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Autor Thema: Axinit (?), Großarltal, Österreich  (Gelesen 7672 mal)

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Offline hobbymineraloge

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Axinit (?), Großarltal, Österreich
« am: 17 Aug 14, 18:20 »
Hallo!

Beim Reinigen einer Bergkristall/Feldspat-Stufe der heurigen Funde sind mir dunkelbräunliche Aufwachsungen aufgefallen, zuerst dachte ich es seien hartnäckige schmutzpartikel, bei näherem Hinsehen entpuppten sich als kleine Kriställchen, die mich an Axinit erinnern. Gefunden hab ich die Stufe in einer Quarz/Feldspat-Einschaltung parallel zur Schichtrichtung in Glimmerschiefer, also keiner alpinotypen Kluft, am Seekarspitz/Kreealm. Die Kriställchen sind säureresistent und zeigen teilweise bunte Anlauffarben - bei Axinit aber eher ungewöhnlich? Was meint Ihr dazu?

lg, hobbymineraloge
« Letzte Änderung: 17 Aug 14, 18:26 von hobbymineraloge »

Offline guefz

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Re: Axinit (?), Großarltal, Österreich
« Antwort #1 am: 17 Aug 14, 18:25 »
Hallo,

das sieht mir nach einem Erzmineral aus, möglicherweise Chalkopyrit.

Günter

Offline hobbymineraloge

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Re: Axinit (?), Großarltal, Österreich
« Antwort #2 am: 17 Aug 14, 18:35 »
Hallo!

danke für deinen Vorschlag! sollte sich Chalkopyrit aber nicht in der säure lösen bzw. einen schwefeligen geruch geben? Auch die kristallform scheint ein wenig flach für Chalkopyrit, oder täusche ich mich da? das kriställchen ganz links der 4 zeigt den querschnitt der kristallform.

lg, hobbymineraloge

Offline guefz

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Re: Axinit (?), Großarltal, Österreich
« Antwort #3 am: 17 Aug 14, 18:52 »
Hallo,

Bei Salzsäure sollte Chalkopyrit eigentlich stabil sein, mit Salpetersäure wäre Löslichkeit zu beobachten.

Günter

Offline smoeller

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Re: Axinit (?), Großarltal, Österreich
« Antwort #4 am: 17 Aug 14, 19:15 »
Hallo,

Sieht nach Siderit oder Ankerit aus. Beide sind in Salzsäure so schwer löslich, dass man schon warme konzentrierte Säure und gepulvertes Mineral braucht, damit es zur Gasentwicklung kommt. Siderit ist häufiger Bestandteil alpiner Klüfte.

Glück Auf!
Sebastian

Offline Nathan

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Re: Axinit (?), Großarltal, Österreich
« Antwort #5 am: 17 Aug 14, 19:39 »
Wenn die Kristalle einen Metallglanz zeigen würde ich zu Chalkopyrit tendieren. Wenn nicht würde ich Sebastian zustimmen.
Gruß
Philipp

Offline Uwe Kolitsch

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Re: Axinit (?), Großarltal, Österreich
« Antwort #6 am: 17 Aug 14, 21:42 »
Stimme Sebastian vollkommen zu - typisches Fe-haltiges Carbonat (Siderit oder Ankerit oder Fe-haltiger Dolomit).

EDIT: Druckfehler.
« Letzte Änderung: 20 Aug 14, 09:24 von Uwe Kolitsch »

Offline hobbymineraloge

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Re: Axinit (?), Großarltal, Österreich
« Antwort #7 am: 18 Aug 14, 10:58 »
super, dankeschön an alle! wieder was gelernt in bezug auf löslichkeit von mineralien in säuren ;)

Offline loismin

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Re: Axinit (?), Großarltal, Österreich
« Antwort #8 am: 18 Aug 14, 16:05 »
Hallo.

1 x Pyrit x und Siderit xx dabei !

Loismin

Offline Jochen1Knochen

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Re: Axinit (?), Großarltal, Österreich
« Antwort #9 am: 18 Aug 14, 19:13 »
das kriställchen ganz links der 4 zeigt den querschnitt der kristallform.

Hallo!
Querschnitt der Kristallform heisst anscheinend ,,zerbrochener Kristall,,
Bitte das bei der Bestimmung eines solchen Fotos zu bedenken!
Gruss Jens

Offline cmd.powell

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Re: Axinit (?), Großarltal, Österreich
« Antwort #10 am: 19 Aug 14, 00:46 »
Hallo

Bei der offensichtlich trigonalen Kopffläche ist das - wie Sebastian schon sagte - entweder Siderit oder Ankerit. Ein stark Fe- und/oder Mn-haltiger Dolomit käme vielleicht auch noch in Betracht. Sicher ist es kein Axinit.

