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Autor Thema: Manganminerale  (Gelesen 52551 mal)

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Offline Mangan-TIM

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Manganminerale
« am: 03 Nov 12, 15:57 »
Hallo,

sind Manganminerale wirklich unattraktiv?????? Man findet so wenig darüber zu lesen.

Thilo

Offline uwe

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Re: Manganminerale
« Antwort #1 am: 03 Nov 12, 16:04 »
Manganminerale sind nicht unattraktiv sondern schwer auseinander zu halten. Ich habe mal einen Sammler aus Ilfeld gekannt, der ausschließlich Manganminerale sammelte.

Uwe

Offline Goldi85

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Re: Manganminerale
« Antwort #2 am: 03 Nov 12, 16:06 »
Hallo,

ich habe den Vorteil, in der Umgebung eine der ehemalig größten Manganerzlagerstätten in näherer Umgebung zu haben:
http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Deutschland/Hessen/Gie%DFen/Lindener%20Mark
Daher bestimmt das Thema auch meine Sammlung.. auch wenn es mit den Eigenfunden in dem Gebiet leider praktisch vorbei ist.

Gruß  Daniel

Offline smoeller

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Re: Manganminerale
« Antwort #3 am: 03 Nov 12, 16:09 »
Hallo Thilo,

Unattraktiv nicht wirklich. Da gibt es ja auch wirklich hübsche Sachen, wenn ich z:B. an die Pyrolusite von Gremmelsbach im Schwarzwald denke.
Aber die große Problematik ist die Bestimmung, da braucht man von jedenm Stück mindestens eine XRD, oft sogar noch EDX oder Raman. Das hält leider viele ab, diese Minerale weiter zu beachten, besonders halt diese ganzen schwarzen oder grauen Krusten (Wad, Manganomelan etc.). Dabei ist es hochinteressant.

Suchst du nur Infos zu Mangan aus Thüringen? Ich könnte dir da noch ein paar Artikel zum Schwarzwald empfehlen, da ist eine Menge über Manganerze publiziert. Einiges hab' ich auch als pdf, besonders die hist. Literatur. Alte Mineralienbücher aus dem 18./19. Jhd. auch, aber da wird's schwierig mit dem Mail-Anhang, oft sind die Dateien über 100 MB. Aber die findest du auch bei google books.

Glück Auf!
Sebastian

Offline Mangan-TIM

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Re: Manganminerale
« Antwort #4 am: 03 Nov 12, 16:54 »
Hallo,

ich bin ja froh, dass es hier doch noch Mangan-Sammler gibt. Ja mit der Bestimmung, das ist so eine Sache. Es ist nicht immer leicht, speziell die Hartmanganerze zu unterscheiden. Gewisse Nebenminerale (Calcit,Baryt) können wenigstens einen kleinen Vorteil bei der Auswahl haben.
Ich bin auch sehr interessiert an anderen Fundstellen aus Deutschland, nur schon um Vergleiche zu ziehen zu meinen Revieren. Pyrolusit, Ramsdellit,Braunit, Hausmannit sind ja doch recht leicht zu unterscheiden, Manganit kommt eh sehr untergeordent vor. Aber halt die Hartmangane sind schwierig.
Oehrenstock und Friedrichroda sind ja fast abgegrast als Fundpunkt, aber das Arlesberger Revier und auch Brotterode und Ruhla sind noch ok. Hier kann man ja wenigstens noch was finden.
Ich weiß nicht, wie das in Hessen ist - hier war ich zugegebnermaßen leider noch nicht. Dehalb suche ich ja hier Sammler die sich damit auskennen. Ich will dort nicht die große Grabung machen. Was ich will sind Vergleiche ziehen in Punkto Bildung der Lagerstätten usw.
Ich glaube die wichtigsten Lagerstätten haben die gleiche Bildung und somit auch relativ gleiche Mineralbildungen - oder denke ich da falsch????

Offline smoeller

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Re: Manganminerale
« Antwort #5 am: 03 Nov 12, 18:00 »
Hallo,

Die Eisen-Mangan-Formation ist (zumindest, was die bisher gesehenen Lagerstätten betrifft) schon recht eintönig. Da hast du Hämatit, Quarz, evtl. Baryt und Calcit und halt Manganminerale. Das gibts so im Harz, im Erzgebirge und im Schwarzwald sowie im Thüringer Wald. Die Bildungsbedingungen dürften recht ähnlich sein.

Ein 2. Typus sind Oxidationszonen (Eiserne Hüte) von Siderit-führenden Lagerstätten, wobei Mn-haltiger Siderit bei der Oxidation in Mn-Oxid (meist Kryptomelan, Pyrolusit oder Todorokit) und Eisenhydroxid (meist Goethit, Limonit) zerfällt. Das hat man u.a. im Siegerland und tw. auch im Schwarzwald (z.B. an der Grube Clara, wo über 16 verschiedene Mn-Minerale vorkommen).

