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Neues Mineralienportrait - Granate und Granat-Supergruppe

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Moondog:
Hallo Peter,

Wie gesagt finde ich das Granat Portrait sehr gut gelungen, meine Bemerkungen waren nicht als Kritik auf das Portrait gemeint, ich habe mich nur gefragt ob es Granate gibt, die auf grund der Habitus als Zwillinge zu erkennen sind. Daran zweifele ich noch immer. Aus die 2D Bilder kann man dass nicht unbedingt ableiten, da kann ich nur Zustimmen.

Was ich mit ".....Der Uwarowit ist laut Unterschrift ein Titanit...." meinte: Wenn man as Uwarowit Bild, rechts unten ins Zwillinge Kapitel,  mit der Maus anklickt, erscheint der Unterschrift und da steht jetzt "Mineral: Uwarowit", vorher stand hier "Mineral: Cr-Titanit" oder Ähnliches, anscheinend ist der Unterschrift geändert oder hab ich völlig daneben gelesen.  Jedenfalls ist auf mindat.org genau das gleiche Bild http://www.mindat.org/photo-296665.html noch als Titanit bezeichnet.

Gruß,
Mark.

Jochen1Knochen:

--- Zitat von: Collector am 27 Dec 12, 00:37 --- Und - bitte vergesst nicht und / oder verzeiht mir - ich bin weder Mineraloge noch Kristallograph -
nur ein Mineraliensammler mit Spaß an Mineralien-Journalismus und Freude daran, alle Facetten, die Geschichte und die besten Vorkommen eines Minerals zu entdecken und zu beschreiben.

--- Ende Zitat ---

Hallo!
Das genau ist für mich das beeindruckendste!
Und dann solche Artikel zusammenstellen-alle Achtung!
Gruss Jens

Troglophiler:

--- Zitat von: Manfred Früchtl am 23 Dec 12, 17:41 ---Hallo Peter
Ein sehr interessantes gutes Portrait, da muss man öfters reinschauen.
Dir und Deinem Team vielen Dank dafür.
Ich kann auch noch was Interessantes zeigen.
Da Granat muschelig bricht, war er eigentlich wenig geeignet in Fibeln und Schmuck, von der Antike bis zur Merowingerzeit verarbeitet zu werden. Es wurde lange von Archäologen nach einem Schleifzentrum gesucht und nicht gefunden. Aber es gibt eine Fundregion in Indien, Rajmahal, in welcher Granate zu finden sind, die sich in dünne Plättchen spalten lassen.
Dies war schon in der Antike bekannt und wurde durch Händler über das Römische Reich bis zu unseren Vorfahren gebracht.
Bei einem sensationellen Fund 2005 in Unterhaching nahe am Hachinger Bach, wurden Familiengräber aus der Zeit um 500 n. Chr. freigelegt. Dies war die Epoche, in der sich der Stamm der Bajuwaren zu formieren beginnt.
In Grab 5, ein Frauengrab wurden neben andern wertvollen Grabbeigaben, auch zwei ca. 6cm große Scheibenfibeln von einmaliger Schönheit gefunden.
Diese zeigen vier Adler deren Flügel aus Granat, die Brust und der Kopf aus Malachit und darin eine Perle, das Auge und der Schnabel sind aus Glas. Das ganze auf einer vergoldeten Bronzeplatte. Durch Untersuchungen konnte die Herkunft der Frau und Ihrer Tochter auf Oberitalien festgelegt werden. Sie war wahrscheinlich eine Tochter oder Enkelin des Ostgotenkönigs Theoderich, welcher gute Beziehungen zum frühbajuwarischen Adel hatte und hierher verheiratet war.
Der Granat aus diesen Gräbern konnte durch Analysen einwandfrei dem Granat aus Rajmahal zugeordnet werden.
Alle Funde sind in der Archäologischer Staatssammlung München untergebracht.
Die nachfolgenden Bilder zeigen.
1.   Eine Scheibenfibel im Original, gereinigt.
2.   Eine Scheibenfibel als Replik
3.   Den Granat aus Rajmahal, der die gleiche ch. Zusammensetzung wie die der Fibeln hat.
 
Schöne Feiertage
Manfred
Neues Mineralienportrait - Granate und Granat-Supergruppe

Collector:

--- Zitat von: Manfred Früchtl am 23 Dec 12, 17:41 ---
Der Granat aus diesen Gräbern konnte durch Analysen einwandfrei dem Granat aus Rajmahal zugeordnet werden.
--- Ende Zitat ---

Hallo Manfred

danke für den schönen und geschichtlich wertvolle Beitrag . Ich würde ihn gerne ins Mineralienportrait einbinden.

Um Zweifeln vorzubeugen, wäre es möglich, dass Du herausfindest, wie diese Granate analysiert wurden, bzw. wer die Analysen durchgeführt hat ?

Der Einwand von Jens steht hier im Raum und sollte "entzweifelt" werden.  Ich bin im Laufe der Granatrecherchen wiederholt auf solche Granat-Fibeln und andere Schmuckstücke gestoßen, sowohl aus vorchristlicher Zeit als auch aus den dunklen Jahrhunderten (1-700). Das heißt,  die Kunst des Einlegens, bzw. der Intarsien war bekannt und Granate gabs überall - sowohl in Rajahstan, im Orient als auch in Vorderasien und im Mittelmerraum.

Gruß
Peter

Manfred Früchtl:
Hallo Jens,
ich bitte Dich, schau mal im Internet und dem Titel " Karfunkelstein und Seide" nach.
Du wirst viel interessantes aus dem frühen Mittelalter erfahren.
Glas war in dieser Zeit durchaus ein sehr kostbare Stoff und wurde zu Schmuckzwecken meist in Form von Glasperlen verwandt.
Granat war in diesem Zeitraum der absolut beliebteste Edelstein der Germanen, und es gab in reichlich, auch schon in Europa und vor allem in Asien.
Dass es sich um Granat, genau um Cr-armen Almandin handelt, daran gibt es keinen Zweifel. Es wurden und werden alle antiken Fundstellen in Spanien , Skandinavien, vordere Orient und Indien untersucht. Es werden alle Untersuchungsmethoden der Mineralogie genutzt um die Herkunft dieser und auch vieler anderer Grantae zu erforschen. Es werden z. B.: PIXE - Sonde, AGLAE im Luvre und Raman-Analytik (München) angewendet.

Hallo Peter,
ja ich werde in den nächsten Tagen die genauen Daten aussuchen. Ich habe mir jetzt das Buch gekauft weil mich das auch interessiert und weil ich genau wissen will was sonst noch alles in den Gräbern war. Meine Tochter war zwar bei dieser Ausgrabung dabei, aber auch die Archäologen, die die Funde bergen, sehen die Schönheit der Funde meist erst nach der Reinigung und Restauration dieser Stücke.
Das Buch heist Karfunkelstein und Seide und ist als Katalog zur Gleichnamigen Ausstellung der Archäologischen Staatssammlung München 2010 herausgegeben worden.

Allen Mineralienfreunden eine guten Rutsch ins neue Jahr
Manfred

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