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Autor Thema: Amethyst im Karbonatgestein  (Gelesen 16128 mal)

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Offline triassammler

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Re: Amethyst im Karbonatgestein
« Antwort #15 am: 21 Jun 12, 18:38 »
Hallo,

ich habe mir das Foto jetzt bestimmt ein Dutzend mal angeschaut. Da sind kleine helle Klasten drin, es gibt so etwas wie einen verwitterten Bereich (oben auf dem Foto) und einen lagigen Aufbau. Erscheint mir doch etwas zu "natürlich" für ein Kunstprodukt. Hätte ich davon ein Stück ohne Amethyste würde ich das spontan als Sinterkalk ansprechen.

Ein bloßes argumentum ad auctoritatem vom Bildersteller ist aber natürlich etwas dünn. Die Ausgangsfrage "Wie ist das mit dem Karbonatgestein zu erklären?" ist dadurch in keiner Weise beantwortet. Das finde ich sehr schade, die Erklärung hätte meinen Wissenschatz bereichert. Denn nur wer nichts weiß muss alles glauben...

Gruß,
Rainer

Offline Jochen1Knochen

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Re: Amethyst im Karbonatgestein
« Antwort #16 am: 21 Jun 12, 19:28 »
Hallo!
Es gibt ja noch ein Teil:
Deutschland/Sachsen/Erzgebirgskreis/Mildenau
Amethyst im Karbonatgestein

Generell habe ich auch nicht behauptet,daß das Stück künstlichen Ursprungs ist.Ich hatte das als Beispiel angeführt,was manche so machen.
Weiterhin irritiert auch mich der ständige Außenrand der Stücke.Rainer-du hattest darauf schon aufmerksam gemacht!
Ich wäre auch froh über Detailfotos,aber Roland ist mir böse,weil ich bei St.Egidien reingepfuscht habe.
Dabei ist das hier eine andere Thematik und da wäre etwas Aufklärung schon vonnöten.
(Roland!Eine Erklärung noch:Ich habe das nicht extra gesucht,um dich zu ärgern,sondern weil ich jetzt erst ein Stück von Mauersberg geschenkt bekommen habe und ein Foto davon ins Lexikon gesetz habe.Dabei bin ich auf deine Fotos aufmerksam geworden.)
Selbst wenn man die Originalgröße nochmal vergrößert ist da nichts daraus ersichtlich um welches Material es sich handelt.
Teilweise lagig wie Sandstein und teilweise porig wie Travertin.An der Grenze zum  Amethyst selbst keinerlei Hohlräume.Da ist alles bündig!
Gesintert aus einem Quellbereich-das wäre durchaus möglich.Gute Idee Rainer!
Gruß Jens

Offline uwe

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Re: Amethyst im Karbonatgestein
« Antwort #17 am: 21 Jun 12, 21:14 »
Wo soll den in Mildenau bzw. Mauersberg Sandstein oder Travertin herkommen?  Verkittung aus Baryt oder Quarz - ja, aber Karbonatsediment? Es kann schon sein, daß die Brekzien matürlich sind, aber bestimmt nicht aus Mildenau.

Uwe

Offline Goldi85

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Re: Amethyst im Karbonatgestein
« Antwort #18 am: 21 Jun 12, 21:50 »
Hallo,

ohne davon viel Ahnung zu haben.. aber auf dem Bild der zweiten Stufe zieht sich im unteren Bereich ein Riss durchgängig durch die "Matrix" und durch mehrere der eingebetteten Amethyst-Bruchstücke. Kann man dies als Hinweis für eine natürliche Bildung in Betracht ziehen?

Gruß  Daniel

Offline nwsachse

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Re: Amethyst im Karbonatgestein
« Antwort #19 am: 21 Jun 12, 22:14 »
"Karbonatgestein" ist vielleicht etwas unglücklich formuliert.
Tektonisch zerrüttetes Gangmaterial kann auch durch Calcit, Dolomit o. ä. Minerale wieder verkittet werden. Sollte so im Erzgebirge und anderswo durchaus nicht zu selten vorkommen.
Als Beispiel Figur 8 und den zugehörigen Text in diesem Buch: http://bavarica.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10284848_00001.html

