Hallo alle,
Sebastian, erst mal danke für die Antwort und das du mich nicht vergessen hast

. So richtig befriedigen mich die Antworten noch nicht und ich hoffe immer noch auf Klärung meiner Frage. ich werde wohl doch das Stück mal persönlich zu Herrn Massanek tragen und versuchen mit ihm einen Termin zu machen wenn ich wieder mal nach Freiberg komme.
Man kann die Lagerstätten zwar nicht unmittelbar vergleichen, aber in Schlema-Alberoda-Schneeberg sowie in einer ganzen Reihe weiterer Lagerstätten im Westerzgebirge sind dendritische PSM nach Silber sehr häufig. Ich selbst habe viele in der Sammlung und habe viele in anderen Sammlungen gesehen. Die meisten PSM nach Silber sind dabei Verdrängungspseudomorphosen, dabei ist das Silber meist vollständig verschwunden und die Dendriten sind im Zentrum leer. Manchmal ist in der Seele der Dendriten das Silber noch reliktisch erhalten, manchmal sogar noch vollständig erhalten und mit einem hauchdünnen Saum aus biconi-Mineralen umschlossen.
Hier mal ein Beispiel für solche hohlen Dendriten

Wurtzit pseudomorph nach Silber
und hier ein Beispiel für vollständige Erhaltung des Silbers in einem biconi-Saum

Wurtzit pseudomorph nach Silber
Das Alles hat meiner Meinung nach aber nichts mit den am Anfang des Beitrages gezeigten Wurtzitdendriten zu tun. Bei diesem Stück sieht man eindeutig, dass die federartigen Wurtzitdendriten direkt aus einer Wurtzitschicht der darunterliegenden Schalenblende herauswachsen. Meiner Meinung nach haben sich die dendritischen Wurtzitkristalle direkt auf dem Wurtzit der Schalenblende, also gleichzeitig gebildet, und nicht durch eine PSM nach Silber. Wie bereits von Sebastian beschrieben, spricht dieses dentritische wachsen für eine sehr schnelle Abkühlung. Aus Halsbrücke sind ja auch die dendritischen Galenite bekannt, die meiner Meinung nach ähnlich entstanden sind wie diese Wurtzitdendriten und nicht als PSM nach Silber.
Bin auf weitere Meinungen gespannt

MfG Jürgen