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Autor Thema: Die perfekte Stufe  (Gelesen 37729 mal)

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Offline endeavour-minerals

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Re: Die perfekte Stufe
« Antwort #15 am: 25 Apr 12, 21:55 »
@thothie
Nur „money“ machen möchte ich Mario Paulwels und dieser Sammlerklientel nicht unterstellen! Es geht mir nicht darum diese Sammlerklientel zu verurteilen! Diese behaupten ja auch nicht, das die Sammler die nur selber sammeln sehr geizig sind, weil sie kein Geld für Mineralien ausgeben. Ob die jemals einen Steinbruch betreten haben oder nicht, oder in einer Halde gewühlt haben oder nicht ist doch nur nebensächlich. Thomas, durch die Hintertür polarisierst du und das möchte ich nicht, ein „echter Sammler“ muss nicht zwangsläufig selber sammeln. Den Glücksmoment den du beschreibst ist nur eine Ausschüttung von Endorphinen, das kann man bei einem guten Kauf auch haben.
Thomas, du möchtest richtig arbeiten, buddeln, ich hab da noch ein Garten umzugraben und eine Ausschachtung zu machen….ist nur ein Scherz, ich hoffe du nimmst mir meine Worte nicht übel. Übrigens die Stufen die du findest, sind genau genommen nicht für lau, oder wie kommst du an den jeweiligen Fundort.
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Ich selber kaufe, tausche und sammele auch selber. Die von Mario Paulwels angesprochenen Stufen haben bei mir aber den gleichen Rang (insofern ich so eine überhaupt habe) wie eine getauschte oder selbstgefundene Stufe. Mit meinen Sammlungsstil bin ich zufrieden weil er die verschiedenen „Bedürfnisse“ sehr gut befriedigt, das ist meine Philosophie, ob dieses Konzept gut ist kann und will ich nicht beurteilen.

Mein Anliegen mit diesem Beitrag war nur, auf den möglichen Mangel sowie die mögliche negative Entwicklung bei diesem Sammlungsstil hinzuweisen und die Meinung anderer Sammler zu diesem Thema einzuholen. Immer öfter tauchen Begriffe wie „unbeschädigt“ und „Ästhetisch“ im Bezug auf Mineralien auf und diese Begriffe sind meiner Meinung nach diesen Trend klar zuzuordnen. Ich weiß nicht was ich davon halten soll bzw. wie man mit derartigen Begriffen und deren Vorstellungen die dahinterstehen umgehen soll.

Eine Grundsatzdebatte welcher Sammlungsstil der bessere ist, möchte ich nicht!

Danke für eure geleisteten Beiträge.

Ingo

Offline rudi_strolz

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Re: Die perfekte Stufe
« Antwort #16 am: 26 Apr 12, 11:02 »
Hallo,

ich möchte nun doch noch etwas beitragen:

Für Fossiliensammler gehört die Optimierung eines Fundes zum täglichen Geschäft. Kaum ein Fossil kann direkt aus dem Steinbruch in die Vitrine befördert werden. Da muss häufig präpariert werden bis der Arzt kommt. Für uns Mineraliensammler hört die Nachbereitung eines Fundes hingegen meist bereits nach der Formatisierung auf. Ggf. wird noch ein wenig Calcit weggeätzt und ein störender Belag entfernt, das war's dann aber auch. Alles, was darüber hinaus geht, wird oft als Verfremdung und Manipulation angesehen. Was ich sagen will: Man kann in seine Stufen durchaus auch etwas mehr Arbeit stecken und die eh schon guten Stücke noch ein wenig perfekter machen. Da können wir von unseren Fossilienkolleginnen und -kollegen durchaus noch lernen.

