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Multiple Japaner-Zwillinge (urspr. Bilderdisk. Japaner-Drilling)

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Josef 84,55:
Hallo Berthold,

Entschuldigung angenommen.

Ich bin sicher in der angegebenen Literatur, die ich noch nicht vollständig habe, sind die in der Natur vorkommenden Regel-Charakteristika von Japaner Zwillingen sehr gut beschrieben. Sicher eine gute wenn auch vereinfachte Modellvorstellung.
Beschreibt nun auch die Natur die Literatur im Umkehrschluss?
In den meisten Fällen ist es auch so, dass das Ereignis das zur Zwillingsbildung führt, bei einer sehr frühen Wachstumsphase geschah. Bei einigen Fundstellen ist das aber nicht so. Wie erklärst Du Dir sonst einen aufgewachsenen Y-Förmigen Japaner Zwilling. Der längere Kristall muß schon eine gewisse Größe gehabt haben. Daraus ergeben sich Abweichungen vom Regel-Habitus.

Grüße Josef

korrigiert Y-Förmig

berthold:
Hallo,


--- Zitat ---Sicher eine gute wenn auch vereinfachte Modellvorstellung.
--- Ende Zitat ---
Ja, aber von einfach oder vereinfacht kann keine Rede sein. S. KOZU beschreibt schon (1954) zehn verschiedene Japaner-Zwillings-Typen. Die kann man nur mit aufwändigen Laboruntersuchungen (typischerweise Ätzung) unterscheiden. Heute kann man im Labor Japanerzwillinge züchten, das ist kein Zufall sondern Anwendung der Modellvorstellungen.


--- Zitat ---Wie erklärst Du Dir sonst einen aufgewachsenen Y-Förmigen Japaner Zwilling.
--- Ende Zitat ---
Eben nicht aufgewachsen! Um mir nicht die Finger wund zu schreiben: Die Y- (und X-förmigen) Japanerzwillinge wurden in Literaturquelle 3) ausführlich untersucht und beschrieben. Da steht: Ihre Bildung ist mit der Genese-Modellvorstellung absolut vereinbar (auch hier: frühe Wachstumsphase).

Gruß
Berthold

Josef 84,55:
Hallo Berthold
und alle die mitlesen,

mit vereinfacht habe ich gemeint, dass es nicht möglich ist alle auftretenden Phänomene allgemeingültig zu beschreiben. Ich sage nicht, dass es einfach ist. S.KOZU (1952) schreibt in seiner Veröffentlichung nicht nur von den 10 nach Symmetrieoperationen möglichen Stellungen der verwachsenen Kristalle, er hat vor allem erkannt, dass nur bei den vier Fundamental - Typen beide Kristalle an einer Zwillingsfläche in direkten Kontakt stehen.

Für mich ist wichtig, die Abhängigkeiten der verschiedenen Mechanismen zu verstehen.
z.B. - die für die Verzerrung verantwortlichen Versetzungen entstehen an der Zwillingsebene (SUNAGAWA I. et al. 1979). Diese kann geometrischen Gründen nur zwischen gleichwertigen Flächen an der Kontaktlinie entstehen. Wenn die Flächen nicht gleichwertig sind, kann sich die Zwillingsfläche nicht ausbilden und dadurch kommt es in diesem Bereich auch nicht zu der Verzerrung was sich wiederum auf den Habitus auswirkt....
Mit viel Glück werden die Zwillinge irgendwann gefunden, als etwas Besonderes erkannt, untersucht, interpretiert und beschrieben. Die Beschreibungen werden wieder interpretiert und helfen manchmal das an Zwillingen beobachtete besser zu verstehen. 

Aber wo setzt man an wenn das Stück nicht zu den Beschreibungen passt? 
Kannten die Beschreibenden nur Stücke aus Japan? Ignorierten Sie Fundstellen wie La Gardette, Mundo Nuevo, Kami oder Bedretto?

