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Altersstruktur der Sammler
Alcest:
Hallo,
mit Mitte 20 habe ich auf Börsen schon häufig: "schön, dass es noch Sammlernachwuchs gibt" gehört. Ich kenne durch mein eigenes Studium auch zahlreiche Geologie- und Mineralogiestudenten - einen Sammler oder eine Sammlerin mit mehr als 5 zu Erinnerungszwecken gesammelten Steinen habe ich bisher jedoch nicht getroffen. Im Rahmenplan des Studiums habe ich 40 'wichtige' Mineralarten kennengelernt. Im 4. Semester Lagerstättenkunde erkannte außer mir dann keiner einen Baryt...
Die meisten sind von meiner Sammlung (fast alles zusammengekauft - daher auch schön bunt) zwar begeistert, sagen zu 90% jedoch: "Mineralogie im ersten Semester war scheußlich, daher besteht kein Interesse, sich damit in der Freizeit auseinanderzusetzen".
Warum ich explizit die Studenten benenne: ein Dozent sagte mir mal: "Früher hat jeder angehende Geologe/Mineraloge gesammelt, heute interessiert sich niemand mehr dafür. Du bist in den letzten Jahren der einzige Student mit so einer Begeisterung."
Gruß
Jan
Frank de Wit:
Danke für eure Gedanken!
Solche Reaktionen sind sehr hilfreich.
skibbo:
--- Zitat ---ein Dozent sagte mir mal: "Früher hat jeder angehende Geologe/Mineraloge gesammelt,...."
--- Ende Zitat ---
Früher hat man als Diplomand auch noch Geländetage gesammelt und wollte überall dabei sein, heute als Bachelor/Master sammelt man bloß noch Kreditpoints. Und wenn eine Geländeübung nicht ausreichend Punkte bringt, macht man eben keine sondern setzt sich in den warmen Hörsaal und erträgt "Altlasten". ;D
Der Baryt ist übrigens nicht das einzige Beispiel, schon bei der Unterscheidung von Quarz und Calcit wirds schwierig...
Das ist traurig und besorgniserregend.
Grüße,
Stefan
Alcest:
Hallo Stefan,
--- Zitat von: skibbo am 30 Nov 15, 20:45 ---...und erträgt "Altlasten". ;D
--- Ende Zitat ---
Ich als alter Giftliebhaber würde mich über mehr Altlastenkurse freuen. Das würde mich mehr erfüllen als manch anderes wissenschaftliches Fach... Aber da hat ja jeder andere Präferenzen ;-)
Über die Thematik Bologna hole ich lieber nicht aus - die Aufregung möchte ich diesem Thread ersparen.
Gruß Jan
giantcrystal:
Hallo aus Mittelfranken
um auch noch meine zwei Cents dazu beizutragen :
Ab und zu nimmt ein Geologiestudent oder auch schon Absolvent Kontakt zu mir auf und will in der Exploration arbeiten. Ich frage dann immer, wie man Bleiglanz von Pyrit unterscheidet. Ganz erstaunlich, was da alles an Antworten kommt...ganz selten ist die Antwort sogar richtig (Spaltbarkeit)
Auf jeden Fall kann ich jedem Geologiestudenten nur empfehlen, frühzeitig mit dem Mineraliensammeln anzufangen. Schaden kann es nicht...aber wem sage ich das hier ;-)
Mit etwas traurigem Glück Auf
Thomas
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