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Autor Thema: Vulkanbomben? Mockzig  (Gelesen 19960 mal)

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Offline Einstein

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Vulkanbomben? Mockzig
« am: 08 May 14, 15:36 »
Hallo Leute,

auf der einen oder anderen Börse sind mir die Dinger ab und an mal aufgefallen, nun hatte ich die Gelegenheit zwei Stücke zu tauschen  :o

Der Verkäufer meinte es wären Vulkanbomben aus Mockzig bei Altenburg. Der Fundort stimmt 100%. Aber handelt es sich wirklich um Vulkanbomben?
Wenn ja, sind diese verkieselt oder wie kommen die jaspisartigen Farben und Formen zustande? Die beiden Stücke sind poliert aber nicht auf Hochglanz, was ggf. am Material liegen könnte.

Wäre super wenn mir jemand was Genaueres dazu sagen könnte.

Beste Grüße

Robert

Deutschland/Thüringen/Altenburger Land, Landkreis/Altenburg, Stadt/Ehrenberg, Ortsteil/Mockzig
Vulkanbomben? Mockzig
« Letzte Änderung: 24 Dec 14, 02:11 von oliverOliver »

Offline Fritzi

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Re: Vulkanbomben? Mockzig
« Antwort #1 am: 08 May 14, 21:18 »
Hallo,

vielleicht ist dieser Thread für Dich interessant: http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,14594.msg131459.html#msg131459

BG
Fritzi

Offline Einstein

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Re: Vulkanbomben? Mockzig
« Antwort #2 am: 09 May 14, 09:50 »
Hallo Fritzi,

ich danke dir für den Link. Naja, so ganz eindeutig ist ja nun nicht. Aber ich könnte mich mit den "Lapilli" anfreunden.

Beste Grüße
Robert

Offline oliverOliver

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Re: Vulkanbomben? Mockzig
« Antwort #3 am: 22 Dec 14, 22:45 »
Sehen interessant aus die Dinger -
der Thread hat meine Neugierde geweckt (schon als er noch "frisch" war) und ich würde auch gerne mehr darüber zu erfahren.
Das gibts doch wohl kaum, dass hier niemand detailliertere Informationen dazu hat ?  ;)

Offline Conny3

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Re: Vulkanbomben? Mockzig
« Antwort #4 am: 23 Dec 14, 09:10 »
Hallo,

Mockzig ist mir zumindest aus der Literatur als Fundort für Mikroachate bekannt. Da gab es in den 90er Jahren einmal einen Sammler der solche Achate in Walnussschalen einbaute und sie dann in einer Ausstellung (zusammen mit meinen Schöngleinamikroachaten) präsentierte. Zum Beispiel im Museum Gera damals Mitte der 90er (ich glaube auch in Altenburg und Zwickau noch). Den Fundort bei Mokzig kenne ich aber selbst nicht. Muss noch einmal dazu recherchieren.

Gruß Conny
« Letzte Änderung: 23 Dec 14, 16:37 von Conny3 »

Offline Einstein

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Re: Vulkanbomben? Mockzig
« Antwort #5 am: 23 Dec 14, 14:21 »
Hallo Bombenfreunde,

ja Oliver, ich bin auch ganz heiß auf Informationen!
Hallo Conny, stimmt, Achate aus der Gegend dort sind bekannt, wenn es wohl auch nie so viel Material gab (soweit ich weiß). Aber ich denke die „Vulkanbomben“ sind anderen Ursprungs oder zumindest von einer anderen Fundstelle.

Ich greife hier nochmal die Infos aus dem alten Thread auf:

Bernd G. hatte damals geschrieben, dass seine Stücke von Nobitz sind. Da frag ich mich ob es nicht auch in der Kiesgrube dort was gibt oder ob alle Funde sowohl Mockzig als auch Nobitz Feldfunde sind? Bzw. kann noch jemand die Fundstelle Nobitz bestätigen? Mir ist nur bekannt, dass die „Vulkanbomben“ von Äcker um Mockzig kommen.

