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Autor Thema: Altersstruktur der Sammler  (Gelesen 32721 mal)

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Offline Uwe E

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Re: Altersstruktur der Sammler
« Antwort #45 am: 02 Dec 15, 19:19 »
Hallo,

Zitat
Sammeln ist halt "uncool" (geworden)

so isses, so'n Stein hat nun mal kein WLAN und einfach mal so die neuesten Dinger herunter laden geht nun mal nicht.

Ich hatte letztes Jahr einem Bergbauverein in meiner Region mehrere Kisten "Sammlerabfall" überlassen. Der Verein hat u. a. seit einigen Jahren einen Stand auf dem Weihnachtmarkt mit einer "Wühlkiste", in der kostenlos einheimische Mineralien für Kinder angeboten werden.
Leider sind überall die Funddichten sehr stark zurück gegangen, aber vielleicht hilft es trotzdem, den Heranwachsenden die Schönheit der Natur - in Form von "Steinen" - auf diese Weise näher zu bringen.

Grüße

Uwe

Offline gsiberger

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Re: Altersstruktur der Sammler
« Antwort #46 am: 02 Dec 15, 22:57 »
Ich glaube auch nicht, dass man durch Alpinsport zum Mineraliensammeln findet. Die Kletterer in meinem Bekanntenkreis jedenfalls hätten zuallerletzt die Geduld tagelang nach Klüften zu suchen und sie mühselig zu entleeren. In der Zeit könnte man ja sieben Routen gehen und sechs Gipfelbucheinträge schaffen...

Naja ich kann nur berichten, was ich selbst gesehen habe. Recht viele Strahler die ich persönlich kenne sind durch das Wandern bzw. Klettern zum Mineralien sammeln gekommen. Die haben dann meist bei einer Tour durch Zufall eine Kluft gefunden und sind dem Ganzen dann eben immer mehr verfallen. Oder eben über Kollegen die mit ihnen in die Berge gehen. Und je mehr Leute unterwegs sind, desto mehr stolpern mal über einen neuen Fund.

Wie gesagt, ich bin mir sicher, dass das ist nur ein momentanes Tief ist und sich das alles schnell wieder ändern kann! Es mag sein, dass es gerade etwas aus der Mode ist, aber kann auch schnell wieder "in" sein. Hier wird zu viel geseufzt wie Sebastian schön gesagt hat  ;D In der Schweiz sind jedenfalls echt viele Strahler unterwegs (auch unter 30-jährige), aber vielleicht ist die Situation in Deutschland ja tatsächlich ganz anders.

Schöne Grüße,
Johannes

Offline Frank de Wit

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Re: Altersstruktur der Sammler
« Antwort #47 am: 03 Dec 15, 00:34 »
Nein, hat mit seuftzen nichts zu tun. Die Abstimmung ist da um mal bischen "objektive" Daten zu sammeln.
Wir fragen uns etwas, fragen uns ob die Frage stimmt, inventarisieren, wechseln Gedanken aus, suchen nach Antworten.
Das nennt man nicht seuftzen, aber das nennt man ein Sokratisches Gespräch. Jaja, alte Männer sagen das so.

"Geh' raus und sammle Mineralien". Klar. Gerne. Machen wir doch alle? Ich war samstag noch unterwegs.
Wir können (sollen?) das gute Vorbild sein, aktiv sammeln, jungere Sammler mitnehmen. Sicher.
Leider kenne ich keine junge Sammler hier. Möchte die gerne mitnehmen, aber es gibt die nicht. Ich bin mit 45 fast überall immer noch die jungste. Ausser eine einzige Ausnahme. Das war schon so wenn ich mit ca.15 anfangte zu sammeln, und ist immer noch so. Kann sicher regional sein, aber ich bin von ganz norden zum süden umgezogen und bin immer noch die jungste... Um mich her fast nur graue Haare. Mineralienclubs die aussehen wie Altersheime. Mineralienbörsen die aufhören, weil die Organisation zu alt ist um noch Tische zu tragen und keine Jugend um zu helfen. Ich geh' mal kurz durch die Kurve, aber junger als mich gibt's fast nicht. Und das, tsja, das bringt mir nicht zu seuftzen, weil ich einfach raus gehe zum sammeln, untertage, in die Berge, lange reisen, alles super. Aber es bringt mich Fragen... und ja, alles ändert. So, ich Frage mich, und euch, dann, in welche Richtung geht's?

