Hallo liebe Sammlerfreunde,
"Kurpfalz" schreibt, dass die Münchener Mineralientage im Endeffekt wie jedes Jahr gewesen sein sollen. Da gebe ich ihm Recht.
Ich selbst besuche die Messe seit Jahren immer von Donnerstag bis Sonntag Mittag. Der Donnerstag ist dabei der für mich mit Abstand wichtigste Tag. Wie jedes Jahr müssen die Anbieter versuchen die erheblichen Preise für ihre Stände sowie Reise- und Übernachtungskosten aufzubringen. Warum auch immer, mir wird jedes Jahr von der Messeleitung eine Preisliste für die unterschiedlichen Standgrößen zugeschickt - für mein Empfinden unerhört teuer. Deshalb gebe ich allen Recht, die meinen, dass die Stufensuche in München sehr schwierig ist. Nur zu oft habe ich - wie jedes Jahr - Stücke in die Hand genommen und mangels Beschriftung den möglichen Preis geraten. Die Anfrage ergab dann aber Preise, die durchaus 10 und 15 Mal höher waren als meine Schätzung. Ich halte gerade diese überproportionale Preisentwicklung für fatal hinsichtlich der Zukunft des Sammelns von Mineralien. Ein junger unerfahrener Sammler mit bescheidenem Budget kann doch nach dem Besuch der Mineralientage München nur deprimiert wieder nach Hause zurück kehren.
Trotz aller Mühen wurde ich - auch wie jedes Jahr - für meine Sammlung fündig. Zu erst zogen meine Aufmerksamkeit die prächtigen marokkanischen Gersdorffite auf sich. Nach langem Hin und Her - zwecks des Endpreises - habe ich mich zum Glück am Donnerstag Morgen für ein passables Stück entschieden. Am Samstag war zumindest nichts mehr außer den Belegstücken auf den Tischen zu sehen. Aus Marokko habe ich dann auch noch einen preislich recht akzeptablen Akanthit gefunden. Schon lange hatte ich mich für Arfvedsonit von Ilmichil interessiert. Kein einziger Marokkaner wusste zwar, dass es welcher ist, aber verlangte zum Teil mehr dafür als für Stücke vom Mount Malosa. Am Ende habe ich ein brauchbares Stück gefunden. Vieles, was man aus Marokko erwartet, war jedoch gar nicht zu sehen.
Als besonders gut habe ich die Angebote aus Peru empfunden. Übrigens auch mit oft vernünftigen Preisen. Geleistet habe ich mir daher u. a. eine üppige Handstufe mit Alabandin.
Bei der sehr beeindruckenden Sonderschau habe ich die mehrfach fehlende Beschilderung vermisst. So etwas darf nicht passieren und ist schlicht und einfach eine Frage der Vorbereitung. Als überflüssig darin habe ich den Kram von Elvis Presley empfunden.
Trotz aller Mondpreishändler sollte kein Sammler, der sich auch für internationale Mineralien interessiert die Börse missen. Sammler von einheimischen Stufen sind sicher auf den lokalen Börsen viel besser beraten.