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Autor Thema: Nakrit  (Gelesen 8869 mal)

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Offline Manfred Früchtl

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Nakrit
« am: 15 Oct 13, 22:18 »
Hallo
Wer kann mir sagen wo das Mineral Nakrit hingekommen ist.
Ich wollte gerade ein Bild zur Grube Roland hinzufügen aber den Nakrit gibts nicht mehr, er wurde ersatzlos entfernt.
Bei der Grube Hermine war Nakrit auch eingetragen , ich glaube mit Bild.
Ist der Umbenannt worden ?
Ich finde nur noch Plumbonakrit Pb5O(OH)2(CO3)3.
Nakrit hat ist aber ein Al-Silikat Al4[(OH)8|Si4O10]
Bitte um Info
Gruß Manfred

Offline Embarak

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Re: Nakrit
« Antwort #1 am: 15 Oct 13, 23:22 »
Hallo Manfred,

Du hast Recht. Der scheint wohl verloren gegangen zu sein.
Nach Wiki wird Nakrit in Strunz 8. Auflage unter VIII/H.25 und in Strunz 9.Auflage unter 9.ED.05 geführt.
Die entsprechenden Seiten im Lexikon führen weder das Eine noch das Andere.
Selbst wenn es kürzlich diskreditiert wäre, müsste es in alten Tabellen auftauchen.
Mindat führt ihn unter Nacrite.

Bin gespannt auf eine Erklärung, die ich Dir leider nicht geben kann.

Gruß
Norbert

Nachtrag:
Über eine Suche bei webmineral.com
http://webmineral.com/data/Nacrite.shtml#.Ul21aVPAFvp
 bin ich auf einen funktionierenden link auf das Lexikon gekommen.
http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/MineralData?mineral=Nacrit
oder
https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/MineralData?mineral=Nacrit

Beide Seiten enthalten aber keine Angaben zur Klassifizierung. Die Strunz-Einträge fehlen auch für Nacrit.

@moderatoren: muss der Eintrag auf der Nacrit-Seite korrigiert werden, damit er auf die Tabellen greift oder umgekehrt ?

« Letzte Änderung: 15 Oct 13, 23:54 von Embarak »

Offline Stefan

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Re: Nakrit
« Antwort #2 am: 15 Oct 13, 23:56 »
Hallo,

ich konnte bisher keine Spur finden, dass wir ihn bereits eingetragen hatten.
Ich habe ihn neu angelegt und werde aber weiter suchen, da mich das schon stutzig macht.

Besten Gruß und Danke
Stefan

Online Reinhold

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Re: Nakrit
« Antwort #3 am: 16 Oct 13, 07:51 »
Hallo,
nach meiner Meinung  heißt er in deutsch Nakrit. Im Atlas steht Nacrit (deutsch).
Fundstellen gibt es auch etliche, so der Hünersedel (ohne "h"). Da ist er aber nicht in der Mineralienliiste.
Glück Auf
Reinhold

Online Reinhold

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Re: Nakrit
« Antwort #4 am: 16 Oct 13, 08:00 »
Hallo,
kleiner Nachtrag.
http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/BilderGeordnet?mineralid=2657

Da steht oben nix drin.
Glück Auf

Offline Stefan

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Re: Nakrit
« Antwort #5 am: 16 Oct 13, 08:32 »
Danke für Eure Hinweise, die sehr wertvoll waren.

Er sollte nun wieder soweit komplett sein. Das ist alles noch etwas rätselhaft.

Besten Gruß
Stefan

Offline Manfred Früchtl

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Re: Nakrit
« Antwort #6 am: 16 Oct 13, 11:59 »
Danke für die schnelle Behebung, wirklich Super  :D  :D
Gruß Manfred

Offline woelsendorfer

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Re: Nakrit
« Antwort #7 am: 03 Nov 13, 07:26 »
Hallo und guten morgen,

ich muss das Thema hier noch mal aufgreifen.

Da ich nicht der grosse Mineralienexperte bin muss ich halt dumme Fragen diesbezüglich stellen.

Auf Honigspatstufen aus dem Wölsendorfer Revier ist oft ein weißes Mineral mit drauf ... die Bergleute sagen dazu Kaolin und haben davon gesprochen das es unter Tage Kaolineinbrüche gegeben hat.

