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Die perfekte Stufe

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endeavour-minerals:
@thothie
Nur „money“ machen möchte ich Mario Paulwels und dieser Sammlerklientel nicht unterstellen! Es geht mir nicht darum diese Sammlerklientel zu verurteilen! Diese behaupten ja auch nicht, das die Sammler die nur selber sammeln sehr geizig sind, weil sie kein Geld für Mineralien ausgeben. Ob die jemals einen Steinbruch betreten haben oder nicht, oder in einer Halde gewühlt haben oder nicht ist doch nur nebensächlich. Thomas, durch die Hintertür polarisierst du und das möchte ich nicht, ein „echter Sammler“ muss nicht zwangsläufig selber sammeln. Den Glücksmoment den du beschreibst ist nur eine Ausschüttung von Endorphinen, das kann man bei einem guten Kauf auch haben.
Thomas, du möchtest richtig arbeiten, buddeln, ich hab da noch ein Garten umzugraben und eine Ausschachtung zu machen….ist nur ein Scherz, ich hoffe du nimmst mir meine Worte nicht übel. Übrigens die Stufen die du findest, sind genau genommen nicht für lau, oder wie kommst du an den jeweiligen Fundort.
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Ich selber kaufe, tausche und sammele auch selber. Die von Mario Paulwels angesprochenen Stufen haben bei mir aber den gleichen Rang (insofern ich so eine überhaupt habe) wie eine getauschte oder selbstgefundene Stufe. Mit meinen Sammlungsstil bin ich zufrieden weil er die verschiedenen „Bedürfnisse“ sehr gut befriedigt, das ist meine Philosophie, ob dieses Konzept gut ist kann und will ich nicht beurteilen.

Mein Anliegen mit diesem Beitrag war nur, auf den möglichen Mangel sowie die mögliche negative Entwicklung bei diesem Sammlungsstil hinzuweisen und die Meinung anderer Sammler zu diesem Thema einzuholen. Immer öfter tauchen Begriffe wie „unbeschädigt“ und „Ästhetisch“ im Bezug auf Mineralien auf und diese Begriffe sind meiner Meinung nach diesen Trend klar zuzuordnen. Ich weiß nicht was ich davon halten soll bzw. wie man mit derartigen Begriffen und deren Vorstellungen die dahinterstehen umgehen soll.

Eine Grundsatzdebatte welcher Sammlungsstil der bessere ist, möchte ich nicht!

Danke für eure geleisteten Beiträge.

Ingo

rudi_strolz:
Hallo,

ich möchte nun doch noch etwas beitragen:

Für Fossiliensammler gehört die Optimierung eines Fundes zum täglichen Geschäft. Kaum ein Fossil kann direkt aus dem Steinbruch in die Vitrine befördert werden. Da muss häufig präpariert werden bis der Arzt kommt. Für uns Mineraliensammler hört die Nachbereitung eines Fundes hingegen meist bereits nach der Formatisierung auf. Ggf. wird noch ein wenig Calcit weggeätzt und ein störender Belag entfernt, das war's dann aber auch. Alles, was darüber hinaus geht, wird oft als Verfremdung und Manipulation angesehen. Was ich sagen will: Man kann in seine Stufen durchaus auch etwas mehr Arbeit stecken und die eh schon guten Stücke noch ein wenig perfekter machen. Da können wir von unseren Fossilienkolleginnen und -kollegen durchaus noch lernen.

Herzliche Grüße
Carsten

Tobi:

--- Zitat von: endeavour-minerals am 25 Apr 12, 21:55 ---Immer öfter tauchen Begriffe wie „unbeschädigt“ und „Ästhetisch“ im Bezug auf Mineralien auf und diese Begriffe sind meiner Meinung nach diesen Trend klar zuzuordnen. Ich weiß nicht was ich davon halten soll bzw. wie man mit derartigen Begriffen und deren Vorstellungen die dahinterstehen umgehen soll.
--- Ende Zitat ---
Der Begriff "ästhetisch" ist natürlich rein subjektiv, da braucht man erst gar keine Diskussion anzufangen. Egal ob es um Mineralien geht oder um Gebäude, Autos, Menschen, Kleidung, Zierfische, Gemälde, was auch immer, jeder definiert für sich, was er als ästhetisch empfindet - und das ist auch gut so!

