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Autor Thema: Rosenquarz  (Gelesen 14432 mal)

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Offline Tobi

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Rosenquarz
« am: 30 May 12, 16:08 »
Mal wieder eine Frage an jene, die sich mit den chemischen/physikalischen Eigenschaften gut auskennen:

Woran liegt es eigentlich, dass Rosenquarz, obwohl makrokistalliner Quarz, i.d.R. nur derbe Massen bildet, während die anderen makrokristallinen Quarze meist sehr gut auskristallisiert vorkommen, oftmals sogar in spektakulären und enorm großen Kristallen. Rosenquarz, das weiß ich schon seit meiner Kindheit, ist zwar in derber Form Teelichtständermassenware aus Minas Gerais, aber richtig gute Kristalle sind extrem begehrte Raritäten. Das Marburger Museum hat z.B. auch so einen, sehr schöne Rosenquarzkristalle auf Feldspat aus Brasilien. Und ich glaube, dass ich abgesehen von Brasilien noch nie eine andere Herkunft von Rosenquarzkristallen gesehen habe. Warum ist das so extrem selten? Ist bei Rosenquarz etwas in das Kristallgitter eingebaut, dass das Wachsen der eigentlich so quarztypischen großen und guten Kristalle erschwert/verhindert?

Gruß
Tobi

Offline pseudonym

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Re: Rosenquarz
« Antwort #1 am: 30 May 12, 16:25 »
Eine sehr gute Frage !

Offline Günter Blaß

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Re: Rosenquarz
« Antwort #2 am: 30 May 12, 17:15 »
Hi Tobi,

siehe lexikon: Rosaquarz (rosa Quarzvarietät, die ihre Färbung durch Phosphor und Aluminium hat (im Gegensatz zu Rosenquarz, welcher durch Rutil- und/oder Dumortieriteinschlüsse gefärbt ist)
und Rosenquarz.

Womit natürlich die Frage warum das eine idiomorphe Kristalle bildet und der Rosenquarz nicht, nicht beantwortet ist.
Bin gespannt auf erklärende Beiträge.

Günter Blaß

Offline CRYSTALLOGIC

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Re: Rosenquarz
« Antwort #3 am: 30 May 12, 17:33 »
Ach ja, das leidige Thema – Rosenquarz / Rosa Quarz …
Abgesehen davon, dass rosafarbene Quarzkristalle generell relativ selten, und dann im Vergleich zu den anderen makrokristallinen Quarzvarianten auch eher klein sind …weshalb die Frage so, oder so Sinn macht …
Was ist denn zur Zeit überhaupt der aktuelle Stand der Nomenklatur, wurde der Vorschlag, der Trennung aufgrund unterschiedlicher, farbverursachender Fremdeinschlüsse mittlerweile offiziell fixiert ? Und sind die, verhältnismäßig seltenen, rosafarbenen Quarzkristalle demnach überhaupt noch Rosen-, oder doch nur Rosa- Quarz ?

Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass der massenhafte Einschluss nadeliger xx – ähnlich wie bei Blauquarz und Prasem das Kristallwachstum zwar nicht ver-, aber auf jeden Fall be-hindert.

Gruß

Offline Josef 84,55

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Re: Rosenquarz
« Antwort #4 am: 30 May 12, 19:31 »
Hallo Tobi,

ich denke Rosenquarz ist bei Temperaturen (465-680° nach Rykart) aus der Lösung (Schmelze / Gasphase?) entstanden bei denen sich keine Hohlraume bildeten, sprich das Qurzwachstum noch lange nicht zu Ende war. Zu dem späteren Zeitpunkt als das es dann zum erliegen kam und frei gewachsene Kristalle übrig blieben, waren die Bedingungen nicht mehr gegeben um die rosa Farbe zu erzeugen.

Grüße Josef Penzkofer

Offline Jochen1Knochen

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Re: Rosenquarz
« Antwort #5 am: 30 May 12, 20:17 »
Hallo!
Rosenquarz ist eine pegmatitische Restschmelze.Bei Erhitzung über 575Grad tritt eine Entfärbung ein.
Rosaquarz ist eine hydrothermale Bildung!
Gruß Jens

Offline berthold

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Re: Rosenquarz
« Antwort #6 am: 30 May 12, 22:01 »
Hallo,

Also, ich denke ganz so einfach ist es nicht. Richtig, Rosenquarz kommt typischerweise aus pegmatitischer Genese. Aber es gibt auch hydrothermale Quarzgänge mit Rosenquarz.

Gruß
Berthold

Offline Gams

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Re: Rosenquarz
« Antwort #7 am: 31 May 12, 08:34 »
Ist es nicht bei Chalcedon und Karneol, Jaspis und Achat genauso. Eine Art Restschmelze bei höherer Bildungst Pemperatur. Hydrothermalen Ursprungs. ::)

Offline stoanklopfer

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Re: Rosenquarz
« Antwort #8 am: 31 May 12, 08:36 »
... ich glaube, dass ich abgesehen von Brasilien noch nie eine andere Herkunft von Rosenquarzkristallen gesehen habe ...

Es gibt noch kristallisierten Rosenquarz vom Wama-District in Nuristan/Afghanistan und von einzelnen Vorkommen in den USA (Maine).

