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Autor Thema: Bestimmung, Blei?  (Gelesen 14501 mal)

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Offline Robin

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Re: Bestimmung, Blei?
« Antwort #15 am: 31 Oct 12, 23:37 »
Hallo,

Arsenopyrit gibt es dort schon, aber wohl eher nicht in größere Mengen.
Vor Jahren habe ich auf die Halde mal eine Kleinstufe mit silbergraue, gestreckte, in Quarz eingewachsene xx gefunden (ähnlich wie http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/LokationMineralData?param=3941,205).
Wenn ich mich nicht täusche soll der Arsenopyrit auch irgendwo in der Literatur von dort beschrieben sein.

Bei dem gezeigten Stück würde ich doch auf Pyrit tippen.
Größere Stücken derber Pyrit sind dort nicht selten, und die silbrige Farbe ist auch nicht ungewöhnlich.
Beim durchschlagen gibts ein schöner Schwefeldioxid-Geruch und Funken ;)
Galenit/Bleiglanz sollte schon mehr bleigrau sein (ist am Alexander übrigens auch recht häufig).
Gerade bei Sulfide können Bilder aber auch tauschen.

Mfg,
Robin

Offline smoeller

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Re: Bestimmung, Blei?
« Antwort #16 am: 01 Nov 12, 09:52 »
Hallo Linda,

Arsenkies und Bleiminerale sind kaum ein Problem. Kannst du getrost in der Wohnung haben. Mein Hinweis bezog sich hier lediglich auf Erhitzungsversuche oder das Bearbeiten sehr harter, größerer Stücke. Man sollte bei Arsenmineralen immer aufhören, diese zu bearbeiten, wenn man den ersten Anflug von Knoblauchgeruch wahrnimmt. Sogar größere Stücke reinen Arsens sind unproblematisch, solange halt keine löslichen Arsenverbindungen entstehen.

Glück Auf!
Smoeller

Offline Linda

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Re: Bestimmung, Blei?
« Antwort #17 am: 01 Nov 12, 17:18 »
Ich würde dann zusammenfassend sagen dass es eine mischung aus galenit, pyrit und arsenkies ist :D
Ja ich hatte mir halt vorallem wegen den bröseligen stellen Gedanken gemacht, die lassen sich ja teilweise mit dem Finger abreiben, daher werde ich sie wohl mal sicherheitshalber in einer plastikdose aufheben, dann reibt sich nicht so viel ab, danke für eure Beteiligung ;)

Offline Roadrunner

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Re: Bestimmung, Blei?
« Antwort #18 am: 01 Nov 12, 18:25 »
Hallo,
@Smoeller, danke für die Hinweise auf die natürlichen Bleivorkommen. Sind echt schöne Stufen dabei und bei einigen kann man sogar kristallisiertes Blei erkennen, was auf eine langsame Abkühlung deutet. Würde mich mal interressieren wie das Zeug entstanden ist. Vermutlich durch eine Reduktion von Bleierzen durch natürliche langanhaltende Erhitzung unter Sauerstoffabschluß. Ich glaub auf diese Art gibt es in Deutschland irgendwo auch vereinzelt Vorkommen von gediegenem Eisen, glaub in der Lausitz war das, wenn ich mich recht erinnere.
Ich werd mal recherchieren ob ich was rausbekomme über die Bleivorkommen.
Nochmals Danke für die Infos.
@Linda
Ich hoffe unser aller Zutun und unsere Hinweise haben Dich nicht völlig verunsichert.
Glück auf!
Roadrunner

Offline Linda

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Re: Bestimmung, Blei?
« Antwort #19 am: 22 Feb 13, 20:11 »
auch wenn das thema für mich eigentlich erledigt war, aber hätte da noch etwas :)
es ist ja winter und wir haben alle nichts zu tun :) habe mit endlich eine passende Dose für den größten Brocken besorgt, hatte ihn solange in einer Plastiktüte, da er ja gelegentlich stark bröselt... beim Auspacken kam mir sofort ein starker Schwefelgeruch entgegen, also vielleicht doch nur derbes Pyrit? auf der Unterseite sieht die umgebende Kruste auch anders aus, hab im moment leider nichts zum fotografieren hier, sieh sehr erdig aus, ist aber sehr fest, hellbraun und blasig,teilweise auch wie angekohlt (damit kann bestimmt so keiner was anfangen, versuche es morgen zu fotografieren) auf jeden Fall hat er sich über die Monate verändert... irgendwie unheimlich...

Offline Linda

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Re: Bestimmung, Blei?
« Antwort #20 am: 22 Feb 13, 20:37 »
obwohl, es war ja viel zu weich...oder kann die geringe Härte an der Verwitterung liegen, hatte auch die ganzen Hände gra-schwarz nachdem ich es aus der Tüte genommen habe...

