Hallo Kathrin,
jetzt wird die Sache aber richtig spannend, könnte eine harte Nuss werden!
Erst mal eine Frage an alle: Kann jemand etwas dazu sagen, ob es sich um einen echten "Amerikaner" oder doch um Fremdmaterial handelt (wozu ich tendiere)?
Nun zu Deiner Frage, wie man Hämatit erkennt. So allgemein kann man das bei Hämatit gar nicht beantworten, weil es vom Hämatit viele Abarten ("Varietäten") gibt, die komplett (!!) unterschiedlich aussehen und deshalb auch mit vielen Bergmannsbezeichnungen belegt wurden - Hämatit ist das wichtigste Eisenerz. Da gibt es den "Roten Glaskopf", der bildet traubige Aggregate mit feinkrstallinem Aufbau und meist schaliger innerer Struktur (wie eine Zwiebel). "Eisenrahm" besteht aus feinsten schuppenförmigen Kristallen ist erdig-schmierig und färbt stark ab, täuscht so ein weiches Mineral vor, obwohl natürlich die einzelnen winzigen Schüppchen die für Hämatit einheitliche relativ hohe Härte haben. Es gibt dann noch den "Blutstein", "Roteisenstein" und weitere Bezeichnungen.
Im Falle Deines Fundstückes würde es sich um tafelig bzw. plattig kristallisierten Hämatit handeln, mit der Bezeichnung "Eisenglanz" oder auch Specularit. Bei besonders dünnen Schuppen, die sich wie Flitter Stein ablösen lassen und wie feines schwarz-silbriges Konfetti in der Umgebung 'rumglitzern, wird manchmal auch die Bezeichnung "Eisenglimmer" verwendet.
WÜRDE...! Denn bei allen Varietäten des Hämatites ist der ROTE Strich ein gemeinsames Kennzeichen.
Du berichtest nun aber von einem SCHWARZEN Strich. Das würde dann Hämatit (den ich auch zu erkennen glaubte) ausschließen - und auch alle Silikate! Ein schwarzer Strich deutet eher auf ein sulfidisches (oder arsenidisches) Erz hin. Der Haken dabei ist nur, dass die meist hydrothermaler Herkunft sind und dann durch ein sog. Salband (meist eine dünne Quarzschicht) vom Muttergestein getrennt sein sollten. Eine Skarnbildung ist wegen des Nebengesteins auszuschließen. Pneumatolytische Minerale können zwar direkt im Gestein (das passen könnte) auftreten, allerdings fällt mir das nichts passendes ein. Molybdänit, Wolframit, Arsenopyrit kann man vom Foto her ausschließen.
Deshalb möchte ich Dich bitten, doch noch mal die Strichfarbe zu überprüfen. Sei nicht böse - Es sieht eben für mich doch zu sehr nach Hämatit aus. Eventuell solltest Du den Strich auf dem Porzellan etwas verreiben, damit wirklich die Farbe des Mineral-PULVERS sichtbar wird. Dazu eignet sich z.B. ein Stück Plastik oder einfach mit der Fläche des Fingernagels - sollte dann aber nicht rot lackiert sein

Die Strichfarbe vom Hämatit ist übrigens nicht knallrot, sondern eher rost-rot.
Ganz wichtig wäre auch, eine Information über die Härte zu bekommen und zu wissen ob das Mineral spröde ist oder eher mild. Beides kannst Du mit einer Nadel testen. Wähle dazu eine einzelne größere Kristallfläche, wie z.B. auf dem 2. Bild am linken Rand zu sehen, überprüfe, ob die Nadel einen Kratzer hinterlässt. Ist der Rand des Kratzers zackig ausgebrochen oder eher eine glatte Vertiefung, lösen sich dabei eventuell Teile in auffälliger Weise oder Form ab ? Um das zu beobachten solltest Du eine Lupe benutzen!
Hilfreich wäre eventuell auch noch ein Detailfoto. Bei so stark glänzenden Sachen geht das am besten bei bedecktem Himmel im Freien.
Viele Grüße
Thomas