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Altersstruktur der Sammler

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Frank de Wit:
Ich höre, und glaube, dir Markus...
Es hangt sicher vom Region ab, Benzingeld, uzw. Genau was du schreibst.

Dazu: wir Alpinsammler müssen immer höher, und immer schneller da sein wo die Schnee/Gletscher schmelzt. Das Saison fangt immer früher an. Wir untertagesammler müssen immer tiefer, und öfters am Seil. Wir reisenden Sammler reisen immer weiter mit der Flieger. Bou-Azzer is jetzt "hintergarten", keine weitwegFundstelle mehr. Börsensammler reisen einfacher wie jeh nach Tucson und Tokyo. Steinbruchsammler brauchen immer bessere Kontakte mit die Steinbruchbesitzer. Und dann noch, es wird nicht einfacher...

Und immer noch machen wir lokale Sammler zuper Neufunde. Es hat einfach auch, wie du schreibst, damit zu tun, wie oft man ein Steinbruch oder Halde besuchen kannst. Wie gut das "netzwerk" zu andere Sammler ist.

Die Jugend ist sehr gut und schnell mit (online) netzwerken. Immer online, immer im Netwerk verknüpft.
Da hat der, wer im internet aktiv ist, vielleicht sogar ein Vorteil...?

kks:

--- Zitat von: Frank de Wit am 04 Dec 15, 17:03 ---Da hat der, wer im internet aktiv ist, vielleicht sogar ein Vorteil...?

--- Ende Zitat ---


Ganz sicher nicht. Was nützt mir die tolle Fundstelle im Erzgebirge oder in Kärnten, wenn ich in Aachen wohne? Bis ich da hinkomme, gibt's da längst nichts mehr zu holen. Und außerdem: Wenn eine Fundstelle im Internet steht, ist spätestens am nächsten Tag halb Europa da. Na danke.

Nein, es ist schon so, dass es in Deutschland praktisch keine legal zugängliche Fundstelle mehr gibt, an der ein Anfänger noch wirkliche Erfolgserlebnisse haben kann, abgesehen natürlich von so Jahrmarktveranstaltungen wie Juchem oder Clara. Wo soll denn da noch irgendeine Motivation für Jugendliche herkommen?

MfG
Klaus

Schatten:
Morjen,

als Wernigeröder (also Harzer) kann ich nur sagen:
Es gibt noch unzählige Fundstellen, die in Vergessenheit geraten sind.
Bestes Beispiel ist mein bevorzugtes Sammelgebiet: das Hasseröder Revier.
In den letzten beiden Jahren haben wir mehrere "neue" Fundstellen aufgetan, mit wirklich tollen Funden (z.T. auch Neufunde z.B. Agardit-La).
Das meiste sind Micromounts (die Gegend hier ist nunmal bekannt für Krümelzeuch  ;D), allerdings konnte ich auch größere Epidote und Granate finden.
Das "Problem" an der Gegend hier: keine dieser Fundstellen steht in der Fundstellenliteratur.

Zum Thema Jungsammler:
In den gesamten letzten 2 Jahren habe ich nicht einen einzigen "Neuling" gesehen. Wenn überhaubt nur die "Alten Hasen" bzw. ich war mit Diesen unterwegs.
Mir ist auch kein Nachwuchssammler bekannt, der hier aus meiner Ecke kommt.
Ich denke, wie schon des öfteren gesagt: Sammeln ist uncool, wenn es mit Natur und Anstrengung zu tun hat. Da ist es einfacher zuhause auf dem Sofa irgendwelche "Freunde" und "likes" auf Fratzenbuch & Co zu sammeln.

Hier bin also ich der Jungsammler...mit Ende 30  ;D

Gruß
Silvio

jürgen lange:
Hallo zusammen,

alle Vereine etc. haben Nachwuchssorgen. Einzelne Vereine haben daraus gelernt und bieten mit "Jungfeuerwehr", "Bachexkursionen" etc. auch Sammelaktivitäten für Jugendliche an. Goldwaschen und Fossilien auf der Börse in München ist da ein guter Einstieg. Einzelne Vereine schaffen es auch Familien zu integrieren.  Ein Erlebnis wird vermittelt und Spass dabei.  Würstchen braten nach einer Sammeltour.

Wer nur Geheimniskrämerei, Miesmacherei, dumpfe Wissenschaft von unserem schönen Hobby vermittelt, trägt zur Vereinzelung und zum miesen Bild einer Beschäftigung für senile alte Knacker bei.

Wer über die Eltern Kinder anspricht (nicht direkt an die Kinder, dass kann auch Ärger machen) wird Begeisterung säen. Verschenkt mal Kristalle und Fossilien zweiter / dritter Wahl, auch wenn Ihr sie gerade gefunden habt.  Problem ist natürlich, dass die Fundmöglichkeiten auch für Dritte klar werden.

Soweit meine Ansicht zum Thema.

Herzliches Glück Auf.

