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Autor Thema: Altersstruktur der Sammler  (Gelesen 32711 mal)

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Offline neuron

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Re: Altersstruktur der Sammler
« Antwort #15 am: 26 Nov 15, 11:55 »
Hallo,

ich denke da kann jeder selbst dazu beitragen, daß der Nachwuchs sich für Mineralien und Fossilien interessiert und ich möchte dazu ermutigen, das auch zu tun.

Sehe das bei den Freunden und Freundinnen meiner Kinder (zwischen 6 und 10). In diesem Alter sind sie sehr begeisterungsfähig. Beim letzten Kindergeburtstag gab es als Beigabe für die Geschenketüte der Gastkinder einen kleinen Beutel Trommelsteine. Da ging das Getausche schon 5 Minuten später los. Auch beobachte ich, daß wenn unsere Kids Besuch haben, der Gang regelmäßig ins Untergeschoß führt, wo sie dann mit großen Augen vor den Steinvitrinen und Regalen stehen. Sage dann immer deutlich "die Stufen der unteren Regale dürft ihr auch anfassen" was dann auch gerne angenommen wird.

Und wenn ich merke, daß da wirkliches Interesse bei den Gastkindern besteht, dann gibts auch etwas aus der Geschenkekiste wie Kleinstücke Pyrit, Achat oder auch mal einen Belemniten oder eine andere Versteinerung. So kann man die Saat für neue Generationen von Mineralien- und Fossiliensammlern sähen, und es kostet nicht viel materiellen oder zeitlichen Aufwand. Zudem macht es Spass, die funkelnden Augen zu sehen  ;)

Gruß,

Swen


Offline cmd.powell

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Re: Altersstruktur der Sammler
« Antwort #16 am: 28 Nov 15, 16:36 »
Moin

Ich kann nur Zustimmen, das die Alterseinteilung zu grob ist. Der Bereich 30 - 65 ist kaum Aussagekräftig. Ich kann mir Vorstellen, das es durchaus viele jüngere Sammler gibt, die sich aber nicht in das Schema dieser Umfrage zu erkennen geben. Nicht jeder Sammler ist zwangsläufig hier im Forum aktiv, die Pre-Internetgeneration dürfte auch untervertreten sein. In der gewählten Altersspanne bewegt sich genau die Gruppe von Sammlern, die auch am aktivsten sein kann: Berufliche Ausbildung abgeschlossen, festes Arbeitsverhältnis, Führerschein und Fahrzeug vorhanden, wahrscheinlich Familienplanung abgeschlossen, vertraut im Umgang mit modernen Medien (Internet) - logisch, das die bei 75% liegen. Ich fürchte, das sich aus der Umfrage faktisch nichts ableiten lassen wird, da zu wenig Daten erhoben werden.

@Swen: Pre-Pubertäre Jugendliche und Kinder sind leicht zu begeistern. Mit einsetzen der Pubertät wird jedoch der große Resetknopf gedrückt und die Karten neu gemischt. Versuch mal, 13 bis 17-Jährige zu begeistern und dann sprechen wir uns wieder.

Offline Frank de Wit

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Re: Altersstruktur der Sammler
« Antwort #17 am: 28 Nov 15, 21:49 »
Ist für unseres Ziel prima und ausreichend Markus. Bewusst so gemacht.
sehe https://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,40659.msg291613.html#msg291613
Wenn du mehr detailliert Info brauchst, kannst du gerne eine eigene poll anfangen ;)
(ist als witz gemeint, nichts für ungut)

Offline eddi

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Re: Altersstruktur der Sammler
« Antwort #18 am: 30 Nov 15, 16:13 »
Zitat von Stefan:
Es geht nur um eine allg. Interessensfrage ob die subjektive Meinung "Die Sammler sterben aus" auch durch zahlen belegt werden kann.


Die zunehmenden Sammelverbote dürften da eine Rolle spielen.

Offline neuron

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Re: Altersstruktur der Sammler
« Antwort #19 am: 30 Nov 15, 16:57 »

@Swen: Pre-Pubertäre Jugendliche und Kinder sind leicht zu begeistern. Mit einsetzen der Pubertät wird jedoch der große Resetknopf gedrückt und die Karten neu gemischt. Versuch mal, 13 bis 17-Jährige zu begeistern und dann sprechen wir uns wieder.

Da wirst Du wahrscheinlich recht haben, aber wenn von 10 Jugendsammlern nur einer nach der Pubertät übrig bleibt, ist das immer noch besser als garnichts zur Erst-Begeisterung beigtragen zu haben. Denke ich zumindest.

