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Uranopilit / Radioaktiver Baryt Pöhla?

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wolfilain:
"Unsere Kreuznacher Solquellen ... enthalten eine verhältnismäßig reichliche Menge Baryumverbindungen ... Nun hat das Ehepaar Curie gezeigt, dass das Radium in seinen chemischen Eigenschaften dem Baryum äußerst ähnlich ist, ja, zu seiner Gewinnung hatte es aus der Uranpechblende zunächst die Baryumverbindungen und mit ihnen die Radiumspuren isoliert, um letztere dann durch einen langwierigen Kristallisationsprozess vom Baryum zu trennen. Es war also ein nicht aussichtsloser Versuch, aus unseren Quellen gleichfalls die Baryumverbindungen zu gewinnen, die dann etwa vorhandene Radiumspuren mit enthalten mussten. Als aussichtsreichster Weg schien mir der, hierbei vom Quellsinter auszugehen, jenem bräunlichen Schlamm, der sich während des Gradierprozesses auf den Dornen und in den Kästen unserer Gradierwerke in reichlicher Menge abscheidet.. . . Die Versuche waren keine mühelosen; es gelang aber schließlich doch, aus einem Kilo des Quellsinters einige Gramm eines weißen, aus Bariumsulfat bestehenden Pulvers zu gewinnen. Nun galt es, diesen Baryt auf Radioaktivität zu prüfen. Kleine photographische Platten wurden in der Dunkelkammer in mehrfaches schwarzes Papier gehüllt, etwas Quellbaryt auf diese Umhüllung gestreut und nach 24stündiger Einwirkung zur Entwicklung der Platten geschritten. Tatsächlich zeigten diese an den Stellen, an denen sich der Baryt befunden hatte, starke Schwärzungen, während Kontrollversuche mit reinem Bariumsulfat vollkommen negativ ausfielen. Auf diese Weise war es mir bereits im Juli 1904 gelungen, festzustellen, dass der Sinter der Kreuznacher Solquellen starke radioaktive Beimengungen enthält."
http://www.viktoriastift.de/geschichte/viktoria_geschichte/geschichte-medizinhistorische...xxx.htm

Schluchti:
Sehr interessant!  :) Vielleicht hat sich wirklich Radium als Zerfallprodukt des Uran hier eingelagert.

McSchuerf:
Hallo Schluchti und wolfilain.. :)

Der aus dem Steinbruch Jenikov, Teplice, Böhmen stammende blei-und radiumhaltige Baryt (Hokutolith) bzw. 'Radiumbaryt', zeigt dunkelbraune Kristalle (evtl. halbmetamikt?) und strahlt auch aber viel weniger als der gelbe Pöhla-Baryt.
Radium denke ich, wäre als Erklärung auch für den Pöhla-Baryt möglich, denn das Beispiel mit dem Hokutolith von Teplice  ist ja auch bezeichnend. Das Stück ist auch Bestandteil meiner Sammlung!.. ;)
Danke auch für Deinen Hinweis bzw. für das Zitat..(Kreuznacher Solquellen) :)..ist ja auch recht aufschlussreich..

Gruß Peter

uwe:
Mit einer Quelle haben die gelben Baryte von Pöhla nichts zu tun. Die stammen alle aus einer großen Druse bzw. einem Drusensystem. Diese Baryte sind auch nie auf die Halde gekommen. Alle Stufen kommen von Untertage.

Ich habe meine Uranminerale zwar auch nicht in der Vitrine, aber hinsichtlich dieser Baryte halte ich die Strahlengefahr für reichlich übertrieben. Haltet mal das Zählrohr an das Granitfundament eines Gebäudes oder an das Straßenpflaster. Granite sind meist strahlend.

Meine Theorie zur Strahlung der Pöhlaer Baryte habe ich unter "Allgemeine Diskussion" geäußert und hoffe, einer unserer Geowissenschaftler äußert sich, ob ich daneben liege oder ob es stimmen kann.

Glück Auf
Uwe

Schluchti:
Danke Uwe! So in der Richtung mit eingelagerten U-Mineralien wird es schon sein, allerdings strahlt eben das einzelne Kristallbruchstück nicht, aber es ist vielleicht auch wieder zu klein für mein Meßgerät.

Die Dosis der kleinen Barytstufe  im Vergleich zu einer unverputzten Granitmauer (haben wir im Garten) ist etwa 3 mal so hoch. 

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