Hi
Sphalerit ergibt mit verdünnter Salzsäure nur H
2S in Spuren, wahrscheinlich kaum am Geruch wahrzunehmen. Um wirklich signifikante Mengen an Schwefelwasserstoff freizusetzen, muss man den Sphalerit pulverisieren und mit konz. Salzsäure behandeln. Gefahr sollte von der winzigen Probe auf jeden Fall nicht ausgehen, dann schon eher von der Salzsäure

(Die Sonnenbrille beim Smiley ist hier mal als Schutzbrille zu verstehen...).
Beim Siderit wird es mit verd. HCl keine nennenswerte CO
2-Bildung geben, bestenfalls ein sehr verhaltenes blubbern - kein Vergleich zu der doch recht heftigen Reaktion von oder . Insgesamt gibt es nur eine handvoll Carbonate, die mit verdünnter ACL (5%) eine lebhafte Gasentwicklung zeigen, wie Calcit, Aragonit, Strontianit, Witherit sowie die aufgrund der Farbe ausfallenden Malachit, Azurit und noch ein paar wenige mehr (alle kenne ich ad hoc auch nicht).
Bei dem abgebildeten Mineral könnte es sich auch um Smithsonit handeln; der tritt sehr formenreich und durchaus auch farbenfroh auf und ist ein recht häufiges und gern übersehenes Sekundärmineral. Auch Smithsonit sprudelt nicht oder nur sehr wenig mit verd. Salzsäure, sollte aber mit - ggf. warmer - konz. HCl eine deutliche Gasentwicklung zeigen. Eine Abgrenzung zum sehr ähnlich reagierenden Siderit ist aber ohne weitere Analysen (z.B. auf Fe) nur schwer möglich.
@Manfred Früchtl: Ansich kannst Du Dir die Arbeit sparen, das wurde alles schon - z.T. vor Jahrhunderten - gemacht. Leider sind die klassischen chemischen Bestimmungsmethoden durch die moderne Analysentechnologie praktisch ausgestorben und das Wissen und die praktische Anwendung desselbigen arg in Vergessenheit geraten. Wer kennt heute noch Tüpfelmethoden ? Einzig der Salzsäuretest hat in einer kleinen Nische wegen der Einfachheit überlebt. Hinzu kommt leider auch noch, das dank der neuen Gesetzgebung (ok, so neu ist sie auch nicht mehr) es für Privatpersonen schwierig bis unmöglich geworden ist an für bestimmte Analysen nötige Chemikalien zu kommen. Man kann jedoch noch eine Reihe von Tests und Proben mit einfachen Hilfsmitteln realisieren. Allerdings muss man sich dafür etwas ausführlicher mit Chemie und Analysetechniken auseinander setzen (=> entsprechende Literatur wälzen). Außerdem sollte man bevor man ein Mineral analysiert (z.B. mit dem Lötrohr) erstmal eine Vergleichsprobe mit einem sicher bestimmten Mineral machen, damit man selber sieht, wie z.B. der beschriebene "gelbe Niederschlag" den in Natura ausschaut. Bei nasschemischen Analysen sind Blindproben mit den eingesetzten Chemikalien unerlässlich. Als Beispiel: Wenn ich einen Eisennachweiß mit Cyanoferrat mache werde ich, sofern ich Baumarktsalzsäure verwende, immer ein positives Ergebnis haben !
Fazit: Man kann sehr viel machen und selber herausfinden, muss dafür aber einiges an Wissen und Praxis erlernen und natürlich Erfahrung sammeln. Das alles hier in einem Forum zu sammeln ist ein ambitionierter Gedanke und geht sicher weit über einen einfachen Thread hinaus. Das wäre eher was für das Lexikon als Nachschlagewerk für z.B. Kationen- und Anionennachweise, Borax- und Phosphorsalzschmelzperlen, Lötrohrreaktionen etc.. Alternativ kann man sich auch die entsprechende Literatur beschaffen; schon in einfachen Mineralienbüchern stehen manchmal Schnelltests drin, im bekannten Rößler steht schon ziemlich viel zu dem Thema.