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Autor Thema: Bildausschnitt bei Mikrofotos?  (Gelesen 194428 mal)

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Offline etalon

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Bildausschnitt bei Mikrofotos?
« am: 21 Nov 15, 22:20 »
Hallo zusammen,

ich bewundere schon seit einiger Zeit die fantastischen Mikroaufnahmen von einigen hier im Forum. Da ich als Makroeinsteiger auch gerade dabei bin, mir ein Setup für höhere Abbildungsmaßstäbe aufzubauen, bewegt mich folgende Frage:
Wie findet ihr euren Bildausschnitt, bzw. Wie findet ihr die tollen Kristalle, welche ja nur wenige mm (wenn überhaupt) groß sind? Seht ihr euch die Stufen vorher ausgiebig unter dem Mikroskop an? Mit bloßem Auge ist da ja eher nichts mehr zu machen, oder?...
Freue mich auf einige Tipps.
Danke.

Grüße Markus

Offline guefz

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Re: Bildausschnitt bei Mikrofotos?
« Antwort #1 am: 21 Nov 15, 22:35 »
Seht ihr euch die Stufen vorher ausgiebig unter dem Mikroskop an?

Ja, das mache ich so. In schwierigen Fällen biege ich ein dünnes Drähtchen zurecht, so dass es in die Nähe des gesuchten Kristalls zeigt. Dann kann man sich mit dem Bildausschnitt langs diesem Draht hangeln bis man den Kristall gefunden hat. Anfangs fühlt sich das sehr schwierig an, mit der Zeit gewöhnt man sich aber daran und es geht schneller.

Günter

Online geni

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Re: Bildausschnitt bei Mikrofotos?
« Antwort #2 am: 21 Nov 15, 23:11 »
Hallo zusammen,
ich benutze farbige Pfeile, die ich mir aus aus Rundetiketten zuschneide.
Geht hervorragend.

Gruß
Gerhard Niceus (geni 8))

Offline Josef 84,55

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Re: Bildausschnitt bei Mikrofotos?
« Antwort #3 am: 22 Nov 15, 13:26 »
Hallo,

ich nehme die Kamera vom Balgen und leuchte mit einer Taschenlampe hinein. Mit dem Lichtpunkt finde ich den Bildausschnitt, den ich vorher unter dem Mikroskop ausgewählt habe, meistens recht schnell, selbst bei den kleinsten Bildbreiten. Wenn aber der Kristall in der Luft an einer dünnen Nadel hängt, sucht man trotzdem manchmal eine halbe Stunde, hier bei mäßigem Ergebnis.
Italien/Piemont (Piemonte), Region/Metropolitanstadt Turin/Borgofranco d'Ivrea, Gemeinde/Biò/Miniere di Borgofranco
Bildausschnitt bei Mikrofotos?


Grüße Josef

Offline etalon

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Re: Bildausschnitt bei Mikrofotos?
« Antwort #4 am: 22 Nov 15, 14:07 »
Hallo zusammen,

besten Dank für die Antworten. Heißt das, man kommt um die Anschaffung eines Mikroskops nicht herum? Was benutzt ihr für Mikroskope? Ich habe schon einige Aufbauten gesehen, wo zwar mit Mikroskopobjektiven aber ohne Mikroskop fotografiert wurde. Solch ein Setup (mit Mitutoyo Plan Apos) schwebt mir auch vor. Suche ich dann geeignete Ziele und Bildausschnitte durch die Kamera, oder muss ich mir noch ein Stemi anschaffen (hatte ich eigentlich nicht vor)? Danke.

