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Multiple Japaner-Zwillinge (urspr. Bilderdisk. Japaner-Drilling)
berthold:
Hallo Josef,
ähh, bitte nicht persönlich nehmen, ich zweifle keineswegs an Deinem Augenmaß. Ich habe da ja auch die schlechteren Papiere, da ich das Stück nur von einem Foto her kenne. Und bitte: Keine Kristalle rausbrechen :o
Mich stört in erster Linie die Bezeichnung "Drilling" (in der Bildüberschrift) - aber das hast Du ja jetzt geändert.
Wenn ich Deine Werte richtig verstehe: Der einspringende Winkel (1. und 2. Foto) würde bei Berücksichtigung einer gewissen Messungenauigkeit schon für einen Japanerzwilling passen, eine genaue Messung wäre allerdings der Beweis. Das ist genau der Punkt, wo ich dem Augenmaß (auch meinem) eben nicht vertraue. Ich haben schon einige "Fast-Japaner" gesehen (einen sogar als Japaner gekauft :P).
Mit dem 3. Kristall habe ich ein Problem. Mir ist nicht klar, welchen Winkel Du da gemessen hast - sicher nicht den für den Japaner typischen/notwendigen. Ich vermute C-Achse von Kristall2 zu C-Achse vom Kristall3 ? Die C-Achse vom Quarz ist aber 3-zählig, Wie passt da der gemessene Winkel um die 61° dazu?
Vom Gesamtbild her habe ich das Problem: Von Zwillingen erwarte ich wenigstens ähnliche Größe, auch für Japaner-Zwillinge ist das doch so. Kristall 1-2 lasse ich da noch gelten, 1-3 geht mir zu weit auseinander.
Gruß
Berthold
Josef 84,55:
Hallo,
bei den vier Fotos mit der Messung der dreizähligen Achse ist zu sehen, dass die Kanten der Rhomboeder beider Kristalle in einer Linie sind. Warum nun der Winkel nicht 120° sondern 60° ist hat eine einfache und am Kristall auch erkennbare Erklärung: der mittlere Kristall ist ein Dauphinéer Zwilling.
Zu dem kleineren Kristall, er zeigt eine gut ausgebildete Verzerrung und schöne Zwillingsnaht, die Prismenflächen lassen sich gleichzeitig einspiegeln aber nicht in koaxialem Licht. Die Größe des Kristalls spielt keine Rolle.
Zur Naht auf den seitlichen Prismenflächen. Der verzerrende Effekt entsteht oben am einspringenden Winkel, wo gleichwertige Flächen beim gemeinsamen wachsen die Zwillingsfläche als Verwachsungsfläche ausbilden können. Bei den seitlichen Prismenpaaren ist das nicht der Fall, es entsteht nicht die Zwillingsverwachsungsfläche und damit auch nicht die Verzerrung. Daher ist es auch völlig unwichtig ob diese Flächen in einer Ebene liegen oder nur parallel sind.
Mineralroli:
Hallo
Meiner Meinung nach (wenn die Achsen stimmen) bleibt es in jedem Fall eine Zwillingsbildung auch wenn ein dritter Kristall mit angewachsen ist.
beste Grüße
Roland
Jochen1Knochen:
Hallo!
Im Zweifel immer für den Angenagten!
Aber meine Zweifel sind natürlich meine eigenen Zweifel.Die müssen auch nicht unbedingt reell sein.
Wenn der Hauptkristall ein Dauphineezwilling ist(was ich auf den Fotos beim besten Willen nicht erkennen kann) und die beiden anderen nicht ist das auch komisch.
Wie schon geschrieben-ich würde das vermessen lassen.
Gruß Jens
berthold:
Hallo Josef,
wenn der Eindruck entstanden sein sollte, dass ich hier Deine Kompetenz öffentlich in Frage stelle dann möchte ich mich dafür in aller Form entschuldigen. Keineswegs zweifel ich an Deiner Kompetez und Beobachtungsgabe, jedoch habe ich in der Sache eben andere Vorstellungen.
Ich muss etwas weiter ausholen:
--- Zitat ---Die Größe des Kristalls spielt keine Rolle.
--- Ende Zitat ---
In 1) sind die morphologischen Charakteristika für Japaner-Zwillinge aufgelistet. Die Mehrzahl trifft bei Deinem Stück nicht zu. Die Größe und Dicke der Kristalle spielen sehr wohl eine Rolle. Das ergibt sich auch aus dem Umstand, dass die Zwillingsbildung in einer sehr frühen Wachstumsphase angelegt wird 2) und beide Kristalle -von Wachstumsbehinderungen abgesehen- in der Regel auch gleichschnell wachsen. Die in 1) gelistete morphologische Beschreibung zeigt, dass es keinen wesentlichen Achsenversatz geben kann. Bei geichem Wachstum bildet sich eine "Planfläche" die die {10-10} der beiden Kristalle übergreift, siehe 1), 2), 3). (Klar, weil früh angelegt, können die Kristallite nicht weit auseinander liegen, Achsenversatz ist also nicht möglich).
--- Zitat ---der mittlere Kristall ist ein Dauphinéer Zwilling.
--- Ende Zitat ---
Kann sein, aber bitte: Wie hast Du das festgestellt? (Dauphinéer-Zwillingsaufbau ist m.W.n. nur durch Ätzen einer geschnittenen Platte mit Flußsäure oder Ammoniumdifluorid und Draufsicht mit einem Spotlicht feststellbar.)
Ich sehe eine mögliche Japanerzwillingsbildung von 1-2, den dritten Kristall spreche ich als Verwachsung an.
@Florian:
--- Zitat ---Eigentlich muss nur der Winkel der Achsen stimmen - sonst nichts....
--- Ende Zitat ---
nein, der Winkel zwischen den Achsen reicht natürlich nicht. Auch die Drehung der Achsen zueinander muss stimmen.
Gruß
Berthold
Literatur:
1) Ichiro Sunagawa, Junji Takahashi, Kazutoshi Aonuma und Minoru Takahashi (1979) Growth of quartz crystals twinned after Japan Law. Physics and Chemistry of Minerals Volume 5, Number 1 (1979), S 53-63
2) Alenka Lenart1, Zoran Samardžija, Matjaž Godec, Breda Mirtič and Sašo Šturm (2012) Twin-boundary formation in Japan-law twinned quartz crystals. Eur. J. Mineral June 2012 v. 24 no. 3 p. 509-517
3) Sunagawa, Ichiro; Imai, Hiroyuki; Takada, Masayuki; Hoshino, Yukio (2004) Morphogenesis of quartz crystals twinned after Japan Law. European Journal of Mineralogy Volume 16 Number 1 (2004), p. 91 - 97
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