Gruß,
Swen

PS: Das war mein 100ster Post  !!! Tätäää ! Gibts jetzt vom MinAtlas ne Geschenkebox oder nen schönen einheimischen Rhodochrositen oder so ?  ;)

Offline Alcest

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Re: Altersstruktur der Sammler
« Antwort #20 am: 30 Nov 15, 18:29 »
Hallo,

mit Mitte 20 habe ich auf Börsen schon häufig: "schön, dass es noch Sammlernachwuchs gibt" gehört. Ich kenne durch mein eigenes Studium auch zahlreiche Geologie- und Mineralogiestudenten - einen Sammler oder eine Sammlerin mit mehr als 5 zu Erinnerungszwecken gesammelten Steinen habe ich bisher jedoch nicht getroffen. Im Rahmenplan des Studiums habe ich 40 'wichtige' Mineralarten kennengelernt. Im 4. Semester Lagerstättenkunde erkannte außer mir dann keiner einen Baryt...

Die meisten sind von meiner Sammlung (fast alles zusammengekauft - daher auch schön bunt) zwar begeistert, sagen zu 90% jedoch: "Mineralogie im ersten Semester war scheußlich, daher besteht kein Interesse, sich damit in der Freizeit auseinanderzusetzen".

Warum ich explizit die Studenten benenne: ein Dozent sagte mir mal: "Früher hat jeder angehende Geologe/Mineraloge gesammelt, heute interessiert sich niemand mehr dafür. Du bist in den letzten Jahren der einzige Student mit so einer Begeisterung."

Gruß
Jan


Offline Frank de Wit

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Re: Altersstruktur der Sammler
« Antwort #21 am: 30 Nov 15, 18:38 »
Danke für eure Gedanken!
Solche Reaktionen sind sehr hilfreich.

Offline skibbo

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Re: Altersstruktur der Sammler
« Antwort #22 am: 30 Nov 15, 20:45 »
Zitat
ein Dozent sagte mir mal: "Früher hat jeder angehende Geologe/Mineraloge gesammelt,...."

Früher hat man als Diplomand auch noch Geländetage gesammelt und wollte überall dabei sein, heute als Bachelor/Master sammelt man bloß noch Kreditpoints. Und wenn eine Geländeübung nicht ausreichend Punkte bringt, macht man eben keine sondern setzt sich in den warmen Hörsaal und erträgt "Altlasten".  ;D

Der Baryt ist übrigens nicht das einzige Beispiel, schon bei der Unterscheidung von Quarz und Calcit wirds schwierig...

Das ist traurig und besorgniserregend.

Grüße,
Stefan

Offline Alcest

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Re: Altersstruktur der Sammler
« Antwort #23 am: 30 Nov 15, 21:08 »
Hallo Stefan,

...und erträgt "Altlasten".  ;D

Ich als alter Giftliebhaber würde mich über mehr Altlastenkurse freuen. Das würde mich mehr erfüllen als manch anderes wissenschaftliches Fach... Aber da hat ja jeder andere Präferenzen ;-)

Über die Thematik Bologna hole ich lieber nicht aus - die Aufregung möchte ich diesem Thread ersparen.

Gruß Jan

Offline giantcrystal

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Re: Altersstruktur der Sammler
« Antwort #24 am: 30 Nov 15, 21:49 »
Hallo aus Mittelfranken

um auch noch meine zwei Cents dazu beizutragen :

Ab und zu nimmt ein Geologiestudent oder auch schon Absolvent Kontakt zu mir auf und will in der Exploration arbeiten. Ich frage dann immer, wie man Bleiglanz von Pyrit unterscheidet. Ganz erstaunlich, was da alles an Antworten kommt...ganz selten ist die Antwort sogar richtig (Spaltbarkeit)

Auf jeden Fall kann ich jedem Geologiestudenten nur empfehlen, frühzeitig mit dem Mineraliensammeln anzufangen. Schaden kann es nicht...aber wem sage ich das hier ;-)

