1.
Mehr Erdbeben durch abschmelzende Gletscher
------------------------------------------------------
Seit Jahrzehnten schmelzen weltweit die Gletscher
immer schneller ab. In Alaska warnen Geophysiker
deshalb nun sogar vor einem erhöhten Erdbebenrisiko.
Ohne das Gewicht der Gletscher könnten sich die
tektonischen Platten der Erdkruste leichter in
Bewegung setzen und sich in gewaltigen Erschütterung
neu anordnen, warnen amerikanische Forscher im
Fachblatt ‘Journal of Global and Planetary Change’.
Im Laufe der Erdgeschichte sei die Anzahl an Erdbeben
angestiegen, wenn sich große Eismassen nach und nach
zurückbildeten. Die Forscher analysierten den Rückgang
der Gletscher in Alaska anhand von Satellitenaufnahmen
und Gletscherfotos aus den vergangenen 30 Jahren.
Besonders die Eismassen in Südalaska reagierten sehr
empfindlich auf eine Klimaerwärmung und sind in den
letzten 100 Jahren zum Teil vollständig verschwunden.
Gerade in dieser Region steigt nun das Erdbebenrisiko
durch die schwindende Eislast auf der Oberfläche deutlich
an. Denn hier stößt die Pazifische Platte im Untergrund
gegen die Küste. Nach und nach taucht sie unter den
Nordamerikanischen Kontinent ab und baut Spannungen
im Erduntergrund auf. Ohne den Druck der Gletscher
können sich diese Spannungen nun leichter in Erdbeben
entladen.
Auch Skandinavien wurde zum Ende der letzten Eiszeit
von vergleichbaren Beben erschüttert. Alpenbewohner
müssen trotz schmelzender Gletscher kaum mehr Erdbeben
fürchten. Hier bauen die tektonischen Bewegungen der
Platten nicht so hohe Spannungen auf wie an der
Plattengrenze in Alaska.
Links: NASA/Goddard Space Flight Center:
http://www.gsfc.nasa.gov/U.S. Geological Survey:
http://www.usgs.gov/Quelle: Global and Planetary Change