Schönen Zweiten Advent 2015

Jürgen Lange

2045:
Melde mich noch einmal zu Wort, da inzwischen hier viele Beiträge zur allgemeinen Situation des Sammelns vorhanden sind und mein erster Kommentar eigentlich nur auf die Umfrage selbst gezielt hat.
Als ich vor rund 35 Jahren intensiver zum Sammeln begonnen habe, war im meinen damaligen Verein in NÖ eine Jugendgruppe. Wir waren mehrere Jugendliche, 2 x im Monat Vereinstreffen, einmal davon immer ein Vortrag, das 2. Treffen Wissensaustausch, Plaudern, Funde herzeigen,.... Vor diesem Termin hat es jedes Mal das Jugendtreffen gegeben. Ein Lehrer hat das ganz toll betreut. Wir haben unsere Funde dort bestimmen können, einzelne Exkursionen, meistens zu Fossilfundstellen im Großraum Wien gemacht und haben viel Hintergrund Wissen vermittelt bekommen. Irgendwann war ich dann der einzige, der von dieser Gruppe über geblieben ist. Die Jugendgruppe wurden dann eingestellt. Inzwischen bin ich (fast) 47, und bei Besuchen von Vereinen im Rahmen von Vorträgen im Normalfall der jüngste. Bei einem 2. Verein in Wien hat es viele Jahre später ebenfalls eine Jugendgruppe gegeben. Die war einige Jahre recht erfolgreich. Dann hat sich die Leiterin dieser Jugendgruppe vom Verein getrennt und die Jugendgruppe war Geschichte.
Inzwischen fehlen schon fast 2. Generationen von Nachwuchssammlern.
Bei den Mineralienvereinen sind zwar meistens mehr oder weniger viele Mitglieder, aber nur sehr wenige aktive Sammler, das war aber auch schon früher so, inzwischen ist es halt z.T. ganz extrem geworden. Die meisten Mitglieder sind an Mineralien/Fossilien Interessierte, die regelmäßig Börsen besuchen um das eine oder andere Stück zu kaufen, aber nicht viel oder gar nicht selbst sammeln. Inzwischen ist bei manchen Vereinen die Altersstruktur so, das viele auch körperlich gar nicht mehr selbst sammeln könnten.
Im Großraum Wien (bis zu 50 km) hat es 6 Vereine gegeben. Im Nahbereich Wien 4, davon 2 in Wien. Einer davon wurde schon vor einigen Jahren aufgelöst. Aktuell gibt es nun 5 Vereine.
Weiteres Problem ist, das zumindest in Österreich die Erdwissenschaften in der Schule eigentlich nicht mehr vorkommen. Zu meiner Schulzeit hat es zumindest noch einige Stunden Mineralogie Unterricht gegeben. Den Unterricht habe ich damals mit meinen Sammlungsstücken hinterlegt, die ich in die Schule mitgenommen habe, da keine geeigneten Vorzeigematerialien vorhanden waren.
Bei den Fossilien schaut es etwas besser aus. Durch den Dinosaurier Hype werden doch sehr viele, sehr junge Kinder mit dieser Materie infiziert. Ob da der eine oder andere vielleicht als Sammler zukünftig hängen bleibt, kann man nur hoffen, auch wenn Dinos bei uns so gut wie nicht vorkommen.
Das von einigen erwähnte Problem mit fehlenden Fundstellen kann ich leider nur bestätigen. Im Nahbereich von Wien gibt es überhaupt keine Fundstelle für Mineralien mehr, wo etwas gefunden werden kann. Sehr viele Steinbrücke, Lehmgruben,.. sind eingestellt, werden inzwischen anders wertig verwendet. Neue Aufschlüsse kommen nicht mehr nach, da alles dicht verbaut ist oder wird und natürlich niemand einen neuen Steinbruch als Nachbar haben will.
Das Problem mit den nicht genauen Fundortdaten hat es schon immer gegeben. Da gibt es einfach eine Reihe von Sammlern, die keinerlei Info rausgeben, selbst wenn man persönlich nachfragt. Wenn gar nichts bekanntgegeben wird, ist mir das noch lieber, als völlig falsche Fundortangaben. Diese Personen merkt man sich dann relativ schnell.
Der Wunsch mancher, das Fundstellen mit Metergenauen GPS Daten im Internet zum Finden sind, damit man dann schnell hinfahren und auf direktem Weg an der Hauptfundstelle, auch meistens nicht erfüllt werden kann, ist wohl auch klar.
Das schnell hinlaufen, möglichst weit vorher noch mit dem Auto zufahren, dann am Fundpunkt möglich schnell und viel aufsammeln und dann vielleicht gleich zum nächsten Punkt fahren, sollte nicht Ziel sein.
Mineralien und Fossiliensammeln ist eine Beschäftigung in der Natur und zumindest bei uns auch eine Beschäftigung mit der Natur. Natürlich nutzen wir Zufahrtswege, soweit möglich. Aber es gibt viele Fundstellen, wo wir die meiste Zeit zu Fuß wandern (obwohl wir nicht alpine Klüfte besammeln !), und das rundherum (Blumen und Tiere) dabei beobachten. Selbst ohne Funde sind solche Tagestouren dann sehr interessant und wissenswert.

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