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Autor Thema: Unbekanntes Mineral (Chlorargyrit?) aus Amstetten/NÖ  (Gelesen 31254 mal)

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Offline artbear

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Re: Unbekanntes Mineral (Chlorargyrit?) aus Amstetten/NÖ
« Antwort #60 am: 31 May 12, 22:28 »
Leute, Ihr habt alle Glimmer daheim, oder in der Nähe rumliegen. Nehmt ein Feuerzeug und guckt mal ob es brennt, oder zu Staub zerfällt.

Offline Goldi85

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Re: Unbekanntes Mineral (Chlorargyrit?) aus Amstetten/NÖ
« Antwort #61 am: 31 May 12, 22:42 »
Ich kenne das Material aus nun mehr als fünfzehnjähriger Sammeltätigkeit, in der ich auch einige Touren in die Ostalpen unternommen habe, nur zu gut. Gerade das untere Bild zeigt für mich unverwechselbar eine Glimmerart, eingewachsen in Quarz. So viel ist da erkennbar.
Und ja, zwischen Schmelzen, Verbrennen und Zerbröseln liegen Welten. Letzteres geschieht nunmal auch mit Glimmer, wenn er erst Jahrhunderte im Bach gelegen hat und dann mit großen Temperaturdifferenzen beaufschlagt wird. Hier kommt auch der Größeneffekt zum Tragen. Schon mal überlegt, wie schnell genau diese kleinen Glimmerplättchen unter offener Flamme erst aufgeheizt werden und danach wieder abkühlen? Möglicherweise durch den Kapillareffekt aufgenommenes Wasser tut mit seiner Sprengwirkung sein übriges. Für technische Anwendungen werden da ganz andere Stücke genommen, klar dass diese sowas auch aushalten.
Wie du bereits ja selber geschrieben hast, verrät sich Chlorargyrit trotz seines hohen Silbergehalts nicht durch Silberglanz - ok, den haben wir hier aber reichlich.

Gruß  Daniel

Offline nwsachse

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Re: Unbekanntes Mineral (Chlorargyrit?) aus Amstetten/NÖ
« Antwort #62 am: 31 May 12, 22:48 »
Also Leute,
ein Streit um des Kaisers Bart.
Meine Meinung dazu:
Entweder ist es ein ganz normales Bachgeröll mit Quarz und Glimmer, was anhand des Fotos das wahrscheinlichere ist, dann sollte sich das mit einer guten Lupe und einer Nadel (Spaltbarkeit usw.) nachweisen lassen. Oder es ist, wie der Finder vermutet, ein Silbermineral, dann gehört, nach der Prüfung der äusseren Merkmale, ein sicherer Silbernachweis her.
Erst beobachten, analysieren - dann schlussfolgern.
In allen Fällen muss man das Objekt körperlich vor sich haben.
Die Ferndiagnosemöglichkeiten anhand eines Fotos sind nun mal begrenzt.

Offline argentopyrit

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Re: Unbekanntes Mineral (Chlorargyrit?) aus Amstetten/NÖ
« Antwort #63 am: 01 Jun 12, 01:01 »
Hallo artbear!

Wenn beim erhitzen kein Chlorgeruch aufgetreten ist,wird es auch kein Chlorargyrit sein.Es wäre ja jetzt noch die Möglichkeit  den
Expertenrat mit der 30% Salzsäure auszuprobieren,vieleicht hast Du ja Glück. Diese Methode hat man im Mittelalter auch schon
benutzt,um aus Cerussitstufen Buttermilcherz zu machen.


Grüße Argentopyrit

Offline wilbi

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Re: Unbekanntes Mineral (Chlorargyrit?) aus Amstetten/NÖ
« Antwort #64 am: 01 Jun 12, 11:56 »
Hallo, Argentopyrit hat es immer noch nicht begriffen, daß man mit 30%tiger Salzsäure ausschließen kann. Der sollte mal richtig lesen was ich geschrieben habe und wo ich gesagt haben soll, mit Salzsäure kann man Silbererze bestimmen.
Aber nochmal damit Du es auch verstehst. Mit Salzsäure kann man viele Mineralien die verdächtig auf irgendwas sind, ausschließen. Man kann doch nicht bei jedem braunen/grauen/grünen verdächtigen Belag auf Quarz gleich Schmelzproben machen. Da gibt es zunächt einfachere Methoden.
Hallo, wir kennen uns ja gut und haben viele gemeinsame Touren zu der Chlorargyrit Fundstelle gemacht. Es ist ja auch hoch anzuerkennen, daß Du der erste Neufinder von Chl. in St.Andreasberg warst, aber das waren schöne würflige Kristalle.
Trotzdem stechen wir uns hin und wieder auch mal welche, nichts für ungut-
willi

Offline cmd.powell

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Re: Unbekanntes Mineral (Chlorargyrit?) aus Amstetten/NÖ
« Antwort #65 am: 02 Jun 12, 14:46 »
Wow, echt coole Diskussion  ::) Mal eine Frage: Wollt ihr es euch absichtlich schwer machen oder einfach nur Posts sammeln ?

Klar kann man Silberchlorid in konz. Salzsäure auflösen, das geht auch mit Gips und vielen, vielen andern Mineralen. Damit dieser Test spezifisch wird, muss man die erhaltene Lösung auffangen und weiterbehandeln. Also, warum nicht gleich mal meinen Tipp mit der Ammoniaklösung ? Ist wesentlich spezifischer und man kann aus der erhaltenen Lösung mit Salpetersäure (HNO3 !!!) durch simple neutralisation AgCl fällen. Die Salpetersäure nimmt man deshalb, weil man so keine Fremdquelle für das Chlor hat. Aber ich merke schon, das ist offenbar zu eindeutig und bei einem eindeutigem Ergebniss müsste man ja akzeptieren, das man evtl. doch keinen Chlorargyrit gefunden hat. Also, versucht weiter den Chlorgeruch durch rumgebrutzele mit einen rußenden Feuerzeugflamme festzustellen - mehr als gute Ratschläge geben kann ich nicht...

P.S.: Wenn jetzt der Spruch kommt "Wo bekomme ich Ammoniaklösung und wo Salpetersäure ?" hier gleich und prophylaktisch: ebay ! Und arm wird man da auch nicht...

Offline ganomatit

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Re: Unbekanntes Mineral (Chlorargyrit?) aus Amstetten/NÖ
« Antwort #66 am: 03 Jun 12, 13:22 »
Wer sich mit Chlorargyrit beschäftigt sollte erst einmal die Abhandlung von LOMMER lesen: "Abhandlung vom Hornerze als einer neuen Gattung Silbererz" von 1776, eine sehr alte Beschreibung und dennoch sehr brauchbar, auch in der heutigen Zeit.
Er beschreibt Chlorargyrit vom Erzgebirge, alle Formen, Nebengestein und bestimmte Färbungen die auf Chlorsilber hinweisen und die chemische Untersuchung dieses Minerals.
Übrigens lässt es  sich leicht durch eine Erhitzung mit Flamme nachweisen, genau wie Manfred Groß es beschrieben hat!
Frank Heise

 

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