Offline Mineralroli

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Re: Amethyst im Karbonatgestein
« Antwort #20 am: 21 Jun 12, 23:20 »
Hallo
So, nun werde ich mich mal zu Wort melden.
@Jochen1Knochen
Also wenn Du schon meine private Mail zitierst, dann richtig und vollständig.
Ich habe geschrieben das eine Erklärung folgt, aber alles zu seiner Zeit. Offensichtlich kann man nicht abwarten.
Natürlich ist es mir Wurscht ob Jemand mir glaubt oder nicht, weil ich weiß das es ein reines Naturprodukt ist und das sollte auch nicht die Begründung sein.
Meine Zurückhaltung hat auch seinen Grund und ehrlich gesagt wollte ich mich von derartigen Diskussionen fernhalten, weil ich weiß wie diese enden und da erinnere ich mich schon an St. Egidien. Was hast Du denn zur Lösung beigetragen?
Behauptungen ohne Begründung, etliche neue Fragen,  es wurde die Zuordnung meines Bildes in Frage gestellt, erfahrene Sammler wurden hier öffentlich als Hintergrundtypen abgestempelt nur weil sie sich nicht zu diesem Thema geäußert haben bzw. nicht beim Atlas angemeltet sind, es folgten Gangachate die keine waren und was ist passiert? Der Grund der Diskussion wurde nicht mehr berührt. Hauptsache man hat seine These durchgesetzt. Alles ist noch unverändert im Lexikon. Toll, dazu habe ich keine Lust mehr.
Wahrscheinlich wird sich diese Diskussion in die gleiche Richtung verlaufen.
-------
Nun zum eigentlichen Thema:
Allen Verfechtern von Fliesen und Tischplatten sei gesagt das ich niemanden verarsche (ich hab das nicht nötig).
Das erste Bild stammt aus der Grabung von Prof. Vollstädt in den 80er Jahren. Eine mir seit jahrzehnten vertraute Schleiferei hatte damals ca. 500 Kg erworben und verschliffen. Ebenso gab es beim Schießplatz (Marienberg) ähnliche Funde durch die Bergsicherung Schneeberg.
Prof. Vollstädt hatte bei der diesjährigen Messe in Freiberg genau diese Stücke im Angebot. Weiterhin gibt es folgende Angebote:
https://www..de/?inhalt=shop&nr=44&page=2
oder
https://www..de/?inhalt=shop&show=1&page=&id=102&nr=0
Auf diesem Bild sieht man oberhalb die selbe Matrix.
Wie ich es ermitteln konnte handelt es sich um Siderit der den Amethyst umgibt. Diese stark tektonisch zertrümmerte Amethyste fand man verkittet im verwittertem Gneis.
Dazu gibt es einen Neufund auf einem privaten Glände in Mildenau (Feldfund - eine Fortsetzung der damaligen Vollstädtgrabung). Diese neue Grabung wird von dem Mineralienhandel GLÖCKNER in Herold vermarktet und zeigt genau die gleiche Paragenese wie in beiden Bildern.
Ich habe mit Prof. Vollstädt bereits Kontakt aufgenommen um eine genaue Gesteinsanalyse und etwas zur Geologie zu erhalten. Eine Antwort steht noch aus. Sobald diese vorliegt wird diese angefügt.
Genau diese wollte ich noch abwarten aber die Spekulationen zu diesem Thema haben mich bewogen bereits jetzt meinen Wissensstand zu vermitteln.
Gruß Roland

Zitat
Dem Bildersteller empfehle ich, das Stück zu entsorgen, ehe er noch ausgelacht wird.
das wir mit Sicherheit nicht passieren

« Letzte Änderung: 22 Jun 12, 06:11 von Mineralroli »

Offline strahler1975

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Re: Amethyst im Karbonatgestein
« Antwort #21 am: 22 Jun 12, 09:36 »
Ja - das passt Roland - so was in der Richtung hatte ich mir auch gedacht - Sideritverkittete Mineralien finde ich auch oft im Zillertal, dort wo das Nebengestein sehr hydrothermal zersetzt ist - interessante Sache - danke für die Erklärung!

Weiss man warum der Siderit keine Zersetzungserscheinungen zeigt ? - meist sind derartige Stücke ja rostbraun.

Grüsse
Frank
« Letzte Änderung: 22 Jun 12, 09:42 von strahler1975 »

Offline Mineralroli

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Re: Amethyst im Karbonatgestein
« Antwort #22 am: 22 Jun 12, 15:41 »
Hallo Frank
Zitat
Weiss man warum der Siderit keine Zersetzungserscheinungen zeigt ? - meist sind derartige Stücke ja rostbraun.
Noch nicht, ich muß noch weiter recherchieren und notfalls eine Probe einschicken. Ich gehe auch davon aus das es nicht reiner Siderit ist sondern das sich Dolomite und andere Produkte hinzugesellt haben könnten.
Ich lasse auch das mit dem Karbonatgestein erstmal so stehen. Damit habe ich mich nicht festgelegt und ob Eisenkarbonat oder andere Karbonate bzw. Vermischungen mehrerer einen kausalen Zusammenhang darstellen bleibt offen bis eine eindeutige Klärung vorhanden ist.
Gruß Roland

