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Autor Thema: Alte Hüttenschlacke  (Gelesen 4553 mal)

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Offline uwe

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Alte Hüttenschlacke
« am: 04 Oct 12, 16:07 »
Bei einem Haldenbesuch in Johanngeorgenstadt ist mir auf einer Halde relativ viel alte Hüttenschlacke aufgefallen. Die Schlacke war wirklich sehr alt, denn sie enthielt teilweise Holzkohlenreste. Die Stücke waren innen hell-gelbgrün und die Kruste war kräftig dunkelblau. Nun ist mir in Johanngeorgenstadt keine Gewinnung von Kupfererz bekannt (ich lasse mich aber gern belehren). Demnach dürfte es wohl keine Kupferschlacke sein. Eisenerz war in der Vergangenheit in diesem Gebiet jedoch recht häufig.

Könnten also Eisen2-ionen für die Blau- bzw. Grünfärbung verantwortlich sein?

Gruß
Uwe

Offline Krizu

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Re: Alte Hüttenschlacke
« Antwort #1 am: 04 Oct 12, 17:06 »
Ja,

Fe(II)Sulfat ist das Grünsalz, Fe(II)-Ionen können wie im Olivin grün färben.

MfG

Frank

Offline Erzgräber

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Re: Alte Hüttenschlacke
« Antwort #2 am: 04 Oct 12, 17:50 »
Hallo Uwe
Ich tippe auf Cobalt-Ionen, die für die Blaufärbung verantwortlich sind.
Durch Umwelteinflüsse im besonderen Sauerstoff und saures Sickerwasser werden
die färbenden Ionen in der Kruste in einer höheren Oxidationsstufe als im Inneren vorliegen.
Daher auch der Farbunterschied.

Glück Auf
Der Erzgräber

Offline Axinit

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Re: Alte Hüttenschlacke
« Antwort #3 am: 04 Oct 12, 17:56 »
Servus,

bei gleichzeitigem Vorliegen von (gruenen) Eisen(II) und (gelblichen) Eisen(III)ionen resultiert eine intensive Blaufaerbung durch Bildung von Charge-Transfer-Komeplexen (Beispiele: Berliner Blau, Turnbulls Blau).

Eine Blaufaerbung kann natuerlich auch durch Cobalt-ionen (s. den Beitrag von Erzgraeber) oder auch durch blaue Manganate hervorgerufen werden.

Zu einer eindeutigen Klaerung muesste die Schlacke auf das Vorliegen von Eisen, Cobalt und Mangan analysiert werden.

GA

Harald

Offline smoeller

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Re: Alte Hüttenschlacke
« Antwort #4 am: 04 Oct 12, 17:57 »
Hallo,

Fe2+ ist als färbender Bestandteil von glasigen Schlacken und Gläsern wohlbekannt. Diese hellblauen Schlacken, die im Harz u.a. als Sieberachat oder Bodeachat bezeichnet werden, sind alle Eisenschlacken.

Kobaltglas (Smalte), wie es in Blaufarbenwerken anfiel, ist tiefblau gefärbt (Kobaltaluminatspinell). Gelbgrün kann auch auf Nickel oder Uran hindeuten.

Glück Auf!
Smoeller

Offline uwe

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Re: Alte Hüttenschlacke
« Antwort #5 am: 04 Oct 12, 18:35 »
Danke für Eure Antworten. Ich denke Harald "Axinit" hat den Finger drauf. Eisen-3 ist auf jeden Fall mit im Spiel, denn das entsteht ja wesentlich leichter als Eisen-2.

Ich muß allerdings gestehen, daß ich, obwohl Mineraliensammler, ein Stück der Schlacke mit einer schönen Kruste mitgenommen habe. Werd' ich wohl als Zeugnis Erzgebirgischer Hüttenindustrie behalten.

Gruß
Uwe

Offline Kluftknacker

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Re: Alte Hüttenschlacke
« Antwort #6 am: 04 Oct 12, 19:02 »
Ist das eine "echte" Kruste oder nur eine (irisierende) "Haut"?
Foto?

Offline uwe

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Re: Alte Hüttenschlacke
« Antwort #7 am: 04 Oct 12, 19:23 »
Nö, Nö, ist schon 'ne etwa 5 mm starke Kruste. Ich mache gelegentlich mal ein Bild.

Uwe

 

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