Deshalb die Anfangsfrage "wie sieht die Altersstruktur unserer Sammler so aus". Lass uns die Frage nicht vergessen,
(bitte höfflich und sachlich bleiben, und) bitte alle abstimmen. Es gibt 1.650 aktive Mitglieder hier im MA, es können noch viele Abstimmen, und Ihre Gedanken aufschreiben.

Gerne nicht seuftzen, dann aber bitte positiv mitdenken  :-*

Offline Sebastian

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Re: Altersstruktur der Sammler
« Antwort #48 am: 03 Dec 15, 07:09 »
Hallo Frank,
Ich meinte  mit seufzen nicht die neutrale Aufforderung abzustimmen. Sondern der Tenor sammeln ist uncool, alle Kinder spielen nur iPhod etc. soll doch jedem selbst überlassen sein. Und ja da gibt es einen krassen Unterschied zu früher. Es gab ne Zeit da war das richtig in. Siehe man auch an der Altersverteilung. Fakt ist, das Hobby an sich hat es schwer gegen die große Vielfalt an anderen Beschäftigungen.
Aber meine kerntehse ist eine andere: im Wandel der Zeit kann man nicht erwarten, nein, darf man nicht erwarten das sich nichts ändert. Wir müssen uns nur anpassen. Z.B übers Internet. Man muss weitere Wege in Kauf nehmen etc. nicht seufzen wie schön es früher war, sondern die die ebenso denken auffinden und mit denen etwas unternehmen. Das ist der Wandel der Zeit. Ganz austerben wird es nicht, nur weniger, aber vielleicht wird es auch wieder mehr und wir beschweren uns das alle uns das beste wegfinden :) . Also geht sammeln und genießt das Hobby und teilt eure Freuden mit denen die es auch genießen.
Gruß Sebastian

Offline Frank de Wit

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Re: Altersstruktur der Sammler
« Antwort #49 am: 03 Dec 15, 08:19 »
Ich fühle mich nicht angesprochen, es geht hier nicht um mich. Es geht hier um Gedanken auswechseln.

Aber "sammeln ist uncool geworden" könnte stimmen (und das hat nichts mit seifzen zu tun).
Früher sammelte jeder etwas (was ich vorher geschrieben habe), vielleicht auch für "status",
 und jetzt sammelt man "status" via "likes" auf Facebook, Instagram, Snapchat uzw. Ist die Zeitgeist. Panta rhei. Panta chōrei.

Konsequenz, es kommen fast keine junge Mineraliensammler dazu? Fragezeichen? Ich sehe fast keine aber bin nicht sicher. Deshalb frage ich hier nach den Altersstruktur. Und logisch fangt dann eine Diskussion an. Zuper. Das nicht jeder mit einander einverstanden ist, auch zuper. Bleibt aber bitte höfflich und sachlich.

Ich betreibe www.strahlen.org. Stefan betreibt www.mineralienatlas.de. Jolyon betreibt www.mindat.org.
(die Abstimmungsdaten sind noch wenig, aber die Tendenz ist schon ein bischen zu sehen)
Was können wir (mehr) tun als websitebetreiber?
Nichts tun? Ist eine prima Antwort. Einfach so weitermachen?
Etwas tun? Ist auch eine prima Antwort. Aber, was dann?

Offline Anatas

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    • Anatas - Alpinsammler und mehr
Re: Altersstruktur der Sammler
« Antwort #50 am: 03 Dec 15, 09:37 »
Vor 27 Jahren wurde ich durch meinen aktuellen und langjährigen Sammelpartner bei den Mineralienfreunden Diessen als
jüngstes Mitglied abgelöst ... heute ist er immer noch der Jüngste und ich der Zweitjüngste ... der "Rest" Sammler in Rente.