Herzliche Grüße
Carsten

Offline Tobi

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Re: Die perfekte Stufe
« Antwort #17 am: 26 Apr 12, 14:14 »
Immer öfter tauchen Begriffe wie „unbeschädigt“ und „Ästhetisch“ im Bezug auf Mineralien auf und diese Begriffe sind meiner Meinung nach diesen Trend klar zuzuordnen. Ich weiß nicht was ich davon halten soll bzw. wie man mit derartigen Begriffen und deren Vorstellungen die dahinterstehen umgehen soll.
Der Begriff "ästhetisch" ist natürlich rein subjektiv, da braucht man erst gar keine Diskussion anzufangen. Egal ob es um Mineralien geht oder um Gebäude, Autos, Menschen, Kleidung, Zierfische, Gemälde, was auch immer, jeder definiert für sich, was er als ästhetisch empfindet - und das ist auch gut so!

Beim Begriff "unbeschädigt" ist das anders, den kann man schon wesentlich objektiver definieren. Klar will jeder Mineraliensammler möglichst unbeschädigte Stufen. Für mich selber bedeutet das z.B., dass ich Stufen will, die nicht durch Bruchstellen, Abplatzungen oder Kratzer dermaßen beeinträchtigt sind, dass das Gesamtbild ein negatives ist. Mehrfach habe ich jedoch schon gehört, wie extrem man dies manchmal auslegt, auch hier oftmals auf der anderen Seite des Atlantiks. Da wird dann mit der Lupe ewig lang gesucht, ob nicht doch irgendwo ein winziger Kratzer bei 20-facher Vergrößerung zu erkennen ist. Ist das nicht der Fall, dann wird die Stufe eben als "perfekt" bezeichnet und ist dann eben mal dreitausend Dollar wert, selbst wenn es nur ein kleiner Vanadinit aus Mibladen oder so ist.

Ich habe da ein wesentlich entspannteres Verhältnis zu, auch als "Ästhetik-Sammler": Für mich sind Mineralien Natur und keine sterilen Kunst- und Statusobjekte, deswegen müssen sie auch nicht "perfekt" sein. Es gibt so viele Stufen, die aufgrund ihrer Form, Farbe, Paragenese, Herkunft oder was auch immer einfach schön und interessant sind, da jucken mich ein paar unauffällige Beschädigungen nicht die Bohne; und solche Dinge wie ein Überzug aus einem anderen Mineral können erst den Reiz des Stückes ausmachen.

Deswegen, um das Thema des Threads zu beantworten: Die "perfekte" Stufe kann durchaus Krusten, vermeintlich störende Begleitmineralien oder auch an paar Stellen mal eine leichte Beschädigung aufweisen - sie kann im Auge des Betrachters (oder Besitzers) dennoch perfekt sein! Ich habe in meiner Sammlung Stufen für 10 oder 15 Euro, die in meinen Augen "perfekt" sind. Umgekehrt sehe ich in manchen Shops vermeintlich "perfekte" Stufen für viele tausend Euro oder Dollar, die ich nicht einmal geschenkt haben möchte, weil sie einfach bis zum Gehtnichtmehr frisiert wurden.

Gruß
Tobi
« Letzte Änderung: 26 Apr 12, 18:59 von Tobi »

Offline endeavour-minerals

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Re: Die perfekte Stufe
« Antwort #18 am: 26 Apr 12, 18:14 »
@Tobi, das ist doch eine klare Aussage.

In dieser Form hätte ich mir noch mehr Antworten gewünscht um mir ein neutrales Bild machen zu können. Zugegeben für viele ist das Thema zu ausgelutscht, weil es in der einen oder anderen Variante immer wieder diskutiert wurde.

Ingo

Offline Jochen1Knochen

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Re: Die perfekte Stufe
« Antwort #19 am: 26 Apr 12, 22:19 »
Hallo!
Eigentlich ist doch wohl in jeder Sammlung eine perfekte Stufe drin.Und wenn es auch nur ein Stück ist,von dem man von der gewissen Fundstelle her bei keinem anderen Sammler oder im Museum was besseres gesehen hat.
Es ist doch sowiso die Regel,daß man immer weitersucht,in der Hoffnung auf ein noch besseres Stück einer Fundstelle.Und wenn man hundert mal dorthin faren muß!
Auch eine mit Tausendern erkaufte Sammlung wird nie eine Vollkommenheit haben,irgendwie kommt doch immer wieder was besseres aus irgendeinem Teil der Welt auf den Markt.
Und auch die Großstufen lagen nicht alleine in den Drusen-ein anderer hat dann wahrscheinlich das größere Teil oder aber das schönere Teil gekauft.
Und Stufen zu reparieren ist doch nicht schlimm.Wenn aufgrund von Verwitterung oder Sprengung etwas originelles zerstört wurde,kann man doch durchaus versuchen den Urzustand wieder herzustellen.Man hat ja schließlich keine Schuld am Makel der Stücke.
Gruß Jens