Gruß Markus

Offline Nathan

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Re: Bildausschnitt bei Mikrofotos?
« Antwort #5 am: 22 Nov 15, 14:57 »
Hallo Markus,
ich würde sagen, ein Mikroskop ist für jeden ernsthaften Mineraliensammler (außer die HS Sammler  ;) ) Pflicht.
Ich benutze ein Bresser researcher ICD Stereo Mikroskop. Zum Untersuchen und anschauen von Stücken ist es absolut geeignet. Der Abstand zwischen Stück und Objektiv ist zwar etwas klein, aber es geht. Zum Fotografieren würde ich es nicht empfehlen. Dafür sind schon Mikroskope >1000€ nötig, um befriedigende Ergebnisse zu erzielen.
Gruß
Philipp

Offline etalon

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Re: Bildausschnitt bei Mikrofotos?
« Antwort #6 am: 22 Nov 15, 15:49 »
Hallo Philipp,

hmm, genau da liegt für mich der Hase im Pfeffer. Was bringt mir eine Mineraliensammlung in einer Vitrine, deren Stücke ich nur mit einem Mikroskop betrachten kann? Den Blick durch ein Mikroskop kann man leider schlecht mit Anderen (auch Mineralientechnisch Unbefangenen) teilen, da immer ein großer Aufwand und Übung nötig ist, um die entsprechenden Eindrücke zu erhalten. Die Mineraliensammlung im Wohnzimmer, an der sich auch Andere erfreuen können, bedingt aus meiner Sicht die Sammlung von HS. Bei diesen kann man aber auch bestimmt in kleinsten Maßstäben tolle neue Entdeckungen auf fotografischem Wege machen. Ich habe mir bei der Betrachtung von den vielen tollen Bildern mit Maßstäben zwischen 1-5mm schon öfters gedacht, dass es in dieser Größe relativ einfach ist, perfekte Kristalle zu finden. Ein perfekter Kristall, welchen man auch mit bloßem Auge sehen kann, ist da schon seltener. Daher versuche ich trotz meines Interesses an der Makro- und Mikrofotografie immer auch den ästhetischen Eindruck mit bloßem Auge nicht aus selbigem zu verlieren und richte auch den Erwerb meiner Mineralien nach diesem Gesichtspunkt aus. Daher hatte ich an eine Anschaffung eines Stemis nicht gedacht...

Ich finde durchaus, dass die erzielten Ergebnisse von Anderen mit dem mir vorschwebenden Aufbau durchaus sehr gut sind, auch wenn kein >1000€ Mikroskop dahinter steckt (wobei die Summe der Einzelteile diesen Betrag durchaus übersteigen werden)...

Grüße Markus

Offline Nathan

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Re: Bildausschnitt bei Mikrofotos?
« Antwort #7 am: 22 Nov 15, 16:04 »
Die Fotoausrüstung vieler besteht aus diversen Objektiven etc., wodurch sich mMn bessere Ergebnisse erzielen lassen. Beim Sammeln von ästhetischen HS kommt man leider schnell an die Grenzen des Platzes und des Geldbeutels. Ich bin deshalb auf KS umgestiegen, da diese meist auch ohne Mikroskop zu betrachten sind, gute xx aufweisen, recht preiswert sind und relativ platzsparend sind.
Gruß
Philipp

Offline etalon

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Re: Bildausschnitt bei Mikrofotos?
« Antwort #8 am: 22 Nov 15, 16:33 »
Hallo Philipp,

ja, da stimme ich Dir zu. Ab wann spricht man denn von HS und ab wann von KS? Letzten Endes wird mir wohl nur das Aufsuchen geeigneter Kristalle durch die Kamera bleiben, wenn ich nicht noch ein extra Mikroskop anschaffen will.

Macht das sonst auch noch jemand, oder ist das eher ambitioniert?

Grüße Markus

Offline UlrichW

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Re: Bildausschnitt bei Mikrofotos?
« Antwort #9 am: 24 Nov 15, 00:45 »
Hallo zusammen,

besten Dank für die Antworten. Heißt das, man kommt um die Anschaffung eines Mikroskops nicht herum? Was benutzt ihr für Mikroskope? Ich habe schon einige Aufbauten gesehen, wo zwar mit Mikroskopobjektiven aber ohne Mikroskop fotografiert wurde. Solch ein Setup (mit Mitutoyo Plan Apos) schwebt mir auch vor. Suche ich dann geeignete Ziele und Bildausschnitte durch die Kamera, oder muss ich mir noch ein Stemi anschaffen (hatte ich eigentlich nicht vor)? Danke.

