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Autor Thema: “Massenware” oder “Kaum noch zu bekommen”?  (Gelesen 12599 mal)

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Offline woelsendorfer

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Re: “Massenware” oder “Kaum noch zu bekommen”?
« Antwort #15 am: 26 Sep 13, 08:26 »
Dierdorf
Zitat
"Interessant an all den o.a. Beiträgen ist, dass keiner implizit auf das Kernproblem eingegangen ist,"

Die Frage von Andreas war wo das Material geblieben ist und warum man so wenig auf Börsen sieht.

Kurzantwort aus dem ganzen geschriebenen Text:

Hochwertiges Stufenmaterial wird im Keller oder anderswo aufbewahrt. Der Handel wird nicht über Börsen abgewickelt, sondern von Privat an Privat. Gute Preise lassen sich auf Börsen für hochwertiges Material oftmals nicht mehr erzielen ... es gibt Ausnahmen und zwar kleine Regionalbörsen ohne oder nur mit gerigem Schmuckanteil, die meist dazu noch von Sammler organisiert werden. Da für hochwertiges Material, dazu zählen auch Raritäten von Fundorten wo es sowieso nie viel gab, in Deutschland nicht die entsprechenden Preise erzielt werden können, wird ein Teil, der aber zunimmt, ins Ausland verkauft.

Gruss Micha 

Offline uwe

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Re: “Massenware” oder “Kaum noch zu bekommen”?
« Antwort #16 am: 26 Sep 13, 10:11 »
Also das man auf Börsen nichts interessantes zu annehmbaren Preisen finden kann stimmt so nicht. Bei diesem Eindruck habt Ihr die falschen Börsen besucht. Als Lokalsammler Erzgebirge sammle ich überwiegend auf Börsen. Und da werde ich immer wieder fündig. Zur Zeit wird immer wieder Material aus Sammlungen verstorbener Sammler und Bergleuten angeboten. Selbst auf kleinen fast unbekannten Börsen, wie z.B. am Pferdegöpel in Lauta konnte ich eine Stufe mit Millerit-XX vom Schacht 371 sowie eine Handstufe einer seltenen Barytform aus Pöhla zu einem Gesamtpreis unter 40,- Euro erwerben.

Also kommt ins Erzgebirge - z.B. nächsten Sommer nach Annaberg.

Ansonsten bleibe ich bei meiner Aussage - viele Fundstellen von Klassikern sind erloschen. Solches Material gibt es, aber nie in großen Mengen.

Gruß
Uwe

Offline raritätenjäger

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Re: “Massenware” oder “Kaum noch zu bekommen”?
« Antwort #17 am: 26 Sep 13, 12:20 »
Hallo,

eigentlich enthielt mein Beitrag keine Frage, allenfalls die nach der geschätzten Meinung der User hier.

Ich merke, dass das Thema durchaus bei vielen Leuten ansteht. Collector´s Antwort war das, was ich hören wollte :D. Das entspricht auch dem, was ich so mitbekomme. Ich danke zumindest schon mal für eure Eindrücke und denke, es lohnt sich, darüber nachzudenken und eventuell sein sammlerisches handeln danach auszurichten. Es schadet nicht, das ganze in etwas größerem Zusammenhang zu sehen, Collector hat das gut auf den Punkt gebracht.

Gruß
Andreas

Offline Mabu

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Re: “Massenware” oder “Kaum noch zu bekommen”?
« Antwort #18 am: 26 Sep 13, 14:32 »
Hallo!

Ich habe auch schon ein paar mal den Eindruck gehabt, dass einiges an Material reichlich vorhanden war, dann aber praktisch nicht mehr zu bekommen war (Für mich als Systematiker mal Beispiele: gute Shigait xx aus der N'Chwaning Mine. Das gab es kurzzeitig mal Tischeweise in Eppelheim, aber die Menge war halt relativ gesehen begrenzt und dann wohl nach wenigen Monaten restlos verkauft; es gab vor gut 20 Jahren kurzzeitig mal perfekte Leiteit xx aus Tsumeb, die ich mir damals leider nicht leisten konnte. Vergleichbares habe ich nie wieder gesehen. Oder Kermesite aus China, von denen es auch einen ganzen Tisch voll in Bad Ems gab).

Manches sieht vielleicht nur nach Massenware aus, weil alles auf einmal auf den Markt kommt. Und anderes verschwindet vielleicht wieder, weil sich der erhoffte Gewinn damit nicht machen lässt.

Andererseits kenne ich auch Sammler, die hunderte von Top-Stufen von einem Fundort im Keller haben.


@Collector:
Das meiste lässt sich wohl mit entsprechend viel Geld kaufen. Aber zum Glück auch nicht alles. Man kann ja mal versuchen Orschallit, Almarudit, Jentschit, etc. zu bekommen. Nur entsprechend viel Geld hilft da auch nicht. Die einzige Möglichkeit ist da wohl, die entsprechenden Sammler zu kennen. Und manchmal sind ja auch alle Stufen vergeben und jeder, der das Glück hatte, eine zu bekommen, gibt sie auch nicht mehr ab. Manch ein Sammler gibt einen Neufund eines Minerals auch nicht für viel Geld ab, sondern aus Prinzip nur für entsprechendes Tauschmaterial.