Die erste Frage dazu: Ist das wirklich Nakrit von dir Manfred ??, denn in der gesamten Fachliteratur taucht das Mineral für das Wölsendorfer Revier nirgendwo auf und nur du hast das bisher für Wölsendorf bestimmt. Muss allerdings dazu sagen, dass ich nicht die gesamte Literatur, was Mineralien betrifft, für das Wölsendorfer Revier im Bestand habe.

Die zweite Frage dazu: Wenn ich das Mineral Kaolin neu eingebe, ändert das System vom Atlas das in Kaolinit. Sind das nicht verschiedene Minerale ?? ... nach der Einagbe schreibt mir das System aber folgendes: "Das Mineral wurde gefunden und eingefügt. Kaolin".

Netten Gruss
Micha

 


Online Axinit

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Kaolin vs Kolinit - OT
« Antwort #8 am: 03 Nov 13, 10:48 »
Servus,

Kaolin ist die Bezeichnung fuer die bergbaulich-industriell abgebaute "Kaolin-Erde", aus der das Mineral KAOLINIT, ein Phyllosilikat, nach Abtrennung von Quarz und Glimmer, gewonnen wird.

GA

Harald

Offline woelsendorfer

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Re: Nakrit
« Antwort #9 am: 03 Nov 13, 13:43 »
Hallo Harald,

wie sage ich dann, wenn ich z.B. Honigspat mit dem weißen Mineral habe.

als Beispiel: Honigspat mit Kaolinit ??

und wie müsste der Text unten dann lauten ?

Stell hier mal eine Honigspatstufe für Mineralinteressierte ein. Manche Honigspäte waren zum Teil vollkommen mit Kaolin oder Kaolinit ? überzogen. Die Bergleute haben das dann weggewaschen.

Als zweites ein Foto von einem untertägigen Kaolin oder Kaoliniteinbruch ? im Rolandgang der Grube Marienschacht, Baufeld Staatsbruch.

Netten Gruß und danke für die Infos.
Micha

Online Axinit

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Re: Nakrit
« Antwort #10 am: 03 Nov 13, 15:59 »
Servus Micha,

soeben habe ich noch einmal nachgesehen: KAOLIN und KAOLINIT koennen offensichtlich synonym verwendet werden (so beschreibt es auch unser MA-Lexikon  ;D).

Insofern sollte es egal sein, welchen der beiden Begriffe Du benutzt. Beides sollte richtig sein.

Aber: nicht jedes weisse oder helle Ton-Mineral, das durch Zersetzung von Feldspat entsteht ist ein Kaolin. Ist denn das Material aus Woelsendorf einmal genauer untersucht worden ?


Herzliche Gruesse

Harald

Offline Manfred Früchtl

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Re: Nakrit
« Antwort #11 am: 03 Nov 13, 16:21 »
Hallo Micha
Zu Deiner Frage zum Nakrit.
Viele Sammler hatten das weiße Zeugs auf den Stufen aus dem Wölsendorfer Revier. In der Regel wurde es weggeputzt.
Aber es ist vorhanden, und wird weder als Kaolinit noch als Nakrit geführt, es könnte auch noch Dickit sein. Kein Mineral aus dieser Gruppe wird in der Literatur erwähnt, obwohl sie häufig vorkommen.
Nein ich bin mir nicht sicher dass das ein Nakrit ist, aber dieser bildet am häufigsten solche schöne sechseckige Kristalle. Es ist wie schon erwähnt eine optische Bestimmung von mir.

Ebenso fehlt der 1979 in Lapis erwähne Sapionit.
Auch einen Anatas habe ich ganz tief in der Halde gefunden, den gibt es nicht in der Literatur. Aber im Granit sollte man immer mit Anatas rechnen, man muß ihn nur finden.
Irgendwann bekam ich den Hinweis dass das weiße Nakrit sein soll, aber ich habe keine Unterlagen dazu und die sechseckigen tafeligen Kristalle passen am besten zu Nakrit.
Ich hoffe ja immer noch dass mal ein anderer Sammler meinen Fund bestätigen oder ihn als ein anderes Mineral bezeichnen kann.
Interessante Bilder, besonders das vom Roland mit dem Kaolineinbruch.  :)

Hallo Harald
Scheinbar ist das weiße Mineral ignoriert worden. Es wird in den schön bebilderten Fachzeitschriften nicht beachtet.