Dann gibt es auch noch Mn-Erze in Karsthohlräumen im Kalkstein (z.B. Gießen), in submarinen Konkretionen (Manganknollen der Tiefsee, Limonitkonkretionen, Eisenoolithe und Trümmererze  im Peine-Salzgitter-Gebiet).

Was ich empfehlen könnte, ist die ausführliche Abhandlung Faisi, Salich(1951) Die Eisen- und Manganerzgänge von Eisenbach (südöstl. Schww.) und ihre tektonische Stellung, Neues Jb. Mineral. Abh. Bei Interesse schick mir eine PN wegen der Bezugsquelle.

Ich selber sammle ausschließlich Mineralien aus Baden-Württemberg, v.a. Schwarzwald, darunter auch Manganmineralien. Fotos müsste ich erst machen.

Leider stösst man schnell an die Grenzen der Bestimmbarkeit. In der Gegend (Schwarzwald) ist es häufig Pyrolusit, Kryptomelan, Manganogel oder Todorokit. Hab im Rahmen meines Studiums (buin Diplom-Mineraloge) häufiger mal Stücke geröntgt (XRD). Dabei erwiesen sich sogar perfekte Kristalle, die als Romanéchit angesprochen waren, als röntgenamorph, also Manganogel. Eine Probe nierig-schaliges Erz vom Silberbrünnle zeigte neben Kryptomelan Ramsdellit.

Hausmannit, Braunit, Hollandit und Romanéchit sind weitere, dort vorkommende Minerale. In Co-haltigen Lagerstätten wie Wittichen fand sich Asbolan.

Glück Auf!
Smoeller

Offline Mangan-TIM

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Re: Manganminerale
« Antwort #6 am: 03 Nov 12, 18:45 »
Glück Auf Smoeller,

na das ist doch man ne Ansage. Was ist ganz speziell Manganogel????? Hab ich noch nie gehört. Ich bin ja auch recht gut in dem Thema drin, aber das kenn ich noch nicht. Gel sagt mir irgendwas kollomorphes, aber was??? Todorokit scheint irgendwie mehr da zu sein als man denkt. Auch in Oehrenstock. Wad zu entscheiden ist schwer, kann auch was anderes sein. Du kannst ja mal meine Bilder im Atlas unter Arlesberger Revier und Oehrenstock vergleichen, wenn du magst. Was Ramsdellit anbetrifft, so habe ich das Gefühl, dass der mehr vorhanden ist als man denkt. Was nicht weiter verwundert, so doch die wichtigsten Schriften entstanden sind, als Ramsdellit noch nicht entdeckt war. Was mich beeindruckt, sind die mannigfaltigen , teilweise super schönen Pseudomorphosen von Mangan nach..., und von Manganerzen nach Manganerzen. Ist das in anderen Revieren auch so??? In Friedrichroda am Gottlob habe ich fast den Eindruck das ist die Regel.
 Auch im Arlesberger Revier ist es sehr schwer zu entscheiden, ob der Pyrolusit direkt gebildet wurde, oder erst den Umweg über Manganit ging. In Oehrenstock ist es etwas einfacher, da war das Primärerz Manganit, welcher völlig in Pyrolusit umgewandelt wurde. Ist das nun die Regel der Manganerzlagerstätten, oder eher die Außnahme. Ilfeld scheint da warscheinlich ein Sonderfall zu sein.
Ich - oder besser wir von der AG Manganerzbergbau Thüringen suchen Mitstreiter und Helfer, was Manganerz betrifft und freuen uns über jede Hilfe. Auch andere Fundorte in Deutschland lassen doch auch Rückschlüsse auf unser Reviere zu.
Keine Angst, wir wollen hier keine Mitglieder rekrutieren, wir sind auch kein Verein, bloss eine Interessengemeinschaft von Sammlern aus Thüringen mit dem gleichen Hobby.

Glück Auf

Thilo

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Re: Manganminerale
« Antwort #7 am: 03 Nov 12, 18:46 »
Hallo Thilo!

Unattraktiv sind sie keineswegs.
Ein Schwerpunkt meiner Sammlung ist das Ilfelder Manganerzrevier. Öhrenstock und Elgersburg/Arelsberg hab ich auch besammelt.
Evtl. kann ich da weiterhelfen.

Viele Grüße,

Michael

Offline michael berghäuser

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Re: Manganminerale
« Antwort #8 am: 03 Nov 12, 18:48 »
Hallo Thilo,

habe auch das Glück, in der Umgebung Manganerzlagerstätten zu haben:

Waldalgesheim, Rheingau, Diez und Limburg.

Daher bestimmt das Thema auch meine Sammlung...

