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Autor Thema: Bildausschnitt bei Mikrofotos?  (Gelesen 194990 mal)

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Offline Harald Schillhammer

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Re: Bildausschnitt bei Mikrofotos?
« Antwort #105 am: 23 Jan 16, 12:32 »
Wieso musst Du mit höherer ISO arbeiten?

Weil unser Museum ständigen Mikrovibrationen durch den Strassenverkehr ausgesetzt ist und ich daher Verschlusszeiten von mindestens 1/250 o. 1/320 benötige um Verwacklungen auszuschalten. Das schränkt mich natürlich in gewissen Situationen gewaltig ein. Ich hatte z.B. die erste Nikon D800E in Österreich eine Woche zum Testen (Vorteil wenn man NPS-Mitglied ist). Ergebnis: durch die Vibrationen ein Übersprechverhalten von mind. 2 Pixeln, d.h. kein Auflösungsgewinn gegenüber der D3 aber 3 Mal so große Dateien (bei den mittelalterliche PCs in unserem Institut auch nicht gerade vorteilhaft - mache deswegen das ganze stacking und editing zu Hause auf meiner Xeon-workstation). Hab mich dann für die D4 entschieden. Allerdings, vom Dynamikumfang her konnte ihr damals keine andere Kamera das Wasser reichen und die Farbverläufe waren zum Niederknien.

Aber die gibt es leider nicht ohne mechanische Verschlüsse in handelsüblichen System/DSLR-Kameras

Von Sony gibt es sowas. Der Stefan Wolfsried arbeitet mit einer Sony EVIL im Vollformat.

lg
Harald

Offline Harald Schillhammer

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Re: Bildausschnitt bei Mikrofotos?
« Antwort #106 am: 23 Jan 16, 12:36 »
Hallo Markus,

schau doch mal nach einem 40 mm Luminar von Zeiss. Bildbreiten von 2,0 bis 6,0 mm möglich.
Ganz großer Vorteil: Du mußt nicht mehr so viele Bilder machen weil die eine eingebaute Blende haben.
Das Objektiv ist eines meiner Favoriten und Du kannst es sogar in Retro Stellung benutzen und bekommst
eine größere Bildbreite.

Ist aber gar nicht so leicht heutzutage noch ein anständiges zu bekommen. Ich hatte mal vor Jahren eines gekauft - das war dreckig und die Blende war festgefressen.
Mein Favorit unter den Luminaren ist das 63-er. Optisch noch einen Tick besser, aber noch schwerer zu finden.

lg
Harald

Offline etalon

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Re: Bildausschnitt bei Mikrofotos?
« Antwort #107 am: 23 Jan 16, 13:20 »
Hallo Gerhard,

Zitat
ps. es muß nicht immer ein Mitus sein  ;)

Ich habe mich lange damit beschäftigt, was für Optiken für mich sinvoll wären und bin für mich zum Schluss gekommen, dass die Mitus meine Ansprüche am besten Abdecken. Dazu folgende Überlegungen:

Pro Luminare:

- Variabler Abbildungsmaßstab durch variierende Auszugslänge
- großer auskorrigierter Bildkreis

Kontra Luminare:

- Werden sehr teuer gehandelt (dafür bekomme ich 1 bis 1,5 Mitus auf dem Gebrauchtmarkt)
- Irisblende in Zeiten von Focusstacking zur Erweiterung der Schärfentiefe nicht sinnvoll, da dadurch massiv das Auflösungsvermögen der Optik eingeschränkt wird (wenn das nicht ohne Abblenden diverse Abberationen eh schon tun ;) )
- Optimale Abbildung nur für die berechnete Auszugslänge (160mm)
- Altes Optikdesign und alte Gläser/Beschichtungen (was nicht heißt, dass sie nicht trotzdem funktionieren können)
- Endlichkorrigiertes System


Pro Mitus:

- Aktuelles optisches Design
- Aktuelle Glassorten und Beschichtungen
- Ausreichend großer auskorrigierter Bildkreis
- Apochromatisch
- Sehr hohe NA für den Arbeitsabstand
- Äußerst gute Schärfe

Kontra Mitus:

- Auch teuer, wenn auch nicht so krass wie wenn Zeiss draufsteht
- Auch bei Bedarf neu erhältlich
- Geeignete Tubuslinse erforderlich