Gruß Markus

Hallo Markus,

deinen Elan in allen Ehren, aber Du schießt mit deiner Vorstellung ganz erheblich über das Ziel hinaus!!! Also mal ganz von Anfang an:

Zitat
Heißt das, man kommt um die Anschaffung eines Mikroskops nicht herum?

Genau das heist das! Wie willst Du entscheiden was Du fotografieren möchtest, wenn Du es nicht siehst? Und Zweitens, hat ein Stereomikroskop noch niemandem Geschadet. Denke nur einmal daran was Du alles auf deinen Handstufen finden und sehen wirst? Ein Bino, so heißen die Dinger Umgangssprachlich, bringt dich weiter.

Zitat
oder muss ich mir noch ein Stemi anschaffen

Naja, ein Stemi muss es nicht gerade sein, eine Leica, Wild, Olympus oder Nikon tut es auch...sorry das war ein Scherz. NEIN, es muß kein Stemi sein, es gibt auch andere gut zu gebrauchende Stereomikroskope die in einer weit darunter liegenden Preisklasse spielen aber trotzdem die ersten 10-15 Jahre durchaus viel Freude bereiten. Allerdings, Binokulare, Abkürzung Bino, sind eine Anschaffung fürs Leben, also je besser man sich ausstattet, detso mehr hat man davon...wenn man es denn bezahlen kann. Ich habe zwei Jahrzehnte mit einem Euromex gearbeitet, und bin heute bei einem preiswerten Modell von Leica gelandet, so eines ohne Zoom. Trotzdem möchte ich die damals schwere Anschaffung wegen des happigen Preises nicht missen. Ich bin allerdings auch Micromounter. Für dich würde ich ein preiswertes Modell empfehlen, welches bedarf einer ausführlichen Beratung und man muss selber einmal durchschauen. Schlecht sind die heutigen chinesischen Modelle (Motik etc.) nicht.

Zitat
wo zwar mit Mikroskopobjektiven aber ohne Mikroskop fotografiert wurde. Solch ein Setup (mit Mitutoyo Plan Apos) schwebt mir auch vor

Du bist Dir schon bewusst, das alleine das Mitutoyo dir beim Bezahlen Haarausfall beschert? Das Teil koset locker 800-1200 Euro, wenn man es günstig bekommt. Aber mal abgesehen vom Preis, mit dieses Mikroskop-Objektiven knipst man nicht einfach ein Bild, sondern da ist aufwendige Technik notwendig, Diese Objektive haben eine Tiefenschärfe von wenigen hunderstel Millimetern bis max 1/10 mm. Um Bilder zu machen macht man Mehrebenenfotografie, also man nimmt dutzende Bilder mit einem geringstfügig veränderten Fokus auf und stackt diese dann zu dem fertigen Bild mit einer sozusagen aufaddierten Tiefenschärfe...ich weis, das heist Schärfentiefe, aber ich bin manchmal so altertümlich...
Die dazu notwendige Technik kostet dich zusammen mal locker 2000, und das ist erst der Anfang, denn wenn Du nicht weist was Du knipsen willst, weil Du es nicht siehst bzw. gesehen hast, nutzt Dir das alles nichts.

Also, komm mal auf den Boden und fange an das Handwerk von der Pieke auf zu lernen.

Punkt 1: Fotografiere deine Handstufen doch mit einfachen Fotoequipment. Das ist schwerer als man denkt, und bist Du den Bogen raus hast, sind mal locker 500 Rappen investiert...für Objektive, Beleuchtung, Mechanik usw.
Ich habe kurz nachdem ich das geschrieben habe gesehen das Du das schon machst. Sorry! Abert trotzdem, da ist bei der Schärfe und Bildausleuchtung noch viel Luft nach oben. Bleib dabei, da machst Du gute Schritte! Deine Bilder sind nämlich gar nicht so schlecht.