Offline cmd.powell

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Re: Die perfekte Stufe
« Antwort #20 am: 30 Apr 12, 16:12 »
Hi

Ich hab längere Zeit über diese Fragestellung nachgedacht und viele wesentliche Punkte wurde hier schon von anderen Mitgliedern geschrieben, der wichtigste ist wohl: Soll doch jeder so Sammeln, wie er will - oder kann. Ich denke mal, jeder von uns hat seine persönliche Vorstellung einer "perfekten Stufe", ähnlich wie jeder eine Vorstellung der "perfekten Frau/Mann" hat. Und diese Vorstellung wird sich in den wenigsten Fällen mit der Vorstellung eines Anderen decken, über Geschmack lässt sich nunmal (nicht) streiten. Tatsache ist jedoch, das es einen Bereich der "Perfektion" geben wird, den die Mehrzahl attrakiv findet. Und hier kommen wir zu dem "Soll doch jeder Sammeln, wie er kann": Solche Stücke sind teuer. Egal, ob da nun doch noch irgendwo eine Ecke angeschlagen ist oder nicht, die Meisten von uns können sich nur das Angucken leisten. Ist es berechtigt, für solche Stücke soviel Geld zu verlangen ? Anscheinend ja, sonst würde niemand es machen ! Der Mark reguliert sich selber.
Mein persönlicher Standpunkt ist der, das dieses ganze Getue auf das berühmte Geschlechtsteilgrößevergleichen hinaus läuft; Ich kann mir eine teurere Stufe leisten als du. Das halte ich für ziemlich primitiv und ich distanziere mich lieber von solchen Zeitgenossen. Nichts desto trotz finde ich auch gut ausgebildete, transparente und/oder schön glänzende Kristalle besser als irgendein Gebrösel. Und man soll jetzt nicht erwarten, das irgendein Gebrösel nicht auch für viel Geld an den Mann/Frau gebracht werden würde. Als zumindestens noch teilweise Systematiksammler weiß ich, was so mancher Krümel in einer Kapsel kostet. Daher achte ich beim Kaufen darauf, das eine Stufe sowohl meinen estetischen als auch meinen wissenschaftlichen Ansprüchen entspricht, egal ob Systematikmineral oder Schaustufe. Gegen mechanische oder chemische Behandlung habe ich solange nichts einzuwänden, wie sie das eigentlichen Mineral einer Stufe überhaupt erst zur Geltung bringen, wobei Paragenese zum Spiel dazu gehört. Pyrite von Navajun können da also präpariert und geklebt sein, anders bekommt man letztlich keine attraktive Stufe hin. Derber Calcit kann auch von schönen Erzkristallen geätzt werden. Nur gesandstrahlte Wulfenite würde ich dann auch nicht kaufen wollen.
Auch Reparaturen halte ich für zulässig, mache ich an meinen selbstgefundenen Stücken schließlich auch, nur müssen diese entsprechend Dokumentiert werden. Nur bauen ist ein absolutes Tabu.
Beim Selbersammeln habe ich eine ganz andere Vorgehensweise: Hier kommt es mir mehr darauf an, die Vielfalt eines Mineral von einem bestimmten Fundort einzufangen. Daher habe ich sicher über 500 Cerussite (oder auch Malachite etc.) von der Glücksradhalde. Das liegt letztlich an der Verfügbarkeit und der Einmaligkeit jeder einzelnen Stufe. Ich hätte arge Probleme, mich auf ein Stück zu beschränken. In diesem Zusammenhang beschränke ich mich auch lieber auf eine Hand von Fundorte in meiner Nähe ein, als zu weit entfernten Fundorten wie Grube Clara zu fahren. Man bekommt nunmal keinen brauchbaren Schnitt, wenn man nur einmal pro Jahr zu einem Fundort wie z.B. der Grube Clara fährt, also lasse ich es. Lieber zehnmal Grube Glücksrad als einmal Clara. Am liebsten würde ich auch so kaufen, nur als normaler Nichtmillionär geht das nicht...
Also, auch ich sammle so, wie ich es für richtig halte. Allerdings muss ich Jens wiedersprechen: Ich würde nicht behaupten, das ich eine nach meinen eigenen Ansprüchen perfekte Stufe in meiner Sammlung habe. Dafür aber etliche schon ziemlich gute  ;D