Da ich mein System nun auf unendlich korrigierte Optiken ausgelegt habe, ist es für mich der geringere Aufwand, entsprechend nur die Objektive zu wechseln. Für andere Optiken muss wieder alles mögliche umgeschraubt werden. Das fängt schon bei zusätzlichen Adaptern (RMS-Gewinde) an. Dies ist natürlich nur meine ganz persönliche Meinung. Andere halten das anders...  ;)

Ich habe gestern auch mal mit dem Componon-S 4/80 und der neuen Kamera fotografiert, um ein etwas größeres Bildfeld zu bekommen (muss die Bilder aber noch bearbeiten). Nun, wenn man das Mitutoyo mal gewohnt ist, verursacht das Componon mittleren Augenkrebs was die Abbildungsleistung angeht.  :P
Daher meine Entscheidung zu den Mitutoyos. Gerade im Hinblick auf die längeren Brennweiten selbiger ist der kleinere Kamerasensor nun wieder ein Vorteil, da der auskorrigierte Bildkreis für einen VF-Sensor dann nicht mehr reicht...

Grüße Markus
« Letzte Änderung: 23 Jan 16, 13:25 von etalon »

Offline etalon

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Re: Bildausschnitt bei Mikrofotos?
« Antwort #108 am: 23 Jan 16, 13:23 »
Hallo Harald,

Zitat
Weil unser Museum ständigen Mikrovibrationen durch den Strassenverkehr ausgesetzt ist und ich daher Verschlusszeiten von mindestens 1/250 o. 1/320 benötige um Verwacklungen auszuschalten.

Das erklärt manches... ;)

Hast Du keine Problem mit Vibrationen durch die großen Shutter? Bei mir ging das gar nicht...  :-\ (siehe den beigefügten Link in einem meiner obigen Posts)

Grüße Markus

Offline Sebastian

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Re: Bildausschnitt bei Mikrofotos?
« Antwort #109 am: 23 Jan 16, 14:09 »
Es gibt ja nicht nur Luminare, auch mit einem 25 Photar bekommt man sehr variable Abbildungsmasstäbe. Das die Luminare so teuer sind wie 1,5 mitus glaube ich kaum. Klar muss man bei eBay etwas schauen. Gerade der Variable Arbeitsabstand macht einen flexibler ohne diverse Objektive zu kaufen. Und ja sie sind auf 160mm korrigiert, die Auflösung nimmt aber mit sinkender Vergrößerung zu.
Im sehr kleinen Maßstab würde ich auf Mikroskopobjektive ausweichen, für etwas geringere Vergrößerungen dann Lupenobjektive.
Mich würde aber mal interessieren was du für die mitus ausgegeben hast und wo die Bezugsquelle war. Am besten per pm.
Beste Grüße,
Sebastian

Offline carsten slotta

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Re: Bildausschnitt bei Mikrofotos?
« Antwort #110 am: 23 Jan 16, 14:11 »
Hallo zusammen!

Mal zum Thema Vibrationen eine Frage an alle in die Runde: Wie dämpft ihr euer Set-Up gegen Vibrationen von außen ab? Ich arbeite in einem kleinen Raum mit der Stack Unit vom Rainer Ernst (das Teil steht auf einem stabilen Tisch auf Steinboden) und ich möchte während der Stacks meinen Arbeiten im Büro am PC nachgehen können. Habe gehört, dass man das Set-up auf Tennisbällen lagern kann (mit Ringen gesichert!), aber das macht bei mir doch  einen sehr wackeligen Eindruck ... Vielleicht kann man auch was auf den Boden legen, z.B. schwingungsdämpfende Gummimaten, oder so?? Bin gespannt was ihr da so macht!

GA
Carsten

Offline kks

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Re: Bildausschnitt bei Mikrofotos?
« Antwort #111 am: 23 Jan 16, 14:18 »
Mal zum Thema Vibrationen eine Frage an alle in die Runde: Wie dämpft ihr euer Set-Up gegen Vibrationen von außen ab?

Wenn Du es perfekt machen willst: Ein möglichst großer Betonklotz in einem Sandbett ...

MfG
Klaus

Offline etalon

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Re: Bildausschnitt bei Mikrofotos?
« Antwort #112 am: 23 Jan 16, 16:05 »
Zitat
Es gibt ja nicht nur Luminare, auch mit einem 25 Photar bekommt man sehr variable Abbildungsmasstäbe

Ja, aber auch für diese gelten die Punkte, welche ich in obigem Post zusammengeschrieben habe...

Zitat
Das die Luminare so teuer sind wie 1,5 mitus glaube ich kaum.

