Portrait Fluorit Deutschland (Teil 2) Oberpfälzer Flussspatrevier Oberpfälzer Flussspatrevier (Nabburg-Wölsendorf)
http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Mineralienportrait/Fluorit/Deutschland2 taucht die Frage auf ob man da was ändern kann / darf.
Es ist von: "Dieses Portrait ist die autorisierte und erweiterte Online-Version des Buches
SEROKA, P.; 2001: FLUORIT - Daten Fakten Weltweite Vorkommen
z.B. wird geschrieben das: "Bis zu 10 cm große Kristalle" aufgetreten sind. Ich kenne unbeschädigte Stufen in Sammlungen mit bis zu 16 cm Kantenlänge und an Bruchstücke des Honigspates wurden nach Auskunft eines Betriebsleiters bis zu 18 cm eingemessen.
Bei den Gruben die aufgeführt werden ist ebenfalls einiges im argen.
Einen Barbara-Schacht hat es gegeben, der gehörte aber zur Grube Staatsbruch die gar nicht aufgeführt wird.
Eine Bauersche Grube in Verbindung mit Grube Marienschacht gab es nicht. Das ist eine allgemeine Bezeichnung für die Gruben die auf dem Kuppelberg auf Flußspat gebaut haben.
Grube Helene hat erst nach Stillegung der Eisenwerke in Nürnberg-Erlenstegen das Fördergut zur Grube Hermine geliefert. Die Grube wurde nicht 1987 geschlossen, sondern 1986.
Gruß Micha
Hallo Micha
danke für Deine Aufmerksamkeit. Die Frage, die Du stellst, ob man was ändern "kann/darf" sollte wohl eigentlich heißen "ob man was ändern soll". Dazu meine ich.
NEIN !.
Zu Deinen Kommentaren / Vorschlägen:
*1. Große Kristalle
Berthold Weber schreibt: „ .... Bergleute berichten von bis zu 15 cm Kantenlänge, jedoch habe ich ein solches Stück (noch ?) nicht gesehen. In neuerer Literatur wird mit 14 cm (ZIEHR 2003, S. 196) Kantenlänge einer der größten bekannten Kristalle (Honigspat, Johannesschacht) abgebildet...“
Anmerkung: Da mein Buch (2001) bereits vor dem 14 cm Ziehr-Kristall (2003) erschien, konnte dieser logischerweise von mir nicht beschrieben werden. Da ich keine Sammlungen kenne oder kannte, in welchen es Kristalle über 10 cm geben soll, konnte und kann ich darüber auch nicht schreiben. Es sei denn, Du lieferst ein Photo mit Maßstab und Quelle / Nachweis des Besitzers).
*2. Bei den Gruben die aufgeführt werden ist ebenfalls einiges
im argen. 
Ist es so schlimm ? Ich habe mich bei meiner Arbeit strikt an die mir zur Verfügung stehende Literatur, bzw. Die Informationen gehalten, welche mir zur Verfügung standen. Selbstverständlich habe ich niemals einen Anspruch auf Vollständigkeit erhoben; insofern fehlt der Staatsbruch, aber wenn Du genauer liest, fehlen sogar noch eine ganze Menge anderer Gruben.
Was ich schrieb und welche Gruben ich erwähnte, lag in meinem Ermessen, zudem gab es dafür Gründe.
In der Folge habe ich Deine Kommentare an die sehr ausführliche und mir als verlässlichste Publikation zum Thema Wölsendorf bekannte Arbeit von Betrthold Weber angelehnt und mit meinen Ausführungen in meinem Buch abgestimmt.
Die Gruben im Wölsendorfer Flußspat-Revier (Autor: Berthold Weber)
*2.a.
Barbaraschacht, ein eigenständiges Kleinbergwerk nördlich Johannesschacht / Pfeifferschacht am Westhang des Wölsenbergs, 1940 im Johannesschacht aufgegangen.
*2.b.
Bauersche Grube*Umbenennungen - häufig von Familiennamen zu Vornamen (Schramm-Gisela / Bauer-Marienschacht usw.) - waren durchaus verbreitet. Einerseits wurde damit eine gewisse Tradition gewahrt, andererseits - da einzelne Unternehmer z.T. mehrere Gruben betrieben - eine eindeutige Grubenbezeichnung gegeben.
*„....Baursche Grube (später Marienschacht), vor dem 1. Weltkrieg erste moderne Grube (Untertage mit Wasserhaltung...“
Und weiter in der Geschichte
*„......Georg Bauer (Schwarzenfeld) steigt um 1894 in den Flußspatbergbau am Kuppelberg ein und kauft zwei Grundstücke am Kuppelberg, auch jenes von Stengel. Der erste größere Schacht (Tiefbau) wird 1895 angelegt und ab 1896 mit dampfbetriebener Wasserhaltung bis auf 45 Meter abgetäuft. Einen enormen Aufschwung erlebte der Wölsendorfer Bergbau mit dem Bau der Eisenbahnstrecke (Nebenstrecke Nabburg - Oberviechtach mit Bahnhof Wölsendorf) im Jahre 1904. Schon bald war die
Bauer'sche Grube die leistungsfähigste in Revier.
Priehäußer schreibt 1908: "Die höchste Ausbeute erzielt derzeit die einem gewissen Bauer aus Schwarzenfeld gehörende Grube östlich von Wölsendorf. Dort ist ein Schacht bis zu einer Tiefe von ca. 40 Meter abgetäuft. Der Aushieb erfolgt in drei Stollen, die in verschiedener Höhe nach beiden Gangrichtungen aufgefahren sind und eine Länge bis zu 100 m besitzen. Die Förderung an Flußspat beträgt neben nicht unbeträchtlichen Mengen von Schwerspat hier allein täglich 10 t und geschieht ebenso wie die Wasserlösung mittels Dampfkraft."
Nachdem 1912 Georg Bauer stirbt, übernimmt dessen Sohn Hans den Flußspatbergbau am Kuppelberg. Seltene Sammlungszettel aus dieser Zeit tragen die Fundortbezeichnung "
Bauer'sche Grube".
Eigentlich beginnt die Geschichte des "Marienschachts" erst 1920, denn (erst) damals tauft der Besitzer Hans Bauer die Grube am Kuppelberg nach seiner Frau Maria, .......“
*Soweit zur „Bauerschen Grube“, von welcher Du meinst, dass sie in keinem Zusammenhang mit dem Marienschacht steht. Deiner Meinung scheint die echte Geschichte jedoch gegenüber zu stehen.
*2.c.
Helene und deren SchließungGrube ca. 1 km N von > Hermine; auch Gang Merkur (Brudersdorf), ehem. Steinbruchbetrieb, später untertage Abbau. Deutschlands kleinstes Flussspatbergwerk, welches von der Familie Freytag betrieben wurde. Der geförderte Flussspat wurde zur Grube > Hermine verbracht. Schließung 1987.
HermineBei Lissenthan; Ehemals Deutschlands größte Flussspatgrube; die Förderung wurde 1987 eingestellt. Fluorite mit der Fundortbezeichnung Hermine können auch von der Grube >
Helene stammen, deren Fördergut zur Hermine verbracht wurde.Mein Schließungsdatum bezog sich als Schlusssatz auf die Hermine.
(siehe Bild von Ziehr, erschienen im Lapis-Sonderheft).
Gruß
Peter Seroka / collector