Punkt 2: Wenn es Dir wirklich um die kleinen Dinge auf deinen Stufen geht, also auch um das Erkennen von Details, Kristallformen, weiteren Begleitmineralien etc. Dann investiere in ein gutes Binokular.

Punkt 3: Wenn Du aber unbedingt losknipsen willst, dann lese dich im Fotoforum ein. U.A. findest Du da einen Bericht von mir, worin ich beschreibe wie man mit überschaubaren Mitteln Kristalle im Millimeterbereich abbilden kann (Bildbreite etwa 3mm, im Crop um 1mm). Vereinfacht gesagt: Digitalkamera->Balgengerät->50mm-Objektiv in Retro-Stellung + Hebemechanik
Letzteres, die Hebemechanik ist der am schwierigsten zu beschaffende Teil, aber lies meinen Bericht, dann wirst Du verstehen was ich hier sabbel. Und vergiß die Mitutoyos oder Laminare. Damit kann man fotografieren, aber sie sind kein Garant für Bildqualität. Denn für diese Objektive braucht man Erfahrung, und davon reichlich! Oder anders ausgedrückt: Es gibt Spezialisten die beherrschen die Technik, aber speziell bei Mindat.org sieht man Reihenweise Bilder die mit teuerstem Equipment gemacht wurden, deren Qualität aber mehr als zu wünschen übrig lässt.


Ich wünsche Dir eine weise Entscheidung und weiterhin viel Spaß mit den Glitzerchen
Ulrich

« Letzte Änderung: 24 Nov 15, 06:18 von UlrichW »

Offline etalon

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Re: Bildausschnitt bei Mikrofotos?
« Antwort #10 am: 24 Nov 15, 20:01 »
Hallo Ulrich,

zu erst einmal vielen Dank für deine ausführliche und ehrliche Antwort. Ich würde gerne zu dem einen oder anderen Punkt - genau so ehrlich- Stellung nehmen.

Zitat
deinen Elan in allen Ehren, aber Du schießt mit deiner Vorstellung ganz erheblich über das Ziel hinaus!!!

Was veranlasst dich zu diesem Schluss? Ich finde, sich Ziele zu setzen ist legitim.


Zitat
Wie willst Du entscheiden was Du fotografieren möchtest, wenn Du es nicht siehst?

Wieso sehe ich das nicht? Bisher habe ich doch auch mit dem Kamerasucher, bzw. Monitor mein Bildfeld eingerichtet. Ich gebe dir aber recht, dass das wahrscheinlich bei entsprechendem Abbildungsmaßstab sehr mühsam ist. Daher habe ich aus der bisherigen Diskussion für mich gelernt, dass ich noch ein Stereomikroskop anschaffen muss. Schaden tut das in der Tat nur dem Geldbeutel...  ;D


Zitat
Du bist Dir schon bewusst, das alleine das Mitutoyo dir beim Bezahlen Haarausfall beschert?

Du kannst dich darauf verlassen, dass wenn ich hier eine Frage stelle, ich mich vorher soweit es mir möglich war über entsprechende Sachverhalte informiert habe. Das schließt Preise von genannten Wunschsetups mit ein. Ich muss zwar für mein Geld auch arbeiten gehen, aber die Beurteilung, was ich mir leisten kann und möchte, lassen wir mangels persönlicher Bekanntschaft lieber bei mir  ;) .
Ich bin durchaus der Meinung, dass die Kette zu einem guten Bild (vom Objekt bis zum fertigen Bild) nur so gut ist, wie sein schwächstes Glied. Um nicht durch technische Dinge limitiert zu werden, ist es mir wichtig, dass grundsätzlich immer ich das schwächste Glied in der Kette bin. Das bedingt neben meinem persönlichen Qualitätsanspruch eben auch die entsprechenden Investitionen. Weiters muss das ja nicht alles sofort angeschafft werden. Das kann sich durchaus über ein paar Monate ziehen.


Zitat
...denn wenn Du nicht weist was Du knipsen willst, weil Du es nicht siehst bzw. gesehen hast, nutzt Dir das alles nichts.