Dann schaue Dich z. B. einfach mal ganz aktuell auf dem weltweiten Ebay-Markt um. Die dort angebotenen Luminare werden im Moment abhängig von Brennweite und Zustand zwischen 300,- € und >1000,- € gehandelt. Die Mitutoyos in den Vergrößerungen 1fach bis 5fach je nach Zustand zwischen 300,- € und 700,- €. Ich denke, meine Rechnung kommt da durchaus hin...  ;)

Ein gewisses Risiko bleibt beim Gebrauchtkauf, vor allem aus dem Ausland, immer. Daher hätte man bei den Mitus alternativ auch die Möglichkeit eines Neukaufs. Dann allerdings zu erheblich höheren Preisen...

Gruß Markus

Offline etalon

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Re: Bildausschnitt bei Mikrofotos?
« Antwort #113 am: 23 Jan 16, 16:14 »
Hallo Carsten,

Zitat
Wie dämpft ihr euer Set-Up gegen Vibrationen von außen ab?

Ganz grundsätzlich sind Schwingungen von außen kein so großes Problem, wenn der Aufbau steif genug ist. Denn dann schwingen Objekt und Kamera in Phase. Ich habe meinen Aufbau direkt neben meinem Schreibtisch auf einem Holzschränkchen stehen. Das Breadboard ist vom Schrank mit vier Sorbothane-Dämpfern entkoppelt (da gibt es verschiedene Ausführungen. Du musst darauf achten, dass Du die für Dein Gewicht optimalen verwendest).

Das reicht völlig, um während des Fotografierens direkt neben dem Setup am Rechner zu arbeiten. Herumrennen während der Aufnahme is natürlich nicht, aber langsames Gehen stellt kein Problem dar. Viel schlimmer sind intrinsische Schwingungen, wie sie z. B. durch den Kamerashutter verursacht werden. Denn dann schwingen Kamera und Objekt unterschiedlich zueinander...

Zitat
Wenn Du es perfekt machen willst: Ein möglichst großer Betonklotz in einem Sandbett ...

Das ist nur notwendig, wenn man Kamera und Objekt zwangsläufig nich steif genug verbinden kann, so dass sie in Phase schwingen, wie z. B. in der Astrofotografie... ;)

Gruß Markus
« Letzte Änderung: 23 Jan 16, 20:34 von etalon »

Offline Sebastian

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Re: Bildausschnitt bei Mikrofotos?
« Antwort #114 am: 23 Jan 16, 16:22 »
Moin,
Aber für die selben Vergrößerungen brauchst du mehrere objektive im genannten Preisspektrum die du auch mit einem objektiv abdecken kannst. Aber wenn man gut mit den objektiven umgehen kann, soll man dabei bleiben. Ich seh nur die Vorteile der Lupenobjektive in diesem Vergrößerungsbereich als größer als Mikroskopobjektive.
Da wir gerade bei Erschütterungen sind, ich habe auch das Gefühl das meine Kamera recht deutlich schwingt, welche Belichtungszeiten sind zu empfehlen das zu unterdrücken?
Beste Grüße,
Sebastian

Offline etalon

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Re: Bildausschnitt bei Mikrofotos?
« Antwort #115 am: 23 Jan 16, 16:50 »
Hallo Sebastian,

also das must Du mir jetzt aber mal erklären:

Zitat
Und ja sie sind auf 160mm korrigiert, die Auflösung nimmt aber mit sinkender Vergrößerung zu.

Wie kommst Du zu der Erkenntnis?


Zitat
Aber für die selben Vergrößerungen brauchst du mehrere objektive im genannten Preisspektrum die du auch mit einem objektiv abdecken kannst.

Richtig, aber mit oben genannten Abstrichen in der Bildqualität. Ganz grundsätzlich gilt: Sobald eine Optik außerhalb ihrer Specs betrieben wird, und das ist alles, was bei der Optikrechnung nicht berücksichtigt oder in Kauf genommen wurde, selbige nicht mehr ihre volle Leistungsfähigkeit hat. Das mag bei dem einen oder anderen Design langsamer sichtbar werden als bei anderen, aber es ist grundsätzlich immer so! (Vorausgesetzt man arbeitet mit einer Kamera, welche auch das maximale Leistungsvermögen der Optik auflösen kann. Das können aber heute die aller meisten...)

Ich persönlich bin zu derartigen Abstrichen nicht bereit. Es entstehen durch den Anwender (also mich) genügend Qualitätseinbußen, dass ich mir nicht auch noch mit der Optik welche einhandeln möchte. Das ist aber meine ganz persönliche Meinung und erhebt keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit ;)

Zitat
welche Belichtungszeiten sind zu empfehlen das zu unterdrücken?

