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Autor Thema: Ferri-Kaersutit vom Mayringer Bellerberg (Stbr. Caspar)  (Gelesen 418 mal)

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Offline Lexikon

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« Letzte Änderung: 29 May 23, 23:34 von oliverOliver »

Offline Stefan

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Hallo,

eine Frage an die Bellerberg Kenner:

Mindat gibt zum Steinbruch an es gäbe Ferri-Kaersutit und zeigt einen Weltklassekristall von C.& H.Schäfer von 2015 (nach der Neudefinition des Minerals (2013) durch die IMA). Da das Mineral neu definiert wurde und bisher nur eine Fundstelle offiziell bekannt ist (Antarktika/Ostantarktis/Viktorialand/Harrow Peaks), würde mich interessieren wer das Mineral und wann dort neu nachgewiesen hat.

http://www.mindat.org/photo-702724.html
Beste Grüße
Stefan

« Letzte Änderung: 23 Sep 15, 16:56 von Stefan »

Offline Günter Blaß

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Hallo Stephan,
wer Christofs Ferri-Kaersutit analysiert hat weiß ich nicht sicher, aber dass es ihn am Bellerberg sicher gibt kann ich bestätigen.
Mfg u. GA
Günter Blaß

Hier ein kurzer Abdruck aus unserer DVD-Die Minerale der Vulkaneifel, Neue Version 2015 (erscheint in den nächsten Tagen):

Allgemeines zum Mineral:


Die Änderung der Nomenklatur bedeutet jedoch nicht, das alle bisherigen Ferri-Kaersutite jetzt als Oxo-Magnesiohastingsit zu benennen sind.

Ferri-Kaersutit gehört in die Amphibol Supergruppe-dort in die W(O)-dominante Gruppe und dort wiederum in die Serie mit den Root Name (Stammnamen) Kaersutit.

Kaersutit bildet oft mit Oxo-Magnesiohastingsit eine Mischkristallreihe wobei Kaersutit Ti >0,5 apfu  auf der C-Position und der der Oxo-Magnesiohastingsit eine Zusammensetzung mit Ti <= 0,5 apfu hat.


Ferri-Kaersutit ist definiert durch:

A-Position: Na dominant
B-Position: Ca dominant

C2+-Position: Mg dominant
 C3+-Position: Fe dominant

C-Position: >0,5apfu Ti

W-Position: O>1apfu (Atome pro Formeleinheit)

Der Oxo-Magnesiohastingsit unterscheidet sich also vom Ferri-Kaersutit davon nur dadurch, dass der Ti-Gehalt <=0,5apfu ist.

Dies bedeutet, dass man diese Amphibole nur eindeutig benennen kann, wenn eine sichere Analyse vorliegt.


Beschreibung des Minerals von Eifelfundorten:

Eines der neuesten Minerale aus der Amphibol-Gruppe ist der Ferrikaersutit. Er ist das Fe3+-Analogon von Ferrokaersutit.
Neben der Typlokalität Harrow Peaks, Victoria Land, Eastern Antarctica, Antarctica  (GENTILI et al.  IMA 2014-051) ist sind jetzt der Bellerberg und der Nickenicher Sattel als weitere, abgesicherte Vorkommen bekannt. Die Analysen der Kristalle vom Bellerberg wurden von N. CHUKANOV durchgeführt. Es handelt sich um hellgelbe, klare, relativ kurzprismatische Kristalle aus Einschlüssen in Schweißschlacken. Sie weisen folgende Zusammensetzung auf:

(Na0.85K0.28)(Ca1.88Na0.13Mn0.06)(Mg3.67Fe3+0.82Ti0.55Cr0.02)(Si6.3Al1.8O22)(O,OH)2

Als Begleitminerale Hämatit, Sanidin, Pyroxen und Sodalith zu nennen.


Vom Nickenicher Sattel, wurden die braunen, langprismatischen Kristalle, die massenhaft aus den gelblichen, porösen Schlacken von dort bekannt sind an der TH-Freiberg analysiert (716).

Sie ergaben mit

 Na(Ca1.95Na0.03)(Mg3.49Fe3+0.87Ti0.64)(Si5.76Al1.92Ti0.09O22)(O,OH)2

eine mehr dem Ferrikaersutit entsprechende Zusammensetzung.

Wie die Verhältnisse bei den bisherigen "Kaersutit"-Mineralen der verschiedenen Eifelfundorte sind bleibt abzuwarten bis evtl. Analysendaten vorliegen. Bisher wird auch der Kaersutit noch in der IMA-Liste als selbstständiges Mineral gelistet.




Offline Stefan

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Hallo Günter, vielen Dank!
Beste Grüße Stefan

Offline christof schäfer

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Hallo Stefan,

Ferrikaersutit ist aus der Eifel in mehreren Funden nachgewiesen (Mikrosonden-Analysen, Einkristallaufnahmen).
Die Neubeschreibung des Ferrikaersutit an Proben aus der Antarktis schließt vornehmlich eine Definitionslücke.
Amphibol-Minerale dieser Zusammensetzung sind vermutlich nicht so selten
und schon an anderer Stelle in Form von chemischen Analysen beschrieben worden.

Christof

Offline Stefan

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Hallo Christof,

vielen Dank auch für die Aufklärung. Ich war u.a. nur erstaunt, dass die Beschreibung der Autoren Gentili, S., Biagioni, C., Comodi, P., Pasero, M., McCammon, C. and Bonadiman, C. wegen der geringen Materialmenge aus der Typlokalität nicht vollständig ist und das Mineral in der Eifel scheinbar problemlos verfügbar ist.

Aber gut, die haben sich offenbar nur auf das Material von der TL konzentriert und untersucht.
Grüße Stefan

Offline Karl

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Nachtrag:

Leake hat eine Vielzahl von Amphibol-Analysen zusammengestellt. Die Fundortbeschreibung dieser Proben findet sich hier:

https://books.google.de/books?id=is_S0ekCcuEC&pg=PA107&lpg=PA107&dq=ferrikaersutite&source=bl&ots=RIwKe_D9b-&sig=7cA_Si-qRhyWhyEB_bqbTuRNd-Q&hl=de&sa=X&sqi=2&ved=0CGkQ6AEwDWoVChMIwpzRnfSPyAIVQksaCh1KjgwY#v=onepage&q=ferrikaersutite&f=false.

Der heutigen Definition des Minerals Ferrikaersutit entsprechen folgende Proben: 553, 572, 578, 590, 591, 892, 900, 908, 910, 912, 913, 929

Man könnte sie in die Datenbank übernehmen…….