Siehe oben.


Zitat
Also, komm mal auf den Boden und fange an das Handwerk von der Pieke auf zu lernen.

Wie ich mich eben nochmals überzeugt habe, wirkt die Gravitation auch bei mir zu Hause. Ich kann dir also versichern, dass ich mit beiden Beinen fest auf dem Boden stehe und mich bester Gesundheit erfreue. Was veranlasst dich zu dem Schluss, dass ich es nicht von der Pieke auf gelernt habe? Auch hier - da wir uns nicht persönlich kennen, sind solche Anspielungen etwas mutig...


Zitat
Abert trotzdem, da ist bei der Schärfe und Bildausleuchtung noch viel Luft nach oben.

Nun, da ich mit der Makrofotografie erst angefangen habe, ist da sogar ganz sicher noch Potential da. Alles andere würde mich auch erschrecken. Dass vor allem die Ausleuchtung mit einer simplen LED-Schreiptischlampe noch nicht optimal ist, weiß ich wohl, und es ist auch schon eine Optimierung in die Wege geleitet. Aber wie schon geschrieben, Eines nach dem Anderen.
Dass du allerdings die Schärfe in meinen Bildern bemängelst, kann ich indess nicht so wirklich nachvollziehen. Mehr wie scharf geht nicht. Würde mich interessieren, wo dir das Aufgefallen ist. Wo ich allerdings noch erhebliche Probleme habe, ist beim Stacken mit PS. Das liegt allerdings nicht an der Schärfeleistung der Aufnahmekombi, sondern an der Physik (Maßstabsänderung außerhalb der Schärfeebene). Da bleiben immer hässliche, unscharfe Artefakte an Stellen mit großen Schärfetiefensprüngen. Das wird aber bei anderer Stackingsoftware genau so sein, obwohl ein Test mit Helicon Focus noch aussteht.


Zitat
Wenn Du aber unbedingt losknipsen willst, dann lese dich im Fotoforum ein. U.A. findest Du da einen Bericht von mir, worin ich beschreibe wie man mit überschaubaren Mitteln Kristalle im Millimeterbereich abbilden kann (Bildbreite etwa 3mm, im Crop um 1mm). Vereinfacht gesagt: Digitalkamera->Balgengerät->50mm-Objektiv in Retro-Stellung + Hebemechanik
Letzteres, die Hebemechanik ist der am schwierigsten zu beschaffende Teil, aber lies meinen Bericht, dann wirst Du verstehen was ich hier sabbel.

Keine Bange, ich verstehe durchaus, was du da "sabbelst". Ich habe mir allerdings trotzdem sowohl deinen Bericht durchgelesen, als auch den zugehörigen Thread. Der Bericht liest sich sehr kurzweilig, das ist dir gut gelungen. Ich persönlich habe mich gegen ein Balgengerät entschieden und arbeite mit Verlängerungshülsen, da so ein Balgen doch immer wieder fusselt und dadurch öfters Dreck auf Optik und Chip zu liegen kommt, was eine häufigere Reinigung nach sich zieht, immer mit der Gefahr, dabei etwas zu beschädigen. Außerdem finde ich die Lösung mit dem OAZ als Z-Achse nicht unbedingt glücklich, da die Verstellung damit (also ohne jegliche Skala) nur sehr schlecht reproduzierbar ist. Da ich in der glücklichen Lage bin, mich an meiner recht gut ausgestatteten optischen Bank an allerlei Optomechanik zu bedienen bin ich der Meinung, dass da genauere und entsprechend bedämpfte mechanische Lösungen möglich sind, um der von dir angesprochenen geringen Schärfentiefe der Objektive Rechnung zu tragen. (Bitte als meine persönliche Meinung betrachten)

Bei deinem Beitrag im Thread sind mir allerdings ein paar Punkte aufgefallen, wo ich etwas anderer Meinung bin (die Physik übrigens auch). Ich finde es äußerst löblich, dass du dir die Mühe machst, Sachverhalte zu erklären. Davon können Alle partizipieren. Trotzdem sollte man gerade dann auf sachliche Richtigkeit achten.