Offline Wegschmeißit

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Re: Die perfekte Stufe
« Antwort #21 am: 30 Apr 12, 21:36 »
Zitat
Daher habe ich sicher über 500 Cerussite (oder auch Malachite etc.) von der Glücksradhalde.

Und ich wundere mich das es immer heisst: "Die Glücksradhalde ist schon zehnmal umgegraben"
Jetzt wissen wir ja endlich wer den ganzen Krempel hortet.  ;D

Gruß Dirk

Offline MINERALI

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Re: Die perfekte Stufe
« Antwort #22 am: 01 May 12, 08:15 »
hallo!
ich würde sagen jede stufe hat seinen eigenen reiz! egal ob groß oder klein,super kristalle oder nur unter dem bino sichtbar,hauptsache ist sie gefällt einem und man ist stolz darauf sie gefunden oder erworben zu haben, wenn man in seine vitrienen schaut kann man sich eh nicht entscheiden welche ist besser oder schöner  ;) klar freut man sich wenn was unbeschädigt ist,aber egal deshalb sind wir ja sammler von mineralien und können uns jeden tag an diesen schönheiten erfreuen  :D
mfg heiko

Offline Tobi

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Re: Die perfekte Stufe
« Antwort #23 am: 01 May 12, 12:09 »
... Und genau aus diesem Grund, eben weil jeder etwas anderes perfekt findet, können wir wohl kaum eine gültige Definition von "perfekter Stufe" erstellen, und ich finde das beruhigend! Natürlich kann man den perfekten Kristall beschreiben oder eine absolute Freiheit von Fehlern und Beschädigungen feststellen, aber das ist nicht gleichbedeutend damit, dass eine Stufe perfekt ist. Es gibt "perfekte" Stufen, die perfekte Langeweile ausstrahlen, und es gibt absolut nicht perfekte, die größte Attraktivität besitzen!

P.S. Ohne jemandem zu nahe treten zu wollen: Wäre es vielleicht möglich, dass wir hier im Forum zumindest im Ansatz auf Grundlagen der deutschen Sprache achten? Das ist ein Forum, wo teilweise wissenschaftliche Inhalte diskutiert werden, da wäre es angemessen, wenn man vielleicht zumindest Namen und andere Substantive groß schreibt. Das geht nicht (!!!) persönlich gegen dich, Heiko, ich beobachte das sehr oft hier und mir tut es teilweise in den Augen weh. Sorry, dass ich das so audrücke, nimmt hoffentlich niemand persönlich. Ist schon schlimm genug, wenn ich im Alltag resigniere, weil unsere Schüler ihre eigene Muttersprache nicht schreiben können. Aber unter Erwachsenen, die sich über ein Hobby mit wissenschaftlichem Anspruch austauschen, würde ich doch um ordentliches Deutsch bitten.

