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Autor Thema: Fundort gesucht - hoffnungsloses Unterfangen ?  (Gelesen 3002 mal)

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Offline cmd.powell

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Hallo Zusammen

Ich habe zwar keine große Hoffnung das jemand das weiß, aber ich will jedenfalls gefragt haben: Im Oktober stand mal wieder die alljährliche Helgolandexkursion auf dem Programm. Leider waren die Funde auf Helgoland selber nicht so prickelnd und daher habe ich mich auf doch recht interessant ausschauende Felswacken am Südstrand "gestürzt" und dort immerhin ein paar ganz brauchbare Zirkone und andere typisch pegmatitische Minerale abgemeißelt. Das Gestein ist definitiv nicht von Helgoland und mein Bekannter (er ist selber Sammler) vom helgoländer Museum hat als Stichwort "Skandinavien" als möglichen Herkunftsort angeführt.
Meine Frage in die Runde ist jetzt: Kennt jemand hier vielleicht rein Zufällig den Herkunftsort dieses Küstenbefestigungsmaterials. Von der Ausbildung her ähnelt es stark dem "Larvikit", da auch hier große, schillernde Feldspäte gesteinsbildend vorkommen. Die Brocken weisen nicht selten Sägeflächen auf, woraus ich schließe, das es sich wahrscheinlich und Abfälle aus einem Larvikitbruch handelt. Als Mineralassoziation habe ich bisher Zirkon, 'Pyrochlor', Magnetit, Galenit, Fluorit und Molybdänit sicher identifiziert, dazu kommen natürlich noch Glimmer (Biotit ?), Feldspat (Plagioklas ?, Alkalifeldspat ?) und Amphibol oder Pyroxen sowie eine handvoll weitere Minerale die ich noch nicht genau ansprechen kann/will.

Das das alles jetzt nicht besonders stichhaltig ist, ist mir klar und es handelt sich hierbei vielmehr um eine Art "verzweifelten Versuch" etwas zu dem Gestein bzw. seiner Herkunft heraus zu bekommen - wobei ich sehr fern einer wirklichen Verzweiflung bin  ;)

Ich halte es auch für durchaus möglich, das hier Material aus verschiedenen aber ähnlichen Steinbrüchen liegt. Nach einer mindat-Suche nach der beschriebenen Mineralassoziation kommen mehrere Steinbrüche in der Larvik-Region in Frage, allerdings befürchte ich, das die Minerallisten nicht wirklich durch Vollständigkeit glänzen. Immerhin ein Fingerzeig in eine bestimmte Richtung - Larvik als Fundort ist schonmal deutlich besser als "?"...

Offline Walpurgin

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Re: Fundort gesucht - hoffnungsloses Unterfangen ?
« Antwort #1 am: 04 Dec 13, 07:27 »
Da Helgoland (Hafenanlagen) im II-Weltkrieg stark ausgebaut wurde ist es zu vermuten das es sich um Material aus dem damels besetzten Norwegen handeln könnte.
Hier könnte evtl. das Heimatmuseum von Helgoland ( wenn es denn eins gibt , garantiert helfen).

Offline smoeller

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Re: Fundort gesucht - hoffnungsloses Unterfangen ?
« Antwort #2 am: 04 Dec 13, 08:31 »
Hallo,

Ich könnte mir dann gut vorstellen, dass es sich um Material aus dem Bereich Tvedalen handelt, das ist der Bereich bei Larvik, wo die meisten größeren Brüche im Larvikit sind.

Wahrscheinlich ist das dunkle Mineral Amphibol, und zwar meist Richtung Hastingsit (Barkevikit), oder es ist Aegirin. Ampghibol und Pyroxen kann man am ehesten in Schnitten/Anbrüchen senkrecht zur Längsachse unterscheiden. Amphibol bildet dann eher flach rautenförmige Querschnitte, Pyroxen eher rechteckige bis fast quadratische.

Glück Auf!
Sebastian

Offline cmd.powell

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Re: Fundort gesucht - hoffnungsloses Unterfangen ?
« Antwort #3 am: 05 Dec 13, 00:07 »
Hallo

Danke schonmal für die Antworten.

@Walpurgin: Die Strandbefestigung am Südhafen ist erst vor Kurzem geschehen, 2011 oder 2012 und das Gestein, welches dort zum Einsatz kommt ist auch noch recht frisch (keine Flechten etc. drauf !). Vorher lag da auch anderes Geröll rum, so das dieses Material sicher erst im oben genannten Zeitraum auf die Insel gekommen ist.

@smoeller: Die Pyroxene/Amphibole sind leider z.T. schon recht stark umgewandelt, was jedoch schon lange vor dem Ablagern auf Helgoland passiert ist. Zudem sind die Teile dank ihrer Spaltbarkeit natürlich die Regionen in meinen Proben, wo diese zerbrochen sind. Ich hoffe, ich finde irgendwo ein paar brauchbare Flächen. Ich habe mich bisher aber auch noch nicht so sehr auf die "dunklen" Minerale gestürzt.

Immerhin scheint Larvik der richtige Ort zu sein, damit kann ich erstmal leben. Die Proben die ich mitgeschleppt haben sind - logischerweise - auch nicht unbedingt für das Gestein repräsentativ, da ich nur nach den pegmatitischen Gängen geschaut habe. Auf jeden Fall bekommt man doch einiges an Aufmerksamkeit, wenn man anfängt die Strandpromenade zu erodieren ;D

 

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