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“Massenware” oder “Kaum noch zu bekommen”?

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strahler1975:
Ich kenne einige aktive Sammler, die einiges zu verkaufen hätten.
Leider hinken die Preisvorstellungen der Deutschen Käufer oft weit hinter den Vorstellungen der Strahler und Stoasucha hinterher.
So landet das Zeug eben im Keller und gut ist´s.
Gute Stufen verkaufen sich ohnehin besser nach England oder Amerika etc.
Auf Deutschen Messen ist man ohnehin eine arme Sau, wenn man nicht was billiges, ausländisches mit hat.
Ausserdem werden bei Überfluss nur die schönsten Stücke rausgesucht - auf dem Rest bleibt der Händler sitzen und entsorgt diese nicht selten am nächsten Flussufer. Jahre später wird dann auf einmal das kleinste Stück "wertvoll", da die Fundstelle nix gutes mehr hergibt oder gesperrt ist. Na dann is eben zu spät............

Grüsse
Frank

Tobi:

--- Zitat von: raritätenjäger am 25 Sep 13, 11:33 ---Es gibt drastisch ausgedrückt die 1-Euro-Stufe aus der Grabbelkiste und das 4.500-Euro-Stück vom Edelhändler. Die anschauliche Stufe für 20-50 Euro gibt es nicht.
--- Ende Zitat ---
Wie gesagt drastisch ausgedrückt, deine Quintessenz, aber es ist was Wahres dran; ich habe genau das in den letzten Jahren auch schon oft auf Börsen gedacht. Mittlerweile kaufe ich auch öfter mal online die ein oder andere Stufe, weil es durchaus paar zuverlässige Händler gibt, die auch "normale", mittlere Preissegmente bedienen.

Aber was auf den Börsen so rumliegt, entspricht leider echt zunehmend deiner Formulierung, Andreas. Da gibt es den Schrott für Anfänger, dann kommt lange Zeit nix, und dann die "High-End-Stufen" (wie man das in Amiland sagt) im vierstelligen Bereich. Woran genau das liegt, weiß ich nicht, aber die Beobachtung habe ich schon öfter gemacht. Glücklicherweise ist es nicht immer so, auf bestimmten Börsen gibt es auch noch Stufen zwischen dem 2-Euro-Amethyst aus Brasilien und dem 3500-Euro-Turmalin aus Pakistan.

Und ebenfalls stimme ich zu, dass das, was selbst heute noch massenweise gefördert wird (Vanadinit aus Mibladen, diverser Kram aus China und Namibia, Apophyllit aus Indien etc.) teilweise mit Preisen ausgezeichnet ist, bei denen man sich nur an die Rübe fassen kann. Wie gesagt, ich habe in den letzten Jahren viele meiner Erwerbungen bei Onlinehändlern gemacht - und war bis auf wenige Ausnahmen höchstzufrieden mit den Stufen und ihrem Preis-Leistungs-Verhältnis!

Gruß
Tobi

woelsendorfer:
Hallo Andreas,

ich nehm von Frank (strahler1975) einen Satz als Grundlage zu dieser Diskussion:


--- Zitat ---Leider hinken die Preisvorstellungen der Deutschen Käufer oft weit hinter den Vorstellungen der Strahler und Stoasucha hinterher.
--- Ende Zitat ---

Ich hatte vor fast 2 Jahre dazu schon mal was geschrieben und bin im Grunde genommen von mehreren Usern förmlich nieder gemacht worden. Frank hat nämlich mit seiner Aussage den Nagel auf den Kopf getroffen. Tendeziell kann man davon ausgehen das es eine Börsenklientel gibt die Billigmaterial suchen und dann gibt es eine Sammlerschar die bereit sind für gute Stufen auch stolze Preise zu zahlen.

Da ich das Wölsendorfer Revier besammel kann ich dazu Informationen geben bzw. weil das Donaustaufer Revier und das Oberfränkische Flußspatrevier da mit reinspielt ebenfalls. Die Leute die was abzugeben haben, haben ihre Käufer und hier spreche ich in erster Linie Qualitätsstufen an. Dieses Material wird vollständig von Privat an Privat weiterveräussert. Hinzu kommt das nicht jeder der Geld hat und oder bereit ist die Preise zu zahlen, auch was bekommt.