Offline Wegschmeißit

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Re: Die perfekte Stufe
« Antwort #24 am: 01 May 12, 12:31 »

P.S. Ohne jemandem zu nahe treten zu wollen: Wäre es vielleicht möglich, dass wir hier im Forum zumindest im Ansatz auf Grundlagen der deutschen Sprache achten? Das ist ein Forum, wo teilweise wissenschaftliche Inhalte diskutiert werden, da wäre es angemessen, wenn man vielleicht zumindest Namen und andere Substantive groß schreibt. Das geht nicht (!!!) persönlich gegen dich, Heiko, ich beobachte das sehr oft hier und mir tut es teilweise in den Augen weh. Sorry, dass ich das so audrücke, nimmt hoffentlich niemand persönlich. Ist schon schlimm genug, wenn ich im Alltag resigniere, weil unsere Schüler ihre eigene Muttersprache nicht schreiben können. Aber unter Erwachsenen, die sich über ein Hobby mit wissenschaftlichem Anspruch austauschen, würde ich doch um ordentliches Deutsch bitten.

Danke für diesen Einwurf!

Glück Auf
Dirk

Offline loparit

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Re: Die perfekte Stufe
« Antwort #25 am: 01 May 12, 12:35 »
hallo tobi,
im zeitalter des internet und der foren ist es durchaus üblich dass man alles klein schreibt.
also man lässt dir die freiheit zu schreiben wie du willst, lass auch den anderen die freiheit zu schreiben wie sie wollen.
es sei denn man ändert hier die satzungen bzw. regeln und besteht konsequent darauf die richtlinien der deutschen sprache einzuhalten.
natürlich hast du recht, wenn du schreibst, dass es schlimm ist, wenn unsere jungendlichen bzw. viele schüler nicht mehr der deutschen sprache mächtig sind. wen wundert das, wenn im sprachgebrauch fast jedes zweite word englich ist oder im fernsehen moderatoren deutsche sendungen moderieren und jedes zweite word nicht richtig aussprechen können. und das scheint der deutschen bevölkerung auch noch zu gefallen, anders kann man es nicht erklären, warum man keine moderatoren einsetzt die richtig deutsch sprechen können. das finde ich persönlich viel schlimmer als dass ich hier alles bewußt klein schreibe.  aber das ist ein anderes kapitel und das ändern wir auch nicht wenn, wir penibel darauf achten hier die richtlinien der deutschen sprache einzuhalten.

gruß
loparit

Offline endeavour-minerals

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Re: Die perfekte Stufe
« Antwort #26 am: 01 May 12, 14:24 »
Hallo Jungs,
Grundlage dieser "Diskussion" war der Artikel von Mario Paulwels bei mindat!

siehe hier: http://www.mindat.org/article.php/1478/Criteria+voor+het+verzamelen+van+esthetische+mineralen

Versucht doch bitte beim Thema zu bleiben.

Wenn ich Zeit habe, versuche ich den Artikel sinngemäß ins deutsche zu übertragen, sei denn einer unserer Niederländischen Kollegen bekommt das schneller hin, wäre mir noch lieber.

Ingo

Offline cmd.powell

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Re: Die perfekte Stufe
« Antwort #27 am: 03 May 12, 23:29 »
Zitat
Daher habe ich sicher über 500 Cerussite (oder auch Malachite etc.) von der Glücksradhalde.

Und ich wundere mich das es immer heisst: "Die Glücksradhalde ist schon zehnmal umgegraben"
Jetzt wissen wir ja endlich wer den ganzen Krempel hortet.  ;D

Gruß Dirk

Hi, hi, naja, man kann eben nie genug bekommen  :D Aber keine Sorge, ich hab nochmal mindesten 500 Cerussite in meiner "Tauschkiste".  Und in der Halde liegen sicher auch noch ein oder zwei ansehnliches Stufen rum, so oft kann man die gar nicht umgraben...

hallo!
ich würde sagen jede stufe hat seinen eigenen reiz! egal ob groß oder klein,super kristalle oder nur unter dem bino sichtbar,hauptsache ist sie gefällt einem und man ist stolz darauf sie gefunden oder erworben zu haben, wenn man in seine vitrienen schaut kann man sich eh nicht entscheiden welche ist besser oder schöner  ;) klar freut man sich wenn was unbeschädigt ist,aber egal deshalb sind wir ja sammler von mineralien und können uns jeden tag an diesen schönheiten erfreuen  :D
mfg heiko

... Und genau aus diesem Grund, eben weil jeder etwas anderes perfekt findet, können wir wohl kaum eine gültige Definition von "perfekter Stufe" erstellen, und ich finde das beruhigend! Natürlich kann man den perfekten Kristall beschreiben oder eine absolute Freiheit von Fehlern und Beschädigungen feststellen, aber das ist nicht gleichbedeutend damit, dass eine Stufe perfekt ist. Es gibt "perfekte" Stufen, die perfekte Langeweile ausstrahlen, und es gibt absolut nicht perfekte, die größte Attraktivität besitzen!

