Mineralien / Minerals / Minerales > erledigte Bestimmungen / completed determinations
Granat? / ja
Erik:
Hallo,
Habe hier einen Granat (~0,6cm) in vulkanischem Tuff von der "Strütt"/Kleinostheim/Spessart. Scheint sich um einen bis jetzt einzigartigen Fund zu handeln, jedenfalls war auch J.Lorenz nichts über solche Funde bekannt. Habt ihr vielleicht eine Vermutung zur Varietät, bzw läßt sich irgendwie erkennen ob er primär vulkanischen Ursprungs ist oder ob er durch die vulk. Tätigkeit aus dem Kristallin gelöst wurde ???
Man beachte die "Schmelzstrukturen" ??? an den Flächen!
Granatvarietäten lassen sich in den meisten Fällen doch nur durch chemische Analysen bestimmen, oder liege ich da falsch?
Gruß,Erik
McSchuerf:
Hallo Erik,
also ich würde schon auf einen Spessartin tippen; könnte sich natürlich auch um einen später durch Erosionskräfte herausgelösten Andradit (Calcium-Eisen-Granat) handeln.
Ich habe ja selbst letztes Jahr im Dezember am Bahnhof von Kleinostheim schöne und z.T. recht beachtlich große Staurolithfunde getätigt, wobei einige dieser Stufen neben Cyanit (Disthen) auch schöne blutrote Granat-xx aufwiesen. Allerdings nur mikroskopisch klein aber noch unter der Lupe gut zu erkennen; ungefähr im selben Farbton wie Dein Granat und teilweise in genauso attraktiver Ausbildung.. ;)..
..eine typisch metamorphe Mineralparagenese, wobei ich den Granat von der Entstehung her jünger einschätze als z.B. die Staurolith-XX oder den Cyanit..
Gruß Peter
wolfi:
Servus Erik,
Granat ist kein typisches Vulkanit-Mineral. Es gibt ihn wohl in Basalten/Tuffen, z.B. in der Eifel oder auch am Kaiserstuhl, die sind meines Wissens aber schwarz (hoher Titan-Gehalt, = Melanit). Granat ist ein typisches Mineral der Pegmatite und auch der metamorphen Gesteine (Gneis, Glimmerschiefer, Eklogit, Serpentinit usw.). Hier kommt er dann bevorzugt als rote Kristalle vor, als da wären Pyrop, Almandin und Spessartin. Ein roter Granat in basaltischem Tuff ist auf jeden Fall ungewöhnlich. Von der Farbe her glaube ich nicht, dass es ein Almandin ist, die sind dunkler, gehen ins violette bis fast schwarze, sie verwittern auch relativ leicht (Eisengehalt!). Bei deinem Kristall tippe ich auf Pyrop. Die haben eher diese Transparenz, werden auch bevorzugt zu Schmucksteinen verschliffen (der bekannte "Böhmische Granat" z.B. ist Pyrop). Dass die Flächen rundlich sind, ist für den Granat nicht ungewöhnlich. Das kommt aber sicherlich nicht von vulkanischen Aktivitäten.
Servus + Glück auf
Wolfi
Conny3:
Hallo Erik,
im Rhyolith (Porphyr) des Thür. Waldes gibt es auch eine fast unbekannte Fundstelle mit Granat-Pyrop. Es ist also auf keinen Fall ausgeschlossen, dass es sich hierbei um Granat (Andradit, Pyrop möglicherweise sogar Spessartin etc.) handelt.
Herz. Grüße
Der Conny
McSchuerf:
Hallo Wolfi,
vom Herrchenberg bei Burgbrohl in der Eifel habe ich z.B. transparente und sehr gut ausgebildete, helle, gelblichbraune xx von Andradit auf Kluftlava bzw. aus dem Basalt. ;)..d.h. dass es auch von vulkanischen Vorkommen nicht nur Melanite gibt (schwarze Granate wie vom Kaiserstuhl z.B.), sondern auch hellere Granate..
..ich glaube aber auch, dass es sich bei den Spessart-Granaten - wie der Name ja auch schon sagt - um Spessartin handelt, dessen Typolokalität der Spessart darstellt.
Die typisch braunroten Almandin-XX im Glimmerschiefer sind vor allem aus dem Zillertal in Tirol und in Südtirol besonders bekannt.
Granate sind primär ganz typische Vertreter metamorpher Bildung/Entstehung.
Anderes Beispiel: Rhodolithe (Pyrop-Almandin-Mischkristalle) kommen dagegen von der Westküste Sri Lankas ('Ex-Ceylon'), die ich dort selbst schon 1985 geborgen hatte..., usw...
Gruß Peter
Navigation
[0] Themen-Index
[#] Nächste Seite
Zur normalen Ansicht wechseln