Die Tendenz gutes deutsches Material ins Ausland zu verkaufen, Frank hat es erwähnt, England und USA, hinzu kommt Saudi Arabien, Japan bzw. der asiatische Raum insgesamt, nimmt ständig zu und Händler die Qualitätsmaterial haben bauen nur noch ungern Stände auf deutschen Börsen auf. Ich sprech mal Deutschland an, im Ausland kenn ich mich nicht aus.

Was mich betrifft, war noch nie in München und werd dort auch nie hinfahren, wenn es nicht mal mit einem guten Kollegen oder Freundin zum gucken sein soll und wenn viele Sammler so denken, dann nimmt die Börsenqualität rapide ab, ebenfalls eine Tendenz die in den letzten Jahren immer weiter zugenommen hat.

Steht eine gute Sammlung zum Verkauf an, in den letzten Jahren oft genug erlebt, dann ist das Material meist weg. Händler werden nicht gefragt ob sie kaufen wollen, weil mittlerweile viele Sammler wissen das diese selbstverständlich damit Gewinn machen wollen und daher gibt es immer mehr Privatsammler die ganze Sammlungen zu gutes Geld aufkaufen und auch das nimmt weiter zu, dass private Sammler dann mit Gewerbeschein Sammlungen aufkaufen.

Was gutes oder sammlungswürdiges Material für eine bestimmte Sammlergemeinde ist hast du im Ansatz schon erklärt und da liegen wir beide auf den gleichen Nenner ... an erster Stelle steht unbeschädigt ... usw.

Klaus (kks)

--- Zitat ---Insofern vermute ich schon, dass es eine Vielzahl von Gründen für die Verfügbarkeit von Mineralien gibt.
--- Ende Zitat ---
Es gibt sicherlich eine Vielzahl von Gründen, aber an erster Stelle steht bei einer Qualitätsstufe der Preis den man als Verkäufer, hier denke ich in erster Linie an ehemalige Bergleute, erzielen kann. Hat der Verkäufer/Bergmann das Gefühl preislich "veräppelt" zu werden, dann war's das. Da brauchst du dich als Käufer nie mehr sehen lassen und das spricht sich rum wer bereit ist zu zahlen und wer nicht.

Sind eigene Erfahrungen und wenn man weiss wie es läuft, Andreas du hast es erwähnt, dann kann man über entsprechende Kontakte auch heute noch Top Sammlungen aufbauen und nicht immer ist die Ware dann auch teuer.

Gruss
Micha


 
 

kks:

--- Zitat von: woelsendorfer am 25 Sep 13, 18:16 ---
 dann kann man über entsprechende Kontakte auch heute noch Top Sammlungen aufbauen

--- Ende Zitat ---

... und damit ist der Markt dauerhaft kaputt. Auf den Börsen taucht nur noch Geraffel und unbezahlbares Zeug auf, und wer dann keine Beziehungen hat, hat nicht die geringste Chance zum Aufbau einer vernünftigen Sammlung, weil die sich die "Wissenden" natürlich nach außen abschotten und niemanden reinlassen. Da diese "Wissenden" aber in aller Regel nicht die Jüngsten sind, wird es möglicherweise in absehbarer Zeit überhaupt keinen Mineralienmarkt mehr geben, weil der Nachwuchs systematisch ferngehalten wird.

Gruß,

Klaus


Alcest:
Der Nachwuchs wird systematisch ferngehalten? ;D

Ich sammle seit nunmehr 2,5 Jahren und kenne persönlich sage und schreibe 7 Sammler. In dieser Laufbahn habe ich eine einzige Börse (die dann auch noch zu 2/3 aus Schmuck bestand) besucht und trotzdem sammelte sich in dieser Zeit eine beträchtliche Menge an (so behaupte ich) guten - und mitunter seltenen - Stufen an. Wie manche wissen sollten, sind das durchaus spezielle Stücke, bei denen die Vorbesitzer nicht unbedingt die auskunftsfreudigsten sind. Nein, ich würde mich nicht beklagen, jemals systematisch ausgegrenzt worden zu sein. Ich will sogar behaupten, "die Alten" freuen sich über Nachwuchs und bilden keineswegs eine elitäre geschlossene Gesellschaft.

Was meiner Ansicht nach vielen "alten" Sammlern fehlt: der Mut, sich auf das Internet einzulassen. Mit der oft anzutreffenden Mentalität "ich kaufe nix, was ich nicht in der Hand hatte" entgeht diesen eine ganze Menge. Das permanente "ist doch viel zu teuer" hilft da ebenso wenig weiter. Wer darauf keine Lust hat - ja der soll halt "die Börsen werden immer schlechter" predigen.

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