Dass eine teure Ausrüstung kein Garant für gute Aufnahmen ist, damit hast du uneingeschränkt recht, aber dann ist zumindest die Technik nicht der limitierende Faktor (schrieb ich ja bereits). Vergessen will ich daher weder Mitutoyos, noch Laminare, warum auch?


Zitat
Es gibt Spezialisten die beherrschen die Technik, aber speziell bei Mindat.org sieht man Reihenweise Bilder die mit teuerstem Equipment gemacht wurden, deren Qualität aber mehr als zu wünschen übrig lässt.

Nun, ich bin der festen Überzeugung, dass auch diese Profis mit den genannten Objetiven einmal angefangen haben. Dass da nicht sofort alles perfekt läuft, erwarte ich. Aber auch das ist erlernbar. Ich war so frei, und habe mir mal deine Bilder hier angesehen. Das letzte war zwar von 2011, und ich bin mir sicher, dass deine jetzigen Bilder deutlich besser sind, aber eine Qualität, welche zu oben zitierter öffentlicher Feststellung bezüglich anderer Bildautoren (z. B. auf Mindat) führt, kann ich bei vorliegendem Material nicht erkennen und gehe davon aus, dass das deine persönliche Wahrnehmung (und damit auch völlig in Ordnung) ist.


Alles in Allem hoffe ich, dass du das nicht falsch verstehst. Ich habe mir nur erlaubt, genau so ehrlich zu antworten und es ist nicht persönlich gemeint. So, jetzt muss ich mich mal bei den Stemis (gemeint als Abkürzung für "Stereomikroskop" nicht als Markenname) umsehen, denn das brauche ich ja offensichtlich...  ;D

Nichts desto trotz verbinden uns auf jeden Fall zwei Dinge: Die Freude an einem guten Whisky und die Astrofotografie, welche ich hauptsächlich als Hobby betreibe...

In diesem Sinne nochmals Danke für deine Gedanken,
Gruß Markus
« Letzte Änderung: 24 Nov 15, 20:49 von etalon »

Offline Harald Schillhammer

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Re: Bildausschnitt bei Mikrofotos?
« Antwort #11 am: 25 Nov 15, 14:55 »

Wieso sehe ich das nicht? Bisher habe ich doch auch mit dem Kamerasucher, bzw. Monitor mein Bildfeld eingerichtet. Ich gebe dir aber recht, dass das wahrscheinlich bei entsprechendem Abbildungsmaßstab sehr mühsam ist. Daher habe ich aus der bisherigen Diskussion für mich gelernt, dass ich noch ein Stereomikroskop anschaffen muss. Schaden tut das in der Tat nur dem Geldbeutel...  ;D

Ich habe momentan nicht die Muße lange Abhandlungen zu schreiben, nur soviel: Durch den Sucher einer Kamera siehst du bei Verwendung eines Mikroskop-Objektivs (z.B. Mitutoyo) gar nichts, ausser verwaschenen Mischmasch weil die Schärfentiefe extrem gering ist (z.B. beim Mitutoyo 10x bei 160mm Auszug höchstens 10µm). Um zu beurteilen ob ein Stück überhaupt fotografierenswert ist kommst du um ein Stereomikroskop nicht herum. Abgesehen davon ist das Bildfeld so eng, dass selbst wenn du einmal weisst welchen Ausschnitt du abbilden willst es nicht immer leicht ist dann durch den Sucher diesen auch zu finden. Beim oben genannten Beispiel des 10x beträgt das Bildfeld bei einer Vollformatkamera 3,5 mm (bei Crop-Kameras noch weniger). Wenn ich ein extrem kleines Motiv fotografieren will und das 20x Mitutoyo nehmen muss (Bildfeld 1,7 mm!), schraube ich zuerst das 5x drauf um den Ausschnitt zu finden, erst dann wechsle ich zum 20x. Wenn die Ebene gekippt ist musst du nämlich nicht nur den horizontalen Ausschnitt finden sondern auch noch die entsprechende Schärfeebene genau treffen.

