglich. Als Petrologe vergesse ich das immer, wir benutzen eher Dünnschliffe zur Erfassung des Mineralbestandes. Hat den Vorteil, dass man eine Menge optischer Parameter an den Kristallen bestimmen kann und damit z.B. bei Feldspäten und Olivinen die Zusammensetzung recht genau bestimmen kann, was tw. auch zur Benennung des Gesteins beiträgt (Anorthitgehalt in Plagioklas in Dioriten und Gabbros!).

Glück Auf!
Sebastian

Offline Krizu

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Re: Analyse Gestein
« Antwort #5 am: 29 Mar 13, 16:22 »
Hi,

bevor ich einen Dünnschliff mache, pulverisiere ich erstmal :-) Auf der anderen Seite ja, die Optik wird gerne unterschätzt.

Dafür hole ich jetzt den Overkill raus: Auf das Primärkorn mahlen, einbetten, schleifen und polieren und mit entsprechender Software REM/EDX an 10.000 PArtikeln machen :-) Von Hand dann die Chemie den Mineralien zuordnen, im Zweifelsfall Excel exportieren und die Stellen im Raman-Mikroskop suchen :-)

MfG + leicht OT

Frank

MAlles

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Re: Analyse Gestein
« Antwort #6 am: 29 Mar 13, 16:23 »
Hallo,

vielen Dank schonmal für die Antworten.

Hier mal ein Photo von den Steinen:


Die Steine stammen aus der Edelsteinregion Idar-Oberstein am Fuße des Hunsrücks. Das spezifische Gewicht lässt auf Silikatgestein schließen. Irgendwo habe ich gelesen, dass die Gegend dort vor ca. 200-300 Mio. Jahren entstanden ist. Auf den Äckern rund um den Fundort findet man häufig Achate, Drusen oder sonstige "Glitzersteine".
Ich bin allerdings an einer genaueren Analyse interessiert, sprich ich will auch wissen, welche Spurenelemente im Gestein enthalten sind.

Beste Grüße!

Offline MAlles

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Re: Analyse Gestein
« Antwort #7 am: 29 Mar 13, 17:10 »
Hallo zusammen!

Vielen Dank schonmal für die Antworten. Ich habe mal ein Photo von den Steinen angehängt. Sie stammen aus der Edelsteinregion Idar-Oberstein am Fuße des Hunsrücks. Ich meine mal gelesen zu haben, dass die Steine dort vor 200 - 300 Mio. Jahren entstanden sind. Auf den Äckern rund um den Fundort findet man häufig Drusen, Achate und sonstige "Glitzersteine".
Das spezifische Gewicht der Steine lässt auf ein Silikatgestein schließen. Mich interessiert neben den beinhalteten Mineralien auch die chemische Zusammensetzung (also auch welche Spurenelemente sich finden lassen).
Beste Grüße!