Gruß,
Marko

Offline Collector

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Re: “Massenware” oder “Kaum noch zu bekommen”?
« Antwort #19 am: 26 Sep 13, 14:50 »

Und manchmal sind ja auch alle Stufen vergeben und jeder, der das Glück hatte, eine zu bekommen, gibt sie auch nicht mehr ab. Manch ein Sammler gibt einen Neufund eines Minerals auch nicht für viel Geld ab, sondern aus Prinzip nur für entsprechendes Tauschmaterial.


Hallo Marko

wie Recht Du hast ! 
Aber nicht nur die ganz seltenen Mineralien, wie Du erwähnst - auch ganz gewöhnliche sind kaum noch zu finden.
Ich suche z.Bsp.  seit mehr als 30 Jahre eine mittelgroße Quarzstufe mit einem zyklischen Rutilkristall - bisher war mir das Glück nicht hold.  Aber gesehen und selbst angefasst habe ich nicht wenige, leider immer in anderen Sammlungen . Da halfen weder gute Gebote noch super Tauschmaterial.

Man sehr viel Geduld haben und immer am Ball bleiben, manchmal sogar, bis der Besitzer einer Sammlung das Zeitliche segnet und die Erben die Sammlung verhökern.

Gruß
collector


 

Offline Walpurgin

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Re: “Massenware” oder “Kaum noch zu bekommen”?
« Antwort #20 am: 26 Sep 13, 15:24 »
Zitat
Ich suche z.Bsp.  seit mehr als 30 Jahre eine mittelgroße Quarzstufe mit einem zyklischen Rutilkristall
Hier müsste der geneigte Händler erstmal wissen was das überhaubt ist, ich wüsste jetzt nicht auf Anhieb um was es sich hier überhaubt handelt.

Offline CRYSTALLOGIC

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Re: “Massenware” oder “Kaum noch zu bekommen”?
« Antwort #21 am: 26 Sep 13, 15:40 »
Zitat
Ich suche z.Bsp.  seit mehr als 30 Jahre eine mittelgroße Quarzstufe mit einem zyklischen Rutilkristall
Hier müsste der geneigte Händler erstmal wissen was das überhaubt ist, ich wüsste jetzt nicht auf Anhieb um was es sich hier überhaubt handelt.

Ringförmige Zwillings-(Viellings-)verwachsung, würde ich mal ganz stark annehmen.

edit: aus 8 Individuen, um genau zu sein
« Letzte Änderung: 26 Sep 13, 15:46 von CRYSTALLOGIC »

Offline Collector

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Re: “Massenware” oder “Kaum noch zu bekommen”?
« Antwort #22 am: 26 Sep 13, 19:28 »



Ringförmige Zwillings-(Viellings-)verwachsung, würde ich mal ganz stark annehmen.
edit: aus 8 Individuen, um genau zu sein

Richtig ! 
Aber wir schweifen hier vom Thema ab - war nur ein kurze Antwort auf den Kommentar von Mabu.

Gruß
collector


Offline Baryt-X

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Re: “Massenware” oder “Kaum noch zu bekommen”?
« Antwort #23 am: 27 Sep 13, 01:28 »
Hallo Gemeinde!

Schön, dass dieses doch empfindliche Thema hier sehr sachlich diskutiert wird..... ;)

Ich möchte dazu als nahezu "reiner" Sammler mit seltenen Eigenfund-Ambitionen durchaus Collector und einigen anderen hier grundsätzlich zustimmen.
Natürlich regiert das "liebe" Geld die Welt - und das nicht zu knapp.
Darüber hinaus ist es aber meiner Erfahrung nach durchaus noch möglich, bei entsprechender Geduld auf verschiedensten Börsen an vergleichsweise "günstige" Stücke zu gelangen. Das hängt natürlich auch immer in erheblichem Maße vom Geschmack des Sammlers ab.
Ich konnte z. B. im Verlauf der letzten 20 Jahre eine durchaus ansehnliche Anzahl an Kleinstufen aus Tsumeb zusammentragen obwohl Material von dort nun wirklich nicht mehr in Massen, und schon gar nicht in ansprechender Qualität zu halbwegs akzeptablen Preisen zu haben ist.
Da hilft in meinem Fall die Tatsache, dass ich eben nicht nur Tsumeb sammle, sondern mich darüber hinaus für ästhetische Stücke im Allgemeinen sehr leicht erwärmen lasse, so dass sich nahezu immer auch im Bereich der "Allerweltsminerale" etwas finden läßt.