Bei den Münchner Micromounter sind einige "Jüngere" dazugekommen - da hatte ich meine Hände ein bisschen im Spiel,
da ich seinerzeit eine Verlegung der Anfangszeit der Vereinsabende nach hinten anstoßen konnte, somit war es auch für
Berufstätige möglich bzw. bequemer zu den Treffen zu kommen - aber auch hier überwiegend Sammler in Rente.

Bei den Pustertaler Mineraliensammler und den Ahrntaler Stoisuicher sieht man viele Jüngere - im Ahrntal/Lappacher Tal
hat das Sammeln Tradition und die Fundstellen liegen vor der Haustüre.
Allerdings sind diese jungen Sammler nicht im Netz unterwegs (in den Seiten-Tälern gibt es noch nicht viel schnelles
Internet wie mir scheint). 

Die vielen Sammelverbote  (was immer mehr Sammler auf weniger Fundstellen ausmacht <=> weniger Fundmöglichkeiten)
haben gewiss auch sehr viel mit dem Nachwuchs-Schwund zu tun.

Die heutige Y-Generation oder auch die Z-Generation, so wie ich Sie kennen lernte - sind überwiegend auf kurzfristigen
Erfolg ohne große Mühen aus ... Hier fährt keiner mehr 350 km (München - Ahrntal) um bei schweren Bergtouren meistens
NICHTS zu finden. Was soll man da auch groß twittern ... 700 km (hin und zurück) für nichts .. das kommt bei den Freunden
nicht gut an (Loser).

Ich weiß, das ist jetzt ein Pauschal-Urteil - denn Ausnahmen gibt es immer ...

 
« Letzte Änderung: 03 Dec 15, 09:43 von Anatas »

Offline neuron

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Re: Altersstruktur der Sammler
« Antwort #51 am: 03 Dec 15, 09:59 »
gut, wenns um Ideen geht, dem Thema Mineralien/Sammeln/Strahlen etwas mehr Gewicht zu geben, dann laßt uns mal zusammentragen. Generell würde ich auch einen Schritt vorher ansetzen, Sammeln und ins Gelende gehen wäre dann die Königsdisziplin, es muß erstmal dazu kommen, daß sich der Nachwuchs überhaupt mit Mineralien auseinandersetzt. Ob es dann die Art des Sammelns ist, ob man sich auf Börsen oder im Internet eindeckt, oder direkt ins Gelände geht, ist imho zweitrangig.

- Projekttage im KiGa und Schule nutzen, um das Thema zu platzieren. Lehrer und Erzieher sind recht offen für
Vorschläge und wenn man dann auch noch anbieten kann, das evtl. zu begleiten oder Schaustücke zur Verfügung zu stellen,
umso besser.

- Wenn man mitbekommt, daß der Sproß in der Schule gerade Erdaufbau oder Erdgeschichte dranhat, auf Lehrer
zugehen und anbieten, eine Schulstunde mit Schaustücken zu begleiten. Kommt sehr gut an.

- Ausflüge mit den Kids in Bergbaumuseen oder Naturkundemuseen anbieten

- Es gibt in vielen Städten und Gemeinden Ehrenamtsagenturen, die auch Ehrenamtliche und Helfer
für die Freizeitgestaltung mit Kinder und Jugendlichen suchen. Vorgehen wie bei Projekttagen oben.

- über Volkshochschule können auch Kurse angeboten werden, wer Zeit und Lust hat, kann da einen
Kurs "Naturexkursionen" anbieten

- Ferienspiele nutzen, Vorgehen wie bei Projekttagen und Ehrenamtsagentur.

Möglichkeiten gibt’s viele ...  ;)

Gruß,
Swen

Offline michaelh

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Re: Altersstruktur der Sammler
« Antwort #52 am: 03 Dec 15, 10:08 »
Hallo Zusammen,
sehr interessante Meinungen werden zu dem Thema geschrieben!