Das ist schwer zu sagen. Die Frage ist doch eher: Wie kurz kannst Du belichten, um mit Deiner gegebene Beleuchtung nicht im Photonenrauschen zu ertrinken? Das heißt, wie kurz kannst du bei niedrigster ISO belichten und Dein Histogramm immer noch gut füllen, so dass es sich über einen sinnvollen Bereich erstreckt? Wenn Du das weist, dann kannst Du Dir Gedanken machen, wie Du die Schwingungen für diese kürzeste Belichtungszeit in den Griff bekommst...

Ich hatte das selbe Problem, und bin deswegen nach einigen Experimenten von der DSLR weg zu einer Kamera ohne mechanischen Verschluss gekommen und alles ist gut... ;)

Grüße Markus

Offline Sebastian

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Re: Bildausschnitt bei Mikrofotos?
« Antwort #116 am: 23 Jan 16, 17:30 »
Ich bezihebmich auf folgende Quelle:
http://coinimaging.com/lens_tests_new.html?
Ich hoffe der Link funktioniert, aber da ist klar aufgetragen das die Auflösung bei geringeren Vergrößerungen höher ist als bei hohen. Oder ich hab einfach was nicht verstanden was auch sein kann.
Gruß Sebastian

Offline carsten slotta

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Re: Bildausschnitt bei Mikrofotos?
« Antwort #117 am: 23 Jan 16, 17:58 »
Hallo Markus,

dank dir für den Tipp mit den Dämpfern! Bin schon im Netz drüber gestolpert, aber gut zu wissen, dass du sie benutzt. Bringt das auch tatsächlich was, oder ist das mehr was für's Gewissen?

GA
Carsten

Offline geni

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Re: Bildausschnitt bei Mikrofotos?
« Antwort #118 am: 23 Jan 16, 18:25 »
Hallo Carsten,

frag doch mal den Rainer Ernst. Ich glaube der hat auch so was.

Liebe Grüße

Gerhard Niceus (geni 8))

Offline etalon

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Re: Bildausschnitt bei Mikrofotos?
« Antwort #119 am: 23 Jan 16, 19:47 »
Hallo Sebastian,

ich habe mal kurz über Deinen Link geschaut, aber nur das 63mm Luminar gefunden. Grundsätzlich sind mir solche völlig undurchsichtigen Tests suspekt. Er beschreibt in keinster Weise den Testaufbau, Testablauf, verwendete Geräte, etc. Was mich noch mehr stutzig macht, sind Formulierungen wie: "This shows where this lens fits into the hierarchy that I have created."
Das hat nichts mit wissenschaftlicher Herangehensweise zu tun und lässt die Bewertung der Testergebnisse nicht zu.

Grundsätzlich wird das Auflösungsvermögen einer Vergrößerungsoptik durch ihre NA bestimmt, das ist der Sinus des objektseitigen, halben Öffnungswinkels. Das heißt dass bei gegebener Apertur die NA durch den Arbeitsabstand bestimmt wird (mal unterschiedliche Brechungsindizes der optischen Medien, Totalreflexion bei großen Winkeln und Beschichtungen an den optischen Flächen nicht berücksichtigt). Sie ist dann maximal, wenn das Objekt in der Brennweite des Linsensystems liegt, denn dann ist das austretende Strahlbündel parallel. Da bei endlich korrigierten Objektiven wie den Luminaren aber ein Bild im Unendlichen zu nichts führt, wurde der bildseitige Arbeitsabstand der Optik auf 160mm gerechnet. Daraus ergibt sich eine Brennweite x des Linsensystems, welche ungefähr dem Arbeitsabstand objektseitig entspricht. Vergrößerst Du jetzt den Abstand bildseitig (also >160mm), verringert sich gemäß geometrischer Optik der Arbeitsabstand objektseitig. Da die Apertur aber gleich bleibt, erhöht sich die NA und damit das Auflösungsvermögen. ABER: Die Korrektur der Abberationen ist auf 160mm Auszugslänge gerechnet. Weicht man davon ab, schlagen unter Umständen die Abberationen schneller zu, als die Auflösung durch die steigende NA anwächst (optikdesignabhängig). Das bedingt dann, dass die Auflösung zu höheren Vergrößerungen schlechter wird...

Grundsätzlich gilt das also nicht!

Gruß Markus
« Letzte Änderung: 23 Jan 16, 19:54 von etalon »

 

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