Übrigens, wenn du Verlängerungstuben verwendest sollten diese eine rauhe Innenfläche haben sonst handelst du dir interne Reflexionen ein. Mit einem (guten) Balgen ist man da auf der sicheren Seite und auch viel flexibler. Und das Reinigen des Sensors ist keine großartige Angelegenheit. Auch meinen muss ich alle paar Monate reinigen. Ich mache das seit 12 Jahren (mit Unterbrechung, weil der Sensor D200 eigenartigerweise nie staubig wurde), Aber speziell die D1X zu Beginn und später die D3 und D4 verstauben regelmäßig. Zahlt sich aus sich die Technik der Sensorreinigung anzueignen. Hab auch vor kurzem die Canon eines Freundes gereinigt, kein Problem.

lg
Harald

Offline UlrichW

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Re: Bildausschnitt bei Mikrofotos?
« Antwort #12 am: 25 Nov 15, 19:10 »
Hallo Markus,

ich glaube ich muß mich erst einmal bei Dir entschuldigen. Ich wollte dich keinesfalls brüskieren. Als ich deine Frage gelesen habe, kam es mir so vor, als ob da ein, sagen wir vorsichtig "Nicht-Fortgeschrittener" die Frage gestellt hat. Erst später bin ich auf deine Bilder gestoßen, und habe gesehen, das ich da wohl in das berühmte Fettnäpfchen getreten bin. Meinen Text daraufhin zu korrigieren, erschien mir aufgrund der fortgeschrittenen Stunde nicht wirklich machbar. Ich bitte dich daher um Entschuldigung für die brüsken Worte.

Ich will auch hier die Diskussion nicht groß weiter führen, nur auf deine Anmerkung bezüglich der fehlenden Bildschärfe will ich Beantworten. Ich habe mich dabei auf die Bilder der Seite 71 des Threads Mineralienbilder bezogen. Deine Bilder gefallen mir, denn sie haben eine Natürlichkeit. Nur finde ich, das die Schärfe zu wünschen übrig lässt. Wie gesagt, das ist meine ganz persönliche Einschätzung.

Ich habe übrigens eine Zeit lang mit dem Luminar gearbeitet, und ich kann Dir versichern, das es ein ganz erheblicher Aufwand ist damit ein Bild zu erstellen, mal ganz abgesehen von der notwendigen Retusche. Und ob das für jemanden, der gelegentlcih einen kleinen Kristall abfotografieren möchte, eine Option ist , muß er selbst entscheiden. Mir war der Aufwand viel zu hoch, und ich mache wirklich viele Bilder für meine Vorträge. Aber ich gebe auch zu, das ich oft an Grenzen stoße, wo es einfach nicht besser gelingen will. Und ich bin Mikromounter, also mit den kleinsten Dingen wohl vertraut. Und genau an diesem Punkt muß man einmal nachdenken ob es Sinn macht viel Geld in eine Technik zu investieren, nur um den kleinsten Kristall noch formatfüllend, kunstdrucktauglich, abbilden zu können, oder ob ich da nicht besser nach einem größeren Kristall Ausschau halte. Manchmal muß man da einfach passen.

Leute wie Wolfsried oder Edgar Müller (oops, so heiß der doch, oder?) machen Bilder aus ganz anderen Beweggründen, und da sind diese großen Technikanforderungen durchaus notwendig, immer auch verbunden mit dem zeitlichen Aufwand.

Umgekehrt ist es so, das ich, gerade weil mein Equipment einfach gestaltet ist, ich fast jeden Abend wenn ich durchs Bino schaue, schnell noch mal ein Bild mache. Klar, kein Top-Bild ala Wolfsried, aber leider sind das meistens auch keine Top-Stüfchen.

Vielleicht verstehst Du jetzt, warum ich etwas harsch auf das Muto..Ferrari reagiert habe. Alle die damit arbeiten wollen gönne ich es von Herzen. Aber ich möchte auch immer dem Mitleser das Gefühl geben, das es auch andere Wege gibt sich mit der überaus befriedigenden Arbeit des Mineralienfotografierens zu beschäftigen.