Wenn ich mich auf lokalen Mineralienbörsen umsehe, ist der Altersschnitt durchwegs als 50+ anzusehen. Jüngere sind meist Enkelkinder die vom Opa mitgenommen werden. Natürlich gibt es auch noch jüngere Sammler, jedoch bin auch ich der Meinung, dass dieses Hobby früher oder später, mehr oder weniger aussterben wird.
Da vergleiche ich einfach mal z.B.: die Philatelie und Numismatik. Sind beides wunderschöne Sammelgebiete, aber auch hier ergibt sich in der heutigen Zeit ein Sammlerschwund.
Und ganz ehrlich, so ist der Lauf der Zeit - Dinge kommen und gehen.

Grüße

Michael

Offline Frank de Wit

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Re: Altersstruktur der Sammler
« Antwort #53 am: 03 Dec 15, 10:24 »
Danke Gerhard und Michael für eure Eindrücke,
 und danke Swen für deine Ideeën. Die sind gut und interessant.

Ein Freund hat mich immer gesagt: "für jede zwei Tage das du bekannte Fundstellen besuchst, sollst du dazu auch ein Tag nur prospektieren". Ist vielleicht auch so mit internet: für jede zwei Tage das wir in internet für Mineralogie als Hobby "Werbung" machen, sollen wir dazu auch ein Tag in die Schule gehen und dort Mineralien zeigen und engagieren... Ein neues Gleichgewicht suchen.

Offline cmd.powell

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Re: Altersstruktur der Sammler
« Antwort #54 am: 04 Dec 15, 16:29 »
Moin

Ich kann mir durchaus vorstellen, das der Fundortschwund bei mir im Raum Hannover eine gewichtige Rolle beim Thema Sammlernachwuchs spielt. Selbst ich bzw. meine Sammelaktivitäten leiden darunter. Es ist ein gewaltiger Unterschied, ob man 15 Minuten, 1 Stunde oder 5 Stunden zum nächsten Fundort benötigt. Direkt um Hannover gibt es nur noch Markasit und Pyrit zu finden, wenn man mal von Geschiebe absieht. Ab einer Stunde Fahrzeit kommt der Harz in Reichweite, ebenso Weser Bergland und Flechtinger Höhenzug. Weser Bergland hat inzwischen leider auch nicht mehr viel zu bieten und im Harz wird es auch immer dünner. Bei zwei Stunden Fahrzeit fange ich selber langsam an, dicke Backen zu machen, da der Spaß dann langsam teuer wird (auch wenn Benzin z.Z. relativ günstig ist, gibt es das Zeug nicht umsonst). Alles oberhalb drei Stunden Fahrzeit ist dann praktisch zwangsläufig mit Übernachtung verbunden und damit für mich außer Reichweite. Das ist meine Situation, da mir ein Auto zur Verfügung steht. Und was macht jetzt bitteschön ein Schüler ? Soll der mit Bus und Bahn in den Harz fahren ? Da ist man ja schon mal einen Tag unterwegs, nur um in den Harz zu kommen. Solange man selber nicht mobil ist, kann man Sammeln im Raum Hannover knicken (außer Fossilien, dafür sieht es gut aus).
Weiter kann ich mir gut vorstellen, das viele, die zwar Interesse haben und auch mobil sind, schlicht nicht dazu kommen zu sammeln - Familie, Job seien da mal als Gründe aufgeführt.
Dann kommt noch hinzu, das man als Nichteinheimischer kaum von Einheimischen an die wirklich guten Fundstellen geführt wird. Paradebeispiel ist da der Winterberg im Harz. Klar, man kann dort sammeln und auch etwas finden, aber man muss regelmäßig dort hingehen (fast wöchentlich) um brauchbare Funde zu machen. Und von den richtig guten Stellen bekommt nur mit, indem man die leergeräumten Löcher findet, wo der Vorgänger noch nicht mal den unansehnlichen Bruch liegenlässt, da man ja sonst u.U. andere Sammler auf die Stelle aufmerksam machen könnte. Eine echte Ellenbogengesellschaft, wo sogar hartgesottene Sammler nur ratlos den Kopf schütteln. Aber sich im nachhinein Wundern, weshalb sich keiner mehr zum Sammeln motivieren lässt. Gut, die "Sammler", die so agieren, sind zugegeben keine echte Sammler, sondern eher Reihbachmacher, die ihre Funde verhökern wollen und dies auch tun. Nur das entschuldigt keineswegs deren Vorgehensweise. Auf genau diese Weise verhageln sie es gerade in den sammeltechnisch eher armen Gebieten dem Nachwuchs.

