Hallo,
Zuerst würde ich eine RFA (Röntgenfluoreszenzanalyse) machen lassen Das geht im Prinzip an vielen Universitäten (mineralogische oder geologische Abteilungen oder Institute), die über eine entsprechende Gerätschaft verfügen. Damit kann man die chemische Zusammensetzung des Gesamtgesteins bestimmen. Hängt auch davon ab, was du bestimmen willst. Je geringer der Gehalt, desto größer der Aufwand. Bei magmatischen Gesteinen ist es erstmal v.a. nötig, die Hauptelemente (Silicium, Aluminium, Eisen, Kalium, Calcium, Natrium, Magnesium, Phosphor) sowie Titan zu messen, daraus lässt sich schon der Gesteinstyp (TAS-Diagramm) und einige Informationen zur Geochemie ablesen. Für weitere Aufgaben, etwa Differenzierungstrends oder Magmenquelle oder Alter sind Spurenelementmessungen nötig. Da brauchst du zusätzlich ein weiteres, massenspektrometrisches Verfahren (z.B. ICP-MS), da niedrige Gehalte mit der RFA evtl. nahe der Nachweisgrenze liegen und dann der Messfehler recht groß wird. Das wäre dann aber schon eine wissenschaftliche Arbeit.
Für den Mineralbestand würde ich einen Dünnschliff empfehlen, den man ebenfalls an vielen Unis machen lassen kann. Bei der Anfrage nach der RFA gleich mit fragen. Unter dem Polarisationsmikroskop ist es möglich, die einzelnen Minerale und tw. auch ihre Zusammensetzung (grob) zu bestimmen. Für die Mineralgehalte nimmt man entweder ein geeignetes Mikrofoto (oder mehrere) und legt ein engmaschiges Netz (Millimeterpapier o.ä.) darüber und zählt die Ecken der Quadrate des Millimeterpapieres, die auf den Körnern eines Minerals zu liegen kommen. Eine zeitraubende Methode. Es gibt auch Normierungsverfahren, mit denen man aus den RFA-Analysen (modale) Mineralbestände errechnen kann. Es sind dies aber nicht unbedingt die tatsächlich im Gestein vorhandenen (ausgebildeten) Minerale, sondern die nach der Gesteinschemie zu erwartenden. Letzteres wird bei sehr feinkörnigen oder glasartigen (Obsidian) Gesteinen angewandt, wo eine Bestimmung des Mineralbestandes im Dünnschliff und erst Recht eine Auszählung kaum oder gar nicht möglich ist.
Glück Auf!
Sebastian