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Autor Thema: Bitte um Bestimmung sternförmiger Einschlüsse  (Gelesen 6222 mal)

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Offline Cara

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Hallo zusammen,

vielleicht könnt ihr mir helfen. Ich habe eine Bergkristalldruse erworben, die schwarze sternförmige oder eher blütenförmige Einschlüsse hat, zu denen ich nichts Ähnliches im Netz habe finden können. Sie liegen auf der Oberfläche, aber auch kurz darunter. Sie sind reinschwarz und zeigen für mein Auge keinen anderen Farbanteil. Der Durchmesser der "ausgewachsenen Blüten" liegt bei 2 mm.

Ich würde mich freuen, wenn ihr mir sagen könntet, um was für ein Material es sich handeln könnte und wobei es sich bei dieser seltsamen Stern- oder Blütenform handelt. Anbei zwei Bilder, von denen ich hoffe, dass sie qualitätsmäßig in Ornung sind.

Liebe Grüße
Cara

Offline CRYSTALLOGIC

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Re: Bitte um Bestimmung sternförmiger Einschlüsse
« Antwort #1 am: 14 Dec 14, 00:48 »
Hallo,

ist so per Bild zwar nicht mit 100%iger Sicherheit zu sagen, aber der Form nach dürfte es sich dabei um Arsenopyrit (Penetrationsdrillinge) handeln. Die Herkunft / der Fundort wäre nicht uninteressant.

Gruß

Offline Rockhounder

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Re: Bitte um Bestimmung sternförmiger Einschlüsse
« Antwort #2 am: 14 Dec 14, 00:52 »
Hallo,

ich denk eher an Mangandendriten. Also Pyrolusit.

Gruß Norbert


Offline CRYSTALLOGIC

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Re: Bitte um Bestimmung sternförmiger Einschlüsse
« Antwort #3 am: 14 Dec 14, 01:52 »
Beispiel-Bild:

USA/New Jersey/Sussex County/Franklin Mining District/Ogdensburg/Sterling Hill/Sterling Mine
Bitte um Bestimmung sternförmiger Einschlüsse

Offline stoanklopfer

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Re: Bitte um Bestimmung sternförmiger Einschlüsse
« Antwort #4 am: 14 Dec 14, 03:11 »
Das sind - wie Norbert schreibt - am ehesten Mangan- oder Eisenoxide (letztere eher weniger), keinesfalls Arsenopyrit.

Volkmar

Offline giantcrystal

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Re: Bitte um Bestimmung sternförmiger Einschlüsse
« Antwort #5 am: 14 Dec 14, 11:04 »
Hallo aus Mittelfranken

Meiner Meinung nach weder Arsenopyrit noch Manganmineralien - beides wäre in Quarzdrusen dieser Art (vermutlich aus Brasilien oder Uruguay stammend) recht ungewöhnlich.

Ich glaube an einigen Stellen hexagonale Umrisse zu erkennen, was sehr für Goethit oder Lepidokrokit - also FeOOH Eisenhydroxide - spricht. Die Sterne lassen sich durch orientierte Verwachsung erklären

Glück Auf

Thomas


Offline anatasi

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Re: Bitte um Bestimmung sternförmiger Einschlüsse
« Antwort #6 am: 14 Dec 14, 11:20 »
Ja, Goethit-Einschlüsse dieser Art sind in den brasilianischen Amethyst-Drusen sehr häufig!
Gruß
anatasi

Offline Nathan

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Re: Bitte um Bestimmung sternförmiger Einschlüsse
« Antwort #7 am: 14 Dec 14, 11:25 »
Goethit ist am wahrscheinlichsten.
Gruß
Philipp

Offline Cara

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Re: Bitte um Bestimmung sternförmiger Einschlüsse
« Antwort #8 am: 14 Dec 14, 12:23 »
Vielen Dank für eure Meinungen. Zum Fundort kann ich nichts sagen, es war ein Spontankauf auf dem Hamburger Weihnachtsmarkt. Der wird wohl als Fundort eher wenig aussagekräftig sein ;-)

Goethit ist tatsächlich schon vermutet worden, sowie auch Hollandit. Wäre das auch eine Möglichkeit? Gibt es Merkmale, an denen ich als Laie Goethit erkennen könnte, falls er es ist?

Liebe Grüße
Cara

Offline harzgeist

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Re: Bitte um Bestimmung sternförmiger Einschlüsse
« Antwort #9 am: 14 Dec 14, 16:16 »
Hallo Cara,

herzlich willkommen im Forum!