Leider habe ich bisher auch noch keine Fundstelle kennengelernt, wo die Funde im Laufe der Jahre besser geworden sind. Bestenfalls ist das Niveau gleichbleibend, doch der allgemeine Trend ist: Die Funde werden schlechter. Auch damit muss man als Anfänger klar kommen, immerhin funktioniert das Sammeln oft so, das man bescheiden anfängt und sich dann verbessert. Das klappt naturgemäß auch nur dann, wenn man auch an bessere Funde kommt.
Kombiniert man jetzt einmal die Tatsache "Mobilität muss gegeben sein" mit "zunehmender 'Raubgräberei'" und "stetig schlechter werdender Fundsituation" so ergibt sich zwangsläufig, das die Motivation zu sammeln schon extrem hoch sein muss, um überhaupt damit anzufangen. Und wenn man sich dazu aufgerafft hat, muss man sich damit abfinden, immer nur bestenfalls die zweite Geige zu spielen und von alten Zeiten zu träumen, die man auch nur aus Erzählungen kennt. Sammeln ist teuer, anstrengend und wenig ergiebig, so ist die Situation bei uns im Raum Hannover. Soviel zum Thema "Schwarzsehen" und "Seufzen"!

Offline Frank de Wit

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Re: Altersstruktur der Sammler
« Antwort #55 am: 04 Dec 15, 17:03 »
Ich höre, und glaube, dir Markus...
Es hangt sicher vom Region ab, Benzingeld, uzw. Genau was du schreibst.

Dazu: wir Alpinsammler müssen immer höher, und immer schneller da sein wo die Schnee/Gletscher schmelzt. Das Saison fangt immer früher an. Wir untertagesammler müssen immer tiefer, und öfters am Seil. Wir reisenden Sammler reisen immer weiter mit der Flieger. Bou-Azzer is jetzt "hintergarten", keine weitwegFundstelle mehr. Börsensammler reisen einfacher wie jeh nach Tucson und Tokyo. Steinbruchsammler brauchen immer bessere Kontakte mit die Steinbruchbesitzer. Und dann noch, es wird nicht einfacher...

Und immer noch machen wir lokale Sammler zuper Neufunde. Es hat einfach auch, wie du schreibst, damit zu tun, wie oft man ein Steinbruch oder Halde besuchen kannst. Wie gut das "netzwerk" zu andere Sammler ist.

Die Jugend ist sehr gut und schnell mit (online) netzwerken. Immer online, immer im Netwerk verknüpft.
Da hat der, wer im internet aktiv ist, vielleicht sogar ein Vorteil...?

Offline kks

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Re: Altersstruktur der Sammler
« Antwort #56 am: 04 Dec 15, 18:43 »
Da hat der, wer im internet aktiv ist, vielleicht sogar ein Vorteil...?


Ganz sicher nicht. Was nützt mir die tolle Fundstelle im Erzgebirge oder in Kärnten, wenn ich in Aachen wohne? Bis ich da hinkomme, gibt's da längst nichts mehr zu holen. Und außerdem: Wenn eine Fundstelle im Internet steht, ist spätestens am nächsten Tag halb Europa da. Na danke.

Nein, es ist schon so, dass es in Deutschland praktisch keine legal zugängliche Fundstelle mehr gibt, an der ein Anfänger noch wirkliche Erfolgserlebnisse haben kann, abgesehen natürlich von so Jahrmarktveranstaltungen wie Juchem oder Clara. Wo soll denn da noch irgendeine Motivation für Jugendliche herkommen?