Offline harzgeist

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Re: Axinit (?), Großarltal, Österreich
« Antwort #11 am: 19 Aug 14, 02:45 »
Mein erster Gedanke war auch Siderit  !  Wegen der Perspektive ist es schlecht möglich, zu beurteilen, ob der große Kristall auf dem 2. Bild ein Rhomboeder (Siderit / Ankerit / Fe-Dolomit) oder doch ein Würfel (Pyrit oder Pseudomorphose Limonit nach Pyrit) ist. Auf dem 1. Bild glaube ich auch die für Siderit typischen sattelförmig gebogenen Kristalle erkannt zu haben (etwas unterhalb der Bildmitte). Außerdem halte ich es für unwahrscheinlich, so dicht unter der Oberfläche mit offensichtlich teiloxydiertem Siderit unzersetzte Sulfide -natürlich gibt es Ausnahmen- vorzufinden. Falls der große Kristall tatsächlich rechte Winkel aufweist, lässt sich Pyrit mit einer Nadel nicht ritzen, auf Limonit (Pseudomorphose) hinterlässt die Nadel einen braunen Kratzer. Bunt schillernde Farben, allerdings ohne den für die Sulfide typischen Metallglanz, sind auf teilweise oxydiertem Siderit -der oft auch manganhaltig ist- häufiger zu beobachten.

Ich denke es sind alles Fe(haltige) Karbonate und schließe mich damit der Meinung von Sebastian und Uwe an.

Glück Auf
Thomas

Offline strahler1975

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Re: Axinit (?), Großarltal, Österreich
« Antwort #12 am: 20 Aug 14, 02:19 »
Fe - haltige Karbonate rauchen bereits in verdünnter
Salz oder Salpetersäure ab - sind meiner Erfahrung nach alles andere als Säureresistent.
Pyrit oder ähnl. ist ja auch in konz. Salpetersäure kaum aufzulösen. Es sei denn man heizt das Material vor und prügelt Schwefel, Arsen usw. vorher mit 1200Grad raus - würd aber der Stufe evtl nicht gut tun  ;)
Vorschläge bei denen Karbonate plötzlich Säurebeständig werden sollte man ja doch mit etwas Humor betrachten.
Siderit glaube ich unterhalb des Pyrits auch zu erkennen - den sollte aber bereits Durgol oder verdünnte Salzsäure dahinraffen.

.....also wird das auch Pyrit o.ä. sein.....

Grüsse
Frank

« Letzte Änderung: 20 Aug 14, 02:37 von strahler1975 »

Offline harzgeist

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Re: Axinit (?), Großarltal, Österreich
« Antwort #13 am: 20 Aug 14, 03:52 »
Die Aussage von strahler1975 ist definitiv falsch!!
Siderit und Dolomit, sogar wenn letzterer (ich habe durchaus auch ein Quäntchen Humor) eisenfrei ist, werden von KALTER konzentrierter Salzsäure in üblichen Zeiträumen (so gut wie) nicht angegriffen! Von verdünnter natürlich noch viel weniger, daran ändert auch Humor nichts, sei es auch noch so viel - da hilft nur Wärme. Ankerit kann zwar angegriffen werden, aber je nach Eisengehalt sehr langsam. Ein paar Atome Eisen im Calcit machen daraus noch lange keinen Ankerit, es bleibt Calcit und der ist bekanntlich hervorragend säurelöslich. Wohlgemerkt, wir reden hier von normal ausgebildeten Kristallen üblicher Größe und nicht von Pulver oder Pseudomorphosen!
Die Aussage, dass Pyrit nach dem Rösten säurelöslich wird, möchte ich im übrigen auch bezweifeln, da Fe-Oxide gebildet werden, die zwar fein verteilt sind aber durch Glühen doch recht resistent gegen HCl werden. Wem es gelingt Hämatit oder Magnetit in HCl mal so eben aufzulösen, der muss schon richtig was können, Hut ab.

Thomas

Den großen Kristall halte ich nach wie vor eher für Siderit

Offline hobbymineraloge

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Re: Axinit (?), Großarltal, Österreich
« Antwort #14 am: 20 Aug 14, 12:24 »
Hallo!

im 2. bild und auf der gesamten stufe konnte ich bisher keine würfel finden. die fraglichen kriställchen sind alle flache, fast schon blättchenartige rhomboeder. der 4. kristall links im 2.bild ist nicht abgebrochen, es ist eine seitenansicht. die hellen sattelförmigen kristalle im 1. bild sind feldspäte.

um noch ein wenig verwirrung zu stiften: eine beobachtung habe ich noch unterschlagen, nämlich beim säuretest hat sich der tropfen dunkel-zitronengelb gefärbt (FeCl3 ?) - sollte ich vll ein kriställchen von der stufe lösen und es alleine in die säure geben, um zu vermeiden, dass sich irgendwelche ionen aus der matrix lösen?

ich versuch demnächst ein aussagekräftigeres 2. bild hinzubekommen.

lg, hobbymineraloge
« Letzte Änderung: 20 Aug 14, 14:44 von hobbymineraloge »

 

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[erledigte Bestimmungen / completed determinations] Re: Koslenz ??? / FO nicht zuordenbar von Bruno80090 07 Feb 26, 18:29