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Mikro-Fotografie durch ein MBS-10

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Josef 84,55:
Hallo Michael,

das MP-E 65 ist sicher kein schlechtes Objektiv, es gibt aber günstigere Alternativen.
Eine gute Seite mit Tests verschiedenster Objektive für den Makrobereich ist:
http://coinimaging.com/Lens_tests.html

Ich verwende derzeit bis 2:1 ein El-Nikkor 50mm 2,8 N  (ab 1:1 in Retrostellung)
von 2:1 bis 4:1 ein 4X 0.10 oo/0 Mikroskopobjektiv von Nikon
bei 5:1 ein Seibert 5x 0.18 160/0
bis 10:1 ein Nikon E-Plan 10x/0.25 LWD
darunter ein 25x/0.4 von Leitz
mit Balgen (und falls unendlich korrigiert mit 120-200mm Tele als "Tubuslinse") an einer Olympus E-510

Falls ich mit jetzt eine Kamera kaufen würde, nähme ich eine mit elektronischem Verschluss, da die Vibration von einem mechanischen Verschluss bei kleinen Bildbreiten eine große Rolle spielt. Die Olympus OM-D hat z.B. diese Möglichkeit. Ich behelfe mir, um dieses Problem zu umgehen, mit einem manuellen Blitz zum Beleuchten.

Der Vorteil von den teuren Lupen-Objektiven wie Luminar, Photar, Mikrotar usw. ist der, dass diese im vergleich zu manchen Mikroskopobjektiven sehr wenig Farbfehler haben.

Es gibt sehr gute Fotos bis 1 mm Bildbreite, die durch Stereo-Mikroskope gemacht wurden.  Es sind aber durchweg moderne High-End-Mikroskope wie Zeiss Discovery V12, Leica S8 Apo oder Nikon SMZ1500 die für die Mineralienfotografie nötige Auflösung und Farbfehlerfreiheit leisten. Meinen Versuch mit dem für das betrachten sehr guten Zeiss SV11 habe ich schnell aufgegeben, da ist sogar das Lomo 8x/0.20 um Klassen besser (http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,22051.msg226272.html#msg226272).

Grüße Josef

cmd.powell:
Hi Harzsammler

Ich habe auch das MBS-10 und auch schon ein wenig damit Fotografiert - mit einem vergleichbaren Aufbau wie Du. Den Farbfehler konnte ich dank manuellem Weißabgleich problemlos korrigieren. Ich habe den Verdacht, das die seltsame Verfärbung, wie von einigen schon vermutet, aus dem Linsensystem kommt. Ich kann diese Verfärbung auch mit dem Auge wahrnehmen, wobei man hier hinzufügen muss, dass das menschliche Gehirn hier gerne mal eine "Autokorrektur" vornimmt, wodurch der Farbfehler weniger ins Gewicht zu fallen scheint. Man muss schon recht gründlich die Farbwiedergabe ohne und mit Mikroskop beachten, um den Unterschied wirklich sehen zu können. Na, wie dem auch sei, der Farbfehler ist, wie schon gesagt, mit einem manuellen Weißabgleich beherrschbar. Schwieriger ist die Bekämpfung der Farbsäume, welche sich bauartbedingt durch den erzwungenen "Astigmatismus" ergeben: Das Mikroskop besitzt eine Objektivlinsengruppe und macht aus diesem Strahlengang irgendwo bei der Vergrößerungswalze zwei Strahlengänge, welche dann natürlich immer außerhalb der optischen Achse liegen. Man schaut quasi immer durch zwei Prismen (die Ränder einer Linse sind nichts anderes) und hat somit immer Farbsäume. Abhilfe schafft hier nur ein drastischer Eingriff in die Konstruktion des Mikroskops: Ich habe eine ca. 10 mm starke Aluplatte zwischen Objektiv und Linse gebracht, welche mit einer entsprechenden Ausfräsung versehen ist. Mit dieser Adapterplatte kann ich die Objektivlinse horizontal um einen Zentimeter verschieben, wodurch sie mittig zu Strahlengang eines Okulars liegt. Damit ist natürlich der Binoeffekt futsch, aber auch der Farbsaum ! Leider bin ich durch den Neubau meiner Mikroskopbeleuchtung noch nicht weiter zum Testen gekommen (Fotografie hat eh immer ein niedriges Zeitpensum), aber erste Versuche hatten einer merkliche Verbesserung ergeben. Zudem verwende ich eine Spiegelreflexkamera von Canon (EOS 20D) und ersetze die mikroskopeigenen Okulare durch ein hochwertiges astronomisches Okular (das Okular hat mehr als das Mikroskop gekostet - hab ich noch liegen aus meiner aktiven Hobby-Astronomenzeit). Der Kontrast und die Bildfeldebnung ist mit dem ast. Okular um Größenordnungen besser als mit den Standard-Okularen. Fazit: Wenn man nicht die Möglichkeit zum Umbau hat (Fräse o.ä.), keine Kamera mit man. Weißabgleich besitzt und nicht rein zufällig noch ein paar astronomisch teure Astronomieokulare rumliegen hat, ist das MBS-10 für die Mineralienfotografie nicht so der Hit - in der Astronomenscene nannten wir so was gerne "Quarktaschen".

Michelser:
Hallo Markus, was für Okulare aus dem Astro-Bereich nutzt Du? Teurer als das Mikroskop klingt wie Pentax XW oder Tele Vue Nagler? ;D Ich hatte mal mit einfachen Plössl-Okularen von TS rumprobiert, die waren nicht besser als die originalen vom Mikroskop.
Glück Auf!
Frank

cmd.powell:
Hi

Das sind Okulare aus der "Ultima"-Serie von öööh, Celestron ? Leider gibt es die inzwischen nicht mehr bzw. es gibt eine Neuauflage. Naja, ich meine mich zu erinnern, das ich pro Okular so um die 500 DM bezahlt habe, für das MBS-10 hab ich "nur" 300 DM gelöhnt. Puh, das ist ja alle schon über 20 Jahre her...

Michelser:
Hallo Markus, die Ultima gibt es wirklich nicht mehr! Ich werde noch mal ein Paar Super-Plössl bei Teleskop-Service bestellen und ausprobieren.
Viele Grüße!

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