MfG
Klaus

Offline Schatten

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Re: Altersstruktur der Sammler
« Antwort #57 am: 05 Dec 15, 07:21 »
Morjen,

als Wernigeröder (also Harzer) kann ich nur sagen:
Es gibt noch unzählige Fundstellen, die in Vergessenheit geraten sind.
Bestes Beispiel ist mein bevorzugtes Sammelgebiet: das Hasseröder Revier.
In den letzten beiden Jahren haben wir mehrere "neue" Fundstellen aufgetan, mit wirklich tollen Funden (z.T. auch Neufunde z.B. Agardit-La).
Das meiste sind Micromounts (die Gegend hier ist nunmal bekannt für Krümelzeuch  ;D), allerdings konnte ich auch größere Epidote und Granate finden.
Das "Problem" an der Gegend hier: keine dieser Fundstellen steht in der Fundstellenliteratur.

Zum Thema Jungsammler:
In den gesamten letzten 2 Jahren habe ich nicht einen einzigen "Neuling" gesehen. Wenn überhaubt nur die "Alten Hasen" bzw. ich war mit Diesen unterwegs.
Mir ist auch kein Nachwuchssammler bekannt, der hier aus meiner Ecke kommt.
Ich denke, wie schon des öfteren gesagt: Sammeln ist uncool, wenn es mit Natur und Anstrengung zu tun hat. Da ist es einfacher zuhause auf dem Sofa irgendwelche "Freunde" und "likes" auf Fratzenbuch & Co zu sammeln.

Hier bin also ich der Jungsammler...mit Ende 30  ;D

Gruß
Silvio

Offline jürgen lange

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Re: Altersstruktur der Sammler
« Antwort #58 am: 05 Dec 15, 15:14 »
Hallo zusammen,

alle Vereine etc. haben Nachwuchssorgen. Einzelne Vereine haben daraus gelernt und bieten mit "Jungfeuerwehr", "Bachexkursionen" etc. auch Sammelaktivitäten für Jugendliche an. Goldwaschen und Fossilien auf der Börse in München ist da ein guter Einstieg. Einzelne Vereine schaffen es auch Familien zu integrieren.  Ein Erlebnis wird vermittelt und Spass dabei.  Würstchen braten nach einer Sammeltour.

Wer nur Geheimniskrämerei, Miesmacherei, dumpfe Wissenschaft von unserem schönen Hobby vermittelt, trägt zur Vereinzelung und zum miesen Bild einer Beschäftigung für senile alte Knacker bei.

Wer über die Eltern Kinder anspricht (nicht direkt an die Kinder, dass kann auch Ärger machen) wird Begeisterung säen. Verschenkt mal Kristalle und Fossilien zweiter / dritter Wahl, auch wenn Ihr sie gerade gefunden habt.  Problem ist natürlich, dass die Fundmöglichkeiten auch für Dritte klar werden.

Soweit meine Ansicht zum Thema.

Herzliches Glück Auf.