Der von Dir genannte "Fundort" spricht dafür, dass es sich -wie schon vermutet wurde- um Massenware aus Brasilien/Uruguay handelt. Die Einschlüsse sind in dieser Form aber schon bemerkenswert, so dass Du wohl ein Schnäppchen gemacht haben wirst.

Eine sichere "Bestimmung" nur anhand von Fotos wird nicht möglich sein. Das läuft meist auf eine Raterei hinaus, und Du musst letztlich selbst entscheiden, um was es sich am ehesten handeln könnte. Ein paar Möglichkeiten wurden ja schon genannt, passen aber nicht so recht zu Deiner Beschreibung:
Arsenopyrit und andere Erzminerale (Löllingit, Safflorit) möchte ich auch mal eher ausschließen. Die können zwar solche Formen bilden bzw sind für "charakteristische quirlförmige Drillinge" bekannt (Safflorit), wären aber in solchen Geoden eine absolute(!) Ausmahme und nicht schwarz, sondern eher silbern - wenigstens unter dem Quarz, wo sie nicht angelaufen sind.
Goethit ist auch nicht rein schwarz sondern (dunkel)braun und neigt zu gestreckten Kristallen ("Nadeleisenerz"). Lepidokrokit bildet meistens kleine Blättchen mit gelb-rotem Schimmer. Beides nicht auszuschließen. Ebenso wären verschiedene Manganerze möglich, die alle tief schwarz sind. Am ehesten wohl Pyrolusit.
Eine so spezielle Aussage wie Hollandit halte ich für sehr gewagt, der ist von andern Manganmineralen nur per Analyse zu unterscheiden und ist mit denen Bestandteil von "Kryptomelan" ("Schwarzer Glaskopf"). Wohl kaum in so verhältnismäßig großen Kristallen anzutreffen.
Deine Beschreibung ließ mich zuerst an Hämatit denken, der in solchen Geoden SEHR häufig anzutreffen ist und auch blütenartige Formen bilden kann, sogenannte Eisenrosen. Wenn Du also kleine schwarze glänzende Blättchen erkennen kannst (vielleicht auf dem 2. Bild ganz oben in der Mitte?) wird es wohl Hämatit sein. Die sternförmigen Aggregate sind allerdings für Hämatit untypisch, wenn auch vielleicht kein Auschlusskriterium.

Sieh' Dich mal hier im Lexikon die vermuteten Minerale näher an, oder auch auf www.mindat.org.

Thomas

Offline Cara

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Re: Bitte um Bestimmung sternförmiger Einschlüsse
« Antwort #10 am: 14 Dec 14, 17:10 »
Hallo Thomas,

vielen Dank für deine ausführliche Antwort. Was auch immer es sein mag, es fasziniert mich total. Es scheint so, als wären unterschiedliche Stadien eines Wachstumsprozesses eingefroren. Einige Blüten sind noch im Entstehen und `wicken sich gerade auseinander`, einige Blüten sind perfekte sechsblättrige Blüten und noch andere entwickeln sich zum Hexagon weiter. Etwas Quirlartiges oder Dreidimensionales kann ich aber nirgendwo entdecken, die Einschlüsse sind alle sehr flach.

Ich werde auf jeden Fall weiter stöbern! Vielleicht verrät mein Sternenhimmelnegativ ja irgendwann sein Geheimnis.

Liebe Grüße
Cara

Offline harzgeist

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Re: Bitte um Bestimmung sternförmiger Einschlüsse
« Antwort #11 am: 14 Dec 14, 19:23 »
Hallo Cara,

hab' gerade mal versucht, die Anzahl der in Frage kommenden Minerale einzugrenzen. Die Suchseite "nach Eigenschaften" hier im Atlas scheint nicht gerade effektiv zu sein?? und wohl verbesserungsbedürftig. Habe ich sonst auch noch nie benutzt, möglich dass ich was falsch gemacht habe. "schwarz"+"halbmetallglanz"+"opak" brachte gerade mal ein einziges Resultat!
Hier geht's viel(!) besser und interaktiv:   http://www.mindat.org/advanced_search.php
Beachte aber bitte dass bei solchen hexagonalen Formen nicht unbedingt auch ein hexagonales Kristallsystem vorliegen muss.
Di-trigonale Kristalle von Quarz und Calcit oder Drillinge vom (rhombischen) Aragonit sind Beispiele für solche pseudohexagonale Formen.

Viel Spaß beim lösen des Rätsels, und halte uns mal auf dem laufenden....
Vielleicht kommen ja auch noch andere Vorschläge / Meinungen.