Glückauf

Michael

Offline Mangan-TIM

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Re: Manganminerale
« Antwort #9 am: 03 Nov 12, 19:01 »
Hallo Michael,

ein Landsmann aus Thüringen, der auch noch Manganerze sammelt, ich bin ja happy ::)  Ilfeld ist so ein eigenes Thema. Sammeln ist ja dort tabu. Klar kannst du weiter helfen. Alles was wichtig ist hilft weiter, speziell die Entstehung der Lagerstätten usw. Auch selbst gemachte Eindrücke von Fundpunkten helfen weiter. Hast du Pseudomorphosen gefunden, und wenn ja welche?????Die heutigen Lehrmeinungen spiegeln in keinster Weise die richtige Entstehung der Lagerstätten wieder. Da wurde abgeschrieben von Schriften, die teilweise über 100 Jahre zurück liegen.
Glück Auf
Thilo

Offline Mangan-TIM

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Re: Manganminerale
« Antwort #10 am: 03 Nov 12, 19:11 »
Hallo der andere Michael,
man das ist ja Streß hier. Klar kannst du weiter helfen. Was gibt es denn bei euch so zu finden? Besonders Pseudomorphosen interessieren mich. Vergleiche der einzelnen Lagerstätten sind extrem wichtig. :o
Wie sieht es denn bei euch aus, nur Pyrolusit oder auch anderes??? Aber Pyrolusit kann ja auch super schön aussehen.
Glück Auf
Thilo

Offline smoeller

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Re: Manganminerale
« Antwort #11 am: 03 Nov 12, 19:30 »
Hallo,

Zu den anderen Punkten schreib ich noch was.

Manganogel ist amorphes Manganhydroxid, analog zum Siderogel (amorphes FeO(OH)). Der Name hat sich leider noch nicht durchgesetzt. Trotzdem verwende ich ihn immer, da er extrem hilfreich ist. Kollomorph ist schon nicht ganz verkehrt, die meisten dieser amorphen Verbindungen sind ursprünglich tatsächlich aus Gelen entstanden.

Der Ramsdellit tritt in dem genannten Stück nur als untergeordneter Bestandteil in dem feinkörnig-schaligen Material auf. Rein vom Handstück geht da nix mit der Bestimmung, da braucht man immer eine Röntgenuntersuchung. Leider bin ich im Moment nicht an der Uni, so dass ich keine Untersuchungen mehr machen kann. Muss das Material entweder zur Analyse einschicken oder halt an der Uni vorsprechen. Da kann ich keine größeren Probenanzahlen messen.

Wenn ihr Hilfe bei der Auswertung/Interpretation von Analysen braucht, oder Fragen dazu habt, dann kann ich eurem Verein gern behilflich sein.

Glück Auf!
Smoeller

Offline Mangan-TIM

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Re: Manganminerale
« Antwort #12 am: 03 Nov 12, 19:51 »
Hallo,

ich freu mich endlich mal jemanden gefunden zu haben, der sich mit Mangan auskennt.
Wenn ich das so richtig lese ist Ramsdellit nicht wirklich von Pyrolusit zu unterscheiden.  Da gibt es keine Vermutung? Einen Hinweis, oder so?
Pyrolusit hat ja wahrlich viele Gesichter.
Das Manganogel tritt viel oder eher seltener in Erscheinung? Und wie sieht das aus?
Glück Auf

Thilo

Offline smoeller

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Re: Manganminerale
« Antwort #13 am: 03 Nov 12, 21:13 »
Hallo,

Der Ramsdellit sah in dem Falle wie das ganze übrige Mineralgemenge aus, das hätte alles sein können. Kristallisierte Ramsdellite sehen meines Wissens Pyrolusit extrem ähnlich, da braucht man immer eine XRD.

Manganogel ist wohl recht häufig, sieht nicht anders aus als die übrigen schwarzen Manganminerale auch. Das eine Stück von der Clara (der vermeintliche Romanéchit) wäre sicher als Romanéchit in der Sammlung gelandet, hätte ich nicht just in dem Moment einen XRD-Kurs an der UNi besucht und Proben gebraucht. Leider gibt es kaum detaillierte Untersuchungen dieser ganzen schwarzen Krusten und Knubbel, die überall in den Lagerstätten des Schwarzwaldes vorkommen (ausser von der Grube Clara), daher lässt sich über Häufigkeiten von Manganogel nur spekulieren. Ein leider sehr unsicheres Merkmal ist, dass amorphe Hydroxide (Sidero- und Manganogel) im Gegensatz zu den kristallinen nie einen strahligen oder faserigen Bruch eigen, wenn man die Aggregate aufbricht. Es erscheint eher glasartig und glasglänzend mit muscheligem oder splittrigem Bruch (wie braunes oder schwarzes Glas). Leider gibt es auch schlecht kristalline Eisen-/Manganhydroxide (beim Eisen ist das in der Regel das, was man Limonit nennt). Die lassen sich ohne XRD nicht vom amorphen Manganogel oder Siderogel trennen.

Glück Auf!
Smoeller

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Re: Manganminerale
« Antwort #14 am: 03 Nov 12, 21:49 »
Hast du Pseudomorphosen gefunden, und wenn ja welche?????

Ja, ich hab von Ilfeld: Manganit nach Calcit, Hämatit nach Manganit, Hausmannit nach Manganit, Wad? nach Calcit
und von Öhrenstock Pyrolusit nach Calcit.

Michael

 

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