Eddi R. schrieb damals: „Silicatreiche Lapilli oder Bomben sollten auch
Blasenholräume aufweisen“
. Diese Hohlräume könnten sich ja dennoch im Nachhinein mit SiO2 gefüllt haben und demnach sind diese jaspisartigen Gebilde entstanden? (ist nur eine meiner Theorien)

Psaronius schieb dazu: „Übrigens heißt "Lapilli" (ital.) eigentlich nur "Steinchen" und gilt als Bezeichnung für bei einer Gasexplosion eines  Vulkanes herausgeschleuderte Auswürflinge... PS: Meines Wissens müssen Lapilli nicht unbedingt Blasenhohlräume aufweisen und nicht unbedingt aus der Schmelze stammen, kann auch  losgebrochenes, festes Gestein sein... Bei den Altenburger Material, kann ich mir aber nicht so recht die Struktur erklären....“
Dann kam noch der Hinweis, dass es sich um eine Brekzie handeln könnte. Was ich aber anhand meiner beiden Stücke ausschließen würde, da sie doch eher Homogen sind. Interessant sind auch die angesprochenen achatigen Strukturen, was wieder eher für Jaspis sprechen würde.

Berthold W. meinte wiederum: „Lapilli bestehen normalerweise nicht (nie ?) aus SiO2.“ Dann wäre die Bezeichnung auf jeden Fall falsch. Oder kann man vielleicht auch sagen: „verkieselte Lapilli“?

Ich würde mich gerne bei Gelegenheit auf den Äckern bei Mockzig umschauen. Vielleicht findet man ja noch einige Stücke oder auch Hinweise auf dessen Herkunft.

Ich kann es mir auch schlecht vorstellen wie die „Vulkanbomben“ (wenn es denn welche sind) alle nur bei Mockzig gelandet sein sollen? Ggf. kommen die Teile ja doch aus dem Festgestein? Denn verkieselt können die Dinger ja nicht schon aus dem Vulkan geschleudert wurden sein, oder? Also muss eine Verkieselung später passiert sein. Ich weiß auch nicht ob sogar verkieselte vulkanische Aschen was damit zu tun haben könnten?

Also ich traue dem Ganzen noch nicht so richtig  :-\ Zumal alles was man im WWW über Lapilli findet irgendwie was ganz anderes ist als diese Stücke von Mockzig. Also, noch immer ganz viele Fragezeichen...

Beste Grüße
Robert

Offline oliverOliver

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Re: Vulkanbomben? Mockzig
« Antwort #6 am: 23 Dec 14, 14:54 »
hallo Einstein,
im Lexikon gibts zu Mockzig garnix ...  :(

ich könnte den FO mal anlegen, wenn du die Bilder beisteuerst
diese interessanten Was-Auch-Immer-Gebilde würden einen Eintrag jedenfalls rechtfertigen ......

p.s.:
agelegt - http://www.mineralienatlas.de/?l=36494
jetzt müssen wir nur noch klären was das wirklich ist .....  ;D
« Letzte Änderung: 23 Dec 14, 15:13 von oliverOliver »

Offline Reinhold

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Re: Vulkanbomben? Mockzig
« Antwort #7 am: 23 Dec 14, 17:25 »
Hallo,
ich denke die Bilder zeigen Schnitte von Rhyolithkugeln.
Wer vor Weihnachten und vor schwerem Essen noch schwere Kost lesen will,
http://www.porphyrkugel.de/media//DIR_43515/3d1d869cd9d2e2ccffff80faffffffef.pdf
Auf Seite 24 ist Mockzig erwähnt.

