Hallo Roman,
ich möchte vorweg schicken, dass ich mit dem Fundpunkt nicht sonderlich gut vertraut bin, war das letzte mal vor ca. 35 Jahren dort. Also kann ich hier nur allgemein was sagen.
Zu Deinem letzten Beitrag:
Bei der grünen Kruste auf dem 1. der drei Fotos scheint es sich um Pyromorphit bzw. Mimetesit zu handeln.
Die weißlichen Krusten auf den anderen beiden Fotos sind (für mich) so nicht zu identifizieren. Säuretest? Härte? Löslichkeit in NaOH ?
Zur Fluoreszenz:
Die Fluoreszenz(farbe) wird durch Spurenelemente verursacht und kann sehr verschieden sein oder auch ganz ausbleiben. Bis auf Ausnahmen lassen sich keine Rückschlüsse auf die Mineralart ziehen
Eine GELBE Fluorezenz konnte ich bei Fluorit noch nicht beobachten. Nur blau bzw. violett oder manchmal auch gar keine.
Baryt zeigt schon mal (insbesondere klare Kristalle) eine gelbe Fluoreszenz, meistens aber keine Reaktion.
Bei Calcit sind von weißlich gelb bis dunkel rot fast alle Farben möglich.
(Die kräftig gelbe Reaktion vieler Uranminerale ist ja bekannt, kommt aber hier nicht in frage)
Zum hexagonalen Kristall ("Fluorapatit"):
Da möchte ich doch mal vor einem übereilten Schnellschuss warnen und folgendes zu bedenken geben:
Thorsten (Steinfried) weist auf den fehlenden Oberflächenglanz hin. Sämtliche Fotos zum Fluorapatit hier im Atlas zeigen Pseudomorphosen, die (deshalb?) keine glänzenden Flächen besitzen. Dein Kristall zeigt dagegen sehr wohl einen starken Glanz!
Meiner Ansicht nach sind Pyromorphit und Mimetesit zwei ganz heiße Favoriten, die sich vom eng verwandten Apatit durch die geringere Härte leicht unterscheiden lassen, untereinander aber nur durch eine Analyse. Form und Farbe sind keine Identifikationsmerkmale und können allenfalls einen Hinweis auf eine gewisse Wahrscheinlichkeit geben. Es gibt sowohl grüne tönnchenförmige Mimetesite wie auch farblose Pyromorphite. Ebenso kann der Habitus der Kristalle sehr unterschiedlich sein. Die Palette reicht von plattig bis nadelig/faserig mit allen Zwischenformen. Sowohl Pyromorphit als auch Mimetesit kommen am Fundort vor, wobei dieser durch ersteren sogar bekannt (geworden) ist.
Diese Kristalle dürfte Deinen recht ähnlich sein:
http://www.mindat.org/photo-613616.htmlWeitere Fotos, die die gesamte Farben- und Formenvielfalt dieser Mineralgruppe -vom gleichen Fundort- zeigen, auch hier:
http://www.mindat.org/loc-21658.htmlZu Deiner geschnittenen und noch nicht polierten Stufe mit der Zinkblende:
Zinkblebe zu einer annehmbaren Politur zu verhelfen, ist sehr schwer, ich möchte sagen, die Königsdiziplin.
Entweder Du wendest Dich damit an einen erfahrenen Profi (der sicherlich auch seinen Preis hat) oder Du siehst das pragmatisch und lackierst die Stufe (vorerst einmal) auf der Schnittfläche, womit gleichzeitig auch der Markasit eine gewisse Versiegelung erhalten würde. Erfahrungsgemäß sind bei Markasit/Pyrit solche Schnittflächen (ob poliert oder auch nicht) besonders anfällig gegen Korrosion. Farbloser Nagellack, ggf. etwas verdünnt, sollte sich ganz gut eignen und ist auch leicht wieder zu entfernen.
Glück Auf
Thomas