Mit etwas traurigem Glück Auf

Thomas

Offline Gerhard

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Re: Altersstruktur der Sammler
« Antwort #25 am: 30 Nov 15, 22:02 »
Und warum gibt es keinen -Nachwuchs- mehr???? Ja es ist eine Tatsache ,die aktiven Sammller -mit Hammer usw- werden immer weniger
Seid doch mal alle ehrlich -die Glitzerwelt auf Börsen ,da sind viele begeistert und wollen selber sammeln.....  Die Realität sieht doch dann
ganz anders aus. Die Enttäuschung ist oft groß. Und so ist es wiederum einfach mit einem Klick ins Internet und es können kg-weise
Mineralien auch für wenig Geld bestellt werden -per Post geliefert bis vor die Haustür.
Und die Steine und Mineralien die man selber gefunden hat werden abgetan mit ......
Und ich ein noch!!!! aktiver Sammler bin über 65 ??? Werde alleine in der Natur nachschauen und nachforschen......aber nicht ewig
ich kann auch keinen so richtig überzeugen bei all  den Regeln -Geboten-  Verboten ?! Und nach der Frage -wo ist was zu finden- kann ich nur
sagen -Es ist alles verboten- Sei es man nimmt an eine geführte und genehmigte Exursion teil.
Sammeln ist mit Risiko verbunden, denn es gibt allein in Sachsen/ Vogdland
ca 184 Landschaftsschutzgebiete
ca 260 Naturschutzgebiete
        1 Nationalpark
Dazu kommt noch das Landesforstgesetz Sachsen -------und mit den dazugehörigen Bußgeldern, die zum  Teil sehr hoch sind.
So ist es verboten Bodenbestandteile unbefugt zu entnehmen ,und das sind eben eben Steine und Mineralien. Das Busgeld 40 bis 1000 Euro
und wenn Teile von Waldsträucher -Bäume  entfernt , entnommen werden dann steht die Eurozahl 50 bis 2500
Naja wie oben erwähnt es ist ja noch erlaubt auf Börsen zu kaufen -zu sammeln, Und Börsen gab ,gibt es ja genug -2015 in Deutschland
allein ca 174-und dann noch die Mineralshops
Also was sagt die Statistig aus --- Ja die aktiven Sammler werden immer älter ,werden eines Tages nicht mehr da sein, die  mühevoll
gesuchten Minerale werden in alle Richtungen verstreut zu finden sein
Und das Forum wird um ein Wort erweitert mit Börsenforum international (Minerale aus aller Welt)
Gesammelt wird immer ,nur dann in einer anderen Beschaffungsart, eben global
 Gruß Gerhard


« Letzte Änderung: 03 Dec 15, 10:48 von Gerhard »

Offline Vertip

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Re: Altersstruktur der Sammler
« Antwort #26 am: 30 Nov 15, 22:05 »
Ich wollte mich auch mal äußern  :)
Ich bin 15 Jahre alt und sammle schon seit einiger Zeit.
Ich denke nicht das ich nach der Pubertät aufhören werde  ;D
Allerdings kenne ich keine anderen Sammler in meinem Alter  :(

Offline Rübezahl

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Re: Altersstruktur der Sammler
« Antwort #27 am: 01 Dec 15, 00:34 »
Hallo,
Wollte mich auch mal dazu äußern:
Ich selber bin 28 Jahre und gehe jedes Wochenende mit meinen Kumpel 30 Jahre Steinesuchen.
Gelegentlich nehme ich meinen Bruder 18Jahre(Generation I-Phone) mit...der funke ist aber noch nicht übergesprungen ;D
Ich bin erstaunt das mann bei uns im Erzgebirge immer noch etwas finden kann obwohl zig Generationen vor uns jeden Stein schon einmal umgedreht haben.
Bei uns im Erzgebirge ist Bergbau und das Sammeln von Mineralien tief verwurzelt.
Ich kenne kaum einen Opa oder älteren Mann der früher in der DDR nicht aktiv gesammelt hat(und sich etwas dazuverdient hat) und seine Erfahrungen jetzt gerne an die jüngere Generation weitergeben möchte.
Gerade in unserer Region ist die Fundstellendichte sehr hoch und es können gelegentlich immer noch schöne Minerale gefunden werden.
Das sammeln wird bei uns stellenweise geduldet(z.B. Stb.Bögl,Dörfel) aber auch stellenweise scharf überwacht(Wiesenbad,Steinbruch an der Hakenkrümme in Aue)
Ich bin oft stundenlang unterwegs auf der Suche nach neuen Fundstellen ohne dabei auch nur ein schönes Mineral zu finden.
Dabei erfreue ich mich aber an der Natur und lerne immer neue Ecken meiner Heimat kennen.
Gerade diese Form von Romantischer-Natur-Begeisterung kann ich bei der noch jüngeren Generation überhaupt nicht mehr finden.
Das Problem der Generation(I-Phone und Internet) ist nicht das Sammeln selber sondern die damit verbundenen Strapazen.Heute muss alles Schnell und noch schneller gehen.Wer will schon stundenlang potenzielle Fundgebiete absuchen und dann ohne ein schönes Stück nach Hause gehen.Oder "Tonnenweise" Erde bewegen um an eine Erzader oder Kluft zu gelangen.Oder schwere Rucksäcke schleppen etc.etc.



Offline Brodi69

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Re: Altersstruktur der Sammler
« Antwort #28 am: 01 Dec 15, 14:17 »

Leider ändern wir mit diesem Treat nichts, da muss man schon selber initiative ergreifen. Ich führe deshalb jedes Jahr ein bis zwei Schulklassen in die Alpen zum Mineralien suchen und sammeln... auch wenn ich keine Statistik über die Wirkung machen kann, so bin ich doch der Meinung, dass sich dieses Engagement auf jeden Fall lohnt ! Nachmachen ist erlaubt und erwünscht  ;D


Offline Frank de Wit

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Re: Altersstruktur der Sammler
« Antwort #29 am: 01 Dec 15, 14:32 »
Genau Christian.
Sehr gut!

(bleibt alle bitte abstimmen und diskutieren, danke)

 

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