Schöne Festtage und
Glück Auf
Reinhold

Offline Gerhard

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Re: Vulkanbomben? Mockzig
« Antwort #8 am: 23 Dec 14, 18:12 »
Hallo
Ich denke ,wie Reinhold,das es sich um Stücke von Ryolithkugeln handelt und möchte zu den vorausgegangenen
Berichten noch etwas hinzufügen.
!988 wurde durch Heinz Geidel aus Mockritz in einem alten Porphyritsteinbruch in der Nähe des Ortes Porphyrit-
stücke geborgen die zig- hunderte spindelförmiger Miniachate zeigten.Die Minimandeln hatten alle Achatformen
die man so kennt, und die Farben reichten von braun bis rot-weiß bis blau und gelb.
Ich denke,die gezeigten Belegstücke zeigen grünlichen Calzedon,den man dort auch finden kann.
Aber bei Mockzig ist auch ein kleines Vorkommen-etwa 100x100 m von dazitischen Glas aufgeschlossen. Man findet
sie als Lesesteine. In den Laziten kam es auch zur Ausbildung von Ryolithkugeln, die gefüllte Hohlräume mit Quarzmineralien haben. Auch im Gelände um den Steinbruch befand -befindet sich eine Fundstelle mit Amethyst,
Quarz und Calcedon
In der Kiesgrube -Nobitz- wurden die gleichen Funde gemacht.
Noch etwas zur Geologie:  In der Umgebung von Altenberg befinden sich 3 Vulkanitkörper(teilweise in glasiger
Ausbildung).Es gab also 3 Eruptionsausbrüche und umfasst das Gebiet
-das Gebiet von Kohren und Stünzhainmit anschließender Ascheabdeckung
-der zweite Ausbruch schuf den Rochlitzer Quarzporphyr im Gebiet Rensa/Pöppschen
- der dritte Ausbruch mit Porphyrit bedeckte den Raum Lehnitz- Modelwitz- Mockzig
Vielleicht hilft das geschriebene zur Aufklärung
Gruß Gerhard


Offline Einstein

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Re: Vulkanbomben? Mockzig
« Antwort #9 am: 23 Dec 14, 19:42 »
Hallo Reinhold,

danke für den Link zur PDF-Datei. Sehr interessant. Aber ich denke nicht, dass es sich um Ryolithkugeln dabei handelt, zumindest nicht in der gängigen Form wie ich sie kenne mit äußerer Matrix und den inneren Kern aus Quarz/Achat/Jaspis.

Übrigens, der im ersten Bild gezeigte (braune) ist 10 cm groß, der zweite 3 cm.

Bernd G. hatte eine der klassischen Ryolithkugel aus der Gegend dort bereits hier gepostet: https://www.mineralienatlas.de/forum/index.php?topic=7214.0
Und bekam auch gute Infos vom geologischen Verein Thüringen.

Dennoch würde ich immer noch behaupten, dass die "Vulkanbomben" nichts bzw. nicht viel mit den Achaten von Modelwitz zu tun hat.

Bernd G. schrieb noch: "es soll in der gegend mal steinbrüche gegeben haben ,wo material teilweise auf felder verkippt worde."
So könnte es ja ggf. sein, dass auch diese "Vulkanbomben" von irgendeinem Tuff-Pechstein-Steinbruch stammen und dort nur verkippt wurden.

Auch an Gerhard besten Dank für die Infos. Grünlicher Calzedon? Nur die bisherigen "Vulkanbomben" haben ein breiteres Spektrum an Farben.

Beste Grüße
Robert


Offline Fritzi

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Re: Vulkanbomben? Mockzig
« Antwort #10 am: 23 Dec 14, 21:14 »
Hallo,

noch am Rande zu Herrn Geidel sei bemerkt: mit einer Sammlung von über 6.000 Stück Mikro-Achaten hat er es bis ins "Guiness-Buch der Rekorde" geschafft.

BG
Claudia

Offline Reinhold

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Re: Vulkanbomben? Mockzig
« Antwort #11 am: 23 Dec 14, 21:18 »
Hallo,

Zitat
Dennoch würde ich immer noch behaupten, dass die "Vulkanbomben" nichts bzw. nicht viel mit den Achaten von Modelwitz zu tun hat.
So sehe ich das auch. Ich wohne zwar weit entfernt, aber da wird wohl teilweise Mockzig mit Modelwitz verwechselt.
Glück Auf
Reinhold
« Letzte Änderung: 23 Dec 14, 21:39 von guefz »

Offline oliverOliver

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Re: Vulkanbomben? Mockzig
« Antwort #12 am: 23 Dec 14, 22:49 »
kann ich das so verstehen, dass der Eintrag Achat (Mikroachat), den ich aus der Forumsdiskussion für Mockzig übernommen habe, falsch ist, und die NUR zu Modelwitz gehören ?