Offline Roadrunner

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Re: Bestimmung, Blei?
« Antwort #21 am: 23 Feb 13, 20:54 »
Hallo Linda,

Deine Vvermutung es handele sich um Pyrit sehe ich als sehr wahrscheinlich an. Ich hab selbst einige Stufen durch diese Art der Verwitterung verloren. Die meisten davon waren allerdings Markasitknollen aus Braunkohle, aber auch Pyrit und Arsenkies zerbröselt genauso schnell. Es fängt an mit einem typischen "schwefligen" Geruch, alle Teile in der Nähe aus Eisen fangen an zu rosten und manchmal schädigt die bei der Verwitterung frei werdende Schwefelsäure auch andere Minerale in unmittelbarer Nähe der Stufe. Daher immer solche Minerale am besten extra in eine Dose packen. Es soll zwar eine Chemikalie geben welche diesen Prozess aufhält, aber ich hab damit noch keine Erfahrungen gesammelt. Ich hab damals mal einige Stufen absichtlich zerfallen lassen und hab festgestellt, das wenn der Prozess einmal angefangen hat, er nicht aufzuhalten ist. Die Stufe zerfällt in ein paar Monaten völlig zu einem Gemisch aus Resten der Minerals, einem schmutzigweißlichgelbem Pulver und halt dem Schwefelgeruch. Unterm Mikroskop kann man manchmal sogar kleine Schwefelkristalle erkennen. Ich war erschrocken wie schnell dieser Proßess voranschritt. Pyrit verwittert in der Natur zu Hämatit bzw. Limonit unter Freisetzung von  H2SO3. Daher kann man in manchen Gesteinen diese rostigen Flecken sehen.
Ich hoffe diese Hinweise haben dir geholfen
Bis dann
Roadrunner
   

Offline Linda

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Re: Bestimmung, Blei?
« Antwort #22 am: 25 Feb 13, 20:52 »
Ja so klingt das logisch, habe das Stück jetzt in einer Dose, mal sehen wie lange es dauert bis es ganz zerfällt ;)

Offline Stonebrother

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Re: Bestimmung, Blei?
« Antwort #23 am: 25 Feb 13, 21:19 »
Mal ein kleiner Tip:

Ich habe auch eine Markasit/Pyritstufe von der Insel Rügen die die beschriebenen Zerfallserscheinungen hatte.
Ich hab die kurzerhand mit einer fleckenlos wegtrocknenden Tiefengrundierung bestrichen und habe somit den Zerfall gestoppt.  ;)
Solche Grundierungen gibts in jeden gut sortierten Baumarkt.

LG Stefan

Offline jkstar

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Re: Bestimmung, Blei?
« Antwort #24 am: 25 Feb 13, 21:44 »
Hallo Stefan, was für eine Grundierung denn genau (Tiefengrund für was), ich habe auch eine Markasitstufe die ich retten möchte?!

Danke
+ VG
Julian

Offline Stonebrother

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Re: Bestimmung, Blei?
« Antwort #25 am: 25 Feb 13, 21:53 »
Ich hab Gisogrund von PCI verwendet. Gehen aber auch alle anderen Tiefengrundierungen.
Nur darauf achten das die "fleckenlos" abtrocknen.
Die werden z.B. vor dem Fliesen legen auf den Putz aufgetragen um den Untergrund zu festigen. Tiefengrund halt.  ;D

LG Stefan

Offline jkstar

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  • Wulfenit Tsumeb
Re: Bestimmung, Blei?
« Antwort #26 am: 26 Feb 13, 08:52 »
Ja super, probiere ich mal!

Danke
+ VG
Julian

Offline Roadrunner

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Re: Bestimmung, Blei?
« Antwort #27 am: 27 Feb 13, 16:18 »
Hallo,
der Tipp mit dem Tiefgrund ist genial, werd ich auch mal versuchen. Ich hab's damals mit lackieren versucht, hat bei einer Stufe sogar etliche Jahre gehalten, aber die fängt jetzt auch an zu verwittern. Man sieht richtig wie der Lack abgesprengt wird. Hat vermutlich mit dem Altern des Lackes und dadurch eindingende Feuchtigkeit zu tun. Da Tiefgrund meines Wissens ähnlich wie Wasserglas ist und das richtig einzieht und auch nicht in dem Sinne altert bzw. spröde wird, denke ich es ist durchaus einen Versuch wert.
Bis dann Roadrunner

Offline cmd.powell

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Re: Bestimmung, Blei?
« Antwort #28 am: 05 Mar 13, 03:34 »
Hi

Ponal, 1:3 mit Wasser verdünnt, hat gegenüber dem Tiefengrund den Vorteil, das Ponal EDTA enthält um Schwermetallionen zu binden. Das wirkt sich auch bei der Konservierung von Pyrit/Markasit positiv auf das Ergebnis aus, da das EDTA die für den Zersetzungsprozess verantwortlichen Fe3+-Ionen bindet.

Offline Roadrunner

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Re: Bestimmung, Blei?
« Antwort #29 am: 05 Mar 13, 13:21 »
Hallo,
also auf die Idee Holzleim mit Wasser verdünnt zu nehmen wäre ich nie gekommen, aber der Tipp ist genial.
Danke für den Tipp!
Glück auf
Roadrunner

 

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