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Autor Thema: Bestimmung und Fundorte  (Gelesen 5131 mal)

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Offline melanie

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Bestimmung und Fundorte
« am: 16 Feb 12, 09:09 »
Guten Morgen zusammen,

habe als "Frischling" ein paar Fragen:

1. Ich bin im Besitz einiger Mineralien, z. T. aus Nachlass meines Großvaters. Leider komplett ohne Angaben, woher diese stammen. Besteht die Möglichkeit im Nachhinein heraus zu finden, aus welchem Teil der Welt diese stammen? Wenn ja, wie?

2. Gerne würde ich auch selber mal etwas finden. Ist das auch hier in Hamburg möglich (wohne auch dem Land, nicht in der City)? Falls ja, nach welchen Mineralien sollte ich Ausschau halten?

3. Mein Freund hat in der Schweiz einen schönen Stein gefunden, welchen er mir geschenkt hat. Hier habe ich also das Land, nur leider keine Ahnung, was er da gefunden hat.. Vielleicht könnt ihr mir weiter helfen? Ist ca. 5 x 2 cm groß. Die weißen Streifen lassen sich teilweise mit dem Fingernagel erfühlen. Habe auch den Eindruck, dass diese "weicher" sind als der Rest.

Bedanke mich recht herzlich im Voraus!

Offline smoeller

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Re: Bestimmung und Fundorte
« Antwort #1 am: 16 Feb 12, 09:45 »
Hallo Melanie,

Willkommen hier im Forum.

1. Grundsäztzlich ja. Kommt im Einzelfall aber immer auf die Art der Stücke an. Es gibt einige Mineralvergesellschaftungen oder typische Ausbildungen, die sind für eine Fundstelle oder ein Gebiet typisch. Schwierifg wird es bei häufig vorkommenden Mineralarten ohne deutliche Kristalle oder in allttäglicher Vergesellschaftung (Paragenese) mit anderen sehr häufigen Mineralen. Wenn du Fotos in guter Qualität (so wie das von dem Kieselstein) hier reinstellst, kann man da sicher einiges zuordnen.

2. Grundsätzlich ist es möglich, auch im Norden was zu finden. Erwarte nur keine Museumsstücke. Hamburg ist sogar Typlokalität (Erstfundort) für ein Mineral, den Struvit (siehe http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/MineralData?mineral=Struvit). Er entsteht u.a. durch die Einwirkung von Gülle auf Moorerde. Funde sind aber in Hamburg wohl kaum mehr möglich, da das Mineral bei Bauarbeiten im Untergrund an der Nicolaikirche um 1846 gefunden wurde. Heute dicht bebautes Gebiet in der City.

Funde sind eher möglich in Kiesgruben (vorher um Erlaubnis Fragen) oder bei einem schönen Spaziergang an der Ostseeküste. Häufig ist im Norden vor allem der Feuerstein (Flint), manchmal mit Fossilien (Versteinerungen von Tieren, seltener Pflanzen), z.B. Seeigel oder Donnerkeile (Reste von Tintenfischen).

In Hamburg gibt es mehrere Sammlergruppen bzw. Ortsgruppen von solchen, die sich z.T. monatlich treffen. So die VFMG (www.vfmg.de) und die Gesellschaft für Geschiebekunde (www.geschiebekunde.de). Dort kannst du gern mal hingehen. Teilweise werden neben der Möglichkeit, deine Funde zu bestimmen, auch Ausflüge angeboten, bei denen du unter fachkundiger Führung das Sammeln erlernen kannst.

3. Ein sog. gequältes Gestein, d.h. ein durch die tektonischen Kräfte bei der Heraushebung der Alpen mehrfach zerbrochenes und später durch Mineralien (in dem Falle meist Quarz oder Calcit) wieder verkittetes Gestein. Wenn die Adern recht weich sind, sich mit einer Nadel ritzen lassen, kannst du mal ein wenig Essigessenz oder verdünnte Salzsäure draufgeben (ist harmloser als viele denken, nur nicht trinken oder in die Augen). Wenn das weiße dann blubbert oder schäumt ist es Calcit. Meist ist es meiner Erfahrung nach aber Quarz, der schäumt nicht und ist härter als eine Nadel.

Glück Auf!
Smoeller

Offline Jörg

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Re: Bestimmung und Fundorte
« Antwort #2 am: 16 Feb 12, 09:47 »
Hallo Melanie,

herzlich Willkommen hier im Forum :)

Dein Stein ist ein Lydith (Radiolarit). Das Schwarze darin sind versteinerte Ablagerungen von sog. Radiolarien (winzig kleine Stacheln eines Strahlentieres). Das Weiße ist Quarz.
Mit Fundmöglichkeiten in Hamburg und Umgebung kenne ich mich leider nicht aus.

Viele Grüsse
jörg

Offline melanie

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Re: Bestimmung und Fundorte
« Antwort #3 am: 16 Feb 12, 10:30 »
Vielen Dank für die schnellen Antworten!

Also, ritzen lässt sich das weiße nicht. Nur die Nadel hat jetzt keine Spitze mehr  ;) . Also wohl eher Quarz.

Das freut doch, dass man mit sehr viel Glück auch bei uns auf dem platten Land etwas finden kann. Also das nächste Mal mit wachen Augen und einer Schaufel über den Acker der Eltern stiefeln.

Das mit den Ortsgruppen werde ich mir mal zu Gemüte führen. Vielleicht ist eine passende dabei (noch Babysitter engagieren  ;D).

Stimmt, kleine Donnerkeile hab ich tatsächlich schon an der Ostsee gefunden. Na, das ist doch schon mal was.

Denn werde ich bei Gelegenheit noch ein paar Bilder von den übrigen Sachen schießen, vermessen und soweit möglich die Härte testen und hoffe dann wieder auf kompetente Fachhilfe. Dann aber wohl im board Mineralien (Fundort) bestimmen, nehme ich an ?


 

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