(dass die Achate was mit den "Bomben" zu tun haben, hatte ich ohnehin nicht angenommen)

Offline fassi

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Re: Vulkanbomben? Mockzig
« Antwort #13 am: 23 Dec 14, 23:18 »
Glück auf alle miteinander

nun wirds doch mal wieder intressant .
das sind schon " Vulkanbomben " auch wenn ich mit dieser bezeichnung etwas probleme hab.
jedenfalls hat das mit " Rhyolithkugel "nix zu tun

Im Grunde genommen ist das ein kleines Stück aus einer eruptivgeschichte , welche man anhand diese Einzelteils eher schlecht zuordnen kann .
nun paar Fakten
es ist kein Achat im Spiel , m.M. nach ein Tuff , welcher schon leicht verkieselt sein kann .
die Farben kommen vom Eisen Oxiden . typische begleiter von Vulkanischen Aktivitäten

es handelt sich schon um "eruptivprodukt" welches eine Blasen oder Hohlraumbildung hat, Ähnlich dem Stichwort Bimsstein.
selbes material Trägt die Mikroachte in Modelwitz ,welches aber eben durch einfluss von SiO2 verkieselt ist

in der gegend gibt es viele alte Steinbrüche . auch Mini Brüche aus alter zeit , anstehend vorherrschendes Gestein Porphyr und Porphyrtuffe .

die Fundstücke lassen aber Rückschlüße auf andere gleichartige Vorkommen ziehen ..
so z.B. St.egidien .
bei umfangreichen Baumaßnahmen 2010 war dort der Porphyr-Tuff -Ignimbrit Körper auf abschnittsweise ca 150 meter aufgeschlossen .

da könnte die gesammte Abfolge herrlich beobachtet werden also Rhyolith -Tuff abfolgen  und auch eine angrenzende Schichtung von genau diesen Material .
Intressanterweise gab und gibt es in dieser Schichtung wiederum die Bildung von Kugel-Mandel-Linsenförmigen Körpern, welche gesägt und poliert  fast Identisch ,mit den hier gezeigten sind .
Diese ich sag mal " Bomben" waren immer in der umgebenden masse eingeschlossen aber härter und ließen sich sozusagen recht leicht aus der Grundmasse herausarbeiten..
Würde diese Schicht also auf einen Acker ausbeissen , könnten solche Bildungen dort gefunden werden.

Woher diese "Bomben " nun kommen wird schwierig zu klären sein , dazu braucht es lange geländeerkundungen , viele viele meter Fußmarsch und genaue kenntnissse geologie des gebietes , .
Deckenergüsse oder Pyroklastische Ablagerungen lassen sich nicht Überall oberflächlich verfolgen , sondern stecken oftmals unter der oberfläche , sind quasi ohne umfangreiche Schürfarbeiten nicht Lokalisierbar .

am Beispiel St.Egidien sei erwähnt  das besagte baumaßnahme durch die weite erstreckung der Tiefbauarbeiten  quasi einen Schnitt durch die gesammten schichtungen  gezeigt hat.
und dadurch auch neue erkenntnisse gewonnen werden konnten .
 
dazu wird es in Naher zukunpft wohl auch eine veröffentlichung geben.

 
Bei Umfangreichen Schürfarbeiten 2013 an einen anderen Vorkommen von porphyrkugelbildungen konnten derartige Schichtungen nicht aufgeschlossen werden .

Lange rede kurzer Sinn , wenn Du die Herkunpft Der Fundstücke klären willst , wirst Du viel und weit graben müssen
Zitat
kann ich das so verstehen, dass der Eintrag Achat (Mikroachat), den ich aus der Forumsdiskussion für Mockzig übernommen habe, falsch ist, und die NUR zu Modelwitz gehören ?
Im Falle der gezeigten Stücke sind es definitiv keine Achate ..sind lediglich verkieselte AscheTuffe
Aber warum sollte es dort keine geben ?? Die gegend ist nahezu prädestiniert dafür Überraschungen auf feldern zu finden .
Nur wird sicher nicht jeder hier oder anderswo seine fundstücke  zeigen oder Sammlerische Infos verbreiten .
Ohne genaue Geländeerkundung sollte man Achate ( mikroachte) nicht auschließen .
GA Mario

Offline oliverOliver

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Re: Vulkanbomben? Mockzig
« Antwort #14 am: 23 Dec 14, 23:22 »
Zitat
Aber warum sollte es dort keine geben ??

zumindest "normale" Achate gibts, hab ich gerade herausgefunden: http://www.achat-almanach.de/html/mockzig.html

edit 2023: die website gibts leider nimmer
« Letzte Änderung: 03 Nov 23, 21:18 von oliverOliver »

 

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