Volkmar

Offline berthold

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Re: Rosenquarz
« Antwort #9 am: 31 May 12, 11:00 »
Hallo,

Zitat
Ist es nicht bei Chalcedon und Karneol, Jaspis und Achat genauso. Eine Art Restschmelze bei höherer Bildungst Pemperatur. Hydrothermalen Ursprungs.

 ??? Ich verstehe nicht. Eine Restschmelze kann doch nicht hydrothermalen Ursprungs sein! Bei Rosenquarz sehe ich in der Genese keine Parallelen zu  Chalcedon, Karneol, Jaspis und Achat. Imho sind da Welten dazwischen.

Gruß
Berthold

Offline Tobi

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Re: Rosenquarz
« Antwort #10 am: 31 May 12, 17:16 »
Aha, danke schonmal bis dahin, ich versuche hier eine Antwort auf meine Frage rauszulesen  ;)

Aber dank unseres wundervollen eBay-Threads wissen wir ja nun, dass es auch Rosenquarze gibt, die wie abgebrochene Berbes-Fluorite kristallisieren: http://www.ebay.de/itm/fiesiger-ROSEN-QUARZ-CUBUS-Kristall-Wurfel-Kraftstein-Heilstein-Kristallwuchs-/120919910193?pt=Mineralien_Fossilien&hash=item1c27636731

 :D

Offline Jochen1Knochen

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Re: Rosenquarz
« Antwort #11 am: 01 Jun 12, 14:58 »
Aber es gibt auch hydrothermale Quarzgänge mit Rosenquarz.

Hallo Berthold!
Da kenne ich leider nichts davon.Alles was ich bisher gesehen habe waren grenzwertige Stücke die irgendwie rosa erscheinen aber dennoch nur auf Eiseneinschlüssen beruhen.

Es gibt noch kristallisierten Rosenquarz vom Wama-District in Nuristan/Afghanistan und von einzelnen Vorkommen in den USA (Maine).

Hallo Volkmar!
Da wäre es doch an der Zeit im Lexikon die Fotos dazu einzufügen.
Meines Wissens sind Kristalle von Rosenquarz nicht bekannt!

Gruß Jens

Offline Collector

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Re: Rosenquarz
« Antwort #12 am: 01 Jun 12, 15:25 »
Hallo Jens

doch, sicherlich gibt es  Rosenquarzkristalle. Siehe unten.

Ich füge Dir auch den Begleittext zu der u.a. Stufe bei. (entnommen aus mindat / rose quartz)

The other variety occurs in well-formed crystals of similar color. They are found as a late formation in pegmatite pockets, often overgrowing smoky quartz crystals in groups of parallel-grown crystals. The color is apparently caused by irradiation induced color centers based on aluminum, Al, and phosphorous, P, that replace Si in the atom lattice (Maschmeyer, Lehmann, 1983). The color is both very light- and heat sensitive. The crystals are slightly dichroic. Because of the differences in their physical properties and causes of color it has been suggested to give the variety of rose quartz that forms crystals the name "pink quartz"

gruß
collector

Offline Haubi

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Re: Rosenquarz
« Antwort #13 am: 01 Jun 12, 15:58 »
Ich habe mir dann gerade mal eben erlaubt, diese empfindliche Lücke im Lexikon zu schließen und meinen brasilianischen Rosenquarz eingefügt: Brasilien/Südosten (Região Sudeste)/Minas Gerais/Doce-Tal/Galiléia/Laranjeiras/Alto da Pitora
Rosenquarz


Zudem zeige ich hier mal ein altes Etikett zu einem derben Rosenquarz aus Rabenstein. Interessanterweise wird auf der Rückseite ein Hinweis auf mögliche Kristalle von da gegeben. Mir ist aber nichts bekannt, ob die wirklich dort jemals vorgekommen sind. Für alle,die die alte Schrift nicht lesen können, hier die "Übersetzung":

Vorderseite:  Rosenquarz
                    derb, rosenrot, zwischen Glas-
                    und Fettglanz, mit Opalschein

                    Rabenstein bei Zwiesel
                    im bayr. Walde

Rückseite:     Professor Hunger von
                    Passau wollte seinerzeit den
                    bayr. Rosenquarz auch in 6-
                    seitigen Pyramiden xx
                    gefunden haben.

Ciao. Uwe

Offline Jochen1Knochen

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Re: Rosenquarz
« Antwort #14 am: 01 Jun 12, 17:45 »
Hallo Peter und Uwe!
Das Problem an der Sache ist folgendes: Unterscheidet doch bitte einmal zwischen Rosenquarz und Rosaquarz
Wenn man durch Aluminium und Phosphor gefärbte kristallisierte Stücke ständig mit Rosenquarz beschriftet wird da ständig aneinander vorbeigeredet werden.Das ist dann der Rosaquarz
Interessant ist der Hinweis auf den Professor Hunger in Passau.Allerdings auch kein direkter Beweis auf das Vorkommen von kristallisiertem Rosenquarz
Ausgeschlossen ist der ja nicht-es hat nur niemand welchen ;D
Oder doch?
Gruß Jens