Beim Begriff "unbeschädigt" ist das anders, den kann man schon wesentlich objektiver definieren. Klar will jeder Mineraliensammler möglichst unbeschädigte Stufen. Für mich selber bedeutet das z.B., dass ich Stufen will, die nicht durch Bruchstellen, Abplatzungen oder Kratzer dermaßen beeinträchtigt sind, dass das Gesamtbild ein negatives ist. Mehrfach habe ich jedoch schon gehört, wie extrem man dies manchmal auslegt, auch hier oftmals auf der anderen Seite des Atlantiks. Da wird dann mit der Lupe ewig lang gesucht, ob nicht doch irgendwo ein winziger Kratzer bei 20-facher Vergrößerung zu erkennen ist. Ist das nicht der Fall, dann wird die Stufe eben als "perfekt" bezeichnet und ist dann eben mal dreitausend Dollar wert, selbst wenn es nur ein kleiner Vanadinit aus Mibladen oder so ist.

Ich habe da ein wesentlich entspannteres Verhältnis zu, auch als "Ästhetik-Sammler": Für mich sind Mineralien Natur und keine sterilen Kunst- und Statusobjekte, deswegen müssen sie auch nicht "perfekt" sein. Es gibt so viele Stufen, die aufgrund ihrer Form, Farbe, Paragenese, Herkunft oder was auch immer einfach schön und interessant sind, da jucken mich ein paar unauffällige Beschädigungen nicht die Bohne; und solche Dinge wie ein Überzug aus einem anderen Mineral können erst den Reiz des Stückes ausmachen.

Deswegen, um das Thema des Threads zu beantworten: Die "perfekte" Stufe kann durchaus Krusten, vermeintlich störende Begleitmineralien oder auch an paar Stellen mal eine leichte Beschädigung aufweisen - sie kann im Auge des Betrachters (oder Besitzers) dennoch perfekt sein! Ich habe in meiner Sammlung Stufen für 10 oder 15 Euro, die in meinen Augen "perfekt" sind. Umgekehrt sehe ich in manchen Shops vermeintlich "perfekte" Stufen für viele tausend Euro oder Dollar, die ich nicht einmal geschenkt haben möchte, weil sie einfach bis zum Gehtnichtmehr frisiert wurden.

Gruß
Tobi

endeavour-minerals:
@Tobi, das ist doch eine klare Aussage.

In dieser Form hätte ich mir noch mehr Antworten gewünscht um mir ein neutrales Bild machen zu können. Zugegeben für viele ist das Thema zu ausgelutscht, weil es in der einen oder anderen Variante immer wieder diskutiert wurde.

Ingo

Jochen1Knochen:
Hallo!
Eigentlich ist doch wohl in jeder Sammlung eine perfekte Stufe drin.Und wenn es auch nur ein Stück ist,von dem man von der gewissen Fundstelle her bei keinem anderen Sammler oder im Museum was besseres gesehen hat.
Es ist doch sowiso die Regel,daß man immer weitersucht,in der Hoffnung auf ein noch besseres Stück einer Fundstelle.Und wenn man hundert mal dorthin faren muß!
Auch eine mit Tausendern erkaufte Sammlung wird nie eine Vollkommenheit haben,irgendwie kommt doch immer wieder was besseres aus irgendeinem Teil der Welt auf den Markt.
Und auch die Großstufen lagen nicht alleine in den Drusen-ein anderer hat dann wahrscheinlich das größere Teil oder aber das schönere Teil gekauft.
Und Stufen zu reparieren ist doch nicht schlimm.Wenn aufgrund von Verwitterung oder Sprengung etwas originelles zerstört wurde,kann man doch durchaus versuchen den Urzustand wieder herzustellen.Man hat ja schließlich keine Schuld am Makel der Stücke.
Gruß Jens

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