Offline Mineralroli

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Re: Amethyst im Karbonatgestein
« Antwort #23 am: 25 Jun 12, 20:26 »
Hallo
Zitat
An der Grenze zum  Amethyst selbst keinerlei Hohlräume.Da ist alles bündig!
falsch !
Es gibt zahlreiche Drusen sowohl einzeln als auch im Randbereich der Amethystbrocken. Es ist auch auf den Fotos klar zu erkennen.
Einzelne Drusen sind auskristallisiert und besitzen winzige Hämatite. Auch konnte ich kleine Fluoriteinlagerungen erkennen.
Zur besseren Erkennung hänge ich Detailfotos an.
Amethyst im Karbonatgestein
,
Amethyst im Karbonatgestein
Amethyst im Karbonatgestein
,
Amethyst im Karbonatgestein

und die Bruchzone durch die gesamte Stufe (Matrix und Amethyst) Goldi85 hat das als Einziger richtig erkannt.
Amethyst im Karbonatgestein


Der Bildersteller

Offline Jochen1Knochen

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Re: Amethyst im Karbonatgestein
« Antwort #24 am: 25 Jun 12, 21:13 »
Hallo!
Faszinierend würde Spock sagen ;D
Auf dem zweiten Detailfoto würde ich Quarzkriställchen in der Druse vermuten und das dann doch in Richtung Hornstein verschieben.Leider ist es halt so,daß auf den Fotos auch Farbveränderungen sind.Mal ehrlich Roland-hast du als alter Fuchs da schon mal eine Säureprobe gemacht?
Ich meine,bei dem Link auf dem Amethyst,der zum Verkauf steht eindeutig Hornstein zu sehen.Das Foto hatte ich mir schon betrachtet,bevor ich dieses Thema hier angefangen habe. ;)
Sehr schön finde ich allerdings in den Detailbildern die äußere Umrahmung der einzelnen Amethysttrümer.Die müssen auf jeden Fall in Kieselsäure gesättigter Lösung geschwommen (geschwebt) sein.
Gruß Jens

Offline Mineralroli

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Re: Amethyst im Karbonatgestein
« Antwort #25 am: 25 Jun 12, 22:04 »
Hallo
Obwohl die Amethystbrekzien als gesonderte Einsprenglinge anzusehen sind, ist mikroskopisch oft ein fließender Übergang erkennbar.
Es ist davon auszugehen das die Matrix in ihrer Entwicklung mehrmals verändert wurde. Eine zusätzliche Verkieselung schließe ich nicht aus da Quarzkristalle in einzelnen Drusen vorhanden sind. Die Bergakademie Freiberg wurde auch zur Thematik angefragt.
der Bildersteller

Offline uwe

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Re: Amethyst im Karbonatgestein
« Antwort #26 am: 26 Jun 12, 13:11 »
Danke für die klärenden Detailaufnahmen. Dabei wäre ich jede Wette eingegangen, daß es sich um ein künstliches Objekt handelt. So kann man sich täuschen bzw. man lernt nie aus.

Uwe

Offline pseudonym

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Re: Amethyst im Karbonatgestein
« Antwort #27 am: 26 Jun 12, 13:39 »
Interessante Sache , hätt auch gedacht das wär künstlich aber solche kleinen Drusen sind schwierig zu fälschen - ich bin gespannt was bei den Analysen rauskommt .

Und hoffentlich taucht solches Material bald auf Börsen auf . . .

Offline Fritzi

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Re: Amethyst im Karbonatgestein
« Antwort #28 am: 26 Jun 12, 14:03 »
Hallo pseudonym,

Zitat: "Und hoffentlich taucht solches Material bald auf Börsen auf . . ."

Wenn ich mich nicht täusche, dann habe ich ein einzelnes großes Stück in der Bergbauagentur Freiberg gesehen. Zum Preis kann ich leider nichts schreiben.

BG
Fritzi

Offline raritätenjäger

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Re: Amethyst im Karbonatgestein
« Antwort #29 am: 26 Jun 12, 15:08 »
Hallo,

gerade auf den Detailbildern lässt sich erkennen, dass es natürlich ist. Die Aufnahmen erinnern mich ein wenig an ein Stück von Geyer aus meiner Sammlung. Auch hier sind diese Hohlräume zu erkennen, gefüllt mit Quarz xx. Die ehemaligen Siderite sind hinten hohl und komplett ausgekleidet mit braunen Eisenkiesel xx.

http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Deutschland/Sachsen/Chemnitz%2C%20Direktionsbezirk/Erzgebirgskreis/Geyer/Greifenbachtal

Gruß
Andreas

 

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