Die Schwierigkeit für mich als Sammler liegt eigentlich eher darin, den Kontakt zu entsprechenden Sammlern herstellen zu können, die eben noch Material, welches mich (uns.... ;D) interessiert, vielleicht in größeren Mengen horten.... 8)
Da man nicht jeden einzelnen Sammler kennen kann, ist man auf Informationen angewiesen, die aber nicht stänidg und überall präsent sind.

Nur deshalb aufgeben oder die "Flinte ins Korn werfen" - nein Danke! ;)

In diesem Sinne,

Glück Auf aus dem Siegerland

Andi

Offline Tobi

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Re: “Massenware” oder “Kaum noch zu bekommen”?
« Antwort #24 am: 27 Sep 13, 18:28 »
Nur noch mal in aller Kürze zu dem, was Peter auf der ersten Seite zu meinem Beitrag sagte:

Es ging mir nicht darum, die genannten Sachen als absolute Massenware zu deklarieren; und schon gar nicht wollte ich verharmlosen, unter welchen Umständen in manchen Ländern Bodenschätze gefördert werden. Ich wollte lediglich anmerken, dass manche (!) Händler für bestimmte Mineralien Preise verlangen, die einfach ein Witz sind. Und dazu gehören auch amerikanische Händler, bei denen manchmal ein kleiner Vana aus Marokko den Gegenwert eines neue iPhones ohne Vertrag hat. Dass das nicht sein muss, sehe ich dann, wenn ich bei "meinen" Händlern eine solche Stufe für 10 % des Preises bekomme. Die von dir, Peter, zitierten Mineralien aus dem Erongo? Klar aufwändig, die zu finden. Aber jedes Jahr ist auf unserer Marburger Börse z.B. ein Händler, der einen ganzen Stand von dem Kram hat - zu teilweise atemberaubend geringen Preisen. Scheint also irgendwie auch zu gehen. Denn da wohl kein Händler seine Sachen billiger verkauft, als er sie eingekauft hat, scheint also wohl keine Notwendigkeit zu herrschen, Vanas aus Mibladen oder Apophyllit aus Pune so teuer zu handeln, als handle es sich um Diamanten oder Gold. Und wie gesagt, solange das noch anders geht, scheint keine Notwendigkeit dieser teilweise absurden Preise zu herrschen.

Für weitere Missverständnisse bin ich gerne zu haben (dann aber vielleicht per PM, um das Thema hier nicht zu sehr zu verlassen) ;D

Tobi

Offline Bart0815

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Re: “Massenware” oder “Kaum noch zu bekommen”?
« Antwort #25 am: 27 Sep 13, 19:31 »
Hallo zusammen,

das Problem bei manch anderen Mineralien ist das sie teilweise garn nicht so selten sind, aber auf Börsen aufgrund ihrer Eigenschaften nicht angeboten werden. Ich sammle U-Mineralien, diese sind aber auf deutschen Börsen so gut wie nicht zu finden. Ab und an mal ein MM oder eine KS, aber auch das nur mit sehr viel Glück, und dann auch nur deutsches Material. Wenn man mal eine größere Pechblende oder Kongo Mineralien aus Shinkolobwe oder Musonoi sucht, kann man dies, zumindest hier in NRW oder auch Niedersachsen, so ziemlich vergessen. Habe über einen auch hier im Forum aktiven Sammler verschiedene Kontakte geknüpft, aber ohne Internet wäre es unmöglich ein par schöne und bezahlbare Stufen zu finden.

Gruss
Christian

Offline Tobi

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Re: “Massenware” oder “Kaum noch zu bekommen”?
« Antwort #26 am: 29 Sep 13, 15:08 »
Habe über einen auch hier im Forum aktiven Sammler verschiedene Kontakte geknüpft, aber ohne Internet wäre es unmöglich ein par schöne und bezahlbare Stufen zu finden.
Bei mir ganz anderes Sammelgebiet, aber ähnliche Erfahrung. Ich denke, mittlerweile hat mehr oder weniger jeder durch die unendlichen Möglichkeiten des Internets (aber natürlich auch durch persönliche Erfahrung auf Börsen) seine Kontakte, über die er seine Sammelschwerpunkte zu vernünftigen Preisen beziehen kann. Wenn ich Fluorit aus dem Erzgebirge suche, habe ich meinen Kontakt, der über eBay solche Stufen zu fairen Sammlerpreisen anbietet. Mineralien aus dem Erongo? Einfach bis zur Marburger Börse warten, dann bezahle ich ein Zehntel dessen, was manch andere auf Börsen oder im Internet verlangen. Ohne Internetkontakte als Bezugsquelle hätte ich tatsächlich das im Titel genannte Problem, dass es zwischen Ramsch und Exklusivware ein nur recht schmales Mittelfeld gibt auf den Börsen in den letzten Jahren.

Und da ich gerne angegangen werde mit Fragen, wie ich auf sowas komme und was die Grundlage meiner Aussagen ist: Ganz einfach die Erfahrung der letzten zehn Jahre auf Mineralienbörsen :)

Tobi