Schönen Zweiten Advent 2015

Jürgen Lange

Offline 2045

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Re: Altersstruktur der Sammler
« Antwort #59 am: 06 Dec 15, 08:34 »
Melde mich noch einmal zu Wort, da inzwischen hier viele Beiträge zur allgemeinen Situation des Sammelns vorhanden sind und mein erster Kommentar eigentlich nur auf die Umfrage selbst gezielt hat.
Als ich vor rund 35 Jahren intensiver zum Sammeln begonnen habe, war im meinen damaligen Verein in NÖ eine Jugendgruppe. Wir waren mehrere Jugendliche, 2 x im Monat Vereinstreffen, einmal davon immer ein Vortrag, das 2. Treffen Wissensaustausch, Plaudern, Funde herzeigen,.... Vor diesem Termin hat es jedes Mal das Jugendtreffen gegeben. Ein Lehrer hat das ganz toll betreut. Wir haben unsere Funde dort bestimmen können, einzelne Exkursionen, meistens zu Fossilfundstellen im Großraum Wien gemacht und haben viel Hintergrund Wissen vermittelt bekommen. Irgendwann war ich dann der einzige, der von dieser Gruppe über geblieben ist. Die Jugendgruppe wurden dann eingestellt. Inzwischen bin ich (fast) 47, und bei Besuchen von Vereinen im Rahmen von Vorträgen im Normalfall der jüngste. Bei einem 2. Verein in Wien hat es viele Jahre später ebenfalls eine Jugendgruppe gegeben. Die war einige Jahre recht erfolgreich. Dann hat sich die Leiterin dieser Jugendgruppe vom Verein getrennt und die Jugendgruppe war Geschichte.
Inzwischen fehlen schon fast 2. Generationen von Nachwuchssammlern.
Bei den Mineralienvereinen sind zwar meistens mehr oder weniger viele Mitglieder, aber nur sehr wenige aktive Sammler, das war aber auch schon früher so, inzwischen ist es halt z.T. ganz extrem geworden. Die meisten Mitglieder sind an Mineralien/Fossilien Interessierte, die regelmäßig Börsen besuchen um das eine oder andere Stück zu kaufen, aber nicht viel oder gar nicht selbst sammeln. Inzwischen ist bei manchen Vereinen die Altersstruktur so, das viele auch körperlich gar nicht mehr selbst sammeln könnten.
Im Großraum Wien (bis zu 50 km) hat es 6 Vereine gegeben. Im Nahbereich Wien 4, davon 2 in Wien. Einer davon wurde schon vor einigen Jahren aufgelöst. Aktuell gibt es nun 5 Vereine.
Weiteres Problem ist, das zumindest in Österreich die Erdwissenschaften in der Schule eigentlich nicht mehr vorkommen. Zu meiner Schulzeit hat es zumindest noch einige Stunden Mineralogie Unterricht gegeben. Den Unterricht habe ich damals mit meinen Sammlungsstücken hinterlegt, die ich in die Schule mitgenommen habe, da keine geeigneten Vorzeigematerialien vorhanden waren.
Bei den Fossilien schaut es etwas besser aus. Durch den Dinosaurier Hype werden doch sehr viele, sehr junge Kinder mit dieser Materie infiziert. Ob da der eine oder andere vielleicht als Sammler zukünftig hängen bleibt, kann man nur hoffen, auch wenn Dinos bei uns so gut wie nicht vorkommen.
Das von einigen erwähnte Problem mit fehlenden Fundstellen kann ich leider nur bestätigen. Im Nahbereich von Wien gibt es überhaupt keine Fundstelle für Mineralien mehr, wo etwas gefunden werden kann. Sehr viele Steinbrücke, Lehmgruben,.. sind eingestellt, werden inzwischen anders wertig verwendet. Neue Aufschlüsse kommen nicht mehr nach, da alles dicht verbaut ist oder wird und natürlich niemand einen neuen Steinbruch als Nachbar haben will.
Das Problem mit den nicht genauen Fundortdaten hat es schon immer gegeben. Da gibt es einfach eine Reihe von Sammlern, die keinerlei Info rausgeben, selbst wenn man persönlich nachfragt. Wenn gar nichts bekanntgegeben wird, ist mir das noch lieber, als völlig falsche Fundortangaben. Diese Personen merkt man sich dann relativ schnell.
Der Wunsch mancher, das Fundstellen mit Metergenauen GPS Daten im Internet zum Finden sind, damit man dann schnell hinfahren und auf direktem Weg an der Hauptfundstelle, auch meistens nicht erfüllt werden kann, ist wohl auch klar.
Das schnell hinlaufen, möglichst weit vorher noch mit dem Auto zufahren, dann am Fundpunkt möglich schnell und viel aufsammeln und dann vielleicht gleich zum nächsten Punkt fahren, sollte nicht Ziel sein.
Mineralien und Fossiliensammeln ist eine Beschäftigung in der Natur und zumindest bei uns auch eine Beschäftigung mit der Natur. Natürlich nutzen wir Zufahrtswege, soweit möglich. Aber es gibt viele Fundstellen, wo wir die meiste Zeit zu Fuß wandern (obwohl wir nicht alpine Klüfte besammeln !), und das rundherum (Blumen und Tiere) dabei beobachten. Selbst ohne Funde sind solche Tagestouren dann sehr interessant und wissenswert.

 

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