Jup, genau so isses.

Interessant finde ich auch folgendes: Ich habe im Winter einige Kristalle mit einem 3D-Programm animiert (für einen Vortrag), und mit einem solchen 3D-Programm ist es leicht, einen absolut perfekten und makellosen Kristall zu generieren. Allerdings sehen die irgendwie steril aus und wirken unecht (was sie ja auch sind). Erst als ich die Oberflächen mit entsprechenden Texturen uneben und verschieden transparent gemacht habe, wirkte der Gesamteindruck natürlicher, auch wenn ich es nicht bis zu dem Punkt "naturgetreu" geschafft habe. Ich erwarte also automatisch, wenn ich einen Kristall finde, sehe, wie auch immer, das der zumindestens einige Fehler aufweist, was sein Natürlichkeit "bescheinigt". Das ist wahrscheinlich die gleiche Geschichte wie mit den ganzen gephotoshopten Gesichtern auf den Hochglanzmagazinen, die wirken auch oft genug unnatürlich. Darum hätte für mich ein "perfekter" Kristall auch immer einige Makel, wodurch er letztlich aber wieder nicht perfekt wäre - Perfektion durch Inperfektion. Tunen (oder wie man auch immer die aufgezählten nachträglichen Behandlungen wie z.B. Sandstrahlen nennen will) macht es da also nicht unbedingt besser, außer man steht auch auf gephotoshopte Gesichter. Präparieren ist natürlich ok, siehe Navajun-Pyrite oder die Markasitknollen aus der Oberkreide... Ok, das geht jetzt vielleicht doch etwas sehr in das Phänomenologische oder Philosophische, aber für mich hat meine Mineraliensammlung auch etwas existenzielles, daher erlaube ich mir diese Ansicht.

P.S.: Die Einhaltung der deutschen Rechtschreibung (welche auch immer ;) ) unterstütze ich, auch wenn ich selber so manchen Fehler verbocke. Jeder, der etwas schreibt, sollte sich kurz die Zeit nehmen um den eigenen Text zu überfliegen und die gröbsten Schnitzer auszubüglen. Letztlich zeugt das auch vom eigenen Charakter und die Posts sind das Aushängeschild von einem selbst. Groß- und Kleinschreibung gehört selbstverständlich dazu.

Offline uwe

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Re: Die perfekte Stufe
« Antwort #28 am: 04 May 12, 13:01 »
Ich habe den Artikel von Mario Paulwels bei mindat mal angeschaut (irgendwie kann man das Holländische schon deuten). Aber mal ehrlich, für welche der abgebildeten, angeblich perfekten Stufen möchtet Ihr mehrere 1000 Euronen ausgeben? Die abgebildeten Stufen sehen irgendwie nicht natürlich aus und sind es vermutlich auch nicht. Da war bestimmt viel Chemie und Präparation mit im Spiel.

Da lobe ich mir eine Matrixstufe mit einer interessanten Paragense aus einer klassischen deutschen Fundstelle, auch wenn diese keinen der von Herrn Paulwels genannten Maßstäbe entspricht.

Uwe

Offline endeavour-minerals

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Re: Die perfekte Stufe
« Antwort #29 am: 04 May 12, 13:22 »
Hallo,
ich habe mal angefangen eine "Statistik" aufzustellen, bin damit aber noch nicht durch. Es macht sich aber ein gewisser "Trend" bemerkbar, den ich mal mit monotoner Ästhetik bezeichnen würde. Mehr dazu später.

Ingo