Herzliche Grüße
Manfred


Offline openpit

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Re: Nakrit
« Antwort #12 am: 03 Nov 13, 18:12 »
Hallo,

Kaolin und Kaolinit stellen keine Synonyme dar und sollten auch nicht entsprechend verwendet werden. Wie Harald schreibt:
Zitat
Kaolin ist die Bezeichnung fuer die bergbaulich-industriell abgebaute "Kaolin-Erde", aus der das Mineral KAOLINIT, ein Phyllosilikat, nach Abtrennung von Quarz und Glimmer, gewonnen wird.

ist Kaolinit die korrekte Bezeichnung des Minerals. Kaolin hingegen die Bezeichnung eines (Residual-)Gesteines. Hier können weitere Tonminerale, diverse Feldspäte, Quarz, Eisen(hydr-)oxide und weiteres auftreten.
Um einen Ton (sicher) zu bestimmen genügt es nicht die Form der Aggregate zu betrachten. Hierfür sind Analysen notwendig. Nakrit und Kaolinit sind zudem chem. identisch, lediglich strukturelle Unterschiede bestehen. Eine XRD ist hier angebracht, wobei eine genaue Charakterisierung sehr zeitaufwendig ist.
Deshalb ist es durchaus angebracht solche Bildungen als Kaolin zu benennen.

Glück Auf!
openpit

Offline smoeller

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Re: Nakrit
« Antwort #13 am: 04 Nov 13, 12:05 »
Hallo,

zu dem Wölsendorf-Bild:

Solche Letten (alte Bezeichnung für weiche, oft tonige (Korngröße, nicht Mineralzusammensetzung) hydrothermale Zersetzungsprodukte von Gesteinen in der Nähe von Klüften und Gängen) sind meist nicht einfach ein Mineral, sondern ein Gemenge. Das können natürlich Tonminerale (Kaolinit, Dickit) im engeren Sinne sein. Dann aber meist auch, in vielen Fällen sogar vorwiegend, Glimmer. Vor allem erstmal feinschuppiger niedrigthermaler Muskovit, sog. Sericit und das hydratisierte Glimmermineral Illit. Ohne zumindest eine XRD (Röntgendiffraktometrie) kommt man da nicht weiter.

Weiße Beläge auf Stufen sind meist meiner Erfahrung nach entweder Muskovit (Sericit), Illit oder Kaolinit, seltener Dickit. Auch hier lässt sich ohne Analytik nix sagen.

Glück Auf!
Sebastian

Offline woelsendorfer

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Re: Nakrit
« Antwort #14 am: 04 Nov 13, 20:40 »
Guten abend,

hab die Antworten von Sebastian (smoeller) und Micha (openpit) mal studiert, weil einfach nur durchlesen reicht da nicht mehr  :)

Das Ergebnis von euch beide ist, dass man ohne Analyse nicht weiter kommt, ... bedeutet für mich aber auch, dass wenn ich Kaolin als Mineral unter eine Fundstelle eingebe, dass System vom Atlas nicht hergehen kann und daraus Kaolinit macht, weil Kaolinit u.U. nur ein Bestandteil aus dem weißen Gemenge ist.

Zeitaufwendige Analysen wird von uns normalen Mineraliensammlern keiner machen und daher finde ich Kaolin als Oberbegriff angebrachter als Kaolinit und wie von Micha schon erwähnt:

Zitat
Deshalb ist es durchaus angebracht solche Bildungen als Kaolin zu benennen.

Kaolin würde ich deswegen eingeben, weil das weiße Gemenge und die Beläge allgemein als Kaolin angesprochen werden. Allgemein bedeutet, dass nicht nur "einfache" Bergleute von Kaolin sprechen, sondern Kaolin auch in der Bergamtssprache, bei Erstellung von Grubenrissen und deren Zusammensetzung der Gemenge gebräulich ist und das betrifft nicht nur das Wölsendorfer Revier, sondern im Steinkohlenbergbau hatten wir auf dem Bergwerk Westerholt, Baufeld Polsum im Steinkohlenflöz ebenfalls einen bis zu 20 cm breiten Kaolinstreifen. Bedeutet das auch hier das Wort Kaolin gebräulich war.

Manfred
Im Ergebnis bedeutet das, dass das Mineral Nakrit für die Fundorte mit einem Haken für "zweifelhaft" versehen werden müßten, solange wir keine genaue Analyse vorliegt.

Netten Gruss
Micha

 

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