Wenn nun, wie bei dem Multiplen Japaner oben, mehrere Japaner Zwillingsebenen in einem Kristall vorhanden sind, summieren sich die Verzerrungen und der mittlere Kristall wird eben nicht plattig, sondern nur dicker als die umgebenen Kristalle.

Setzt Du "frühe Wachstumsphase" mit spontaner Keimbildung gleich?  Diese kann, wie man an vielen Stufen, z.B. auf Mundo Nuevo, Peru, erkennen kann, auch zu einem Zeitpunkt geschehen, als schon gut ausgebildete Quarzkristalle vorhanden waren (Sonnenquarz). Wenn nun die neu entstandenen Keime nach einen Japaner Gesetz verzwillingt waren, ist es anscheinend möglich gewesen, dass sich diese an vorhandenen Kristalloberflächen orientieren konnten. Soweit meine Modellvorstellung, ob sich diese mit der neueren Literatur deckt ist mir nicht bekannt und werde ich auch kurzfristig nicht vertiefen. Dazu fehlt mir die Zeit.

@Jens
1. Bild:  bei dem Absatz treffen tatsächlich nicht gleichwertige Flächen an der Verwachsungsnaht zusammen. Am Ende der Wachstumsphase wurde hier also nicht die Zwillingsfläche ausgebildet.
2. Bild: der rechte Teil des Zwillings überlappt den anderen. Das ist nicht ungewöhnlich, wichtig ist der Wachstumsbereich der Flächen im einspringenden Winkel.
3. Bild: die Farbabstufung kommt von der Verwachsungsfläche im inneren. Müsste hier gleichzeitig die Zwillingsfläche sein.

Ein komplexes Thema das schwierig in einen Artikel unterzubringen ist, vor allem fällt es mir schwer es in eine für normale Sammler verständliche Form zu bringen. Ich habe, zur Zeit knapp über 20 Stufen mit Multiplen Japanern von 7 verschiedenen Fundorten.

Multiple Japaner-Zwillinge (urspr. Bilderdisk. Japaner-Drilling)
Multiple Japaner-Zwillinge (urspr. Bilderdisk. Japaner-Drilling)
Multiple Japaner-Zwillinge (urspr. Bilderdisk. Japaner-Drilling)

Grüße Josef

Jochen1Knochen:
Hallo!
Bei Bild 2-der gestreifte Rhomboeder sollte eigentlich eher ein Trapezoeder sein und lediglich einen Linksquarz anzeigen.Für eine gestreifte Dipyramide erscheint mir das zu flach.Wenn am restlichen Kristall nichts weiter zu erkennen ist ist das womöglich sogar nur eine ganz normale Wachsung.
Bei Bild 3 könnte die unterschiedliche Streifung der Rhomboederfläche auf einen eingewachsenen Kristall hindeuten.Es könnte durchaus möglich sein,daß hier zwei Japanerkeime in einer günstigen Stellung zueinander ineinandergewachsen sind.
Dieser halbe Japaner-na ja-.hast du das Gegenstück dazu? Immerhin ist die Bruchfläche verheilt!
Dieser letzte Kristall schaut vom Foto her auch total verdreht aus.Das würde ich hier auch nicht als Japaner bezeichnen.
Vieleicht gucke ich aber auch schief-ich weiß es nicht ;)
Gruß Jens

Josef 84,55:
Hallo,
 

--- Zitat von: Jochen1Knochen am 31 Jul 12, 22:50 ---Vieleicht gucke ich aber auch schief-ich weiß es nicht ;)

--- Ende Zitat ---
Das habe ich mich auch schon gefragt ;D

Den halben Citrin Japaner habe ich von R.&T. Minerals auf den Mineralentagen in München letztes Jahr gekauft. In der Vitrine standen noch ein paar ganze Japaner. Siehe http://www.mindat.org/mesg-15-238060.html und Japis 12/2011 Seite 44, Mineralienwelt 01/2012 Seite 11.

Grüße Josef

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