Bericht über die 18. Fichtelgebirgs-Mineralienbörse
in Marktleuthen
Bericht vom Vorjahr 2012
Peg, Ma und Tit – nicht Vater, Mutter, Kind – sondern der Stoff, in dem die Träume wachsen: Pegmatit.
Pegmatit mit seinen vielfältigen, exotischen und spektakulären Mineralparagenesen war das Thema der diesjährigen Sonderausstellung.
Das ganze ABC der Mineralien findet sich in diesen granitischen Restschmelzen: Aquamarin, Brasilianit, Columbit, ... Xenotim, Yttrotantalit, Zirkon.
Es bildeten sich sowohl Edelsteinmineralien in teils m³-großen Hohlräumen als auch Erzminerale für Hightech-Produkte wie z. B. Columbit und Tantalit (Coltan) für Superlegierungen oder Mobiltelefone, Lepidolith, Petalit (Lithium) für sehr leichte Lithiumlegierungen in der Luft- und Raumfahrttechnik oder Zirkon (Zirconiumerz) für verschleißfeste Werkstoffe.
Nicht zu vergessen Quarz und Feldspat als Rohstoffe für Porzellan, Glas, Email und technische Keramik.
Beteiligt hatten sich bekannte Sammler aus der Region, namhafte Händler aus Franken und die Bergakademie Freiberg, um edle Mineralien aus fünf Kontinenten zusammenzutragen.
Lassen Sie uns die Vitrinen öffnen – was gab es alles zu sehen?
§ Nachdem das Fichtelgebirge für seine schönen Pegmatitmineralien weltberühmt ist, waren diese natürlich mit einer eigenen Vitrine vertreten. Klassiker, wie z. B. die weltbesten Goyazit xx aus dem Fuchsbau, prächtige Topase, Apatit, Euklas, Fluorit und Rauchquarz in verschiedenen Paragenesen und Ausbildungen waren zu sehen.
§ Auch Sachsen war mit einer Vitrine vertreten. Klassische Fundstellen aus diesem mineralreichen Bundesland kennt jeder Sammler: Irfersgrün mit Aquamarin xx bis 10 cm und hochglänzende schwarze Turmalin-Aggregate bis ½ m Länge, Topase von Wolfersgrün in Edelsteinqualität. Ausgestellt wurde u. a. auch ein spektakulärer Rauchquarzfund von Röthenbach im Kirchberger Granit aus dem Jahr 2008 mit Kristallen bis 45 cm!
§ Ein Highlight war natürlich die Vitrine der Bergakademie Freiberg. Unter anderem waren russische Edelsteinmineralien aus der Sammlung von Schloss Freudenstein (Terra Mineralia) zu sehen: Topas und Elbait aus Transbaikalien, ein riesiger Topas von Volodarsk in der Ukraine und ein blauer Topas aus Murzinka, Ural. Fehlen durfte natürlich auch nicht eine hübsche Elbait-Stufe von der Insel Elba, Italien.
§ Einen Schwerpunkt bildeten natürlich auch edle Stufen aus den brasilianischen Vorkommen: wirkliche Augenstücke mit Apatit, Aquamarin, Brasilianit, Kassiterit, Paraiba-Turmalin und Rubellit.
§ China durfte natürlich auch nicht fehlen. Zu sehen waren aktuelle Mineralienfunde aus dem Wulian-Granitmassiv in der Provinz Shandong. Ausbildung und Paragenese erinnern sehr an die Funde aus Striegau in Polen: Morion mit Mikroklin-Feldspat, Stilbitgarben, gelborange Chabasit xx und grüner Epidot. Eine zweite chinesische Fundstelle war mit herrlichen Spessartinen und violettem Fluorit auf Rauchquarz xx vertreten: Tongbei in der Provinz Fujian.
§ Funde aus m³-großen Drusen waren aus dem Erongo-Gebirge, Namibia zu bewundern. Aquamarin, Fluorit, Herderit, Jeremejewit, Phenakit, Schörl und Topas gehören zu den begehrten Mineralien. Herrlich anzusehen war ein sehr großer Morion-Japanerzwilling.
§ Afrikanische Funde aus dem Massiv Zomba-Malosa, Malawi waren in einer weitern Vitrine zu bestaunen: große hochglänzende Arfvedsonit xx, Aegirin, Feldspat ...
§ Ergänzt wurde das Spektakel mit einer Vitrine bekannter portugiesischer Pegmatitfunde und einiger Stücke aus Pakistan.
Selbstverständlich wurde wieder alle Vitrinen durch Stellwände mit Texten und vielen Bildern ergänzt.
Das Angebot für den Sammler war diese Jahr noch umfassender und besser als in den Jahren zuvor. Die Ausstellerfläche wurde etwas vergrößert und bot Platz für notwendiges Sammlerzubehör und umfangreiche Literatur.
Zu kaufen gab es exquisite Stufen im vierstelligen Bereich genauso wie ein überraschend gutes Angebot an alten und neueren Funden aus dem Fichtelgebirge. Ein begrenztes aber notwendiges Angebot an Schmuck und Trommelsteinen rundete die sehr gelungene Veranstaltung ab – besser geht es eigentlich nicht!
Glück auf