Hallo,
im Sommer letzten Jahres habe ich die Großbaustelle der Bundesbahn bei Hain im Spessart besucht. Dort konnte ich bei Laufach einen interessanten Fund machen, dort wo die neue Bahntrasse an die alte Strecke angebunden werden soll. In diesem Bereich wurde ein Zugangsweg zu einem Gehöft parallel zur Trasse neu verlegt, da die alte Straße genau auf der neuen Bahntrasse verlief.
In einem nur ca. 1m breiten Bereich fand ich eine Störung im Gneis, die mit grünem und mit violettfarbenen Mineralien ausgekleidet war. Das violette Mineral ist in den Färbungen von rosa-hellviolett bis tief dunkelviolett zu finden und läßt sich mit einer Nadel ritzen. Das grüne Mineral ist härter (ca. 4 – 5 Mohshärte) und bildet teilweise schöne durchscheinende bis klare xx. Hier bin ich mir ziemlich sicher, dass es sich um Diopsid handelt. Auch das violette Minaral finden sich – wenn auch selten – in Kristallen. Diese haben das gleiche Aussehen wie die grünen, sind jedoch viel weicher. Zunächst lag die Vermutung nahe, das es sich um Rhodochrosit handelt, doch der Säuretest mit heißer, konzentrierter Salzsäure fiel negativ aus. Als weitere Begleitmineralien fand ich Titanit-Kriställchen in der typischen Tracht und rötliche – etwas angegriffene Kristalle, die Zirkon sein könnten. Weiterhin finden sich klare und grüne Aktinolith-Nadeln (siehe Bilder):
Gangstück -
http://www.spessart-mineralien.de/Hain/P1060803.jpgAusschnitt -
http://www.spessart-mineralien.de/Hain/P1060804.jpgAnpoliertes Stück -
http://www.spessart-mineralien.de/Hain/P1060806.jpgHandstück -
http://www.spessart-mineralien.de/Hain/P1060809.jpgHandstück mit Kristallen -
http://www.spessart-mineralien.de/Hain/P1060810.jpgDiopsid (BB ca. 5mm) -
http://www.spessart-mineralien.de/Hain/_Hain_5.jpgViolettes Mineral (BB ca. 5mm) -
http://www.spessart-mineralien.de/Hain/_Hain_6.jpgAktinolith (BB ca. 5mm) -
http://www.spessart-mineralien.de/Hain/Aktinolith_Hain_1.jpgTitanit (BB ca. 5mm) -
http://www.spessart-mineralien.de/Hain/Titanit_Hain.jpgZirkon (BB ca. 5mm) -
http://www.spessart-mineralien.de/Hain/Zirkon_Hain.jpg Um Klarheit in die Sache zu bringen, habe ich eine Probe des violetten Minerals einem Bekannten zur Röntgenstrukturanalyse gegeben. Folgende Elemente wurden nachgewiesen:
11 Na
2O 0,98%; 12 MgO 2,23%; 13 Al
2O
3 31,2%; 14 SiO
2 51,8%; 19 K
2O 8,2%; 20 CaO 3,52%; 26 Fe
2O
3 0,78%; und in geringen Mengen die Elemente P, S, Cl, Ti, Mn, Zr und Ba.
Röntgenfluoreszenzanalyse -
http://www.spessart-mineralien.de/Hain/Unbekanntes_Mineral.gif Die Peaks entsprechen weitgehend einem Glimmer. Nach der Farbe zu urteilen z.B. Lepidolith. Leider kann man mit dieser Messmethode kein Lithium nachweisen. Die anderen gefundenen Elemente würden passen, doch im Lepidolith enthaltenes Fluor wurde nicht gefunden! Außerdem kann ich bei den Kristallen keine deutliche Spaltbarkeit in einer Richtung erkennen.
Bei den Peaks wurden deutliche Übereinstimmungen auch mit Diopsid gefunden, was meine Vermutung betreffend des grünen Minerals bestätigt (Verunreinigung der Probe).
Wir stehen also weiterhin vor einem Rätsel. Vielleicht hat ja von Euch einer eine Idee, die mich weiterbringt. Auf jeden Fall schon mal herzlichen Dank im Voraus für Eure Ideen
Grüße
Jörg