Hallo,
ich zähle meine Sammlung: Etwas über 1600 Inventarposten bei den Makrofossilien (wobei eine Inventarnummer mehrere gleichartige Stücke beinhalten kann) und rund 2000 Mikrofossilien (allesamt in 2 Schuhkartons untergebracht

). Dazu noch ca. 200 Mineralstufen und Gesteinsbelege. Das meiste davon bewahre ich in der Wohnung auf, da der Keller nur eingeschränkt für subjektiv wertvolle Stücke geeignet ist (Altbau). Motto: "Was so schlecht ist dass ich es im Keller 'verstecken' muss kann sowieso weg". Von ein paar Ausnahmen abgesehen, die ich aber eigentlich auch lieber in der Wohnung hätte.
Seit etwa zwei Jahren bin ich an dem Punkt, wo die Sammlung aus Platzgründen nicht mehr weiter sinnvoll anwachsen kann. Die Konsequenz besteht in selektiverem Selbersammeln und dem Weggeben von Stücken, die mir nicht so wichtig sind. Angekauft wird nur sehr selten etwas, mitunter mal getauscht, wobei ich versuche, jeweils mehrere meiner Stücke gegen ein einziges Stück einzutauschen, um auch auf diese Weise den gewonnenen Platz nicht gleich wieder zuzustellen. Etwas Abstand zur Freude des Moments des Findens schafft manchmal auch die notwendige emotionale Distanz, um ein Stück einfach der Mülltonne zu übergeben.
Ich sammle systematisch in der heimischen Trias, wiederum aus Platzgründen beschränke ich mich dabei mittlerweile fast ausschließlich auf den Keuper. Ein Großteil der Funde hat Belegcharakter und wandert in Sammlungsschränke, ein kleinerer Teil davon ist vitrinengeeignet und wird dann auch entsprechend in der Wohnung ausgestellt. Mein Ziel in dieser Hinsicht ist keine reine Schausammlung, die Belege in den Schränken sind nützlich zur Veranschaulichung von Sachverhalten und dienen auch als Material für Veröffentlichungen und Beiträge in Foren.
Die Krux ist aber, dass ich auch sonst jeden Aufschluss außerhalb der Trias besammle, auf den ich zufällig stoße. Hier habe ich mir angewöhnt, nur Schaustücke oder anderweitig außergewöhnliche Exemplare zu behalten. Gezielte Exkursionen zu Fundstellen, die jenseits meines Interessengebiets liegen (und womöglich auch noch weit entfernt sind) unternehme ich so gut wie nicht. Die Welt ist voller schöner Fossilien, ohne selbst gesetzte Beschränkungen geht es nicht.
Interessante Mineralien, die mir beim Sammeln als Beifunde ins Netz gehen, nehme ich ebenfalls in die Sammlung auf, wobei auch da die Beschränkung auf wenige Exemplare besteht.
Prinzipiell wähle ich schon im Gelände kritisch aus, was ich überhaupt mit nach Hause nehme. Allerweltsfossilien oder -mineralien lasse ich, soweit sie schon in guten Exemplaren in der Sammlung belegt sind und auch sonst keine Besonderheiten aufweisen, direkt vor Ort liegen. Mir fehlt der Platz, um ein Magazin nur mit Tausch- oder Verkaufsmaterial anzulegen, und nachfolgende Sammler freuen sich möglicherweise über das, was ich zurückgelassen habe. Ich sammle primär und vor allem für mich selbst und möchte meine Zeit nicht über Gebühr für Tausch- oder Verkaufsaktionen aufwenden. Das Bearbeiten und Auswerten der Funde in der eigenen Sammlung kostet schon genug Zeit.
Nach dem Reinigen lässt sich meist noch mal ein beträchtlicher Teil der Ausbeute ausmustern. Danach prüfe ich, ob die Neufunde ggf. vorhandene gleichartige Sammlungsstücke ersetzen können, wenn sie qualitativ besser sind.
Zu guter Letzt versuche ich, Neuzugänge so schnell wie möglich der Präparation zuzuführen, um keine Halde unbearbeiteten Materials aufzuhäufen. So behalte ich auch den Überblick, was ich schon habe und was ggf. zukünftig schmerzlos ersetzt werden kann.
Insgesamt verhindert das alles nicht, dass die Sammlung netto weiter anwächst, aber sie wächst dadurch auf einem gewissen Qualitätslevel und vergleichsweise langsam.
Allein wenn ich daran denke, alle unsere Bücher als e-book zu besitzen - welch Platz dann entstünde!
Der Umfang der gedruckten Fachliteratur setzt zugegebenermaßen auch mich langsam etwas unter Druck, aber da nichts über das Feeling geht, in einem physischen Buch zu blättern und zu lesen, findet sich immer wieder eine Stelle, an der sich ein Bücherregal festdübeln lässt. Ich habe zwar auch eine umfangreiche digitale Bibliothek, vornehmlich mit Veröffentlichungen die gedruckt nicht mehr oder nur zu hohen Preisen zu bekommen sind oder die prinzipiell nur online erschienen, aber da geht es mir nicht um die Platzersparnis sondern das sind Sachzwänge.
Gruß,
Rainer