Thomas

Offline Cara

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Re: Bitte um Bestimmung sternförmiger Einschlüsse
« Antwort #12 am: 14 Dec 14, 20:06 »
Hallo Thomas,

in der Suchfunktion hatte ich nur schwarz und opak eingegeben und einiges mehr an Ergebnissen bekommen, dann aber auch keinen Ansatzpunkt gefunden. Ich werde die andere Suche zu Rate ziehen! Dank eines obigen Hinweises auf Epitaxie habe ich schon mal eine grobe Vorstellung zusammenbasteln können, wie so etwas zustande kommen kann. Faszinierend! Auf jeden Fall freue mich über zwei neu gelernte Begriffe (opak und Epitaxie), eure Hilfe und mein kleines, hübsches Ding :-)

Liebe Grüße
Cara

Offline harzgeist

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Re: Bitte um Bestimmung sternförmiger Einschlüsse
« Antwort #13 am: 14 Dec 14, 21:03 »
Hallo Cara,

noch ein kurzer Hinweis. In Deinem Fall würde ich nicht von Epitaxie sprechen. Darunter versteht man die Aufwachsung eines anderen Minerals auf die Oberfläche eines darunter liegenden, wobei es sich dabei an dessen Kristallgitter ausrichtet. Im weiteren Sinn kann auch manchmal eine "2. Generation" des gleichen Minerals -meist in einer andern Kristallausbildung (siehe "Tracht", "Habitus")- gemeint sein, ist aber dann nicht ganz korrekt.
In Deinem Fall könnten Penetrations-(Durchdringungs)Drillinge wie beim gezeigten Arsenopyrit vorliegen. Ist natürlich auch eine orientierte Verwachsung, aber keine Epitaxie, weil gleichartige Kristalle. => Zwillings- bzw. Mehrlingsbildung.
http://de.wikipedia.org/wiki/Epitaxie

Thomas

Offline CRYSTALLOGIC

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Re: Bitte um Bestimmung sternförmiger Einschlüsse
« Antwort #14 am: 15 Dec 14, 01:11 »
Hallo,

naaa gut, ich hätte anstatt ´dürfte´ sicherlich besser ´könnte´schreiben sollen, das ist mir Gestern auch schon aufgefallen, aber nach ein paar zwischenzeitlichen Spielereien an den Browser-Einstellungen und parallelem Suchen nach einem Bild von so einem Drilling, sind mir schlicht die ´Ändern´-Option hier im Forum abhanden gekommen ...

Natürlich sind (unabhängig davon, ob das Teil nun aus S-Amerika kommt oder nicht) Fe-Oxide/OH im Allgemeinen sehr viel wahrscheinlicher. Ich habe mich halt ein bisschen zu sehr auf die, doch ziemlich perfekt (wirkenden) "6-strahligen" Aggregate konzentriert, denn die sind mir bei Goethit so eben bisher, und trotz einiger Recherche übrigens auch bis jetzt, noch nie begegnet. (wer mir ein Bild ebensolcher zeigt,- sollte ja eigentlich kein Problem sein, wenn die so häufig sind, wie behauptet wurde – kann sich meines aufrichtigen Dankes sicher sein !)
Als ich mir die anderen Stellen heute noch mal genauer angesehen habe, musste ich feststellen, dass Thomas´ (Giantcrystal) Einwand durchaus nachvollziehbar ist und / bzw. darüber hinaus auch keine Formen zu entdecken sind, die an As-kies denken lassen würden – was meiner Ansicht nach das schwerste Argument gegen meine Theorie darstellt.

Mein Fazit  - ich habe zwar noch keine Goethit-xx-Aggregate dieser Art gesehen, aber da würde ich es immerhin nicht für unmöglich halten (vielleicht bringt ja auch doch noch jemand ein Bild von solchen – egal ob eingewachsen oder nicht hier an ?)  - Lepidokrokit, Hämatit oder gar Pyrolusit  übersteigen meine Phantasie dann aber scheinbar doch ein bisschen (da bekomm ich Migräne, oder liegts doch nur daran, dass es schon wieder so spät ist?)=- aber gut, auch da lass ich mich natürlich jederzeit gern vom Gegenteil überzeugen.

Gruß

edit: ok, jetzt hab ich doch tatsächlich auf Anhieb selber ein entsprechendes Bild hier im Lexikon gefunden:
Deutschland/Baden-Württemberg/Freiburg, Bezirk/Ortenaukreis/Oberwolfach/Grube Clara
Bitte um Bestimmung sternförmiger Einschlüsse

« Letzte Änderung: 15 Dec 14, 11:13 von CRYSTALLOGIC »

 

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