Hallo Stephan,
wer Christofs Ferri-Kaersutit analysiert hat weiß ich nicht sicher, aber dass es ihn am Bellerberg sicher gibt kann ich bestätigen.
Mfg u. GA
Günter Blaß
Hier ein kurzer Abdruck aus unserer DVD-Die Minerale der Vulkaneifel, Neue Version 2015 (erscheint in den nächsten Tagen):
Allgemeines zum Mineral:
Die Änderung der Nomenklatur bedeutet jedoch nicht, das alle bisherigen Ferri-Kaersutite jetzt als Oxo-Magnesiohastingsit zu benennen sind.
Ferri-Kaersutit gehört in die Amphibol Supergruppe-dort in die W(O)-dominante Gruppe und dort wiederum in die Serie mit den Root Name (Stammnamen) Kaersutit.
Kaersutit bildet oft mit Oxo-Magnesiohastingsit eine Mischkristallreihe wobei Kaersutit Ti >0,5 apfu auf der C-Position und der der Oxo-Magnesiohastingsit eine Zusammensetzung mit Ti <= 0,5 apfu hat.
Ferri-Kaersutit ist definiert durch:
A-Position: Na dominant
B-Position: Ca dominant
C2+-Position: Mg dominant
C3+-Position: Fe dominant
C-Position: >0,5apfu Ti
W-Position: O>1apfu (Atome pro Formeleinheit)
Der Oxo-Magnesiohastingsit unterscheidet sich also vom Ferri-Kaersutit davon nur dadurch, dass der Ti-Gehalt <=0,5apfu ist.
Dies bedeutet, dass man diese Amphibole nur eindeutig benennen kann, wenn eine sichere Analyse vorliegt.
Beschreibung des Minerals von Eifelfundorten:
Eines der neuesten Minerale aus der Amphibol-Gruppe ist der Ferrikaersutit. Er ist das Fe3+-Analogon von Ferrokaersutit.
Neben der Typlokalität Harrow Peaks, Victoria Land, Eastern Antarctica, Antarctica (GENTILI et al. IMA 2014-051) ist sind jetzt der Bellerberg und der Nickenicher Sattel als weitere, abgesicherte Vorkommen bekannt. Die Analysen der Kristalle vom Bellerberg wurden von N. CHUKANOV durchgeführt. Es handelt sich um hellgelbe, klare, relativ kurzprismatische Kristalle aus Einschlüssen in Schweißschlacken. Sie weisen folgende Zusammensetzung auf:
(Na0.85K0.28)(Ca1.88Na0.13Mn0.06)(Mg3.67Fe3+0.82Ti0.55Cr0.02)(Si6.3Al1.8O22)(O,OH)2
Als Begleitminerale Hämatit, Sanidin, Pyroxen und Sodalith zu nennen.
Vom Nickenicher Sattel, wurden die braunen, langprismatischen Kristalle, die massenhaft aus den gelblichen, porösen Schlacken von dort bekannt sind an der TH-Freiberg analysiert (716).
Sie ergaben mit
Na(Ca1.95Na0.03)(Mg3.49Fe3+0.87Ti0.64)(Si5.76Al1.92Ti0.09O22)(O,OH)2
eine mehr dem Ferrikaersutit entsprechende Zusammensetzung.
Wie die Verhältnisse bei den bisherigen "Kaersutit"-Mineralen der verschiedenen Eifelfundorte sind bleibt abzuwarten bis evtl. Analysendaten vorliegen. Bisher wird auch der Kaersutit noch in der IMA-Liste als selbstständiges Mineral gelistet.