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Granat? / ja

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wolfi:
Servus Peter, servus Conny, servus alle,
geht der Spessarter Spessartin nicht mehr ins orange? Dass er in dieser Farbe auch vorkommt ist klar (z.B. Serifos). Ich dachte aber wie gesagt, dass diese von der Typlokalität ins orange gehen. Aber wie du, Erik, richtig erkannt hast, kann wohl nur eine Analyse genaue Klarheit erbringen. Granat ist ja ein sehr farbenreiches Mineral. Allein in Bayern gibt es alle Farben (allerdings wie sonst auch kein blau).
Servus + Glück auf
Wolfi

Erik:
Hallo zusammen,

Nicht jeder Granat im Spessart ist auch Spessartin, vor allem die "gesteinsbildenden" Granate in Glimmerschiefer, Staurolithgneis, Granatgneisen etc. sind Almandine.
Die Farbe der Spessartine ist hier relativ variabel, von rosa über orange bis kräftig rot und braunrot, also wahrscheinlich kein Kriterium.
Was mich auch eher zu Spessartin tendieren läßt ist die Tatsache, daß im umliegenden Gneis (Muscovit-Biotit-Gneis) keine solch großen Granate gesteinsbildend auftreten (nur Körnchen)und es sich deswegen wahrscheinlich um eine pegmatitische Bildung handeln müsste und die Kristallform. Almandin habe ich bis jetzt nur in Rhombendodekaedern gefunden. Und andere Varietäten sind meines Wissens nach aus dem Spessart nicht bekannt.
Aber ein Spessartin aus dem Spessart und dazu noch ungewöhnlicherweise im Tuff???

Bei einer chem. Analyse würde das Stück doch zerstört werden (müssen), oder?

Grüße, Erik  

McSchuerf:
Hallo Erik,

ja, wenn gesteinsbildend im Gneis ist es vermutlich Almandin, könnte aber auch Pyrop oder Rhodolith (Mischkristall Pyrop-Almandin) sein.

Lass am besten eine Röntgenanalyse beim Günter Blaß in Eschweiler machen (Kernforschungsinstitut Jülich); zahlst Du wenig und kannst bei Einzelstücken um Rückgabe bitten.
Über die Einzelheiten zur Röntgenanalyse habe ich mir hier schon die Finger wund geschrieben; möchte ich jetzt nix wiederholen müssen.
Nur bei chemischen Analysen ist das Stück natürlich dann futsch und relativ ungenau ist eine chemische Analyse auch. Ich empfehle daher XRD oder besser noch EDX!

Gruß Peter

Conny3:
Hallo Erik,
auch im Thüringer Wald gibt es eine interessante Granatfundstelle mitten im Porphyrgebiet. Es ist die Gegend um Friedrichroda/Heuberghaus mit den bekannten Vorkommen von sogenannten Schneekopfkugeln. Südlich vom Rennsteig an der Kniebreche konnte man in einem sehr kleinen Aufschluss überraschenderweise statt der Quarz- oder Fluoritkristalle entweder eingewachsen stark zersetzte, aber noch deutlich erkennbare Granate entdecken (Bild). Ein kleinerer Kristall zeigte noch Flächen und war von fast schwarzer dunkelroter Farbe. Ein besonderer Fund gelang mir 1994: Ein deutlich flächiger braunroter Granatkristall in einer kleinen Quarzdruse. Begleitmineralien waren noch Chlorit und etwas Hämatit. An keiner anderen Stelle im Porphyr des Th. Waldes ist mir bis jetzt ein solches Vorkommen bekannt geworden. Auch in der Literatur war nicht´s zu finden.

Du siehst also, solche Funde sind manchmal schon überraschend, aber nicht auszuschließen.

Der Conny

[gelöscht durch Administrator]

TKMineral:
Eingewachsene rote Granatkristalle (Mischkompenente Almandin-Andradrit) bis zu 3 mm kommen eingewachsen in Rhyolithlatit im Düppenweiler und Schmelzer Rhyolithvorkommen im Nördlichen Saarland vor.
Konnte selbst ein paar Proben bergen. Das Muttergestein sieht witzig aus, irgendwie wie Steinerzeugnisse (wie Ziegel). Werd mal ein Bild machen.

Weiterhin konnten Granate in den Magmatiten der Rauschermühle , im Stbr. Kreimbach und im Rammelsbach in der Pfalz nachgewiesen werden (vgl. Ulrich Heidtke: Die Minerale der Pfalz 1986 , sowie einiger Analysen).

Gruß

TKMineral

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