Ich sag dann mal: CS
Ulrich

PS: für Nichtastronomen: CS=Clear Sky

Offline etalon

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Re: Bildausschnitt bei Mikrofotos?
« Antwort #13 am: 25 Nov 15, 23:17 »
Hallo Harald,

vielen Dank für deinen Beitrag. Das kann ich wohl nachvollziehen, dass bei ein paar my Schärfentiefe man kein vernünftiges Bild zum Aufsuchen von potentiellen Motiven hat. Daher werde ich mir auch ein Stemi anschaffen.
Was mich interessieren würde: Welche Tubuslinse benutzt du mit 160mm BW? Was hast du für einen Abstand zwischen Objektiv und Tubuslinse (gibt es Reflexionen)?

Die Abstandshülsen, welche ich benutze sind innen rau und mit mattschwarzem Fotolack überzogen. Sollte es trotzdem zu Reflexionen kommen, werde ich etwas Velour einkleben. Die Kameras zu reinigen ist nicht das Problem. Das habe ich auch schon des öfteren gemacht. allerdings versuch ich das zu vermeiden, wenn es geht. Ein Kratzer ist in den weichen optischen Gläsern schnell drin, und bei Öffnungsverhältnissen um die f/20-80 bei der Mikrofotografie und dem damit einhergehenden, fast parallelen Strahlengang sieht man diese auch in kleinster Größe (das ist auch der Grund, warum man selbst den kleinsten Dreck noch störend wahrnimmt). Dreck geht wieder weg, Kratzer nicht...

Zwei Fragen seien mir noch gestattet: Welchen Balgen benutzt du (kannst du empfehlen)? Und wie sieht es mit der Abbildungsleistung der Mitutoyos an einem VF-Sensor in den Bildecken aus? Hast du da einen merklichen Abfall der Bildqualität im Vergleich zu Mitte?

Grüße Markus

Offline etalon

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Re: Bildausschnitt bei Mikrofotos?
« Antwort #14 am: 25 Nov 15, 23:32 »
Hallo Ulrich,

kein Problem, ich hatte das nicht persönlich genommen. Trotzdem Entschuldigung angenommen.  ;)

Dass die Arbeit mit Mikroskopobjektiven nicht einfacher wird, ist zu erwarten. Ich sehe es einfach als Herausforderung für mich. Kann durchaus sein, dass es ein Weilchen dauert, bis ich den Dreh raus habe...
Ich möchte das auch nicht als Ersatz zu meinem jetzigen Makrosetup verstanden wissen, sondern als Ergänzung. Wenn ich mal alles beisammen habe, werde ich ein Bild des Setups einstellen. Das kann aber noch ein bisschen dauern...

Zu meinen Bildern:
Es gibt tatsächlich ein, zwei Bilder, wo ich mit der Schärfe auch noch nicht ganz zufrieden bin. Das ist vor allem bei vielen Kristallen in unterschiedlicher Tiefe der Fall. Genau dort, an solchen Kanten, kommt es dann zu den oben erwähnten Artefakten beim Stacken, da ja rein Physikalisch gar keine scharfe Bildinformation vorhanden sein kann. Dem kann man wohl nur durch geeignetes Positionieren der Stufe entgegentreten. Allerdings erhoffe ich mir bei größeren Abbildungsmaßstäben durch das deutlich kleinere Bildfeld weniger Kristalle, wo das Problem dann so störend zu Tage tritt wie bei den Makroaufnahmen, wo sich teils Unmengen von Kristallen im Bildfeld tummeln.

Darf ich fragen, was für Gründe den Bildern von Wolfsried, etc. zu Grunde liegen?

Viele Grüße,
Markus

P.S.: Meine Frage, ab wann man von KS und ab wann man von HS spricht, war durchaus ernst gemeint. Vielleicht kann mir das noch jemand beantworten? Danke  :)

 

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